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Gott leugnen, die Realität leugnen: Warum wir keinen Beweis für Gott brauchen (teil 3 von 3)

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Beschreibung: Die Existenz Gottes erfordert keinen Beweis.  Teil 3 diskutiert wie die Existenz Gottes in der angeborenen Natur der Menschheit eingepflanzt wurde. 

  • von Hamza Andreas Tzortzis
  • Veröffentlicht am 19 Sep 2016
  • Zuletzt verändert am 19 Sep 2016
  • Gedruckt: 13
  • Gesehen: 6022 (Tagesmittelwerte: 5)
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Unsere angeborene Natur (Fitra)

Denying_God_03.jpgDiese ganze Vorstellung von Grundüberzeugungen oder selbstverständlichen Wahrheiten, steht im Einklang mit den islamischen theologischen Überlieferungen bezüglich der Fitra.  Fitra ist ein arabisches Wort, das im wesentlichen natürlicher Zustand bedeutet, die angeborene Natur oder die natürliche Veranlagung eines Menschen.  Diese angeborene Natur erkennt Gott an und will Ihn anbeten.[1]  Wie der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, in einer authentischen prophetischen Überlieferung gesagt hat: "dass jedes Kind im Zustand der Fitra geboren wird.  Dann machen seine Eltern aus ihm einen Juden, Christen oder Magier..."[2]

Das Konzept von der Fitra war Thema einer Diskussion unter Gelehrten in der islamischen intellektuellen Überlieferung.  Der im 14. Jahrhundert geborene Theologe und Universalgelehrte Ibn Taymiyyah erklärte, dass "die Bestätigung eines Machers festverwurzelt in den Herzen aller Menschen ist... es gehört zu den verbindlichen Notwendigkeiten ihrer Schöpfung..."[3]  Der Gelehrte Al-Raghib al-Asfahani aus dem 12.Jahrhundert behauptet ähnlich, das das Wissen von Gott "in der Seele fest verankert ist".[4]

Trotzdessen kann die Fitra von äußeren Einflüssen ´verschleiert´ oder ´befleckt´ werden.  Diese Einflüsse können, wie oben angedeutet, Eltern, Gesellschaft und Gruppenzwang beinhalten.    Diese Einflüsse können die Fitra trüben und sie davon abhalten, die Wahrheit anzuerkennen.  Vor diesem Hintergrund argumentiert Ibn Taymiyyah, dass wenn der natürliche Zustand einer Person verändert ist, dann benötigt diese Person "andere Beweise" für die Existenz Gottes: 

      "Die Bestätigung eines Schöpfers und Seiner Vollkommenheit ist angeboren und notwendig in Bezug auf denjenigen, dessen angeborene Veranlagung intakt bleibt, obwohl es neben einer solchen Bestätigung auch viele andere Beweise dafür gibt, und oft wenn die angeborene Veranlagung verändert wurde...könnten viele Leute solche anderen Beweise benötigen."[5]

Diese anderen Beweise können vernünftige Argumente beinhalten.  Ibn Taymiyyah behauptet, dass das ursprüngliche Wesen "selbst durch klare Vernunft weiß, dass es einen Urheber hat."[6]  Diese vernünftigen Argumente müssen der islamischen Theologie entsprechen und keine Voraussetzungen annehmen, die ihr widersprechen.  Aus dieser Perspektive ist es wichtig zu wissen, dass der Glaube an Gott nicht von irgendeiner Art induktiver, deduktiver, philosophischer oder wissenschaftlicher Beweise abgeleitet wird.  Stattdessen wirkt diese Art von Beweisen als Auslöser, um die Fitra, die angeborene natürliche Veranlagung, an Gott zu glauben, zu wecken.  Zusätzlich dazu ist ein wichtiger Grundsatz, dass die Argumente des Qur´an die Fitra ´enthüllen´ oder ´entschleiern´.  Diese qur´anischen Argumente regen zu Reflexion, Nachsinnen und Selbstbeobachtung an:

"Also machen Wir die Zeichen für die Leute klar, die nachdenken." (Quran 10:24)

"Wahrlich, hierin ist ein Zeichen für Leute, die nachdenken." (Quran 16:69)

"Oder sind sie wohl durch nichts erschaffen worden, oder sind sie gar selbst die Schöpfer? Oder schufen sie die Himmel und die Erde? Nein, aber sie haben keine Gewißheit." (Quran 52:35-36)

Beweise, die die Fitra unterstützen

Interessanter Weise wird das islamische Konzept von der Fitra von psychologischen, soziologischen und anthropologischen Beweisen unterstützt.  Es folgen einige kurze Beispiele:

·       Psychologischer Beweis: die Akademikerin Olivera Petrovich führte einige Studien bezüglich der Psychologie des menschlichen Wesens und der Existenz Gottes durch.  Sie zog den Schluss, dass der Glaube an einen nicht-anthromorphen Gott der natürliche Zustand eines menschlichen Wesens sei.  Atheismus ist eine erlernte Psychologie.  Theismus ist unser natürlicher Zustand. 

      "Die Möglichkeit, dass einige religiöse Überzeugungen universell sind (d.h. der Grundglaube an einen nicht anthromorphen Gott als Schöpfer der natürlichen Welt) scheint eine stärkere empirische Grundlage zu haben, als aus den religiösen Texten abgeleitet werden könnte.  Einige der ersten Ergebnisse der Forschung in frühem religiösem Verständnis stehen im Einklang mit anderen Bereichen der Entwicklungsforschung, die vorschlagen, dass es kognitive Allgemeinheiten in einer Reihe von Bereichen des menschlichen Wissens…"[7]

·       Soziologischer Beweis: Nimm zum Beispiel Prof Justin Barrett.  Professor Barretts Forschung in seinem Buch Born Believers: Die Wissenschaft des religiösen Glaubens von Kindern betrachtete das Verhalten und die Behauptungen von Kindern.  Er schlussfolgerte, dass die Kinder an etwas glauben, das er "natürliche Religion" nennt.  Dies ist die Vorstellung, dass es ein persönliches Wesen gibt, das das gesamte Universum geschaffen hat.  Dieses ´Wesen´ kann kein Mensch sein - es muss göttlich, übernatürlich sein. 

      "Wissenschaftliche Forschung über die Entwicklung von Denken und übernatürlichen Glauben von Kindern weist darauf hin, dass Kinder gewöhnlich und schnell Denkweisen erwerben, die den Glauben an übernatürliche Elemente erleichtern.  Insbesondere im ersten Jahr nach der Geburt unterscheiden Kinder zwischen Elementen und Nicht-Elementen, verstehen Elemente als in der Lage, sich selbst auf eine zielgerichtete Art und Weise zu bewegen, um Ziele zu verfolgen.  Sie sind darauf bedacht, um sich herum Elemente zu finden, auch wenn die Beweise spärlich sind.  Nicht allzu lange nach ihrem ersten Geburtstag scheinen Babys zu verstehen, dass Elemente, aber nicht die natürlichen Kräfte oder gewöhnliche Objekte, Ordnung aus Unordnung schaffen kann... Diese Tendenz Funktion und Sinn zu sehen, sowie ein Verständnis, dass Zweck und Ordnung von denkenden Wesen kommen, lässt Kinder wahrscheinlich Naturphänomene als absichtlich geschaffen ansehen.  Wer ist der Schöpfer?  Kinder wissen, dass Menschen keine guten Kandidaten sind.  Es muss ein Gott gewesen sein... Kinder sind von Geburt an Gläubige an das, was ich natürliche Religion nenne …"[8]

·       Anthropologischer Beweis: Bedenke den Atheismus im kommunistischen Russland und China.  Sie hatten immer noch Zeichen von dem, was du Instinkt zur Anbetung nennen würdest, ein Sanktifizierungsinstinkt, Ehrfurcht vor einem größeren Wesen, die auf die Fitra zurückgeführt werden kann.  Beispielsweise ihre großen Statuen von Stalin und Lenin wurden beinahe verehrt.  Wenn du verschiedene Kulturen betrachtest, kannst du diesen Instinkt anzubeten, durchsickern sehen.  Dieser Instinkt manifestiert sich sogar in atheistischen Kulturen. 

Zusammengefasst heißt das, wenn man Gott leugnet, ist das so, als wenn wir leugnen, dass diese Welt tatsächlich real ist. Wir haben vorher über selbstverständliche Wahrheiten diskutiert und dass die Realität unserer Welt eine davon ist, auch wenn wir keinen Beweis dafür haben.  Dies ist der Grund, aus dem du, wenn du Gott leugnest, Der ebenfalls eine selbstverständliche Wahrheit ist, dann leugnest du die Realität selbst. 

Und dies wurde von den Lehren unseres Proheten vor über 1400 Jahren bestätigt. 

"Existiert etwa ein Zweifel über Gott, den Schöpfer der Himmel und der Erde??" (Quran 14:10)



Fußnoten:

[1] Ibn Qayyim argumentierte, dass die Fitra wahrhaftig eine angeborene Veranlagung ist.  Allah, the Oneness of Allah and the religion of Islam (al-Asqalani, Fathul Bari, p.  198).

[2] Sahieh Muslim

[3] Dar’ al-Ta’arud 8/482

[4] al-Dharee’ah S.  199

[5] Majmu’ al-Fatawa 6/73

[6] Nubuwwat, 266

[7] Kinder ‘haben einen natürlichen Glauben an Gott’.  The Age National (Australia) http://www.theage.com.au/national/infants-have-natural-belief-in-god-20080725-3l3b.html.  Accessed 17 December 2014.

[8] Justin L.  Barrett.  Born Believers: The Science of Children’s Religious Belief.  Free Press.  2012, pp.  35 – 36.

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