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Die Gnade Gottes umhüllt jegliche Existenz
für immer. Der sorgende Herr der Menschheit ist barmherzig zu ihnen, voller
Gnade. Der Name Gottes, Ar-Rahman, der auf Seine liebende Gnade
hindeutet, ist ein präzieser Aspekt Seines Seins; Seine Gnade ist unbegrenzt;
ein Ozean ohne Meeresboden und Ufer. Ar-Razi, einer der klassischen islamischen
Gelehrten, schrieb: “Es ist unvorstellbar, daß die Schöpfung barmherziger sein
könnte als Gott!” Der Islam lehrt uns vielmehr, daß Gott gnädiger zu einem
Menschen ist, als seine eigene Mutter.
In Gottes überreicher Gnade sendet Er den
Regen herab, um aus den Obstgärten Früchte hervorzubringen, zur Versorgung der
menschlichen Körper. Auch die Seele braucht intensive geistige Nahrung, genau
wie der Körper Nährstoffe benötigt. In Seiner überreichen Gnade schickte Gott
den Menschen Propheten und Gesandte und offenbarte Schriften, um den
menschlichen Geist zu nähren. Die Göttliche Gnade enthüllte sich in der Thora
von Moses:
“…In ihrer Schrift ist Rechtleitung und
Barmherzigkeit für die, die vor ihrem Herrn Ehrfurcht haben.” (Quran 7:154)
Und die Offenbarung des Quran:
“…Dies sind einsichtbringende Zeichen von eurem
Herrn und Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben.” (Quran
7:203)
Gnade wird nicht aufgrund der Verdinste
einiger Vorfahren erwiesen. Göttliche Barmherzigkeit wird dafür erwiesen, daß
man auf der Grundlage von Gottes Wort handelt und seiner Rezitation zuhört:
“Und dies (der Quran) ist ein Buch, das Wir (als
Offenba-rung) hinabgesandt haben, ein gesegnetes (Buch). So folgt ihm und seid
gottesfürchtig, auf daß ihr Erbarmen findet.” (Quran 6:155)
“Und wenn der Quran vorgetragen wird, dann hört
ihm zu und horcht hin, auf daß ihr Erbarmen finden möget!” (Quran 7:204)
Barmherzigkeit ist das Ergebnis des
Gehorsams:
“Und verrichtet das Gebet und entrichtet die
Abgabe und gehorcht dem Gesandten, auf daß ihr Erbarmen finden möget!” (Quran
24:56)
Gottes Barmherzigkeit ist die Hoffnung des
Menschen. Folglich flehen die Gläubigen Gott um Sein Erbarmen an:
“...Und auch Ayyub, als er zu seinem Herrn rief:
‘Mir ist gewiß Unheil widerfahren, doch Du bist der Barmherzigste der
Barmherzigen!” (Quran 21:83)
Sie erflehen Gottes Gnade für die Gläubigen:
“Unser Herr, lasse unsere Herzen nicht
abschweifen, nachdem Du uns rechtgeleitet hast, und schenke uns Erbarmen von
Dir aus. Du bist ja der unablässig Schenkende.” (Quran 3:8)
Und sie erflehen Gottes Gnade für ihre
Eltern:
“…Mein Herr, erbarme Dich ihrer, wie sie mich
aufgezogen haben, als ich klein war.” (Quran 17:24)
Zuweisung der Göttlichen Gnade
Göttliche Barmherzigkeit umfaßt die
Gläubigen und die Ungläubigen, die Gehorsamen und die Aufständischen, aber in
dem Leben, das kommen wird, wird sie für die Gläubigen reserviert sein. Ar-Rahman
ist zu allen Geschöpfen dieser Welt gnädig, aber im jenseitigen Leben wird
Seine Gnade den Gläubigen vorbehalten sein. Ar-Rahiem wird Seine Gnade
am Tag des Gerichts an die Gläubigen verteilen:
“…Mit Meiner Strafe treffe Ich, wen Ich will,
aber Meine Barmherzigkeit umfaßt alles. Ich werde sie für die bestim-men, die
gottesfürchtig sind und die Abgabe entrichten und die an Unsere Zeichen glauben,
die dem Gesandten, dem schriftunkundigen Propheten, folgen, den sie bei sich in
der Thora und im Evangelium aufgeschrieben finden. ….” (Quran 7:156-157)
Die Göttliche Aufteilung der Gnade wurde
von dem Propheten des Islam folgendermaßen beschrieben:
“Gott erschuf die Barmherzigkeit in
einhundert Teilen. Einen Teil davon verteilte Er unter Seinen Geschöpfen,
aufgrund dessen sie Zuneigung zueinander empfinden. Die verbleibenden
neunundneunzig Teile bewahrte Gott für den Tag des Gerichts auf, um Seine
Diener zu beehren.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim, Al-Tirmidhi, und
andere.)
Ein einfacher Teil der Göttlichen
Barmherzigkeit erfüllt die Himmel und die Erde, läßt die Menschen einander
lieben und Raubtiere und Vögel zusammen Wasser trinken.
Aber die Barmherzigkeit Gottes, die am Tag
des Gerichts zur Wirkung kommt, ist entsprechend gewaltiger als das, was wir in
diesem Leben kennengelernt haben; genau wie die Strafe Gottes das, was wir hier
erfahren haben, beiweitem übertreffen wird. Der Prophet des Islam erklärte die
beiden Extreme dieser Göttlichen Eigenschaften:
“Wenn ein Gläubiger wüßte, welche
Strafe Gott bereit hält, würde er verzweifeln und nicht ein einziger würde
ahnen, das Paradies erreichen zu können. Wenn ein Ungläubiger von der überaus
großen Barmherzigkeit Gottes wüßte, würde nicht ein einziger daran zweifeln,
das Paradies erreichen zu können.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim,
Al-Tirmidhi)
Also überwiegt gemäß der islamischen Lehre
die Göttliche Barmherzigkeit den Göttlichen Zorn:
“Wahrlich, Meine Barmherzigkeit
überwiegt Meinen Zorn.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
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