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Gott hat alles in diesem Universum mit der
richtigen Proportion und dem richtigen Maß erschaffen sowohl qualitativ als
auch quantitativ. Gott erklärt im Qur´an:
“Gewiss, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß
erschaffen.” (Quran 54:49)
“…Alles hat bei Ihm ein Maß.” (Quran
13:8)
“ Den Himmel hat Er emporgehoben und die Waage
aufgestellt.” (Quran 55:7)
Im Universum gibt es eine Mannigfaltigkeit
an Formen und Funktionen. Das Universum und seine verschiedenen Elemente
sorgen für das Wohlergehen des Menschen und bezeugen die Großartigkeit des
Schöpfers; Er ist es, Der alle Dinge anordnet und bestimmt, und es gibt kein
Ding, das Er geschaffen hat, und das Ihn nicht lobt und preist.
“Siehst du denn nicht, dass (alle) Gott preisen,
die in den Himmeln und auf der Erde sind, und (auch) die Vögel mit
ausgebreiteten Flügeln? Jeder kennt ja sein Gebet und sein Preisen. Und Gott
weiß Bescheid über das, was sie tun.” (Quran 24:41)
Jedes Ding, das Gott geschaffen hat,
besitzt ein wundervolles Design, voller Bedeutung; zeigt an sich selbst den
Glanz und die Großartigkeit seines Schöpfers, Seine Weisheit und Seinen Zweck.
“(Er ist es,) Der euch die Erde zu einer
Lagerstatt gemacht und für euch auf ihr Wege sich hinziehen und vom Himmel
Wasser herabkommen läßt, womit Wir dann Arten verschiedener Gewächse
hervorbringen. Esst und weidet euer Vieh. Darin sind wahrlich Zeichen für
Leute von Verstand.” (Quran 20:53-54)
Gott hat nichts umsonst erschaffen, nichts
ohne Weisheit, Wert oder Sinn. Gott sagt:
“Wir haben die Himmel und die Erde und was
dazwischen ist nicht zum Spiel erschaffen. Wir haben sie nur in Wahrheit
erschaffen. Aber die meisten von ihnen wissen nicht.” (Quran 44:38-39)
Also ist die islamische Vision, die im
Qur´an offenbart wird, die eines von Wert durchtränkten Universums. Alle Dinge
in diesem Universum wurden erschaffen, um dem Einen Herrn zu dienen, Der sie
alle - den einen mit Hilfe anderen - erhält, und Der die wundersamen Zyklen des
Lebens und des Todes kontrolliert:
“Gott ist es, Der die Körner und die Kerne
spaltet und das Lebendige aus dem Toten hervorbringt. Und Er ist es, Der das
Tote aus dem Lebendigen hervorbringt. Dies ist doch Gott – wie lasst ihr euch
dann abwendig machen?” (Quran 6:95)
Leben und Tod sind von Gott geschaffen,
damit Ihm mit guten Taten gedient wird.
“Segensreich ist Derjenige, in Dessen Hand die
Herrschaft ist, und Er hat zu allem die Macht. (Er,) Der den Tod und das Leben
erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten verrichtet.”
(Quran 67:1-2)
Alle geschaffenen Wesen wurden erschaffen,
um dem Herrn aller Wesen zu dienen und indem sie ihre vorbestimmten Rollen in
einer auf Gegenseitigkeit beruhenden Gesellschaft erfüllen, nutzen sie sich
selbst und einander am besten in dieser Welt und in der nächsten. Dies führt
zu einer kosmischen Symbiose (takaful). Das universelle, allgemeine
Gute ist ein Prinzip, das das Universum durchdringt, und es ist ein wichtiger
Hinweis auf die Einheit Gottes, denn man kann dem Herrn aller Wesen nur dienen,
wenn man für das allgemeine Gute aller sorgt.
Der Mensch ist ein Teil des Universums,
dessen Elemente einander zu einem integrierten Ganzen ergänzen, der Mensch aber
ist ein getrennter Teil des Universums, und er besitzt einen besonderen sein
Rang unter den anderen Teilen. Die Beziehung zwischen Mensch und Universum,
wie sie im edlen Qur´an und den Lehren des Propheten erklärt und erläutert
wird, sieht folgendermaßen aus:
·
Eine Beziehung der Meditation, Überlegung
und Betrachtung über das Universum und was es enthält.
·
Eine Beziehung des erhaltenden
Gebrauchs, der Entwicklung und des Dienstes zum Nutzen des Menschen und für die
Erfüllung seiner Interessen.
·
Eine Beziehung der Fürsorge und der Nahrung
für die guten Werke des Menschen sind nicht auf den Nutzen der menschlichen
Spezies beschränkt, sondern weiten sich zum Nutzen aller erschaffenen Wesen
aus; und: „es gibt einen Lohn für das Gute zu jedem lebenden Ding.“ (Sahieh
Al-Bukhari)
Gottes Weisheit hat den Menschen die
Statthalterschaft (khilafa) auf der Erde übertragen. Deshalb ist der
Mensch zusätzlich dazu, dass er einen Teil der Erde und einen Teil des
Universums bildet, auch der Vollstrecker göttlicher Anweisungen und Befehle. Er
ist nur ein Manager und kein Eigentümer; ein Nutznießer und kein Verfügender
oder Anordnender. Himmel und Erde und alles, das sie enthalten, gehören Gott
Alleine. Dem Menschen wurde die Statthalterschaft gewährt, um die Erde den von
ihrem Schöpfer beabsichtigten Zwecken entsprechend zu verwalten, sie zu seinem
eigenen Nutzen und zum Nutzen der anderen geschaffener Wesen zu verwenden und
zur Erfüllung seiner und ihrer Interessen. Ihm ist daher ihre Erhaltung und
Fürsorge anvertraut, und er muss sie als etwas Anvertrautes betrachten, mit den
Grenzen, die dies mit sich bringt. Der Prophet erklärte:
“Die Welt ist wunderschön und frisch,
und wahrlich Gott, der Erhabene, hat euch zu Seinen Statthaltern darauf gemacht,
und Er sieht, wie ihr (eure Ansprüche) befriedigt.” (Sahieh Muslim)
Alle Quellen, von denen unser Leben
abhängt, wurden von Gott als etwas Anvertrautes in unsere Obhut gegeben. Er
hat Erhaltung für alle Menschen und alle Lebewesen angeordnet.
“Er hat in ihr festgegründete Berge
gemacht, (die) über ihr (aufragen), und hat sie gesegnet und in ihr die Nahrung
im rechten Maß in vier Tagen festgelegt, gleichmäßig für diejenigen, die danach
fragen.” (Quran 41:10)
Daher ist die Nutzung dieser Quellen das
Recht und Privileg aller Menschen und aller Spezies. Deshalb sollte der Mensch
jede Maßnahme ergreifen, um die Interessen und Rechte aller anderen zu sichern,
denn sie sind alle gleichberechtigte Partner auf der Erde. Genauso sollte er dies
nicht als auf eine Generation vor allen anderen Generationen beschränkt betrachten.
Es ist eher eine Verantwortlichkeit, in der jede Generation nutzt und den
besten Nutzen aus der Natur zieht, ihren Bedürfnissen entsprechend, ohne die
Interessen späterer Generationen außer Acht zu lassen oder zu missachten. Aus
diesem Grunde sollte der Mensch die natürlichen Quellen nicht missbrauchen,
schlecht behandeln oder zerstören, denn jede Generation besitzt ein Anrecht
darauf, sie zu nutzen aber nicht darauf, sie im absoluten Sinn zu „besitzen“.
Das Recht, die natürlichen Quellen zu nutzen
und nutzbar zu machen, was Gott dem Menschen gewährt hat, beinhaltet
notwendigerweise eine Verpflichtung seitens des Menschen, sie sowohl qualitativ
als auch quantitativ zu erhalten. Gott hat alle diese Quellen des Lebens und
alle Reichtümer der Natur für den Menschen geschaffen, die er benötigt, damit
er die Ziele und Zwecke erkennt, wie Nachsinnen und Anbeten, Bewohnen und
Erbauen, erhaltende Nutzung und Genuß und Anerkennung der Schönheit. Es folgt,
dass der Mensch kein Recht besitzt, die Erniedrigung der Umwelt herbeizuführen,
und die ihr gegebene Eignung für das menschliche Leben und die Besiedelung
durch den Menschen zu stören. Auch besitzt er nicht das Recht, die natürlichen
Quellen unvernünftig auf eine Art und Weise auszubeuten, wie die Nahrungsgrundlage
und andere Quellen zu Erhaltung der Lebewesen zu verseuchen oder sie der
Zerstörung und Verschmutzung auszusetzen.
Während die Einstellung des Islam der
Umwelt, den lebensnotwendigen Quellen und den Reichtümern der Natur gegenüber
zu einem Teil auf dem Verbot des Missbrauchs basiert, basiert sie auch noch auf
dem Aufbau und der erhaltenden Weiterentwicklung. Diese Integration von
Entwicklung und Erhaltung der natürlichen Quellen ist eindeutig die Vorstellung
davon, das Land durch Ackerbau, Kultivierung und Aufbau zum Leben zu bringen
und es erblühen zu lassen. Gott sagt:
“…Er hat euch aus Erde entstehen lassen und sie
euch zum besiedeln gegeben...” (Quran 11:61)
Der Prophet erklärte:
“Wenn irgendein Muslim einen Baum
pflanzt oder in einen Acker besät, und ein Mensch, ein Vogel oder ein Tier isst
davon, so wird es von ihm als ein Almosen anerkannt.” (Sahieh Al-Bukhari,
Sahieh Muslim)
“Keiner pflanzt einen Baum, von dem entweder
ein Mensch oder irgendeines von Gottes Geschöpfen isst, dem dies nicht als ein
Almosen anerkannt wird.”
“Wenn der Tag der Wiedererweckung
kommt und jemand hat noch einen Setzling in der Hand, so lasst ihn den
pflanzen.”
Die Einstellung des Islam über der Nutzung
und Entwicklung der Quellen der Erde wurde von Ali ibn Abi Talib, dem vierten
Khalif, einem Mann erläutert, der aufgegebenes Land bebaut und urbar gemacht
hatte:
“Habe glücklichen Anteil daran,
solange du ein Bringer von Nutzen bist, kein Plünderer; ein Kultivierer, kein
Zerstörer.”
Diese positive Eigenschaft beinhaltet, Maß
zu halten, um alle Aspekte des Lebens zu verbessern: Gesundheit, Nahrung und
die psychologischen und spirituellen Dimensionen für den Nutzen des Menschen
und die Aufrechterhaltung seines Wohlergehens; genauso wie zur Verbesserung der
Bedingungen für alle kommenden Generationen. Wie in den prophetischen
Erläuterungen gezeigt wurde, steht das Ziel sowohl der Bewahrung als auch der
Entwicklung der Umwelt im Islam für das universelle Gute für alle Geschöpfe.
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