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Wurde Gott Mensch? (teil 3 von 5): Gott wird ein Mensch, ein Mensch wird Gott, warum?

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Beschreibung: Beispiele von den Religionen, die glauben, dass Gott ein Mensch geworden sei, dass alle Menschen Teil Gottes seien und ein Blick auf die vernünftigen Beweise all dieser erwähnten Glaubensrichtungen.  

  • von Dr. Bilal Philips
  • Veröffentlicht am 27 Sep 2010
  • Zuletzt verändert am 27 Sep 2010
  • Gedruckt: 333
  • Gesehen: 12667 (Tagesmittelwerte: 3)
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Gott wird ein Mensch

Der christliche Glaube an Gottes Wiedergeburt hat seinen Ursprung in den Glauben der Griechen in der Antike.  Die genauen Worte, die dazu verwendet wurden, wie Gott Mensch wurde, stehen im Evangelium des Johannes 1:1 & 14, “Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.”  Dann sagte der Verfasser von Johannes weiter: “...Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit...”  Obwohl der griechische Ausdruck logos als „Wort“ übersetzt wird, gibt es kein deutsches Wort, das ihm gleich wäre.  Seine Wichtigkeit liegt in seiner Verwendung als technischer Term im griechischen, metaphysischen Gedanken aus dem sechsten Jahrhundert vor Chr. bis zum dritten Jahrhundert vor Chr. und in seiner Verwendung sowohl von jüdischen als auch von christlichen Denkern.  Er tauchte zuerst in den Ausdrücken des Heraklites (540-480 vChr.) auf als motivierendes Prinzip des Universums, aber es war zur Zeit des Aristoteles, als es die immaterielle Kraft nous ersätzte und die materielle Kraft ausmachte.  Logos tauchte wieder auf im System der Stoiker, die ihr Prinzip der Teleologie sowohl Logos als auch Gott nannten.  Philo (d. 50 C.E.), ein jüdisch Alexandrischer Philosoph, identifizierte das schöpferische Wort des Alten Testaments mit dem Wort logos der Stoiker.  Das Logos wurde so zu einem transzendenten Prinzip als Mittel, mit dem Gott Sich Selbst in dieser Welt beschreibt.  Aber Logos hatte auch eine erlösende Funktion; es war ein Mittel zu höherer spiritueller Natur.  Im Johannes-Evangelium ist Logos sowohl schöpferisch als auch erlösend; dem letzten Aspekt wurde größerer Nachdruck verliehen als dem früheren.[1]

Dieser Glaube brauchte eine Begründung, zu diesem Zweck wurden die Vorstellung von der Erbsünde und dem göttlichen Opfer eingeführt.   Es wurde behauptet, es sei so aufgrund der Sünde Adams, die sich über die Generationen hinweg angesammelt hatte, bis sie so groß geworden war, dass sie kein menschliches Opfer beiseite schaffen könnte.  Deshalb hätte Gott einen menschlichen Sohn, der selbst Gott sei, wiederauferstanden.  Gottes Sohn starb später am Kreuz als Opfer für die Menschheit für Gott, Selbst.  Der Sohn, der Selbst Gott ist, wurde später wiedererweckt und sitzt gerade auf der rechten Seite von Gottes Thron und wartet auf das Gericht für die Menschheit am Ende dieser Welt.  Also wurde Gott für die Christen, ebenfalls ein Fünftel der Menschheit, an einem Punkt und nur an diesem einen Punkt der Weltgeschichte zum Menschen und der Glaube an Seine Wiederauferstehung wurde für die Erlösung wesentlich. 

Mensch wird Gott  

Angesichts der Menschlichkeit Jesu´, kann der christliche Glaube, dass er Gott ist, so aufgefasst werden, dass ein einziges menschliches Wesen in den Status der Gottheit erhoben wird.  Es gibt allerdings einige Anhänger des Islam, die genau wie im Hinduismus und Buddhismus menschlichen Wesen die Gelegenheit bieten, “Gott” zu werden.  

Der Ursprung ihrer Ansichten kann im Mystizismus gefunden werden, der seine Wurzeln in den mystischen Religionen des griechischen Altertums hat.  Mystizismus wird definiert, als die Erfahrung einer Vereinigung mit Gott und dem Glauben, dass das Hauptziel des Menschen im Leben darin bestehe, diese Vereinigung zu suchen.  Der griechische Philosoph Plato sprach in seinen Schriften über dieses Konzept, insbesondere in seinem Symposium.  Darin beschrieb er, wie die menschliche Seele die spirituelle Leiter hinaufklettern kann, bis sie schließlich wieder eins wird mit Gott.[2]  Die Grundlage dieses Glaubens bildet die Lehre, dass menschliche Wesen in Wirklichkeit Teile Gottes seien, die in dieser materiellen Welt gefangen seien.  Der physikalische Körper umhüllt die menschliche Seele.  Dementsprechend ist die Seele ihrer Ansicht nach göttlich.  Der gefangene Teil Gottes in dieser Welt muss sich selbst von dieser materiellen Welt befreien und sich mit Gott wieder vereinen. 

Unter den Muslimen erhoben sich Menschen, eine Sekte, die genau dieselbe Vorstellung verbreiteten.  Ihre Anhänger werden traditionell “Sufis” genannt und ihr Glaubenssystem “Sufismus”.  Dieser Begriff wird normalerweise als „Mystizismus“  oder “Islamischer Mystizismus” übersetzt.  Er basiert auf demselben Konzept wie die griechische Mystik – dass die menschliche Seele göttlich ist und dass der Weg, damit sie mit Gott wiedervereint wird, über bestimmte spirituelle Übungen führt.  Zahlreiche Gruppen von Sufis entwickelten Kults die “Tarieqahs” (Wege oder Pfade) genannt werden.  Jeder Kult wurde nach seinem tatsächlichen oder vermutlichen Gründer benannt und jeder hatte seine eigene Gruppe spiritueller Übungen, an denen die Mitglieder strikt festzuhalten hatten.  Die meisten lehrten, dass die Anhänger, nachdem sie die vorgeschriebene spirituelle, geistige und physikalische Übung absolviert hatten, eins mit Gott werden würden.  Diesem Einssein mit Gott wurde der arabische Titel fanaa, gegeben, was “Auflösung”[3] bedeutet oder wusuul, was „Ankunft“ bedeutet.  Die Vorstellung vom “Einssein mit Gott“ wurde vom Hauptstrom der muslimischen Gelehrten abgelehnt, aber von den Massen angenommen.  In zehnten Jahrhundert gab ein sufistischer Eiferer, al-Hallaaj (858-922), öffentlich bekannt, dass er Gott sei und schrieb Gedichte und ein Buch darüber mit dem Titel Kitaab at-Tawasien.  Darin schrieb er: „Wenn du Gott nicht erkennst, so erkenne wenigstens sein Zeichen; ich in die ultimative absolute Wahrheit, denn durch die Wahrheit bin ich ewige Wahrheit.  Meine Freunde und Lehrer sind Iblies[4] und Pharaoh.  Iblies war vom Höllenfeuer bedroht, denn er erkannte nichts zwischen sich und Gott an, und auch wenn ich getötet und gekreuzigt werde, wenn meine Hände und Füße abgeschnitten werden, werde ich dies nicht widerrufen.”[5]

Ibn ‘Arabie (d. 1240) ging in der Vorstellung von “Einssein mit Gott” noch weiter, indem er behauptete, dass nur Gott existiere.  Er schrieb folgendes in einem seiner Werke: “Ruhm gebührt Dem, Der alle Dinge zum Erscheinen brachte, während Er ihre Essenz ist.“[6]  Und anderswo schrieb er: „Er ist die Essenz von allem, das erscheint, und Er ist die Essenz von allem, das verborgen ist, während Er erscheint.  Der eine, der Ihn sieht, ist kein anderer als Er und keiner ist vor Ihm verborgen, denn Er erscheint Selbst, auch wenn Er verborgen ist.”[7]  Seine Vorstellung wird Wahdatul-wujud (Einheit der Existenz) genannt und wurde in den Sufikreisen der gesamten muslimischen Welt bekannt. 

Warum? 

Was führte die Menschen in der Antike dazu, zu glauben, dass Gott Mensch geworden sei oder dass Gott und Mensch ein und dasselbe wären?  Der fundamentelle Grund war ihre Unfähigkeit, das Konzept von Gott zu verstehen oder zu akzeptieren, Der diese Welt aus dem Nichts erschaffen hat.  Sie dachten, Gott sei wie sie selbst, die Dinge aus dem schufen, was bereits existierte.  Menschen machen Dinge, indem sie etwas in einen anderen Zustand versetzen, gestalten und formen und ihnen unterschiedliche Funktionen geben.  Beispielsweise war ein hölzerner Tisch einst ein Baum in einem Wald und seine Nägel und Schrauben waren Eisenerz in den Felsen unter der Erde.  Menschen fällten den Baum und gestalteten sein Holz zu einer Tischplatte und Beinen; sie gruben nach dem Eisenerz, schmelzten es und gossen es in Formen, um daraus Nägel und Schrauben zu fertigen.  Dann fügten sie die Teile zusammen, um einen Tisch mit großem Nutzen zu herzustellen.  Ähnlich waren die Plastikstühle, auf denen die Menschen heute sitzen, einst flüssiges Öl, tief in der Erde verborgen.  Man kann sich nicht vorstellen, auf Öl zu sitzen, auf die Art wie man auf Stühlen sitzt.  Allerdings durch die Fähigkeit des Menschen, die chemischen Komponenten des Öls zu manipulieren, wird Plastik produziert und Stühle hergestellt, damit die Menschen darauf sitzen können.  Dies ist die Essenz der menschlichen Aktivität; Menschen formen und verändern bloß das, was bereits existiert.  Sie erschaffen nicht die Bäume oder das Öl.  Wenn sie über Ölproduktion sprechen, dann meinen sie in Wirklichkeit Ölgewinnung.  Das Öl wurde in Millionen von Jahren durch geologische Prozesse produziert; dann extrahierten sie es aus der Erde und raffinierten es.  Und sie erschufen auch nicht die Bäume.  Selbst wenn sie sie gepflanzt haben, erschufen sie nicht die Saat, die sie pflanzten. 

Also haben die Menschen aus Unwissenheit gedacht, Gott wäre genauso wie sie.  Zum Beispiel steht im Alten Testament: „Gott schuf den Menschen nach Seinem Ebenbild; nach dem Bilde Gottes schuf Er den Menschen.“  Für Hindus ist Purusa Gott, der Erschaffer, in menschlicher Gestalt, und nur Menschen erschaffen, indem sie die existierende Welt um sie herum manipulieren, dann musste des Gott, der Schöpfer, ebenso tun. 

Nach der hinduistischen Philosophie ist Purusa ein riesiger Nachkomme von Brahma, der eintausend Köpfe und eintausend Augen habe.  Von ihm entstand Viraaj, sein weibliches Gegenstück und seine Partnerin im Schöpfungsprozess.  Der göttliche Purusa ist auch die Opfergabe (vv. 6-10) und von seinem aufgeteilten Körper entstanden die vier gesellschaftlichen Kasten (varnas).[8]  Perusa Hymn behauptet, dass die Brahmins Purusas Mund waren; Ksatriyas (Adlige) waren seine Arme; Vaishyas seine Schenkel und Shoodras seine Füße.[9]  Die Unfähigkeit der Hindus, sich vorzustellen, dass Gott diese Welt aus dem Nichts geschaffen hat, verleitete sie zu einer Vorstellung von Gott, der die Welt aus Sich Selbst und ihre Menschen aus Seinen Körperteilen geschaffen habe. 

Die menschliche Fähigkeit, Vorstellungen und Konzepte zu verstehen, ist limitiert und begrenzt.  Menschen können das Unendliche nicht begreifen und verstehen.  Der Glaube, den Gott Adam lehrte, war, dass Gott diese Welt aus dem Nichts erschaffen hat.  Wenn Er wollte, dass etwas existiert, sagte Er bloß: „Sei!“ und Sein Befehl brachte zur Existenz, was zuvor nicht existiert hatte.  Diese Welt und was in ihr ist, wurde nicht aus Ihm geschaffen.  Tatsächlich reduziert die Vorstellung von Gott, der die Welt aus Sich Selbst geschaffen hat, Gott auf die Stufe Seiner Geschöpfe, die eine Sache nur aus einer anderen herstellen können.  Diejenigen, die an diesem Glauben festhalten und festhielten, sind nicht in der Lage, die Einzigartigkeit Gottes zu begreifen.  Er ist Einzig, Einer und nichts ist wie Er.  Wenn Er die Welt aus Sich Selbst geschaffen hätte, wäre Er wie Seine Geschöpfe.  



Footnotes:

[1] Dictionary of Philosophy and Religion, S. 314.

[2] Colliers Encyclopedia, Bd. 17, S. 114.

[3] Ihyaa ‘Uloom ad-Deen, Bd. 4, S. 212.

[4]Der Name Satans nach muslimischem Glauben.

[5] Idea of Personality, S. 32.

[6] Al-Futoohaat al-Makkiyyah, Bd. 2, S. 604.

[7] Fusoos al-Hikam, Bd.1, S. 77.

[8] Dictionary of World Religions, S. 587.

[9] The New Encyclopedia Britannica, Bd. 20, S. 552.

 

 

Wurde Gott Mensch? (teil 4 von 5): Wurde Gott Mensch? Kann Gott Mensch werden?

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Beschreibung: Warum die Vorstellung von Gott, Der Teil Seiner Schöpfung wird, logisch der Bedeutung des Ausdrucks “Gott” widerspricht und umgekehrt. 

  • von Dr. Bilal Philips
  • Veröffentlicht am 04 Oct 2010
  • Zuletzt verändert am 04 Oct 2010
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Die Frage, die noch übrig bleibt, ist ´wurde Gott Mensch´?  Logisch gesehen ist die Antwort ´nein´, denn die Vorstellung, dass Gott Mensch wird, widerspricht dem Grundbegriff des Ausdrucks “Gott”.  Die Menschen sagen gewöhnlich, dass Gott in der Lage ist, alles zu tun, was Er will.  In der Bibel der Christen heißt es:   “... bei Gott sind alle Dinge möglich (Matthäus, 19: 26; Markus 10: 27, 14: 36).”

Der Qur´an der Muslime stellt fest:

“…Wahrlich, Allah (Gott) ist über alle Dinge Mächtig.” (Quran 2:20)

…und die hinduistischen Schriften enthalten Texte mit ähnlicher Bedeutung.  

Alle großen religiösen Schriften enthalten allgemeine Informationen über das Grundkonzept von der Allmacht Gottes.  Er ist größer als alles und durch Ihn ist alles möglich.  Wenn dieses allgemeine Konzept ins Praktische umgesetzt wird, muss man zuerst die Grundeigenschaften Gottes kennen und verstehen.  Die meisten Gesellschaften erkennen Gott als ewiges Wesen ohne Anfang und Ende an.  Wenn wir auf dieser Grundlage davon ausgehen, dass Gott in der Lage ist, alles zu tun, und wir gefragt werden, ob Gott sterben könnte, wie wäre die Antwort?  Da Sterben eine Eigenschaft „aller Dinge” ist, kann da gesagt werden: „Wenn Er will?“  Natürlich nicht, dies kann nicht gesagt werden. 

Also gibt es hier ein Problem.  Gott wird als Ewig-Lebend ohne Ende definiert und Sterben bedeutet, „zu Ende gehen“.  Dementsprechend ist die Frage, ob Er sterben könnte, eine unsinnige Frage.  Sie widerspricht sich selbst.  Ebenso ist die Frage, ob Gott geboren wurde absurd, denn Gott wurde bereits als ewig, ohne Anfang definiert.  Geboren werden bedeutet, einen Anfang zu haben, ein Zustande kommen, nachdem man zuvor nicht existiert hatte.  Auf dieselbe vergebliche Weise fragen atheistische Philosophen die gläubigen: „Kann Gott einen Stein erschaffen, der für Ihn zu schwer ist, ihn hochzuheben?“  Wenn der Gläubige ´ja´ antwortete, bedeutet das, dass Gott etwas erschaffen kann, das größer ist als Er Selbst.  Und wenn Er ´nein´ sagt, bedeutet das, dass Gott doch nicht zu allem in der Lage ist. 

Daher schließt “alle Dinge” in dem Ausdruck “Gott ist in der Lage, alles zu tun” Absurditäten aus.  Es kann nichts beinhalten, das Seinen Göttlichen Eigenschaften widerspricht; Dinge, die Ihn zu weniger als Gott machen würden, wie vergessen, schlafen, bereuen, wachsen, essen, usw.  Anstatt dessen umfasst es nur „alle Dinge“, die dazu passen, dass Er Gott ist.  Dies ist es, was die Aussage “Gott ist in der Lage, alles zu tun” bedeutet.  Sie kann nicht in einem absoluten Sinn verstanden werden; es muss gewertet werden.  

Die Behauptung, dass Gott Mensch geworden sei, ist ebenso absurd.  Es passt nicht zu Gott, menschliche Eigenschaften anzunehmen, denn dies würde bedeuten, dass der Schöpfer Seine Schöpfung geworden wäre.  Allerdings ist die Schöpfung das Produkt des schöpferischen Akts des Schöpfers.  Wenn der Schöpfer zu Seiner Schöpfung wird, würde dies meinen, dass der Schöpfer Sich Selbst schuf, was eine offensichtliche Absurdität darstellt.  Um geschaffen worden zu sein, müsste Er erst einmal nicht existiert haben und wenn Er nicht existierte, wie könnte Er dann erschaffen?  Wenn Er außerdem erschaffen worden wäre, würde dies bedeuten, dass Er einen Anfang gehabt habe, was wiederum Seinem Ewigen Wesen widerspricht.  Denn wenn wir Schöpfung definieren, besteht Bedarf an einem Schöpfer.  Denn erschaffene Dinge müssen einen Schöpfer haben, um zur Existenz zu gelangen.  Gott kann keinen Schöpfer benötigen, denn Gott ist der Schöpfer.  Also gibt es dort einen offensichtlichen Widerspruch in den Aussagen.  Die Behauptung, dass Gott Seine Schöpfung geworden sei, deutet an, dass Er einen Schöpfer bräuchte, was eine drollige Vorstellung ist.  Es widerspricht dem Grundkonzept von Gott, Der nicht erschaffen wurde, Der keinen Schöpfer benötigt und Selbst der Schöpfer ist. 

Kann Mensch Gott werden? 

Der Mensch ist ein begrenztes Wesen (d.h. ein Geschöpf).  Der Mensch wird geboren und stirbt.  Diese Eigenschaften können Gott nicht zugeschrieben werden, denn sie würden Ihn Seiner Schöpfung gleichsetzen.  Daher wurde Gott nie Mensch und wird es auch niemals werden.  Anders herum kann ein Mensch auch nicht Gott werden.  Das Geschöpf kann nicht sein eigener Schöpfer werden.  Es gab eine Zeit, da hat das Geschöpf nicht existiert.  Erst durch den schöpferischen Akt des Schöpfers, Der immer existiert hat, kam es zur Existenz.  Etwas, das nicht existiert, kann sich auch nicht selbst erschaffen.

Was die parallele Vorstellung betrifft, dass die menschliche Seele  oder der Geist göttlich sei, so kommt dies der Behauptung gleich, dass der Mensch Gott werden könne.  Diese Philosophie bildet die Grundlage des griechischen, christlichen und muslimischen Mystizismus ebenso wie der hinduistischen Theologie, und sie weitet die Göttlichkeit auf alle Menschen und möglicherweise auf alle lebenden Geschöpfe aus.  Sie beginnt mit der Annahme, dass zu manchen Zeiten in der Geschichte des Universums Teile und Sückchen von Gott mit materiellen Körpern umgeben wurden und zur Erde hinabgekommen seien.  Mit anderen Worten das Unendliche wurde Teil des Endlichen.  Dieser Glaube spricht Gott reines Übel zu und eliminiert die Bedeutung von gut und böse ganz und gar.  Wenn die menschliche Seele Übles beabsichtigt und mit der Erlaubnis Gottes verübt, dann ist so eine Tat absolut schlecht und eine Bestrafung wert.  Daher wurde das Konzept der Karma eingeführt.  Was herumgeht geht herum.  Karma erläutert unerklärbares Leiden durch die Behauptung, das seien die Konsequenzen für schlechte Taten im Leben davor.  Gott bestraft ultimativ jedes Übel, das von Teilen von Ihm im Menschen begangen wurde.  Wenn die menschlichen Seelen allerdings von Gott unabhängige Willenskräfte besitzen, können sie nicht gleichzeitig Gott sein.  Also wird jeder Mensch selbst ein Gott.     

 

 

Wurde Gott Mensch? (teil 5 von 5): Hatte Gott einen Sohn?

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Beschreibung: Ein Blick auf die Ansicht, dass Gott einen Sohn hatte und eine Schlußfolgerung zu dieser Artikelreihe. 

  • von Dr. Bilal Philips
  • Veröffentlicht am 04 Oct 2010
  • Zuletzt verändert am 04 Oct 2010
  • Gedruckt: 313
  • Gesehen: 9765 (Tagesmittelwerte: 3)
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Wenn Gott nicht Mensch geworden ist, hatte er dann einen Sohn?  Da Er doch in der Lage ist, alles zu tun, sollte er auch einen Sohn haben können.  Allerdings reduziert diese Behauptung Gott auf der niedrigeren Rang Seiner Schöpfung.  Die Geschöpfe pflanzen sich fort, indem sie kleinere Versionen ihrer selbst gebären, die später groß werden und Ebenbilder ihrer selbst reproduzieren und so weiter und so fort.  Hunde haben Welpen, Katzen haben Kätzchen, Kühe haben Kälber und Menschen haben Kinder.  Was aber würde Gott haben – einen Baby-Gott?  Götter müssten Götter gebären.  Aber damit Gott einen Sohn bekommen könnte, müsste neben Ihm noch ein anderer Gott existieren.  Es ist nicht passend für Gott, einen Sohn zu haben, denn ein solcher Akt stellt Ihn mit Seiner Schöpfung gleich. 

Alles außer Gott gelangt durch den Befehl Gottes zur Existenz, Gott wird nicht zu Seiner Schöpfung, und es wird auch kein Teil von Ihm zu Seiner Schöpfung.  Gott wird nicht Seine Schöpfung, und Gott gebärt nicht Seine Schöpfung.  Gott ist Gott, der Erschaffer, und der Mensch und alles im Universum sind Seine Schöpfung.  Obwohl Menschen das Konzept der Schöpfung aus dem Nichts nicht bergreifen können, ist es genau das, was Gott tat und tut.  Er allein erschafft aus dem Nichts, das ist eine Seiner Eigenschaften, die Ihn einzigartig sein lassen und von Seiner Schöpfung unterscheiden.  Sein Akt der Schöpfung ist völlig anders als der menschlicher Wesen. 

Dies war die Essenz der Botschaft aller wahren Gesandten und Propheten Gottes, die an die Menschheit gesandt wurden – Abraham, Moses, Jesus und Muhammad – ebenso wie derjenigen, die in der gesamten Welt gesandt wurden und deren Namen der Menschheit nicht bekannt sind – Gottes Frieden und Segen auf ihnen allen.  Heute finden wir genau diese Botschaft nur im Qur´an; der letzten Schrift, die Gott der Menschheit offenbart hat.  Die Botschaft bleibt lediglich im Qur´an laut und deutlich, denn er blieb seit der Zeit seiner Offenbarung unverändert, vor 1400 Jahren bis heute.  

Gott sagt im Qur´an zu denen, die Ihn für Seiner Schöpfung gleich halten:  

“…Es gibt nichts Seinesgleichen…  ” (Quran 42:11)

Er sagt auch zu jenen, die Ihm einen Sohn beigesellen:

“Und es geziemt dem Allerbarmer nicht, Sich einen Sohn zu nehmen.” (Quran 19:92)

Er sagt desweiteren zu denen, die glauben, dass Er die Welt von Sich Selst erschaffen hat:

“Wenn Er ein Ding will, lautet Sein Befehl nur: “Sei!” – und es ist.” (Quran 36:82)

Zu den Götzendienern sagt Er: 

“…es ist kein Gott neben Ihm: sonst wurde jeder Gott mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen hätte, und die einen von ihnen hätten sich sicher gegen die anderen erhoben...” (Quran 23:91)

Er fragt die Atheisten:

“Oder sind sie wohl durch nichts erschaffen worden, oder sind sie gar selbst die Schöpfer?” (Quran 52:35)

Und in bezug auf Jesus und seine Mutter Maria bestätigt Er ihre Menschlichkeit, indem Er einfach sagt:

“…beide pflegten Speise zu sich zu nehmen...” (Quran 5:75)

Die Vorstellung, dass Gott kein Mensch wird, ist für jeden Menschen sehr wichtig zu verstehen, denn sie bildet die Grundlage zwischen dem Islam und allen anderen existierenden Religionen.  Alle anderen Religionen besitzen bis zu einem gewissen Grad eine verzerrte Vorstellung von Gott.  Die wichtigste Vorstellung, die verstanden werden muss, ist, dass Gott kein Mensch wurde.  Gott ist Einzigartig; Er alleine besitzt das Recht, von Seiner Schöpfung angebetet zu werden.  Zu glauben, dass ein Mensch Gott sei oder dass ein Mensch Gott geworden wäre und diesen Menschen anzubeten, ist die größte Sünde und das Schlimmste, das die Menschen auf dieser Erde tun können.  Dieses Verständnis ist sehr wichtig, denn es bildet  die Grundlage für die Erlösung.  Ohne es kann es keine Erlösung geben.  Allerdings ist dieser Schlüssel alleine auch nicht die Erlösung.  Wahrer, richtiger Glaube muss in die Tat umgesetzt werden und nicht nur im Bereich des Wissens bleiben, um reiner Glaube zu werden.  Eine Persom muss ein rechtschaffenes Leben führen, das auf korrektem Glauben basiert, um die Erlösung zu erreichen.  Nichtsdestotrotz ist der beginnende Punkt, zu wissen, wer Gott ist, zu wissen, dass Gott niemals ein menschliches Wesen wurde oder werden wird. 

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