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Was sagt der Islam über Kinder (teil 1 von 5): Gott garantiert die Rechte der Kinder

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Beschreibung: Bereits vor der Geburt werden die Rechte der Kinder respektiert. 

  • von Aisha Stacey (© 2016 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 06 Jun 2016
  • Zuletzt verändert am 06 Jun 2016
  • Gedruckt: 28
  • Gesehen: 13202 (Tagesmittelwerte: 10)
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Der Islam ist eine Religion, die von Gott für alle Menschen, alle Orte und alle Zeiten offenbart wurde.  Als solche ist der Islam für jeden zugänglich und achtet besonders auf die Wichtigkeit von Respekt, Rechten und Verantwortung.  Die Worte des Qur´an und der authentischen Überlieferungen des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, enthalten die Rechte und Verantwortlichkeit, die Gott der Menschheit garantiert hat.  Sie sind nicht Subjekt von Wünschen und Begierden von Männern oder Frauen, deshalb verändern sie sich nicht.  Diese einzigartigen Rechte, die im Islam erwähnt werden, beinhalten auch die Rechte von Kindern.  Die Rechte der Kinder werden nicht durch die Taten ihrer Eltern, ihrer Gemeinschaft oder gar ihrer Regierung garantiert.  Gott Selbst garantiert die Rechte der Kinder. 

Der Islam stellt ein rechtliches Rahmenwerk auf, und er verkörpert einen Moralkodex, der dazu gemacht ist, die Rechte des Einzelnen zu schützen, das Recht, in einer sicheren Gesellschaft zu leben, eingeschlossen.  Für Kinder ist Sicherhheit von höchster Wichtigkeit.  Die Rechte eines Kindes beginnen sogar schon vor seiner Geburt, tatsächlich bereits vor seiner Empfängnis.  Der Qur´an und die authentischen Überlieferungen des Propheten Muhammad verdeutlichen, dass zwei Menschen nicht leichtsinnig eine Ehe schließen sollten.  Viele Gedanken und Vorbereitungen sind nötig, bevor sich Mann und Frau einander anvertrauen, und eine Familie aus ihrer Vereinigung entstehen kann.  Jemand hat gehört, wie der Prophet Muhammad sagte: "Eine Frau wird aus vier Gründen geheiratet: ihren Reichtum, ihre Abstammung, ihre Schönheit und ihr religiöses Bekenntnis.  Heiratet diejenige, die religiös ist."

Wenn ein Mann und eine Frau beide ihr Leben dafür widmen, ihrem Schöpfer zu dienen und Ihn zufrieden zu stellen, dann sind automatisch die Rechte ihrer Kinder garantiert.  Gott anzubeten bedeutet, Seinen Befehlen zu gehorchen und zu Seinen Befehlen gehört, die Rechte des Kindes zu wahren.  Indem sie heiraten und keine illegale Beziehung eingehen, hat das Paar bereits begonnen, die Rechte ihrer zukünftigen Kinder zu sichern.  Ein Kind hat das Recht, seine Abstammung zu kennen und zu verstehen. 

Gleich mit der Empfängnis hat das Kind das Recht zu leben.  Der Qur´an macht deutlich, dass jegliches Leben heilig ist.  Es ist nicht zulässig, eine Schwangerschaft zu beenden, weil man befürchtet, nicht in der Lage zu sein, ein Kind oder ein weiteres Kind finanziell zu unterhalten.  Gott ist Der Versorger und Erhalter allen Lebens. 

"...und ihr sollt eure Kinder nicht aus Armut töten, Wir sorgen ja für euch und für sie." (Quran 6:151)

Wenn man die Entscheidung trifft, eine Schwangerschaft zu beenden, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass es eine Gnade von Gott ist, ein Kind zu bekommen, und eine solche Gnade sollte man mit Freude und Dankbarkeit annehmen.  Es gibt heutzutage viele Menschen, die nicht in der Lage sind, Kinder zu bekommen, wenn Gott jedoch eine Familie mit Kindern segnet, sollte dies Anlass zur Freude und zum Feiern sein.  Allerdings sind Kinder kein Spielzeug oder Besitztümer.  Mit ihnen kommt eine große Verantwortung auf einen zu.

Der Qur´an und die authenischen Überlieferungen des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, weisen deutlich auf die Verantwortung dabei hin, wenn man ein Kind aufzieht.  Es ist eine Pflicht für die Gläubigen, die Kinder aufziehen und für sie sorgen, diese zu tugendhaften, rechtschaffenen menschlichen Wesen zu erziehen, sicher in dem Wissen, dass sie hoch geschätzte Mitglieder der menschlichen Rasse und ihrer speziellen Familien sind.  Die Vernachlässigung dieser Pflicht könnte eine Person möglicherweise vom Weg der Rechtschaffenheit und von Gott wegführen. 

"O ihr, die ihr glaubt, rettet euch und die Euren vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, worüber strenge, gewaltige Engel gesetzt sind, die Allah nicht ungehorsam sind in dem, was Er ihnen befiehlt, und die alles vollbringen, was ihnen befohlen wird." (Quran 66:6)

Der Prophet Muhammad sagte: "Jeder von euch ist ein Hirte und jeder von euch ist für seine Herde verantwortlich.  Der Herrscher ist der Hirte und verantwortlich für seine Herde.  Ein Mann ist der Hirte für seine Familie und verantwortlich für seine Herde.  Eine Frau ist der Hirte für den Haushalt ihres Mannes und verantwortlich für ihre Herde."[1]

Für Kinder zu sorgen und sie auf die richtige Art und Weise aufzuziehen, ist eine Pflicht der Eltern und sie ist nicht immer leicht.  Tatsächlich erinnert uns Gott im Qur´an daran, dass Kinder sogar eine große Prüfung für ihre Eltern sein können.  Die Erfolge und das Leiden im Leben sind Prüfungen und Kinder bilden keine Ausnahme.  Die können große Freude und zeitweise können sie auch großen Kummer bereiten.  In Seiner unendlichen Weisheit lässt Gott niemals einen Menschen allein und außerstande, die Prüfungen des Lebens entgegenzutreten. 

"Eure Reichtümer und eure Kinder sind wahrlich eine Versuchung; doch bei Allah ist großer Lohn." (Quran 64:15)

Nach den Lehren des Islam zu leben, befähigt den Gläubigen, allen Ereignissen des Lebens gegenüberzutreten, auch den Versuchungen des Leidens und der Erfolge.  Der korrekte islamische Ratschlag für das Aufziehen und Erziehen von Kindern umfasst alle Aspekte des Lebens.  Genau wie der Islam selbst, ist es ein ganzheitlicher Ansatz.  Das körperliche, emotionale und spirituelle Wohl aller ist gleichermaßen wichtig.  Es ist interessant zu erwähnen, dass der Islam immer die Rechte der Kinder vertreten hat.  Die islamische Sichtweise von Kindheit, sieht sie als eine einzigartige Zeit im Leben eines Individuums.[2]  Dies steht in scharfem Gegensatz zur westlichen/europäischen Ideologie, wo das Konzept der Kindheit erst im 16. Jahrhundert auftauchte.[3]  Es ist nicht so, dass es im Westen keine Kinder und keine jungen Menschen gegeben hätte, doch wurden sie als kleine Erwachsene angesehen, mit denselben Bedürfnissen und Wünschen wie Erwachsene. 

In der gesamten islamischen Geschichte und in der islamischen Literatur werden die Rechte der Kinder deutlich gemacht.  Eltern, Familien und Gemeinschaften besitzen bestimmte Verantwortungen gegenüber Kindern.  Viele davon sind Verpflichtungen und am Tag des Gerichts wird Gott die Erwachsenen über die Behandlung ihrer Kinder befragen.    

Der islamische Gelehrte, Scheikh Uthaimien, möge Gott ihm gnädig sein, beschrieb Kinder als etwas Anvertrautes von Gott an die Eltern.  Er sagte ebenfalls, dass Kinder gut ernährt, gepflegt und passend für die Jahreszeiten und Erscheinung gekleidet werden sollen, Kinder haben ein Anrecht auf Bildung, Erlernen der Religion und auf spirituelle Rechtleitung.  Ihre Herzen müssen mit Glauben erfüllt werden und ihr Geist mit richtiger Führung, Wissen und Weisheit gehegt werden.  Mit diesem Wissen wird uns die folgende Artikelreihe durch die Kinderbetreuung im Islam führen.



Fußnoten:

[1] Sahih Bukhari & Muslim

[2] Gil’adi.  A  1992, Children of Islam: concepts of childhood in medieval Muslim society, Macmillan, Oxford.

[3] Aries, P 1962, Centuries of childhood, Vintage Books, New York.

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