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Natassia M. Kelly, Ex-Christin, USA (teil 1 von 2)

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Beschreibung: Ein christliches Mädchen kommt mit den Glaubensgrundlagen im Christentum nicht zurecht.

  • von Natassia M. Kelly
  • Veröffentlicht am 22 Sep 2008
  • Zuletzt verändert am 22 Sep 2008
  • Gedruckt: 485
  • Gesehen: 13875 (Tagesmittelwerte: 4)
  • Bewertung: 4 von 5
  • Bewertet von: 4
  • Emailed: 1
  • Kommentiert am: 0

Ich bin von meiner Kindheit an im Glauben an Gott aufgewachsen.  Ich besuchte die Kirche fast jeden Sonntag, ging zum Bibelunterricht und sang im Kirchenchor.  Die Religion nahm also einen wirklich großen Teil meines Lebens ein. 

Es gab Zeiten, wo ich mich selbst Gott nahe fühlte.  Ich betete ihn oft um Rechtleitung an und um Stärke in Zeiten der Verzweiflung oder um etwas, das ich mir wünschte.  Aber bald bemerkte ich, dass dieses Gefühl der Nähe verschwand, sobald ich Gott um nichts mehr bat.  Mir wurde bewusst, dass obwohl ich glaubte, mir der Glaube fehlte. 

Ich nahm die Welt um mich herum als ein Spiel wahr, in das Gott von Zeit zu Zeit eingreift.  Er hat Menschen inspiriert, die Bibel zu schreiben, damit Menschen in der Bibel Glauben zu finden. 

Als ich älter und mir der Welt bewusster wurde, glaubte ich mehr an Gott.  Ich glaubte, dass es dort einen Gott geben muss, der etwas Ordnung in diese chaotische Welt bringt.  Wenn es keinen Gott gäbe, so glaubte ich, wäre die Welt schon vor tausenden von Jahren in totaler Anarchie am Ende gewesen.  Es tröstete mich, zu glauben, dass es eine übernatürliche Kraft gab, die den Menschen leitet und beschützt. 

Kinder nehmen normalerweise die Religion ihrer Eltern an.  Ich war da nicht anders.  Im Alter von 12 begann ich, tief über meine Spiritualität nachzudenken.  Mir wurde klar, dass in meinem Leben eine Lücke war, wo eigentlich der Glaube sein sollte.  Wann immer ich in Not oder verzweifelt war, betete ich einfach zu jemandem, der Herr genannt wurde.  Aber wer war dieser Herr wirklich?  Ich fragte einmal meine Mutter, zu wem ich beten sollte, Jesus oder Gott.  Da ich glaubte, meine Mutter habe Recht, betete ich zu Jesus und maß ihm alle guten Dinge bei. 

Ich habe gehört, über Religion könne man nicht diskutieren.  Meine Freunde und ich versuchten dies häufig.  Ich diskutierte oft mit Freunden über Protestantismus, Katholizismus und Judentum.  Durch diese Diskussionen suchte ich mehr und mehr in mir selbst und entschloss mich, ich wollte etwas gegen diese Leere in mir tun.  Und so begann ich im Alter von 13 meine Suche nach der Wahrheit. 

Die Menschen befinden sich auf einer konstanten Suche  nach dem Wissen oder der Wahrheit.  Meine Suche nach der Wahrheit kann nicht als aktive Suche nach dem Wissen bezeichnet werden.  Ich fuhr damit fort, zu diskutieren und vermehrt in der Bibel zu lesen, aber über dies ging es nicht hinaus.  Während dieser Zeit nahm meine Mutter von meinem Verhalten Notiz, und von da an war ich in einer "religiösen Phase".  Mein Verhalten war aber von einer Phase weit entfernt.  Ich teilte einfach nur mein neu erworbenes Wissen mit meiner Familie.  Ich lernte über den Glauben, die Praktiken und die Doktrinen im Christentum und ein wenig über Glauben und Praktiken im Judentum. 

Nach wenigen Monaten Suche wurde mir bewusst, dass ich wenn ich an das Christentum glaubte, daran glaubte, zur Hölle verbannt zu sein.  Nicht nur, wenn ich an meine vergangenen Sünden dachte, war ich auf einem "Weg zur Hölle", wie südliche Priester zu sagen pflegen.  Ich konnte nicht alle Lehren des Christentums glauben.  Wie auch immer, ich versuchte es.

Ich kann mich erinnern, viele Male in der Kirche gewesen zu sein und mich durch den Aufruf zur Jüngerschaft gekämpft zu haben.  Mir wurde erzählt, dass mir durch die einfache Bestätigung, dass Jesus mein Herr und Erlöser sei, das Ewige Leben im Himmel garantiert sei.  Ich ging nie den Seitengang hinunter zu den ausgestreckten Händen des Pastors und mein Widerwille verstärkte nur meine Angst dem Höllenfeuer entgegen zu eilen.  In jener Zeit war ich unruhig.  Oft hatte ich alarmierende Alpträume und ich fühlte mich in dieser Welt sehr allein.  

Aber ich hatte nicht nur fehlenden Glauben, sondern auch viele Fragen, die ich jedem wissenden Christen, den ich finden konnte, stellte und nie erhielt ich eine wirklich befriedigende Antwort.  Mir wurden einfach nur Dinge erzählt, die mich noch mehr durcheinander brachten.  Mir wurde gesagt, dass ich versuchte, Gott mit Logik zu erfassen, wenn ich aber einfach nur glaubte, dann würde ich in den Himmel kommen.  Nun, genau das war das Problem: ich hatte keinen Glauben.  

Eigentlich glaubte ich an überhaupt nichts.  Ich glaubte, dass dort ein Gott war und dass Jesus Sein Sohn war, den Er zu den Menschen gesandt hatte.  Das war´s.  Meine Fragen und Überlegungen gingen allerdings über meinen Glauben hinaus. 

Die Fragen wurden mehr und mehr.  Meine Verwirrung wurde größer.  Meine Unsicherheit wurde bedrohlicher.  Fünfzehn Jahre lang war ich blind einem Glauben gefolgt, einfach nur weil es der Glaube meiner Eltern war. 

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