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Zinsen und ihre Rolle in der Wirtschaft und im Leben (teil 3 von 7): Religion und frühe Denker

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Beschreibung: Zinsen und Wucher in der Bibel (Judentum und Christentum) und gemäß der frühen Denker. 

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 29 Nov 2010
  • Zuletzt verändert am 29 Nov 2010
  • Gedruckt: 410
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Der Islam ist natürlich nicht die einzige Religion, die Zinsen verbannt hat und sie für eine verachtenswerte Sache halt.  Das Verbot von Zinsen – wenigstens in einem gewissen Ausmaß – ist ein bekanntes Gesetz sowohl im Alten als auch im Neuen Testament der Bibel.  An vielen Stellen des Alten Testaments wird sich auf “Wucher” oder “Zins” bezogen.  (Wieder werden die Begriffe Wucher und Zinsen gleichmaßen verwendet und erst mit der Zeit bekam Wucher die Bedeutung eines übertriebenen oder ungesetzlichen Betrags von Zinsen.  Daher hat die American Standard Version der Bibel wiederholt in der King James Version Wucher zu Zinsen geändert.)

Im 5. Buch Mose 23:19-20 lesen wir:

“Du sollst von deinem Bruder nicht Zinsen nehmen, weder für Geld noch für Speise noch für alles, wofür man Zinsen nehmen kann.  Von dem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, aber nicht von deinem Bruder, auf dass dich der Herr, dein Gott, segne in allem, was du unternimmst im Lande, dahin du kommst, es einzunehmen.”

Ähnlich heißt es im 2. Buch Moses 22:25:

“Wenn du Geld verleihst an einen aus meinem Volk, an einen Armen neben dir, so sollst du an ihm nicht wie ein Wucherer handeln; du sollst keinerlei Zinsen von ihm nehmen.”

Im 3.Buch Moses 25:37 liest man:   

“Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen noch Speise geben gegen Aufschlag.”

In Jeremia 15:10 beklagt sich der Prophet darüber, dass er verflucht wurde, obwohl er nie so etwas getan habe, wie Zinsen nehmen, was bedeutet, dass eine derartige Verfluchung für ihn angemessen wäre, wenn er jemand gewesen wäre, der Zinsen nahm.  Vielleicht ist einer schärfsten Verse des Alten Testaments bezüglich Zinsen in Hezekiel 18:13:

“.. der Zinsen gibt und einen Aufschlag nimmt – sollte der am Leben bleiben?  Er soll nicht Leben, sondern, weil er alle diese Greuel getan hat, soll er des Todes sterben; seine Blutschuld komme über ihn.”

Es gibt noch andere Verse des Alten Testaments, die auf das Verbot von Zinsen hinweisen, aber was oben zitiert wurde, sollte genügen.[1]  Easton’s Bible Dictionary hat das Mosaische Gesetz zu Zinsen in folgender Passage zusammengefasst. 

Das Mosaische Gesetz besagte, wenn ein Israelit etwas leihen wollte, um das er bat, musste es ihm frei geliehen werden, und kein Zins durfte darauf veranschlagt werden, obgleich er von Ausländern genommen werden durfte.  (2.Buch Moses 22:25; 5.Buch Moses 23:19,20; 3.Buch Moses 25:35-38). Nach Beendigung von sieben Jahren wurden sämtliche Schulden erlassen.  Von einem Ausländer allerdings konnte die Leihe gefordert werden.  Später im hebräischen Reich als der Handel mehr geworden war, kam die Vorgehensweise auf, Wucher oder Zinsen auf Anleihen zu fordern, und von einer Sicherheit im kommerziellen Sinn.  Aber das Fordern von einem Hebräer wurde als verachtenswert angesehen.  (Psalter 15:5; Sprüche  6:1,4; 11:15; 17:18; 20:16; 27:13; Jeremia 15:10).

Unglücklicherweise, wie so häufig mit praktischen Angelegenheiten, ist das Neue Testament mit dem Thema der Zinsen etwas vage.  Gemäß der The Encyclopedia of Religion and Ethics, “gibt es keine direkten Vorschriften [bezüglich Zinsen], um das christliche Bewusstsein zu leiten.”[2]  Allerdings gibt es in den Lehren, die Jesus im Neuen Testament zugesprochen werden, einige Passagen, die ganz eindeutig gegen die Vorgehensweise der Zinsen zu sein scheinen. In einer Passage wird berichtet, dass Jesus gesagt habe: 

“Vielmehr liebet eure Feinde, tut wohl und leihet, wo ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein, denn er ist gütig über die Undankbaren und Bösen.” (Lukas 6:35).

In dieser Passage wurden die Christen angewiesen, Geld zu verleihen, ohne irgendeinen Lohn oder Gewinn daran zu haben.  Dies könnte für eine der „harten Aussagen“ gehalten werden, denn es ist wohlbekannt, dass christliche Gelehrte unterschiedliche Meinungen darüber vertreten, wie solche Passagen zu interpretieren und anzuwenden sind.[3]

In Matthäus 25:14-28 gibt es eine längere Parabel, in der Gott verschiedenen Dienern unterschiedliche Mengen an Münzen (Talente oder Zentner genannt) gibt.  Einige von ihnen investierten das Geld und brachten Gott mehr zurück, als Er ihnen gegeben hatte.  Derjenige aber, dem Gott nur eine solche Münze gegeben hatte, wird in Vers 18 beschrieben: 

“Der aber den einen empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld.”

Als Gott seine Diener zu Sich rief und fragte, was sie mit dem Geld angefangen hatten, sagte der, der nur eine Münze erhalten hatte zu Gott:

“Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wußte, dass Du ein harter Mann bist: Du schneidest, wo Du nicht gesät hast, und sammelst, wo Du nicht ausgestreut hast; und ich fürchtete mich und ging hin und verbarg deinen Zentner in die Erde.  Siehe, da hast du das Deine.” (Matthäus 25:24-25).

Da antwortete der Herr ihm streng:   

“Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht!  Wußtest du, dass ich schneide, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe, so solltest du mein Geld zu den Wechslern getan haben, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine zu mir genommen mit Zinsen.  Darum nehmet von ihm den Zentner und gebet ihn dem, der die zehn Zentner hat.” (Matthäus 25:26-28).

Im Kommentar dieses Verses stellt die Geneva Study Bible fest:

Banker, die ihre Läden oder Tische draußen aufstellen, wo sie Geld gegen Zinsen verleihen.  Wucher oder Geld gegen Zinsen verleihen, ist in der Bibel streng verboten (2.Buch Moses 22:25-27; 5.Buch Moses 23:19,20). Selbst eine geringe Rate wie ein Prozent Zinsen war nicht gestattet (Nehemia 5:11). Dieser Diener hat bereits zwei Lügen erdichtet.  Zuerst sagte er, sein Herr sei ein harter, strenger Mann.  Dies ist eine Lüge, denn der Herr ist gnädig und barmherzig.  Dann nannte er seinen Herrn einen Dieb, denn er raube, was er nicht säe.  Schließlich sagte der Herr sarkastisch zu ihm, warum hast du nicht Beleidigung zu den Übertretungen noch hinzugefügt und das Geld gegen Zinsen verliehen, damit du deinen Herrn einen “Wucherer” auch noch nennen kannst!  Wenn der Diener dies getan hätte, wäre sein Herr für die Taten seines Dieners verantwortlich und des Wuchers schuldig. 

Auf der Grundlage des Alten und Neuen Testaments verbot die frühe Kirche Zinsen.  Schließlich war allen Christen die Beteiligung an Zinsen untersagt, nicht nur dem Klerus.  Kirchenväter wie St. Thomas Aquinas[4], behandelten das Thema der Zinsen detaillierter.  “In dem Erlaß von Gratian, wie nachfolgend bei dem Third Lateran Council (1179), legte ein Kanon fest, dass ´augenscheinliche Wucherer weder zur Kommunion zugelassen werden sollen, noch wenn sie auf dieser Sünde sterben, die christliche Beisetzung erhalten dürfen.´”[5] Das Fourth Lateran Council von 1215 verdammte die Praktik, gestattete sie aber den Juden.  Die Christen blieben bis zum 19ten Jahrhundert fest gegen Zinsen.  Martin Luther, der protestantische Führer, verdammte im 16ten Jahrhundert ebenfalls Wucherei, aber es wird behauptet, dass er sie unter dem Vorwand der menschlichen Schwäche gestattet habe.[6] Mit Calvin begann mehr als mit irgendeinem anderen eine weichere Sicht bezüglich der Zinsen unter christlichen Führern.  Langsam befreite sich die zivile Gesetzgebung von dem kanonischen Gesetz und Zinsen fingen an, sich mit der Zeit durchzusetzen. 

Es waren nicht nur diejenigen mit jüdisch-christlicher Denkweise, die Zinsen verdammten.  In der Tat hatten auch die griechischen Philosophen hatten sehr negative Ansichten von Zinsen.  Aristoteles und andere führende griechische Gelehrte verdammten Zinsen.  Der berühmte österreichische Ökonom  Eugen von Böhm von Bawerk (auch bekannt als Boehm-Bawerk) schrieb in seinem wichtigen Werk Capital and Interest:

Die feindlichen Ausdrücke der antiken Welt, nicht wenige an der Zahl, bestehen aus einer Menge legislativer Akte, die das Nehmen von Zinsen verbieten und aus teilweise unabsichtlichen Aussagen von Philosophen wie Plato, Aristoteles, die beiden Catos, Cicero, Seneca und Pantus etc.  Die griechischen Philosophen betrachteten Geld als nichts weiter als ein Tauschmittel und daher lehnten sie die Produktivität von Geldleihen ab.  Ein Geldstück kann kein anderes Geldstück befruchten, war die Doktrin des Aristoteles.  Die offensichtliche Schlussfolgerung war, dass Zinsen ungerecht sind.[7]

Anfänglich verbot das Römische Reich ebenfalls das Nehmen von Zinsen.  Mit dem Aufkommen der Handelsklassen lies dies ein wenig nach, jedoch gab es noch strenge Einschränkungen für das Leihen mit Zinsen ebenso wie Gesetze zum Schutz des Schuldners.  

Shakespeares Figur Shylock in The Merchant of Venice (der Kaufmann von Venedig) (kurz vor 1600 geschrieben) demonstriert, wie die Geldverleiher, die mit Zinsen handelten, verachtet wurden.  Die Frage, die nun auftaucht, ist, wie es dazu kam, dass Zinsen, die verachtet und verboten waren, zu einer gesellschaftlich anerkannten und institutionalisierten Praktik im Westen wurden. 

 



Footnotes:

[1] Cf., Psalter 15:1-5; Hesekiel 18:5-9 und Sprüche 28:8. Das Alte Testament bestätigt auch, dass es den Juden untersagt war, Zinsen zu nehmen, sie machten sich oft schuldig, dass sie dies taten. Siehe Nehemia 5:6-7 und Hesekiel 22:12.

[2] Zitiert von Abdelmoneim El-Gousi, “Riba, Islamic Law and Interest” (Ph.D. Dissertation, Temple University, 1982), S. 113.

[3] Repräsentieren derartige Fragen einen perfektionistischen Kodex, ein unmögliches Ideal, einen “interim ethic” oder etwas anderes? Christliche Gelehrte waren nicht in der Lage gewesen, der Antwort auf diese Frage zuzustimmen.  Cf., Lisa Sowle Cahill, Love Your Enemies: Discipleship, Pacifism, and Just War Theory (Minneapolis, MN: Fortress Press, 1994), S. 27.

[4] Einen Überblick über Aquinas Gedanken kann man finden in Rodney Wilson, Economics, Ethics and Religion: Jewish, Christian and Muslim Economic Thought (Washington Square, New York: New York University Press, 1997), S. 82-85. In Wirklichkeit, der christlichen Vorstellung über gerechte Kriegsführung ziemlich ähnlich, war Aquinas stark von vor-christlicher griechischer und römischer Denkweise beeinflußt. 

[5] El-Gousi, S. 114.

[6] Cf., Anwar Iqbal Qureshi, Islam and the Theory of Interest (Lahore, Pakistan: Sh. Muhammad Ashraf Publications, 1974), S. 8.

[7] Boehm Bawerk, Capital and Interest (1959), Bd. I, S. 10-11, Zitiert von Afzal-ur-Rahman, Economic Doctrines of Islam (Lahore, Pakistan: Islamic Publications Limited, 1976), Bd. III, S. 11.  Siehe auch Qureshi, S. 6; El-Gousi, S. 114.

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