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Muslime schützten christliche Kirchen in
den von ihnen besetzten Ländern vor Schaden. In einem Brief an Simeon, den
Erzbischof von Rifardashir und Führer aller Bischöfe von Persien, schrieb der
Nestorianische Patriarch Geoff III:
‘Die Araber, denen Gott die Macht über die
ganze Welt gegeben hat, wissen, wie reich Sie sind, denn sie leben unter euch. Totz
dessen greifen sie den christlichen Glauben nicht an. Im Gegenteil, sie
sympatisieren mit unserer Religion und verehren die Priester und Heiligen
unseres Herrn und sie spenden großzügig unseren Kirchen und Klöstern.’
Einer der muslimischen Khalifen,
Abdul-Malik, nahm den Christen die Kirche des Johannes und machte sie zu einem
Teil der Moschee. Als Umar bin Abdulaziz sein Nachfolger als Khalif wurde,
beschwerten sich die Christen bei ihm darüber, was sein Vorgänger ihrer Kirche
angetan hatte. Umar schrieb dem Gouverneur, dass der Teil der Moschee
rechtmäßig ihnen gehöre und ihnen zurückzugeben sei, wenn sie nicht mit einer
geldlichen Regelung einverstanden wären.
Die Klagemauer in Jerusalem ist den
Historikern als heiligster Ort des Gottesdienstes im Judentum bekannt. Vor
einiger Zeit wurde sie vollständig unter Schutt und Trümmern begraben. Als der
osmanische Khalif Sultan Sulayman davon erfuhr, befahl er seinem Gouverneur in
Jerusalem, den ganzen Schutt zu entfernen, den Bereich zu reinigen, die
Klagemauer zu reparieren und es den Juden zu ermöglichen, sie zu besuchen.
Unvoreingenommene westliche Historiker
erkennen diese Tatsachen an. LeBon schreibt:
‘Die Toleranz Muhammads gegenüber den
Juden und Christen war wahrlich groß; Gründer anderer Religionen, die vor ihm
aufgetaucht waren, insbesondere des Judentums und Christentums, hatten solches
Wohlwollen nicht zur Vorschrift gemacht. Seine Khalifen verfolgten dieselbe
Politik und seine Toleranz wurde von Skeptikern und Gläubigen gleichermaßen
anerkannt, welche die Geschichte der Araber ausführlich studiert haben.’
Robertson schrieb:
‘Allein die Muslime waren in der Lage,
ihren Eifer für ihre eigene Religion mit Toleranz für die Anhänger anderer
Religionen in Einklag zu bringen. Selbst wenn sie ihre Schwerter erhoben, um
in den Kampf zu ziehen, um für die Freiheit ihrer Religion zu kämpfen, ließen
sie diejenigen, die sie nicht wünschten, frei an ihren eigenen religiösen
Lehren festhalten.’
Sir Thomas Arnold, ein englischer
Orientalist, schrieb:
‘Wir haben nie von einem geplanten Versuch
gehört, nicht-muslimische Minderheiten dazu zu zwingen, den Islam anzunehmen
oder von irgend einer organisierten Verfolgung zur Untergrabung der
christlichen Religion. Wenn irgendeiner der Khalifen eine solche Politik
gewählt hätte, hätten sie das Christentum mit derselben Leichtigkeit
überwunden, wie Fredinand und Isabella den Islam aus Spanien verbannt haben
oder mit der Ludwig XIV es zu einem in Frankreich bestrafbaren Verbrechen
gemacht hat, dem Protestantismus zu folgen oder mit der die Juden vor 350
Jahren aus England verbannt worden waren. Zu jener Zeit waren die östlichen
Kirchen vollständig isoliert von der restlichen christlichen Welt. Sie besaßen
in der Welt keine Unterstützer, denn sie wurden als gotteslästernde Sekte des
Christentums angesehen. Dass sie heute noch existieren ist der stäkste Beweis
für die Politik der Toleranz der islamischen Regierung ihnen gegenüber.’
Der amerikanische Autor Lothrop Stoddard schrieb:
‘Der Khalif Umar trug die größtmögliche Sorge zur Erhaltung der christlichen
heiligen Stätten und die Khalifen nach ihm folgten seinem Beispiel. Sie haben
die vielen Konfessionen von Pilgern nicht belästigt, die jährlich aus allen
Winkeln der christlichen Welt kamen, um Jerusalem zu besuchen.’
Die Realität sah so aus, dass
Nicht-Muslime unter den Muslimen mit mehr Toleranz behandelt wurden, als ihnen
von irgendeiner anderen Sekte ihrer eigenen Religion zuteil geworden ist. Richard
Stebbins sprach von den Erfahrungen der Christen unter der Herrschaft der
Türken:
‘Sie (die Türken) gestatteten ihnen allen, den römisch katholischen und
den griechisch orthodoxen, ihre Religion zu bewahren und ihren Überzeugungen zu
folgen wie sie es wählten: sie erlaubten ihnen, ihre heiligen Rituale in
Konstantinopel und an vielen anderen Orten durchzuführen. Dies ist ein Gegensatz
zu dem, was ich aus den zwölf Jahren, die ich in Spanien gelebt habe, bezeugen
kann; wir wurden nicht nur gezwungen, an ihren papistischen Festlichkeiten
teilzunehmen, sondern unsere Leben und die Leben unserer Großkinder waren in
Gefahr.’
Thomas Arnold erwähnte in seiner
´Einladung zum Islam´, dass es in Italien viele Menschen gegeben hat, die sich
nach der osmanischen Herrschaft gesehnt hatten. Sie wünschten sich dieselbe
Freiheit und Toleranz, wie sie die Osmanen ihren christlichen Mitbürgern
gewährten, denn sie hatten alle Hoffnung aufgegeben, diese unter irgendeiner
christlichen Herrschaft zu erhalten. Er erwähnt auch, dass eine große Menge
Juden vor der Verfolgung in Spanien am Ende des 15. Jahrhunderts geflohen ist
und in der osmanischen Türkei Zuflucht gesucht hatte.
Der folgende Punkt ist es wert, nochmals
betont zu werden. Die jahrhundertelange Existenz von Nicht-Muslimen in der
muslimischen Welt, vom maurischen Spanien und vom Afrika südlich der Sahara bis
nach Ägypten, Syrien, Indien und Indonesien ist ein deutlicher Beweis für die religiöse
Toleranz, die der Islam Menschen anderen Glaubens gewährt. Diese Toleranz
führte sogar zur Verfolgung der Muslime wie in Spanien, wo die verbleibenden
Christen die Schwäche der Muslime ausnutzten, sie angriffen und sie aus Spanien
vertrieben, indem sie sie entweder töteten, sie zum konvertieren zwangen oder
vertrieben. Etienne Denier schrieb: ‘Die Muslime sind das Gegenteil von dem,
was viele Menschen denken. Sie haben außerhalb des Hijaz niemals Gewalt
benutzt. Die Anwesenheit von Christen war ein Beweis dieser Tatsache. Sie
behielten acht Jahrhunderte lang, während der die Muslime ihre Länder
regierten, ihre Religion in völliger Sicherheit bei. Einige von ihnen hatten
hohe Stellungen am Palast in Cordoba inne, aber als dieselben Christen Macht
über das Land errangen, war es plötzlich ihre erste Sorge, die Muslime zu vernichten.’
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