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Gottes Gnade ist jedem einzelnen von uns
äußerst nah, darauf wartend, uns zu umgeben, wenn wir bereit dazu sind. Der
Islam erkennt die Neigung des Menschen, zu sündigen, denn Gott hat den Menschen
schwach erschaffen. Der Prophet - Ehre und Heil auf ihm -
stellte fest:
“Alle Kinder Adams irren ständig...”
Zur gleichen Zeit läßt Gott uns wissen,
daß Er Sünden vergibt. Derselbe Hadith geht weiter:
“…aber die besten von denen, die
ständig irren sind jene, die ständig bereuen.” (Al-Tirmidhi, Ibn
Majah, Ahmad, Hakim
Gott sagt:
“Sag: O Meine Diener, die ihr gegen euch selbst
maßlos gewesen seid, verliert nicht die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit.
Gewiß, Gott vergibt die Sünden alle. Er ist ja der Allvergebende und
Barmherzige.” (Quran 39:53)
Muhammad, der Prophet der Gnade -Segen und
Heil auf ihm-, ist beauftragt worden, allen Menschen die guten Neuigkeiten zu
übermitteln.
“Tue Meinen Dienern kund, daß Ich es bin, der
Allvergebend und Barmherzig ist...” (Quran 15:49)
Reue zieht Göttliche Barmherzigkeit an:
“…Würdet ihr doch Gott um Vergebung bitten, auf
daß ihr Erbarmen finden möget!” (Quran 27:46)
“…Gewiß, die Barmherzigkeit Gottes ist den Gutes
Tuenden nahe.” (Quran 7:56)
Seit den frühesten Zeiten hat Gottes
Barmherzigkeit die Gläubigen vor dem drohenden Verderben bewahrt:
“Und als Unser Befehl kam, erretteten Wir Hud
und diejenigen, die mit ihm glaubten, durch Barmherzigkeit von Uns.” (Quran
11:58)
“Als Unser Befehl kam, erretteten Wir Schuaib
(Jethro) und diejenigen, die mit ihm glaubten, durch Barmherzigkeit von Uns.” (Quran
11:94)
Die Vollständigkeit der Zuneigung Gottes
zu dem Sünder kann man an dem Folgenden sehen:
1. Gott nimmt die Reue an
“Und Gott will eure Reue annehmen; diejenigen
aber, die ihren Begierden folgen, wollen, daß ihr (vom rechten Weg) völlig
abweicht.” (Quran 4:27)
“Wissen sie denn nicht, daß Gott es ist, Der die
Reue von Seinen Dienern annimmt und die Almosen nimmt, und daß Gott der
Reue-Annehmende und Barmherzige ist?” (Quran 9:104)
2. Gott liebt den Sünder, der
bereut
“…Wahrlich, Gott liebt diejenigen, die sich
(Ihm) reuevoll zuwenden...” (Quran 2:22)
Der Prophet sagte:
“Wenn die Menschen keine Sünden
begehen würden, würde Gott andere Geschöpfe erschaffen, die Sünden begehen
würden. Dann würde Er jenen vergeben, denn Er ist der Allvergebende, der
Barmherzige.” (Al-Tirmidhi, Ibn Majah, Musnad Ahmed)
3. Gott ist hocherfreut, wenn
der Sünder bereut, denn er wird sich bewußt, daß er einen Herrn hat, Der Sünden
vergibt!
Der Prophet sagte:
“Gott ist über die Reue Seines
Dieners, wenn er bereut, erfreuter als irgendeiner von euch es wäre, wenn er
sein Kamel wiederfände, mit dem er durch eine kahle Wüste geritten war und es
war ihm mit seinem Essen und Trinken entlaufen. Als er die Hoffnung aufgegeben
hatte, kam er zu einem Baum und legte sich in den Schatten. Und dann, als er
ganz verzweifelt war, kam das Kamel und stellte sich an seine Seite. Da ergriff
er seine Zügel und rief vor Freude: ‘O Gott, Du bist mein Diener und ich bin
Dein Herr!’ - diesen Fehler machte er aufgrund seiner außerordentlichen
Freude.” (Sahieh Muslim)
4. Das Tor der Reue ist Tag und Nacht
geöffnet
Die Göttliche Gnade gewährt jeden Tag und
jede Nacht im Jahr Vergebung. Der Prophet sagte:
“Gott streckt Seine Hand in der Nacht
aus, um die Reue desjenigen anzunehmen, der am Tag sündigte, und Er streckt
Seine Hand am Tag aus, um die Reue desjenigen anzunehmen, der in der Nacht sündigte
– bis (der Tag kommt, an dem) die Sonne vom Westen aufgeht (eines der größeren
Zeichen für den Tag des Gerichts).” (Sahieh Muslim)
5. Gott nimmt die Reue sogar an, wenn
die Sünden wiederholt werden
Gott zeigt dem Sünder wiederholt Seine
Zuneigung. Gottes liebende Barmherzigkeit für die Kinder Israels war
offensichtlich, bevor sie die Sünde mit dem goldenen Kalb begangen hatten,
behandelte Gott Israel Seiner Zuneigung entsprechend, und sogar nach ihrer
Sünde war Er gnädig zu ihnen. Ar-Rahman sagt:
“Und als Wir Uns mit Moses auf vierzig Nächte
(auf dem Berg Sinai) verabredeten, da nahmt ihr dann nach ihm das (goldene)
Kalb (als Gottheit) an, womit ihr Unrecht tatet. Hierauf, nach alledem,
verziehen Wir euch, auf daß ihr dankbar wäret.” (Quran 2:51-52)
Der Prophet sagte:
“Ein Mann beging eine Sünde und sagte
dann: ´O mein Herr, vergib mir meine Sünde´, da sagte Gott: ´Mein Diener hat
gesündigt, dann wurde er gewahr, daß er einen Herrn hat, der ihm Sünden
vergeben kann und der ihn dafür bestrafen kann.´ Darauf wiederholte der Mann
die Sünde und sagte dann: ´ O mein Herr, vergib mir meine Sünde´, da sagte
Gott: ´Mein Diener hat gesündigt, dann wurde er gewahr, daß er einen Herrn hat,
der ihm Sünden vergeben kann und der ihn dafür bestrafen kann.´ Darauf
wiederholte der Mann die Sünde (ein drittes Mal) und sagte dann: ´ O mein Herr,
vergib mir meine Sünde´, da sagte Gott: ´Mein Diener hat gesündigt, dann wurde
er gewahr, daß er einen Herrn hat, der ihm Sünden vergeben kann und der ihn
dafür bestrafen kann. Tue was du möchtest, denn Ich habe dir vergeben´” (Sahieh
Muslim
6. Das Annehmen des Islam löscht alle
vorherigen Sünden
Der Prophet hat erklärt, daß das Annehmen
des Islam alle vorherigen Sünden des neuen Muslim tilgt, ganz gleich wie schwer
sie waren, unter einer Bedingung: der neue Muslim nimmt den Islam einzig und
allein für Gott an. Manche Leute fragten den Gesandten Gottes: ´O Gesandter
Gottes, werden wir für das zur Verantwortung gezogen, was wir in den Tagen der
Unwissenheit getan haben, bevor wir den Islam annahmen? Er antwortete:
“Wer auch immer den Islam einzig und
allein für Gott annimmt, wird (dafür) nicht zur Rechenschaft gezogen, aber
einer, der das aus einem anderen Grund tat, ist verantwortlich für die Zeit vor
dem Islam und danach.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim
Obwohl die Barmherzigkeit Gottes
ausreicht, um jegliche Sünde zu verdecken, befreit das den Menschen nicht von
seiner Verantwortlichkeit, sich richtig zu verhalten. Disziplin und harte
Arbeit sind auf dem Weg zur Erlösung erforderlich. Das Gesetz der Erlösung im
Islam berechnet den Glauben und das Einhalten der Gesetze, nicht den
bloßen Glauben an Gott. Wir sind schwach und unvollkom-men, und Gott hat uns
so geschaffen. Wenn wir uns nicht ausreichend an das Heilige Gesetz halten
können, ist der Liebende Gott bereit, zu vergeben. Vergebung erreicht man
einfach durch die Bekennung seiner Sünden vor Gott allein und dadurch, daß wir
Ihn um Sein Erbarmen anflehen, mit der festen und aufrichtigen Absicht, diese
Sünde nicht wieder zu tun. Aber man sollte sich immer vor Augen halten, daß
man das Paradies nicht aufgrund seiner Taten allein verdient, sondern es wird
uns durch Gottes Gnade verliehen. Der Prophet der Barmherzigkeit machte diese
Tatsache deutlich:
“Kein einziger von euch wird aufgrund
seiner Taten allein das Paradies betreten.” Sie fragten: “Nicht einmal du, o
Gesandter Gottes?” Er sagte: “Nicht einmal ich, wenn Gott mich nicht mit
Seiner Gnade und Barmherzigkeit umgibt.” (Sahieh Muslim
Der Glaube an Gott, das Festhalten an
Seinem Gesetz und gute Taten werden als Grund und nicht als Preis für
den Eintritt ins Paradies betrachtet.
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