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Der wundervolle Qur´an (teil 1 von 11): Mein Weg zum Islam 

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Beschreibung: Eine der führendsten islamischen Persönlichkeiten Amerikas, Jamaal Zarabozo, erklärt das Wunder des Qur´an und welchen Einfluss er auf seiner Reise zum Islam besaß.  Teil 1: Eine Einleitung zu diesem Thema mit einer kurzen Beschreibung des Qur´an und des Propheten Muhammad.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 28 Jul 2008
  • Zuletzt verändert am 19 Jun 2016
  • Gedruckt: 995
  • Gesehen: 30527 (Tagesmittelwerte: 7)
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Eröffnende Feststellung

Lasst mich zu Beginn feststellen dass, nachdem ich nun schon seit vielen Jahren Muslim bin, falls mir das Thema "Der wundervolle Qur´an" gegeben würde, wie es jetzt der Fall ist, dann würde ich die Aspekte betonen und beschreiben, die mir zu der Zeit, als ich als Nicht-Muslim den Qur´an studierte, völlig unbekannt waren.  Ich studiere den Qur´an mittlerweile seit über dreißig Jahren und noch immer fasziniert er mich.  In der Tat beschreiben sämtliche muslimischen Gelehrten aus allen Zeiten das Phänomen, dass man im Qur´an standing neue faszinierende Aspekte findet.  Über die Jahrhunderte hinweg entdeckten spätere Gelehrte, wenn sie über den Qur´an sprachen, die wunderbaren Aspekte, welche die früheren Gelehrten erwähnt hatten, sowie noch andere Aspekte, die sie nicht für weniger bemerkenswert und erstaunlich erachteten.  Beispielsweise im letzten Jahrhundert hatten wir A´ischah bint al-Shaati, Sayyid Qutb und Mustafa Saadiq al-Raafiíy, die alle Komponenten zu der Theorie der wundervollen Art des Qur´an beigetragen haben.[1]  Später haben viele das, was "wissenschaftliche Wunder des Qur´an" bezeichnet wird, betont, ein Thema, das wir am Ende dieser Abhandlung noch besuchen werden.  

Wie auch immer, dieser Artikel handelt von "meiner Geschichte" und meinem Weg zum Islam durch den Qur´an.  Aus diesem Grund werde ich jene Aspekte des Qur´an besonders hervorheben, die mich zu jeber Zeit am moisten beeinfusst haben und anderen Aspekten, die ich seitdem detaillierter studiert habe, weniger Zeit widmen. 

Eine sehr kurze Einführung über den Propheten Muhammad und den Qur´an

Ich bin sicher, die meisten von euch sind ein bisschen vertraut mit dem Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, und dem Qur´an, aber für manche Punkte, auf die ich später zurückkommen werde, denke ich, eine sehr kurze Einführung zu den beiden ist schon in Ordnung.

Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, wurde um 570 Jahre nach der Geburt von Jesus Christus geboren.  Er wurde in Mekka auf der arabischen Halbinsel geboren.  Das Volk von Mekka gab sich dem Götzendienst hin.  Das Gebiet war in jener Zeit nicht als Ort einer fortschrittlichen Zivilisation oder fortschrittlicher Lehren bekannt.  Tatsächlich war der Prophet Muhammad ungebildet.  Im Alter von vierzig Jahren erhielt Muhammad seine erste Offenbarung.  Obwohl er in seinm Volk als "der Vertrauenswürdige" bekannt war, glaubtem ihm die Mehrheit der Araber nicht und begannen bald eine massive Kampagne, um ihn und diejenigen, die ihm glaubten, zu verfolgen.  Nach dreizehn Jahren des Predigens in Mekka, verließ der Prophet selbst die Stadt, um nach Medina auszuwandern, wo er bereits einige Anhänger hatte.  Sie machten ihn zum Führer der Stadt.  Die Ungläubigen aus Mekka ließen keine Ruhe und versuchten, den neuen Glauben mit militärischen Mitteln niederzuschlagen.  Allerdings wuchs die zunächst keine Gruppe der Muslime stetig an und war durchaus in der Lage, den Angriffen der Ungläubigen zu widerstehen.  Innerhalb von zehn Jahren führte der Prophet selbst eine ganze Armee nach Mekka zurück und eroberte die Stadt mit einem unblutigen Sieg.  So eroberte der Islam ganz Arabien und begann, sich über die Welt zu verbreiten.  Schließlich verstarb der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, im Jahr 632.

Was den Qur´an betrifft, wurde er dem Propheten Muhammad über einen Zeitraum von dreiundzwanzig Jahren direkt durch den Engel Gabriel offenbart.  Er erhielt die Offenbarung und dann übermittelte er sie seinen Anhängern.  Darin unterscheidet sich der Qur´an sehr von der Bibel.  Es gibt keine menschlichen Beiträge zum Qur´an; er ist nur die Offenbarung Gottes.  Mit anderen Worten, du wirst keine Geschichte über den Propheten und seine Gefährten im Qur´an niedergeschrieben finden.  Tatsächlich wirst du nicht einmal irgendeine Aussage des Propheten im Qur´an wiederfinden, die nicht zu der Offenbarung Gottes gehört.  Die Aussagen des Propheten wurden vollkommen getrennt vom Qur´an bewahrt.

Eine letzte Bemerkung noch: den Qur´an gibt es nur auf Arabisch.  Die beste Übersetzung ist nicht der Qur´an.  Wenn man erst einmal den Originalwortlaut einer Rede verliert und sich nur auf die Übersetzung verlässt, dann ist das Original wirklich verloren.

Die Geschichte meiner Konversion und meine nahe Taufe

Die Geschichte meiner Konversion ist nicht gerade die faszinierendste.  Ein Aspekt ist allerdings interessant: der Einfluss, den der Qur´an auf mich hatte.

Meine Familie zog von Spanien nach Amerika.  Also waren wir eigentlich katholisch.  Ich hatte aber nur wenig Kontakt zu irgendeiner Religion, bis mich ein Schulfreund zu ihrer Kirche einlud.  Ich begann, daran teilzunehmen und zum ersten Mal fing ich an, die Bibel zu lesen.  Ich nahm alles sehr ernst.  Dann kam die Zeit der Taufe.  Ich hatte damit kein Problem, aber da es die erste Religion war, von der ich gehört hatte, entschloss ich, mich bei anderen Religionen ebenfalls umzusehen, um sicherzugehen, was ich im Begriff war, zu tun.  Ich dachte nicht, dass dies meine letztendliche Entscheidung wirklich beeinflussen würde, aber meine sich nähernde Taufe führte mich dazu, Muslim zu werden.

Ich begann, alle Religionen zu studieren, die ich finden konnte.  Dies war es offensichtlich, was mich zum Qur´an führte.



Footnotes:

[1] Für eine Erläuterung dieser letzten Zusätze zu dem Begriff der wunderbaren Natur des Qur´an, siehe:  Muhammad Rafii Yunus, “Modern Approaches to the Study of I’jaz al-Quran (Ph.D. Dissertation, University of Michigan, 1994), S. 78-91 und 118-125.

 

 

Der wundervolle Qur´an (teil 2 von 11): Der Qur´an und die Orientalisten

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Beschreibung: Eine der führendsten islamischen Persönlichkeiten Amerikas, Jamaal Zarabozo, erklärt das Wunder des Qur´an und welchen Einfluss er auf seiner Reise zum Islam besaß.  Teil 2: Ein Vergleich zwischen dem Qur´an und dem, was die Orientalisten über ihn sagen.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 28 Jul 2008
  • Zuletzt verändert am 28 Jul 2008
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Studium des Qur´an 1976: Der Qur´an gegen viele nicht-muslimische Schriftsteller

Du solltest im Kopf behalten, dass die im Jahre 1976 passierte.  Dies war vor der Revolution im Iran und über den Islam wurde überall in den Medien berichtet.  Ich kannte zu jener Zeit keine Muslime.  (Ich lebte in einer relativ kleinen Universitätsstadt un fälschlicherweise nahm ich an, dort gäbe es keine Muslime).  Also gab es niemanden, der versuchte, mich von der Wahrheit des Islam zu überzeugen.  Daher bin ich vielleicht wirklich zum Islam konvertiert, ohne jemals zuvor einen Muslim getroffen zu haben, und tat mein Bestes, um das Beten aus einem Buch zu erlernen, das von einem Missionar geschrieben worden war: T. P. Hughes’ The Dictionary of Islam.

Deshalb kam die Information, die ich über den Islam erhielt, größtenteils von Nicht-Muslimen, die über den Islam schrieben.  Es gab nur sehr wenige Bücher, die ich in jener Zeit bekommen konnte, die von Muslimen geschrieben worden waren.  Ich kann mich tatsächlich an ein Werk von einem Muslim erinnern, ein relative kleines Büchlein von Maudoodi.[1]  Allerdings war ich in der Lage, ein paar Qur´anübersetzungen von Muslimen zu finden.  Insbesondere las ich die Übersetzung von Abdullah Yusuf Ali.

Im Grunde war es wirklich Qur´an gegen eine Zahl von Werken, die von Nicht-Muslimen geschrieben worden waren.  Allgemein waren diese Nicht-Muslime gezwungen, von Zeit zu Zeit den Islam zu loben, aber sie versuchten immer, irgendwelche Fehler in den Grundlagen des Glaubens zu finden.  Also kamen sie mit allerlei Theorien über den Propheten Muhammad und den Qur´an.  Ich las ihre Kritik Seite an Seite mit dem Qur´an.

Die meisten der Autoren, von denen ich las, sagten deutlich, der Qur´an sei keine Offenbarung Gottes, sondern einfach von dem Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, selbst geschrieben worden.  Dies war die Ansicht von Richard Bell: The Qur'an: Translated With a Critical Re-arrangement of the Surahs, Arberry in seiner Einleitung zu seiner Übersetzung des Qur´an, Kenneth Cragg in: The Call of the Minaret, ad nauseum.[2]

Allerdings, wie Montgomery Watt bemerkte, wirft dies selbst eine Menge Fragen auf.  Wenn Muhammad ein Hochstapler gewesen wäre, tat er das, was er tat, aus Boshaftigkeit?  Er war zuvor nicht als eine unehrliche oder boshafte Person bekannt, was veranlasste dann seine Änderung?  Desweiteren, wenn er dies aus Boshaftigkeit getan haben soll, wie kam er dann auf die Informationen, die im Qur´an enthalten sind, insbesondere an einem Ort wie Mekka lebend?  Hatte er etwa Lehrer; wenn es so gewesen wäre, wer waren diese und wo steht geschrieben, dass er Lehrer gehabt haben sollte?

Ehrlich gesagt, war ich nicht besonders beeindruckt von jenen, die behaupteten, der Prophet habe einige Lehrer gehabt, die ihm alle die Informationen, die später den Qur´an ausmachten, beigebracht hätten.  Im allgemeinen bezogen sich diese Autoren auf zufällige oder einmalige Treffen zwischen dem Propheten und bestimmten Einzelpersonen.  So zum Beispiel Muir und Margoliouth hätten die Informetionen, die im Qur´an zu finden sind, Bahierah weitergegeben, einem Mönch, den der Prophet in seiner Jugend auf einer Reise mit einer Handelskaravane nach Syrien getroffen hatte, lange bevor er behauptete, ein Prophet zu sein.  Solche Argumente sind einfach unlogisch und extrem weit hergeholt.  Ich vergeudete mit ihnen nicht viel Zeit.

Manche Kritiker waren gezwungen, zuzugeben, dass der Prophet Muhammad als überaus ehrliche und zuverlässige Person bekannt war.  Sie bemerkten ebenfalls, dass er aus seinen Taten keinerlei materiellen Nutzen zog, sondern er führte weiterhin ein sehr bescheidenes und ehrliches Leben.  Daraus schlossen sie, dass er vertrauenswürdig und ehrlich war, aber furchtbar irregeführt.  Aber wenn er auch irregeführt gewesen sein sollte, wo kamen dann die Informationen her?  Manchen "erschien" es, als wäre die seinem Unterbewusstsein entsprungen.  Anderson nannte es sogar "wunschhaftes Denken".  Andere sagten tatsächlich, er hatte an epileptischen Anfällen gelitten und die Offenbarungen wären die Ergebnisse derartiger Anfälle gewesen.  Diese Theorien mögen für jeden überzeugend klingen, der nur liest, was dieser eine Autor geschrieben hat, ohne sich die Zeit zu nehmen, den Qur´an selbst zu lesen und zu studieren.  Wie später noch aufgegriffen wird, gibt es im Qur´an einfach zu viele Informationen, die nicht möglicherweise von jemandes Unterbewusstsein kommen konnten.

Eine andere gewöhnliche Behauptung, die ich gelesen habe, war, dass der Prophet Muhammad eine Art "nationalistischer" Führer gewesen sei, dessen Hauptziel darin bestand, die Araber zu vereinen.  Typisch für diese Art zu denken ist, was in der The New Catholic Encyclopedia festgestellt wird: “Im Alter von ungefähr 40 erhielt er seinen ´prophetischen Ruf´, die Araber unter einem Monotheismus zu vereinen.”[3]  Diese Annäherung kann eher als Ergänzung betrachtet werde, da sie nicht versucht, sich über den Propheten lustig zu machen.  Allerdings erkannte ich darin gleichzeitig keinen Sinn, nur auf der Grundlage des Qur´an.  Es genügt zu erwähnen, dass es keine einzige Passage im Qur´an gibt, die sich an die Araber wendet.  Im Qur´an spricht Gott die Menschheit oder die Leute, die Gläubigen oder die Ungläubigen an.  Wenn dieses Buch nur für die Araber bestimmt gewesen wäre, warum werden sie dann nicht direkt angegsprochen, sondern diese allgemeinen Begriffe, die sich auf die Menschheit beziehen, verwendet?

Jedenfalls war die Fülle ihrer unterschiedlichen Ansichten bezüglich des Propheten ein Zeichen für mich, dass diesen Schriftstellern etwas Unvorstellbares über den Weg gelaufen war.  Dies war für mich Beweis genug, dass wirklich etwas mit dem Qur´an war, ansonsten hätten sie ihn einfach als Trivialwerk abstempeln können, das den Versuch, es zu widerlegen oder zu diskutieren, nicht wert wäre.  Tatsächlich lockten sie mein Interesse am Qur´an noch mehr.  Dies ist etwas, das du später noch sehen wirst: Die Werke, die mich vom weiteren Verfolgen des Qur´an hatten abhalten sollen, stärkten meine Überzeugung, dass ich ihn weiter verfolgen muss.



Footnotes:

[1] Bald darauf stolperte ich über ein Buch, das von jemandem mit einem muslimischen Namen geschrieben worden war.  Dieses Buch war The Spirit of Islam, geschrieben von Sir Syed Amier Ali.  Dieses Buch war von einem notorischen Modernisierer geschrieben worden, und sogar zu jener Zeit fand ich darin Wiedersprüche zu allem, was ich bislang über den Islam gelernt hatte. Am bekanntesten ist die Ansicht des Sir Syed Amier Ali, dass der Prophet Muhammad es selbst gewesen sein soll, der den Qur´an verfasst habe.

[2] Für eine Übersicht und Kritik vieler Ansichten der Orientalisten (Nicht-Muslime, die über den Islam schreiben) kann der interessierte Leser die folgenden Werke zu Rate ziehen: Mohammad Khalifa, The Sublime Quran and Orientalism (London: Longman, 1983); Muhammad Mohar Ali, The Quran and the Orientalists (Ipswich, England: Jamiyat Ihyaa Minhaaj al-Sunnah, 2004).

[3] New Catholic Encyclopedia (Washington: The Catholic University of America, 1981), Bd. 1, S. 715.  Zitiert von Hamza Mustafa Njozi, The Sources of the Quran: A Critical Review of the Authorship Theories (Riyadh, Saudi Arabia: World Assembly of Muslim Youth, 1991), S. 17. Offensichtlich sind nicht alle Bücher, die ich in jener Zeit gelesen habe, gut dreißig Jahre später noch verfügbar.  Allerdings erinnere ich mich an die grundlegenden Werke, die ich gelesen habe, und an deren Grundaussagen, die sie machten.  Größtenteils wurden die direkten Zitate mit Hilfe der mir zur Zeit des Schreibens verfügbaren Quellen "rekonstruiert".

 

 

Der wundervolle Qur´an (teil 3 von 11): Eine Heilige Schrift muss von Gott sein

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Beschreibung: Damit eine Religion wahr ist, muss sie absolut von Gott sein, und zwar ganz und gar und nicht nur ihr Ursprung.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 04 Aug 2008
  • Zuletzt verändert am 04 Aug 2008
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Mein erster Anhaltspunkt: Wenn es die Religion Gottes ist, die ich suchte, dann muss die Heilige Schrift von Gott stammen

Bei meinem Studium anderer Religionen, war es eines meiner Ziele, die heilige Schrift einer jeden Religion direkt zu lesen, um die Religion direkt von der Quelle verstehen zu können.  Offensichtlich war es dies, was meine Neugier am Qur´an weckte.

Ich besaß bereits einen starken Glauben an Gott und war von der Existenz dieses Höchsten Wesens überzeugt.  Tatsächlich war ich eine Zeit lang manchmal Christ und manchmal einfach ein Deist, den Fußstapfen Voltaires und vieler unserer “Gründungsväter” der Vereinigten Staaten folgend.

Da ich bereits an Gott glaubte, war mein erster Anhaltspunkt für eine wahre religion, dass diese Religion Gott als ursprüngliche Quelle haben musste.  Niemand kann Einzelheiten über Gott kennen außer Gott Selbst.  Er steht über und außerhalb menschlicher Erfahrung.  Und noch wichtiger, niemand weiß, wie Er anzubeten ist außer Ihm.  Niemand kennt die Lebensweise, die Ihm gefällt außer Ihm.  Obgleich die Menschen in der Lage sind, viele gute Schlußfolgerungen über Gott zu ziehen, kann kein Mensch behaupten, dass er irgendwie – unabhängig von Offenbarung durch Gott – die Art und Weise entdeckt habe, wie Gott angebetet werden sollte und welche Lebensweise Gott gefällt.  Wenn also jemand in seinem Herzen das ultimative Ziel hat, Gott wirklich zu gefallen und dienen zu wollen, so wie Er das verlangt, dann gibt es keine Alternative, als sich Ihm auf der Suche nach Rechtleitung zuzuwenden.

Auf der Grundlage dieser Voraussetzung ist keine von Menschen gemachte Religion eine Alternative.  Egal wie sehr die Menschen sich auch anstrengen, sie können nicht maßgeblich darüber sprechen, wie Gott vielleicht angebetet werden sollte.

Es ist wichtig, zu betonen, dass dieser Anhaltspunkt nicht bedeutet, dass Gott einmalig eine Rolle bei der Gründung einer bestimmten Religion gespielt hat.  Nein, dieser Anhaltspunkt bedeutet, dass die gesamte Gestaltung der Lehren von Gott stammen.  Es gibt manche Religionen, deren Ursprung auf Gott zurückgeführt werden kann, aber später fühlten sich ihre Anhänger frei darin, nach menschlichem Gutdünken die Religion anzupassen, abzuändern oder zu modifizieren.  Im Zuge dieser Änderungen schafften sie sich eine neue Religion, unabhängig von dem, was Gott offenbart hat.  Dies verkehrt wieder einmal völlig den Sinn.  Was Gott offenbart hat, benötigt keinerlei Verbesserung oder Änderung von Menschenhand.  Jede Veränderung oder Anpassung bedeutet von der Offenbarung Gottes abzuweichen.  Damit bringt jede Veränderung oder Anpassung die Menschen weiter von der wahren und richtigen Art Gott zu dienen ab.  Desweiteren ist Gott mehr als fähig, eine vollkommene Offenbarung für jede Zeit und alle Umstände herabzusenden.  Wenn es nötig wäre, irgendwelche von den Gesetzen Gottes zu ändern oder anzupassen, so ist der Zuständige dafür nur Gott allein.  Mit anderen Worten: Gott steht es aufgrund Seiner Weisheit und Seines Wissens frei, Seine Gesetze zu verändern, beispielsweise aus Gnade oder als Bestrafung für Seine Diener.  Er könnte dies tun, indem Er eine neue Offenbarung oder sogar einen neuen Propheten schickt.  Damit gibt es kein logisches Problem.  Aber es gibt ein großes Problem, wenn die Menschen es selbst in die Hand nehmen, Gottes Offenbarung “festzulegen”.

Also stellt der erste Anhaltspunkt fest, dass die Religion in Gott ihren Urheber hat.  Allerdings reich das noch nicht aus.  Der zweite Anhaltspunkt ist, dass die Lehren Gottes in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben sind.  Die Logik hinter diesem Punkt ist offensichtlich.  Die Original-Offenbarung kam von Gott Selbst, wurde dann aber später von den Menschen verfälscht und verdreht, jetzt hat man eine Mischung aus der Religion Gottes und menschlicher Einmischung.  Es handelt sich nicht länger um Gottes reine Religion.  Obwohl dies eigentlich eine offensichtliche Voraussetzung ist, ist es erstaunlich, so viele Menschen zu sehen, die diesen Punkt noch nicht einmal bedacht haben und die blind Schriften oder Lehren folgen, die historisch nicht belegt werden können.

Der erste verwunderliche Aspekt des Qur´an: Seine detaillierte Erhaltung

In der Tat war dies eines der ersten Dinge, die mich am Qur´an zutiefst beeindruckt haben.  Selbst jene, die sich in ihren Schriften klar anti-islamisch äußerten, wie Sir William Muir, gaben zu, dass der Qur´an, den wir heute haben, seit der Zeit des Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm,  bewahrt geblieben ist.[1]  Selbst solche, die versuchten, möglichst kritisch zu sein und die gesamte Glaubwürdigkeit des Qur´an in Zweifel zu ziehen, wie Jeffery, beeindruckten mich nur umso mehr aufgrund der Menge der Informationen, die wir über die Geschichte dieses Textes besitzen.

Um diesen Punkt voll zu verstehen, muss man es im Zusammenhang mit meinem christlichen Hintergrund sehen.  Dieser Artikel soll keineswegs zufällig als Kritik am Christentum verstanden werden.  Trotzdem war es der Hintergrund aus dem ich kam und es war der “Lackmus-Test”, mit dem ich andere Religionen prüfen wollte.  Deshalb zog ist eine Menge Vergleiche zwischen dem Christentum und anderen Religionen, Islam eingeschlossen.  Daher habe ich keine andere Wahl, als mich auf das Christentum zu beziehen, wenn ich im Verlauf dieses Artikel über meine Erfahrungen spreche.



Footnotes:

[1] Zitate zahlreicher nicht-muslimischer Schriftsteller, die die Echtheit des Qur´an bestätigen findest du in: Dialogue Between Islam and Christianity: Discussion of Religious Dogma Between Intellectuals from the Two Religions (Fairfax, VA: Institute of Islamic and Arabic Sciences in America, 1999), S. 295f.

 

 

Der wundervolle Qur´an (teil 4 von 11): Die detailgetreue Bewahrung des Qur´an

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Beschreibung: Eine der einzigartigen Eigenschaften des Qur´an ist seine detailgetreue Bewahrung, eine Tatsache, die ihn von allen anderen Religionen unterscheidet.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 04 Aug 2008
  • Zuletzt verändert am 24 Aug 2008
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Viele Dinge aus der Geschichte der Bibel wurden mir schmerzhaft bewusst und dies war eines der Hauptprobleme, das ich mit dem Christentum hatte.[1]  Ich hatte Pastoren und ähnliche über diese Dinge befragt und die meisten von ihnen zu jener Zeit, es war bevor die Fundamentalisten den Hauptstrom bildeten, waren sehr aufgeschlossen darüber und gaben zu, dass es Probleme mit der historischen Authentizität der Bibel gab.  Zur selben Zeit begaupteten die meisten aber, dass die “Lehren” bewahrt geblieben seien, die Einzelheiten jedoch nicht.  Mit anderen Worten, die Bibel war ganz deutlich nicht Gottes Wort; sie behaupteten die Schreiber der Bibel seien von Gott “inspiriert” worden.  Das war das mindeste, das sie beanspruchen konnten, auch wenn sie es nicht beweisen konnten.  Dies schien mir blinder Glaube zu sein, denn wenn du nicht genau weißt, ob die Einzelheiten bewahrt worden sind, wie kannst du dir dann so sicher sein, dass die Hauptlehren wirklich bewahrt geblieben sind?  In Wirklichkeit wissen wir noch nicht einmal, wer Matthäus, Markus, Lukas und Johannes überhaupt gewesen sind und warum gerade ihre Namen mit den berühmten Evangelien in Verbindung stehen.

In diesem Licht fand ich Jeffrey, als ich zu beweisen versuchte, dass es weniger Schwierigkeiten mit der Zusammenstellung des Qur´an gegeben hatte, denn wie sich zeigt, ist die Zusammenstellung des Qur´an von den frühesten Jahren an bis hin ins kleinste Detail bekannt, da der größte Teil der Arbeit noch zu den Zeiten der Prophetengefährten stattgefunden hat.  Ich war sehr beeindruckt und dieser angenommene Angriff auf den Qur´an, auf den ich mich zuvor bezog, veranlasste mich, meine Studien des Qur´an fortzusetzen.  (Natürlich las ich später Antworten auf Jeffreys Argumente, die seine Behauptungen, der Qur´an sei nicht absolute bewahrt geblieben, widerlegen.)

Das Versprechen des Qur´an, dass er bewahrt bleiben wird

Jedenfalls sprang mir ins Auge, dass der Qur´an von sich selbst sagt:

“Wahrlich, Wir Selbst haben diese Ermahnung herabgesandt, und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein.” (Quran 15:9)

Dies fand ich interessant, denn im Qur´an gibt es eine deutliche Bezugnahme darauf, wie die früheren Völker daran gescheitert sind, die Botschaften, die sie erhalten hatten, zu bewahren.[2]  Daher, angesichts dessen, was der Qur´an über die früheren Offenbarungen sagt, war dies eine sehr kühne Aussage.  Und zufällig kann man eine der Prophezeiungen des Qur´an in Betracht ziehen – wenn man aus der jüdisch-christlichen Perspektive schaut, Prophezeiungen waren für mich etwas Wichtiges.  Wenn sie sich nicht bewahrheiten, dann würden sie in meinen Augen das Bild sehr zerstören; wenn sie sich aber bewahrheiten, dass würde ich das als ein sehr gutes Zeichen betrachten.

Wieder einmal präsentiert die Geschichte des Islam ein ganz anderes Szenario als die der früheren Offenbarungen.  Der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, lebte vor 1400 Jahren.  Er ist zweifellos der “historischste” der verschiedenen Propheten.  Aus diesem Grund ist die Geschichte des Qur´an bekannt und dokumentiert.

Der Qur´an wurde mit allergrößter Sorgfalt bewahrt.  Der Qur´an beschreibt sich selbst als etwas zu “Lesendes” (Qur´an) und ein Buch (Kitaab).  Und in der Tat wurde er auf diesen beiden Wegen äußerst gewissenhaft erhalten.

Als der Prophet noch lebte, hatte er besondere Schreiber, die die Offenbarung niederschrieben, wenn er sie bekam.  Der Qur´an wurde nicht alles auf einmal offenbart.  Er wurde über einen Zeitraum von 23 Jahren offenbart und berichtet.  Während dieser Zeit konnte der Prophet jederzeit eine Offenbarung erhalten.  Wenn es so war, war dies an äußeren Zeichen am Propheten erkennbar (ein Punkt, der manche zu der Behauptung hinriss, er sei einfach Epileptiker gewesen).  Er rief dann nach seinen Schreibern und wiederholte ihnen genau, was ihm offenbart worden war und wo genau die neue Passage hinpasste, angesichts dessen, was ihm bereits von Gott offenbart worden war.

Der Qur´an, der kein besonders großes Buch ist, wurde von der Zeit des Propheten Muhammad selbst genauso im Gedächtnis bewahrt, wie in der geschriebenen Form.  Viele der Gefährten des Propheten hatten den ganzen Qur´an auswendig gelernt, und weil sie befürchteten, was den früheren religiösen Gemeinschaften geschehen war, trafen sie die nötigen Vorkehrungen, um ihn vor Veränderungen jeglicher Art zu beschützen.  Auch heute noch wird der Qur´an auswendig gelernt – ein anderer erstaunlicher Aspekt des Qur´an.  Und tatsächlich sagt Gott über den Qur´an:

“Und wahrlich, Wir haben den Qur´an leicht zu verstehen und auswendig zu lernen gemacht…” (Quran 54:17)

Bis zum heutigen Tage kennen Millionen Muslime den Qur´an auswendig.  Wenn Ray Bradburys Fahrenheit 451 heute Realität wurde und alle Bücher zu Asche verbrannt würden, dann wurde der Qur´an immer noch überleben.  Die Muslime wären in der Lage, den ganzen Qur´an aus dem Gedächtnis wieder aufzuschreiben.

Bald nach dem Tod des Propheten wurde der Qur´an zusammengestellt und kurz darauf wurden offizielle Abschriften davon in entfernte Länder geschickt, um sicherzustellen, dass der Text rein blieb.  Auch jetzt noch kann man in jeden Teil der Welt reisen und eine Kopie des Qur´an zur Hand nehmen und feststellen, dass er überall auf der Welt der gleiche ist.[3]

Sogar die Sprache des Qur´an, die wesentlich ist, um das wahre Verstehen des Textes zu bewahren, wurde erhalten.[4]  Für die früheren Propheten wie Moses und Jesus kann man das nicht behaupten, deren Hebräisch und Aramäisch schon lange nicht mehr existieren.

Wie schon zuvor bemerkt, wurde mit größter Sorgfalt sichergestellt, dass alles, das nicht zur direkten Offenbarung Gottes gehörte, - selbst die Aussagen des Propheten – aus dem Qur´an ferngehalten wurde.  Der Qur´an ist nichts als die Worte, die der Prophet als Offenbarung erhalten und seine Gefährten davon in Kenntnis gesetzt hat, dass sie Teil des Qur´an sind.  Daher unterscheidet sich der Qur´an absolut von der Bibel, die Geschichten über die Propheten, Kommentare zu ihren Leben und Lehren, Briefe und Schriften von Nicht-Propheten und anderes enthält.  Keine solchen menschlichen Veränderungen und Zusätze sind im Qur´an zu finden.

Also der Qur´an beeindruckte mich auf zwei Arten: Erstens erklärt er selbst, dass er das Wort Gottes ist und nicht durch menschlichen Worte verunreinigt ist.  Zweitens wurde er sorgfältig von der Zeit seiner Offenbarung bis jetzt erhalten.  Aus diesen Gründen wollte ich damit fortfahren, ihn zu studieren und seine Lehren zu analysieren.

Ganz davon abgesehen, könnte man mit Recht fragen, warum Gott erlaubte, dass die früheren Offenbarungen verändert wurden und nicht erhalten blieben.  Man kann sich dahinter viele wichtige Gründe denken.  Erstens geht aus ihren eigenen Schriften ganz klar hervor, dass die frühen Propheten wie Moses und Jesus nicht für die gesamte Menschheit geschickt worden waren.  Ihre Botschaften richteten sich eindeutig an die Stämme Israels und galten nur für ihre bestimmte Zeit.  Tatsächlich lehrt uns Gott, dass Er zu allen Völkern Gesandte geschickt hat, allerdings mit begrenzten Zielen.  Der Prophet Muhammad und daher auch seine Offebarung wurde für die gesamte Menschheit bis zum Tag des Gerichts geschickt.  Zweitens wenn ihre Offenbarungen bewahrt geblieben waren, hatten ihre Anhänger dies als Begründung dafür vorweisen können, dass sie ihrem Propheten weiter folgen und sich weigern, dem Propheten Muhammad zu folgen.  Da es aber ziemlich offensichtlich ist, wie aufgrund historischer Beweise, widersprüchlicher Aussagen im Text usw. deutlich zu erkennen ist, dass ihre Schriften nicht in allen Einzelheiten erhalten geblieben sind und dass sie nicht beanspruchen können, Gottes reiner Religion zu folgen – ohne dass diese durch menschlichen Eingriffe verändert wurde – haben sie keine gültige Entschuldigung dafür, ihre nicht-erhaltene Offenbarung nicht aufzugeben und der wahren, vollständigen und genauen Offenbarung Gottes, die sich im Qur´an befindet, zu folgen.



Footnotes:

[1] Unglücklicherweise erlaubt der Platz keine detaillierte Diskussion dieses Themas, obwohl es für meinen Vergleich zwischen der Bibel und dem Qur´an sehr wichtig war.  Der  Kürze wegen werden die Schlussfolgerungen eines Autors über das Alte Testament präsentiert.  Nach einer längeren Erläuterung der Geschichte der Tora, schließt Dirks:.

Die allgemein anerkannte Tora ist kein einzelnes, einheitliches Dokument.  Es ist eine gebastelte Zusammenstellung... mit zusätzlichen Pflanzungen.  Während Moses, die Person, die die ursprüngliche Version erhalten hatte, welche die Tora repräsentieren soll, nicht später als im 13 Jahrhundert vCh. und wahrscheinlich im 15. Jahrhundert vChr. gelebt hatte, wird die anerkannte Tora auf eine viel spätere Epoche geschätzt.  Die älteste indentifizierbare Grundlage der anerkannten Tora, d.h., J, kann nicht älter als aus dem 10. Jahrhundert vChr. sein.  Desweiteren wurden diese verschiedenen Grundlagen nicht vor dem 4. Jahrhundert vChr. zusammengestellt, was ungefähr 1000 Jahre nach Moses Tod war. Außerdem wurde die anerkannte Tora nie anhand der mindestens vier verschiedenen Texte, die aus dem ersten Jahrhundert nChr. existieren, standardisiert, was ungefähr 1500 Jahre nach Moses Leben war.  Wenn man zusätzlich den masoretischen Text als den “offiziellsten” annimmt, so ist das älteste existierende Manuskript von ca. 895nChr., was ungefähr 2.300 Jahre nach Moses bedeutet.  Kurz gesagt, obwohl die anerkannte Tora einiges aus der ursprünglichen Tora enthalten könnte, ist die Herkunft der anerkannten Tora größtenteils unbekannt und kann keinesfalls auf Moses zurückgeführt werden.  [Jerald F. Dirks, The Cross & the Crescent (Beltsville, MD: Amana Publications, 2001), S. 53. Andere wichtige Diskussionen über die Echtheit des Alten Testament kann man bei Maurice Bucaille, The Bible, the Quran and Science (Indianapolis, IN: American Trust Publications, 1978), S. 1-43; M. M. Al-Azami, The History of the Quranic Text from Revelation to Compilation: A Comparative Study with the Old and New Testaments (Leicester, United Kingdom: UK Islamic Academy, 2003), S. 211-263] finden.

Obwohl Jesus viele Jahrhunderte nach Moses kam, erging es seiner Offenbarung nicht viel besser.  Eine Gruppe christlicher Gelehrter, bekannt als Fellows of the Jesus Seminar versuchten, festzustellen, welche der Aussagen, die Jesus zugeschrieben werden, tatsächlich als echt betrachtet werden können.  Sie stellten fest: “82% der Worte, die in den Evangelien Jesus zugeschrieben werden, sind tatsächlich nicht von ihm gesprochen worden.” [Robert W. Funk, Roy W. Hoover and the Jesus Seminar, The Five Gospels: What did Jesus Really Say? (New York: MacMillan Publishing Company, 1993), S. 5.]  Bei der Beschreibung der Geschichte der Evangelien schrieben sie: “Wahrheit ist, dass die Geschichte der griechischen Evangelien, von ihrer Entstehung im ersten Jahrhundert bis zu der Entdeckung der ersten Abschriften am Anfang des Dritten, größtenteils unbekannt und daher unerforschbares Territorium bleibt.” [Funk, et al., S. 9.] Bart Ehrman’s Werk The Orthodox Corruption of Scripture hat kenntlich gemacht, wie die Schrift im Laufe der Zeit verändert worden ist.  In seiner These stellt er am Anfang fest, was er später im Detail auch beweist: “Meine These ist einfach: Schreiber veränderten gelegentlich die Worte ihres heiligen Textes, um sie orthodoxer klingen zu lassen und sie vor Missbrauch durch Christen mit abwegigen Ansichten zu schützen.” [Bart D. Ehrman, The Orthodox Corruption of Scripture: The Effect of Early Christological Controversies on the Text of the New Testament (New York: Oxford University Press, 1993), S. xi.] Das ist so, als wenn man die Kutsche vor das Pferd spannt.  Der Glaube soll auf den überlieferten Texten basieren und die Texte sollten nicht verändert werden, um zum Glauben zu passen.

Merke, dass diese ersten beiden Vordersätze bezüglich der Religion eng miteinander verbunden sind.  Im allgemeinen erkennt ein großer Teil der Christen an, dass ihre Texte nicht exakt bewahrt worden sind.

Dies deutet auf menschlichen Eingriff und Veränderung.  Da der Text irgendwie verdreht wurde, verleitet es sie dazu, zu denken, der Text müsse “korrigiert” werden.  Daher geben sie sich selbst die ultimative Autorität zu entscheiden, wie die Religion sein sollte.  Im Oktober 2005 kamen dann die Bischöfe Englands mit einem Papier, in dem sie feststellten, dass es in der Bibel zahlreiche Aspekte gäbe, die nicht als wahr betrachtet werden könnten.  Sie gehen weiter damit aufzuzeichnen, was in der Bibel wahr ist und was nicht wahr ist.  Wenn die ursprünglichen Texte sorgfältig bewahrt worden wären, bestünde auch keine Notwendigkeit, sie zu korrigieren oder man bräuchte keine neue Autorität, um festzulegen, was annehmbar und was abzulehnen ist. 

[2] Der Qur´an selbst beruft sich auf die Verdrehungen der früheren Bücher durch die früheren Völker ebenso wie ihre Versuche, manches von der Offenbarung geheimzuhalten.  Siehe beispielsweise:  Quran 5:14-15 und 4:46.

[3] Eine detaillierte Geschichte des Qur´an und seiner Erhaltung kann man finden in: M. M. Al-Azami, The History of the Quranic Text from Revelation to Compilation: A Comparative Study with the Old and New Testaments (Leicester, United Kingdom: UK Islamic Academy, 2003), S. 1-208.

[4] Die Unterschiede zwischen dem Klassischen Arabisch (der Sprache des Qur´an) und dem Modernen Standard Arabisch sind leicht und belanglos.  Jemand, dem Arabisch nicht vertraut ist, kann mit dem folgenden Buch einen Überblick erhalten, wann solche Unterschiede auftreten: Elsaid Badawi, M. G. Carter and Adrian Gully, Modern Written Arabic: A Comprehensive Grammar (London: Routledge, 2004).

 

 

Der wundervolle Qur´an (teil 5 von 11): Die Vorzüglichkeit seiner Lehren I

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Beschreibung: Der Qur´an selbst enthält Beweise für seine Wahrheit, und seine Lehren sind deutlich und verständlich.  Es bedarf keines “blinden Glaubens”, um daran zu glauben.  Ein Blick auf die Anschuldigung, Muhammad hätte von anderen Religionen geliehen oder gestohlen, insbesondere von den Juden und Christen.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 04 Aug 2008
  • Zuletzt verändert am 24 Aug 2008
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Ich war überaus beeindruckt von den Lehren des Qur´an über Gott und fand keinesgleichen unter den anderen Schriften, die ich studiert hatte.  Dies bewies mir wieder einmal, dass diese Schrift frei von menschlichen Eingriffen war.  Ich war ebenfalls beeindruckt von der Art, wie er vom Glauben an Gott im Besonderen und seinem Glaubenssystem im Ganzen spricht.

Lass mich erläutern, was ich damit meine.

Kein blinder Glaube

Aus einem christlichen Hintergrund kommend, hatte ich erfahren, was viele in Bezug auf Glaubensangelegenheiten und wie diese zu verstehen sind, erfahren.  Es war wirklich unmöglich, geradlinige Antworten von Priestern und Pastoren auf Fragen über die Grundlagen des christlichen Glaubens zu erhalten.  Tatsache ist, dass die Glaubensgrudlagen als “Mysterium” gelten, und der Glauben an etwas, das man nicht wirklich verstehen kann, stellt den Glauben der Person auf die Probe.

Diese Art passte nicht so recht zu mir, und ich fand es, und finde es immer noch unlogisch.  Es scheint nicht so, dass die Wahrheit, die von dem Gnädigen und Weisen Gott, der uns so viele wunderbare Zeichen in Seiner Schöpfung gegeben hat, jemanden dazu verleiten könnte, das zu sagen, was der Nordafrikanische Kirchenvater Tertullian bekannterweise im zweiten Jahrhundert gesagt hat: credo quia absurdum est- “Ich glaube, denn es ist absurd.” Religion sollte nicht einfach auf blindem Glauben basieren.  Tatsächlich sollte sie in erster Linie auch auf Wissen basieren, so dass sowohl das Herz als auch der Verstand Dabei Ruhe finden und sich ihr mit festem Entschluss unterwerfen.  Und das ist es, was ich im Islam gefuden habe.

Du solltest dir ins Gedächtnis rufen, dass der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, zuerst einem Volk entgegentrat, das sich dem Götzendienst hingegeben hatte.  Darüber hinaus glaubten sie im allgemeinen nicht an das Jenseits.  Einige von ihnen, so scheint es, hatten keine klare Vorstellung von dem Allerhöchsten Wesen. 

In dieser Umgebung wurde der Qur´an offenbart. Der Qur´an gab ihnen nicht einfach nur den Befehl, zu glauben.  Nein, wirklich nicht!  Der Qur´an lieferte ihnen Beweis nach Beweis, Lektion nach Lektion, Zeichen nach Zeichen, um jeden glauben zu lassen, dass es einen Schöpfer gibt und dass dieser Schöpfer die Menschen geschaffen hat und dieses wundervolle Zusammenspiel des Universums mit einem Ziel, denn Er ist kein verrückter oder unwissender Schöpfer.

Deshalb ist der Qur´an voller Passagen, die den Menschen zum Denken anregen sollen.  Im wesentlichen lautete die Botschaft so: Allah weiß, wenn die Menschen die Fähigkeiten ihres Verstandes nutzen, werden sie die Wahrheit erkennen, in dem, was Allah im Qur´an sagt.  Tatsächlich lehrt der Qur´an, dass die Anerkennung solcher Fakten den Seelen der Menschen angeboren ist.

Tatsache ist, dass der Glaube an Allah, den Qur´an und den Propheten Muhammad nicht auf reinen Gefühlen oder blindem Glauben gründet.  Er gründet auf wirklichen Gründen und Beweisen.

Aus meinem Hintergrund war diese Kühnheit den Glauben zu verbreiten und die Menschen zum Nachdenken und Überlegen anzuregen, nichts von kurzer Überzeugungskraft.

Von Juden und Christen stehlen

Eine Ansicht, die viele der nicht-muslimischen Schreiber äußerten, war, dass der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, einfach die meisten seiner Lehren von den Juden und Christen gestohlen habe.  Nehmen wir zum Beispiel den Titel von Bells Buch The Origin of Islam in its Christian Environment (der Ursprung des Islam in seinem christlichen Umfeld)- das, ganz nebenbei, wenn du irgendeinem Araber erzählst, der Islam hätte sich in einer christlichen Umgebung entwickelt, ihn wirklich schockieren würde!

Ich erkannte, dass es zwei Möglichkeiten gab:

(1)  der Prophet Muhammad stahl sein Material oder

(2)  die Offenbarung, die er erhalten hatte, war von demselben Gott, der auch Moses, Jesus ud die früheren Propheten gesandt hatte, wie der Prophet Muhammad es auch selbst behauptete.  Wenn das letztere der Fall wäre, wurde es erklären, warum so vieles in den Lehren und der Botschaft ähnlich war.  Derselbe Gott sandte die früheren Propheten und erzählte ihre Geschichten einfach in der neuen Offenbarung wieder.

Trotzdem fielen mir gleich ein paar auffällige Unterschiede zwischen dem Qur´an und der Bibel ins Auge, sogar in Hinblick auf die Lehren über Gott.  Wenn der Prophet Muhammad zusammenstellte, was er von der Bibel gehört hatte – und ganz davon abgesehen, zu jener Zeit gab es keine Bibel auf arabisch – dann hat er dies vorzüglich getan.

Ich fand, dass die seltsamen Lehren über Gott, die man durch die gesamte Bibel hindurch vorfindet, im Qur´an vollständig und eindeutig fehlten.

Um es kurz zu halten, werden nur wenige Beispiele, die diesen Punkt beleuchten, gegeben.

In der Bibel nach Martin Luther lesen wir im 1. Moses, 3:8-11:

8 Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war.  Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes, des HERRN unter den Bäumen im Garten. 9 Und Gott, der HERR rief Adam und sprach zu ihm: ´Wo bist du?´  10 Und er sprach: ´Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.´  11 Und er sprach: ´Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?  Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?´

Hier wird uns Gott ausgemalt, als würde Er in der Kühle des Gartens spazierengehen.  Was noch erstaunlicher ist, ist dass sich Adam und Eva sich vor Gott verstecken konnten und Er fragen musste: “Wo seid ihr?”  Wenn ein Mensch in der Lage ist, sich vor Ihm im Garten zu verstecken, wie kann dieser Herr dann Kenntnis von den Sünden, die die Menschen begehen, besitzen?  Es dürfte jedem Menschen schwer fallen, in seinem Herzen die Art der Liebe und Furcht vor Gott zu empfinden, die er haben sollte, wenn er glaubt, dass sein Gott so mangelhaft und schwach ist, dass ihm etwas wie dies passieren kann.

Im 1. Moses 32:24-28[1]  steht die Geschichte und genaue Beschreibung, wie Jakob mit Gott gekämpft und ihn besiegt hat.  In Vers 28 heisst es: “Du (Jakob) hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.”  Mit anderen Worten der Schöpfer des Universums, dem sich die Menschheit unterwerfen und dienen soll, wurde von einem einfachen Sterblichen in einem Ringkampf besiegt.

Das Alte Testament entwirft sogar ein Bild von Gott als jemand, der Böses beabsichtigte, dann aber doch bereute.  Im 2. Moses 32:14 wird festgestellt: “Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.”  Es würde niemanden verwundern, sich von Gott abzuwenden und ihn nicht der Anbetung würdig zu erachten, wenn Er selbst für Sein eigenes Übel zu bereuen habe.[2]



Footnotes:

[1] In der Bibel steht: 25 und (Jakob) blieb allein zurück.  Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.  26 Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt. 27 Und er sprach: ´Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an.´  Aber Jakob antwortete: ´Ich lasse dich nich, du segnest mich denn.´  28 Er sprach: ´Wie heissest du?´  Er antwortete: ´Jakob.´  29 Er sprach: ´Du sollst nicht mehr Jakob heissen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.´”

[2] Dies wirft natürlich die Frage auf, wer ist es, zu dem Gott bereuen muss oder soll?

 

 

Der wundervolle Qur´an (teil 6 von 11): Die Vorzüglichkeit seiner Lehren II

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Beschreibung: Die Beschreibungen Gottes und der Propheten im Qur´an verglichen mit Bibel und Talmud.  

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 25 Aug 2008
  • Zuletzt verändert am 25 Aug 2008
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Desweiteren steht im Talmud[1] - und einige nicht-muslimische Gelehrte wie Rodnison behaupteten, das qur´anische Material käme aus dem Talmud – dass es einen Streit zwischen Gott und den jüdischen Gelehrten gegeben habe.  Nach längerer Debatte ohne Lösung entschlossen sie sich, die Angelegenheit ihren Rabbis zu überlassen.  Nach der Entscheidung der Rabbis war Gott gezwungen, zuzugeben, dass Er sich geirrt habe.[2]  Also nach ihrer Ansicht ist Gott nicht einmal in Bezug auf sein Wissen vollkommen.

Die christliche Vorstellung von Gott und dass Gott einen Sohn haben soll, ist aus islamischer Sicht natürlich völlig blasphemisch.  Ich habe mich oft gewundert, wie es einen halb menschlichen Sohn Gottes gegeben haben sollte oder wie Jesus insbesondere der Sohn Gottes sein könnte.  Wie Jesus im Neuen Testament beschrieben wird, neben den Wundern, die er wie andere Propheten auch vollbrachte, gibt es an ihm nichts Besonderes.  Er lebte wie ein Mensch, aß und trank.  Er litt wie ein Mensch und betete sogar zu Gott.  Die Römer und Juden[3] bekämpften Gottes vermeintlichen Sohn und er konnte sich nicht selbst retten, schrieb nach seinem Vater.  Abgesehen davon gibt es auch noch schwierige Fragen, die sich dem Christen entgegestellen: war er teilweise göttlich und teilweise menschlich, war er vollständig göttlich, war er vollständig menschlich, war er von Geburt an göttlich, war er zu der Zeit göttlich und diese Göttlichkeit verließ ihn dann und so weiter.  Im islamischen Verständnis von Gott gibt es nichts von dieser Art.  Tatsächlich leugnet der Qur´an sogar die Kreuzigung – sicherlich, wenn der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, einfach nur die Bibel kopiert hätte, hätte er diese Geschichte eingefügt.  

Im Qur´an andererseits wird Gott so eine Art geschildert, dass man realisiert, dass Er des Gottesdienstes würdig ist.  Man fühlt sich dankbar und setzt eine Hoffnung in Ihn.  Man beginnt, Gott wirklich zu lieben, denn durch den Qur´an versteht man mehr über Ihn.  Einige Passagen aus dem Qur´an, die Gott beschreiben, sind bemerkenswert: 

“Er ist Gott, außer Dem kein Gott ist; Er ist der Kenner des Verborgenen und des Sichtbaren.  Er ist der Allerbarmer, der Barmherzige.  Er ist Gott, außer dem kein Gott da ist; Er ist der Herrscher, der Einzigheilige, der Friede, der Verleiher von Sicherheit, der Überwacher, der Unterwerfer, der Majestätische.  Gepriesen sei Gott über alles, was sie (Ihm) beigesellen.  Er ist Gott, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter.  Ihm stehen die schönsten Namen zu.  Alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist, preist Ihn, und Er ist der Erhabene, der Allweise.” (Quran 59:22-24)

“Gott!  Kein (anderer) Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden.  Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf.  Ihm gehört, was in den Himmeln und auf der Erde ist.  Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis?  Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will.  Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren.  Und Er ist der Hohe, der Erhabene.” (Quran 2:255).

“Sprich [zu ihnen, O Muhammad]: ´Er ist Gott, ein Einziger, Gott der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt).  Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden, und Ihm ebenbürtig ist keiner.´” (Quran 112:1-4).

Nebenbei gesagt, sogar wenn die Propheten beschrieben werden, wurden viele wichtige, aber eher verachtenswerte Geschichten, die in der Bibel bekannt sind, im Qur´an ignoriert.  Beispielsweise steht in 2. Mose 32:1-6 die Geschichte Aarons, Moses Bruder und einer der religiösen Führer der Stämme Israels, wie er ein goldenes Kalb aus Anbetungsobjekt machte.[4] Im 2. Samuel, Kapitel 11, Vers 1-17, wird der Führer des jüdischen Volkes, David, den die Muslime als Propheten betrachten, schamlos als Ehebrecher beschrieben, der alles versucht, um das zu verbergen,  und dann alles tut, um den Ehemann der Frau zu töten.[5] Salomon wird auch beschuldigt, einfach aus Liebe zu seinen vielen Frauen Götzendienst betrieben zu haben.[6]

Noch dazu behauptet die Bibel folgendes: Jakob habe seinen Vater Isaak mit hinterlistigen Tricks getäuscht. Der betrunkene Prophet Lot habe mit seinen Töchtern Inzest getrieben.  Judas trieb Inzest mit seiner Schwiegertochter.  Perez und Sara, die das Ergebnis dieses Inzest waren, werden als Urgroßväter und Urgroßmütter von Jesus verehrt.  Von Jesus wird berichtet, er habe seine Mutter schroff zurückgewiesen, indem er zu ihr sagte: "Weib, was geht´s dich an, was ich tue?"[7]

Alle diese Geschichten findet man nicht im Qur´an und kein Muslim glaubt solche unehrenhaften Anschuldigungen in Bezug auf die ehrenwerten Propheten, die Gott dazu auserwählt hat, um die Menschheit zu führen.  



Footnotes:

[1] Der Talmud ist "Eine maßgebliche, einflussreiche Zusammenstellung von rabbinischen Traditionen und Diskussionen über jüdisches Leben und Gesetz." Larousse Dictionary of Beliefs and Religions (Edinburgh: Larousse, 1995), S. 513.

[2] Cf., Anas Karzoon, Manhaj al-Islaam fi Tazkiyah al-Nafs (Jeddah: Daar Noor al-Maktabaat, 1997), vol. 1, S. 97.

[3] Damit dieser Autor nicht irgendwie fälschlicherweise des Antisemitismus beschuldigt wird, sollte das folgende Zitat beachtet werden.  Israel Shahak schreibt: "Gemäß dem Talmud wurde Jesus durch ein ordentliches rabbinisches Gericht wegen Götzendienerei und Geringschätzung der rabbinischen Autorität hingerichtet.  Alle klassischen jüdischen Quellen, die seine Hinrichtung erwähnen, sind ziemlich stolz darauf, die Verantwortung dafür zu übernehmen: in der Rechnung des Talmud werden die Römer nicht einmal erwähnt.” Israel Shahak, Jewish History, Jewish Religion: The Weight of Three Thousand Years (London: Pluto Press, 1997), S. 97-98. Er schrieb auch (S. 20-21) über Jesus´ Schicksal: "der Talmud beschreibt, dass seine Strafe im Höllenfeuer daraus bestehen wird, dass er in kochende Exkremente eingetaucht wird."

[4] In der Bibel steht: 1 Als aber das Volk sah, dass Moses ausblieb und nicht wieder vom Berg zurückkam, sammelte es sich gegen Aaron und sprach zu ihm: ´Auf, mach uns einen Gott, der vor uns hergehe!  Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat. 2 Aaron sprach zu ihnen: Reißet ab die goldenen Ohrringe an den Ohren eurer Frauen, eurer Söhne und eurer Töchter und bringt sie zu mir. 3 Da riss alles Volk sich die goldenen Ohrringe von den Ohren und brachte sie zu Aaron. 4 Und er nahm sie von ihren Händen und bildete das Gold in einer Form und machte ein gegossenes Kalb.  Und sie sprachen: ´Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!´ 5 Als das Aaron sah, baute er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und sprach: ´Morgen ist des HERRN Fest.´ 6 Und sie standen früh am Morgen auf und opferten Brandopfer und brachten dazu Dankopfer dar.  Danach setzte sich das Volk, um zu essen ud zu trinken, und sie standen auf, um ihre Lust zu treiben. 

[5] In der Bibel steht: 1 Und als das Jahr um war, zur Zeit, da die Könige ins Feld zu ziehen pflegen, sandte David Joab  und seine Männer mit ihm und ganz Israel, damit sie das Land der Ammoniter verheerten und Rabba belagerten.  David aber blieb in Jerusalem. 2 Und es begab sich, dass David um den Abend aufstand von seinem Lager und sich auf dem Dach des Königshauses erging; da sah er vom Dach aus eine Frau sich waschen; und die Frau war von sehr schöner Gestalt. 3 Und David sandte hin und ließ nach der Frau fragen, und man sagte: Das ist doch Bathseba, die Tochter Eliams, die Frau Urias, des Hethiters. 4 Und David sandte Boten hin und ließ sie holen.  Und als sie zu ihm kam, wohnte er ihr bei; sie aber hatte sich gerade gereinigt von ihrer Unreinheit.  Und sie kehrte in ihr Haus zurück. 5 Und die Frau ward schwanger und sandte hin und ließ David sagen: Ich bin schwanger geworden. 6 David aber sandte zu Joab: Sende zu mir Uria, den Hethiter.  Und Joab sandte Uria zu David. 7 Und als Uria zu ihm kam, fragte David, ob es mit Joab und mit dem Heer und mit dem Krieg gut stünde. 8 Und David sprach zu Uria: Geh hinab in dein Haus und wasche deine Füße.  Und als Uria aus des Königs Haus ging, wurde ihm ein Geschenk des Königs nachgetragen. 9 Aber Uria legte sich schlafen vor der Tür des Königshauses, wo alle Kriegsleute seines Herrn lagen, und ging nicht hinab in sein Haus. 10 Als man aber David ansagte: Uria ist nicht hinab in sein Haus gegangen, sprach David zu ihm: Bist du nicht von weither gekommen?  Warum bist du nicht hinab in dein Haus gegangen? 11 Uria sprach zu David: Die Lade und Irael und Juda wohnen in Zelten, und Joab, mein Herr, und meines Herrn Kriegsleute liegen auf freiem Felde, und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu trinken und bei meinem Weibe zu liegen?  So wahr der HERR lebt und so wahr du lebst: ich tue so etwas nicht. 12 David sprach zu Uria: Bleib heute hier, morgen will ich dich gehen lassen.  So blieb Uria in Jerusalem an diesem Tage und auch am nächsten. 13 Und David lud ihn ein, so dass er bei ihm aß und trank, und machte ihn betrunken.  Aber am Abend gig er hinaus, um sich schlafen zu legen auf sein Lager bei den Männern seines Herrn, und ging nicht hinab in sein Haus. 14 Am andern Morgen schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Uria. 15 Er schrieb aber in dem Brief: Stellt Uria vornehin, wo der Kampf am härtesten ist, und zieht euch hinter ihm zurück, dass er erschlagen werde und sterbe. 16 Als nun Joab die Stadt belagerte, stellte er Uria dorthin, wo er wusste, dass streitbare Männer standen. 17 Und als die Männer der Stadt einen Ausfall machten und mit Joab kämpften, fielen einige vom Volk, von den Männern Davids und Uria, der Hethiter, starb auch. 

[6] In der Bibel steht: 1. Könige, Kapitel 11, Vers 1-10: 1 Aber der König Salomo liebte viele ausländische Frauen: die Tochter des Pharao und moabitische, ammonitische, edomitische, sidonitische und hethitische – 2 aus solchen Völkern, von denen der HERR den Kindern Israel gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch Kommen: sie werden gewiss eure Herzen ihren Göttern zuneigen.  An diesen hing Salomo mit Liebe. 3 Und er hatte siebenhundert Hauptfrauen ud dreihundert Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz. 4 Und als er nun alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden Göttern zu, so dass sein Herz nicht ungeteilt bei dem HERRN, seinem Gott, war, wie das Herz seines Vaters David. 5 So diente Salomo der Astarte, der Göttin derer von Sidon, und dem Milkom, dem greulichen Götzen der Ammoniter. 6 Und Salomo tat, was dem HERRN missfiel, und folgte nicht völlig dem HERRN, wie sein Vater David. 7 Damals baute Salomo eine Höhe dem Kemosch, dem greulichen Götzen der Moabiter, auf dem Berge, der vor Jerusalem liegt, und dem Moloch, dem greulichen Götzen der Ammoniter. 8 Ebenso tat Salomo für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten. 9 Der Herr wurde aber zornig über Salomo, dass er sein Herz von dem HERRN, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal etschienen war 10 und ihm geboten hatte, dass er nicht aderen Göttern nachwandelte  Er aber hatte nicht gehalten, was ihm der HERR gebote hatte. 

[7] Diese Anschuldigungen finden sich in 1. Mose 27:16, 1. Mose 19:30-38, Mathäus 1:3 und Johannes 2:4.

 

 

Der wundervolle Qur´an (teil 7 von 11): Verschiedene Aspekte des Gesetzes

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Beschreibung: Der umfassende Charakter, die Vollständigkeit, das Gleichgewicht und die Anwendbarkeit des Gesetzes selbst.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 25 Aug 2008
  • Zuletzt verändert am 25 Aug 2008
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Ich bemerkte fast sofort, dass die Lehren des Qur´an sehr umfassend, vollständig, ausgeglichen und praktisch anwendbar sind.  Um es kurz zu machen, werde ich diesen Aspekt nicht im Detail verfolgen, aber es war etwas, dass mich ziemlich beeindruckt hat.  Die Reichweite und Flexibilität der Gesetze des Qur´an sind beeindruckend.  Es wurde mir klar, dass dieses Buch nicht nur für ein Volk in einer bestimmten Zeit offenbart worden sein konnte, sondern für Völker unterschiedlicher Zeiten und Orte gedacht war.

Der Qur´an ist sehr umfassend darin, dass er bezüglich unterschiedlicher Themen aufgreift und deutliche Anweisungen gibt, bespielsweise bei rituellen Handlungsweisen des Gottesdienstes, Geschäftsbeziehungen, Heirat, Scheidung, Gesetze über Kriegsführung usw.  Es gibt eine eindeutige Ausgeglichenheit, die man verspürt, wenn man Qur´an liest.  In derselben Passage wird den spirituellen und weltlichen Bedürfnissen des Menschen gleichermaßen entsprochen.  Selbst die detailliertesten Passagen über Gesetze enthalten trotzdem noch Warnung, Erinnerung an Gott und Ermahnung, sich in bestmöglicher Weise zu verhalten.

Der Spielraum der qur´anischen Lehren besteht nicht nur für den Einzelnen selbst.  Es ist nicht so, dass Gott ihm eine Art spiritueller Leitung zuteil werden ließ, um vielleicht nur seine Moral und seinen Charakter zu leiten.  Statt dessen hat Gott ein Gesetz offenbart, dass für die Gesellschft als Ganzes gedacht ist.  Die Menschen brauchen nicht im Dunkel zu tappen und versuchen zu entscheiden, was das beste für die ganze Gesellschaft ist.  Es wurde uns bereits von Gott gegeben, um die Menschheit zur besten Lebensweise zu leiten.

Es deckt die persönlichen Interessen und Frömmigkeit des Individuums ebenso ab, wie seine Beziehungen zu seinen Eltern, Gatten, Kindern, Nachbarn, der Gemeinschaft und der ganzen Menschheit.  Dies alles in einer wohlausbalancierten Ausgeglichenheit und innerhalb des Rahmens, unser Leben ganz und gar des wahren und vollständigen Gottesdienstes für Gott allein zu widmen.  Es gibt für die Menschen ein ganz eindeutiges Lebensziel – den Gottesdienst – und alle Taten in diesem weltlichen Leben fallen unter dieses Ziel.  Es gibt im Leben eines Menschen keine Schizophrenie.  Er kann nicht versuchen, Gott und Caesar gleichzeitig oder auch zu unterschiedlichen Zeiten zu gefallen.  Er braucht auch nicht eitlen Begierden nachzujagen und seine Moral aufzugeben, um in dieser Welt ein lohnendes Leben zu führen.  Er braucht einfach nur in dieser Welt auf gesunde Weise unter dem Schatten der allumfassenden Leitung des Qur´an zu leben.

Ein besonderer Aspekt des Islamischen Gesetzes: Seine Anwendbarkeit

Zu jener Zeit, als ich mit meinem christlichen Hintergrund begann, mich mit dem Qur´an zu beschäftigen, war die Anwendbarkeit des Islamischen Gesetzes ein besoderer Aspekt, der mich wirklich sehr beeindruckt hat.  Es ist ein großer Segen, dass man im Islam detailierte Lehren vorfindet, die ihre angestrebten Ergebnisse nicht verfehlen, aber zur gleichen Zeit außerordentlich praktikabel sind und mit der menschlichen Natur übereinstimmen.  Der Mangel an solchen Lehren ist eines der größten Dilemmas des Christentums.  Zum Beispiel in Bezug auf gesellschaftlichen Zusammenhalt und Verbindung sind die größten Lehren des Neuen Testaments jene, die als sogenannte "harte Aussagen" von Jesus bekannt sind.  Es sind folgende:

“Ihr habt gehört, dass da gesagt ist (2. Mose 21, 24): "Auge um Auge, Zahn um Zahn."  Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern wenn dir jemand einen Streich gibt auf deine rechte Backe, dem biete die andere auch dar.  Und wenn dann jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel.  Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile, dann gehe mit ihm zwei.  Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.  Ihr habt gehört, dass da gesagt ist (3. Mose 19, 18): "Du sollst deinen Nächsten lieben und deine Feind hassen."  Ich aber sage euch: "Liebet eure Feinde; (segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen;) bittet für die, so euch (beleidigen und) verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.  Denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.  Denn wenn ihr liebet, was werdet ihr für Lohn haben?  Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?  Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Sonderliches?  Tun nicht dasselbe auch die Heiden?  Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.” (Matthäus 5:38-48)

Selbst christliche Gelehrten sind verwirrt.  Wie sind derartig unmögliche oder unpraktikable Lehren anzuwenden?  Nur ein Beispiel aus einer Diskussion dieser Worte wird genügen, um zu zeigen, wie verwirrend sie für diejenigen sind, die fest an sie glauben.

[Um diese Worte zu interpretieren,]ist das Modell, das Joachim Jeremias vorschlug einfach, repräsentativ und von weitreichendem Einfluss.  Seinem Modell nach wird die Predigt für gewöhnlich auf eine dieser drei Arten gesehen: (1) als einen perfektionistischen Kodex, vollkommen auf der Linie des rabbinischen Judentums; (2) als ein unmögliches Idealbild, um den Gläubigen erst in die Verzweiflung, und dann zum Vertrauen in die Gnade Gottes zu bringen; (3)  oder als eine zeitweilige Ethik, von der vermutet wurde, dass sie nur für eine kurze Wartezeit anzuwenden ist und die jetzt keine Gültigkeit mehr besitzt.  Jeremias fügt noch seine eigene vierte These hinzu: Die Predigt ist eine zeigende Darstellung des beginnenden Lebens im Königreich Gottes, welches als eine seiner Bedingungen die Möglichkeit der Erfahrung einer Bekehrung voraussetzt.  Komplexere oder verständlichere Schematisierungen wurden geboten, aber die meisten Hauptdeuter können in Verbindung mit den Optionen des Jeremias verstanden werden.[1]

Im Islam gibt es solche Dilemmas überhaupt nicht.  Die Lehren sind einfach, flexibel, anwendbar und für das tägliche Leben absolut geeignet, auch für einen neuen Muslim, der in einem völlig unislamischen Umfeld lebt, so wie es bei mir der Fall war.  Der berühmte Schriftsteller James A. Michener bemerkte und erkannte diesen Aspekt des Islam ebenfalls an.  In einer der allerersten Schriften, die ich über den Islam gelese hatte mit dem Titel "Islam – die missverstandene Religion" schrieb Michener:

Der Koran bleibt bei seiner Erläuterung des guten Lebens bemerkenswert bodenständig.  In einer erinnernswerten Passage heißt es: ‘Wenn ihr Geschäfte miteinander abschließt, die zukünftige Verpflichtungen miteinschließen, schreibt sie nieder... und beruft zwei Zeugen...’  Es ist eine Kombination aus der Hingabe zu dem einen Gott und praktischen Anweisungen, das macht den Qur´an einzigartig.[2]



Footnotes:

[1] Lisa Sowle Cahill, Love Your Enemies: Discipleship, Pacifism, and Just War Theory (Minneapolis, MN: Fortress Press, 1994), S. 27.

[2] Quoted in Islam—The First and Final Religion (Karachi, Pakistan: Begum Aisha Bawany Waqf, 1978), S. 86-87.

 

 

Der wunderbare Qur´an (teil 8 von 11): Von Wilden zu Heiligen

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  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 01 Sep 2008
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Der nächste Aspekt, der mir ins Auge fiel – und wieder handelt es sich um etwas, das Nicht- Muslime in ihren Werken erwähnen – war die Auswirkung, die der Qur´an auf die Generation des Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, und die folgenden hatte.  

Es ist klar, dass die Araber in der Zeit des Propheten gewohnt waren, zu Trinken, ausgelassen zu feiern und Stammesfehden anzuzetteln.  Sie waren bekannt dafür, dass sie manchmal ihre weiblichen Babies töteten.  Innerhalb einer kurzen Zeitspanne von etwa zwanzig Jahren war eine Bewegung, die von einem einzigen Mann ausging, durch die Gnade Gottes und dem wunderbaren Einfluss des Qur´an in der Lage, fast alle dieser Araber und Nicht-Araber auf der arabischen Halbinsel zu verändern und in der Brüderlichkeit des Glaubens und der Barmherzigkeit zu verbinden, die so stark war, dass wenn ein Teil dieser Brüder Qualen ausstand, die ganze Bruderschaft in Mitleidenschaft gezogen war.  Zu jener Zeit konnte man zwei Menschen finden, die von zuvor gegnerischen Stämmen stammten, und ihren Reichtum miteinander teilten und willens waren, ihre Leben für einander zu opfern.  Einer beabsichtigte tatsächlich, die Hälfte seines Vermögens seinem neuen Bruder, der von einem "fremdem" Stamm kam, zu geben und eine seiner Frauen für ihn scheiden zu lassen. 

Eine der besten Beschreibungen des Wandels, der sich unter den Muslimen vollzog, bietet vielleicht die berühmte Aussage des Gefährten Jafar ibn Abu Talib, der von Negus, dem König Abessiniens, über die Botschaft des Gesandten befragt worden war.  Er sagte ihm: 

O König, wir waren ein unwissendes Volk, beteten Götzen an, aßen Aas und frönten sexuellen Begierden.  Wir machten uns über unsere Nachbarn lustig, ein Bruder unterdrückte seinen Bruder und die Starken vernichteten die Schwachen.  Zu dieser Zeit erhob sich ein Mann unter uns, der schon zuvor als wahrheitsliebend, edel und ehrlich bekannt war.  Dieser Mann rief uns zum Islam.  Und er lehrte uns, die Anbetung von Steinen aufzugeben, das Blutvergießen zu meiden und die Waisen nicht um ihren Besitz zu betrügen.  Er lehrte uns, unseren Nachbarn zu helfen und anständige Frauen nicht zu verleumden.  Er erlegte uns auf, zu beten, zu fasten und Almosen zu geben.  Wir folgten ihm, gaben die Vielgötterei und den Götzendienst auf und enthielten uns aller schlechten Taten.  Wegen dieses neuen Weges ist unser Volk uns nun feindlich gesonnen und will uns zwingen, zu unserem alten irreführenden Leben zurückzukehren.[1]

Diese Generation wiederum verbreitete die Botschaft im Rest der Welt.  Sie waren wirklich ein Volk, das von der Dunkelheit ins Licht und auf den geraden Weg Gottes geleitet worden war.  Als sie vom Herrscher der Perser gefragt wurden, was die Muslime in sein Land geführt habe, antworteten zwei verschiedene Gefährten mit ähnlichen Worten: "Gott hat uns geschickt, damit wir denjenigen, der das möchte, von dem Dienst an Menschen zum Dienst an Gott, und von der Enge dieser Welt zu ihrer Ausdehnung und von der Ungerechtigkeit der Lebensweisen (in dieser Welt) zur Gerechtigkeit des Islam zu führen.”[2]

Man kann während der Lebenszeit des Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sehen, wie sich diese Menschen zu einer frommen Generation wandelten, Gottesfurcht bekamen und Gottes Belohnung erhofften.  Selbst wenn sie, als Menschen, ausglitten und sündigten, bereuten sie zutiefst, wandten sich Gott zu und suchten Seine Vergebung.  Sie nahmen eher eine harte Strafe in diesem Leben auf sich, wie getötet zu werden, als Gott mit ihren Sünden auf ihren Schultern zu begegnen.  Dies kann man an den Fällen von Maaiz ibn Maalik al-Aslami und der Frau, die al-Ghaamidiyah genannt wurde.  Beide von ihnen kamen zum Propheten, um zuzugeben, dass sie Ehebruch begangen haben, und sie baten den Propheten, um die Sühne in dieser Welt, damit ihre Sünden getilgt würden.  Im Fall der al-Ghaamidiyah befahl der Prophet ihr, nach ihrem Bekenntnis zurückzugehen und wiederzukehren, wenn sie entbunden habe.  Sie kehrte mit ihrem Kind im Arm zurück und bat den Propheten, sie von ihren Sünden zu reinigen.  Der Prophet befahl ihr daraufhin zurückzukehren, wenn sie das Kind entwöhnt habe.  Da kam sie nach einiger Zeit wieder und sagte dem Propheten, dass das Kind ihr Stillen nicht länger bräuchte.  Wieder bat sie um die Sühne für ihre Sünde.  Dann schließlich führte der Prophet die gesetzlich vorgeschriebene Sühne für ihre Sünde des Ehebruchs durch.  Der Prophet lobte ihre Reue.[3]

Die Auswirkungen dieser Veränderungen bei den Gefährten hielten nach dem Tod des Propheten noch lange an.  Bemerkenswert sind die folgenden Erzählungen von den Gefährten, als sie den Islam im Rest der Welt verbreiteten. 

Der edle Charakter und die guten Eigenschaften der muslimischen Soldaten wurden einst von einem römischen Offizier mit folgenden Worten gelobt:.  "Nachts findest du sie betend und tagsüber fastend.  Sie halten ihre Versprechen, gebieten gute Taten, unterbinden das Böse und sind untereinander vollständig gleichberechtigt." 

Ein anderer bezeugt: "Tagsüber sind sie Ritter und Asketen in der Nacht.  In den Territorien, die sie besetzt haben, bezahlen sie für ihr Essen.  Sie sind die ersten, die grüßen, wenn sie irgendwo ankommen, und sie sind mutige Kämpfer, die den Feind nur auslöschen.”

Ein Dritter sagte: "Während der Nacht scheinen sie nicht zu dieser Welt zu gehören und nichts anderes zu tun zu haben, als zu beten.  Und wenn man sie am Tag auf ihren Pferden sitzen sieht, fühlt man, dass sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht haben.  Sie sind großartige Schützen und Lanciers, und doch sind sie so religiös und erinnern sich Gottes so viel und so oft, dass man sie in ihrer Gesellschaft kaum etwas anderes reden hört.”[4]

Der Nutzen einer Gesellschaft, die auf den Lehren des Islam aufgebaut ist, ist weit über die Grenzen der muslimischen Länder hinaus bekannt.  Vielen ist der Einfluss der Muslime in Europa bekannt und wie er zur Renaissance führte.  Der Autor von A History of the Intellectual Development of Europe (Eine Geschichte der intellektuellen Entwicklung Europas), John Draper schrieb: "Vier Jahre nach dem Tod von Justinian, 569nChr., wurde in Mekka, in Arabien, ein Mann geboren, der von allen Menschen den größten Einfluss auf die menschliche Rasse ausübte."[5]  Dieses Werk öffnete mir geradezu die Augen, zu jener Zeit, als ich zum Islam konvertierte.  Draper schrieb im 19. Jahrhundert und er war sehr enttäuscht und anscheinend verärgert darüber, dass Muslime nicht die ihnen zustehende Anerkennung für all das, was sie für die europäische Gesellschaft und Zivilisation geleistet haben, erhielten.  Zum Beispiel schrieb er: "Den Sarazenen haben wir viel zu verdanken.  Der religiösen Reinheit zuliebe, war es ihnen nicht möglich, sich nach der Mode der Europäer in einem Kleidungsstück, das nicht gewechselt wurde, bis es in Stücken von selbst abfiel, zu kleiden; eine abscheuliche Masse an Keimen, Gestank und Lumpen...  Sie lehrten uns, die Verwendung häufig gewaschener Unterwäsche aus Leinen und Baumwolle, die unter Damen immer noch unter ihrem alten arabischen Namen bekannt ist...”[6]

Viele Gelehrten haben die Wichtigkeit des Islam und der Lehren des Qur´an für das Wohl der Menschheit erkannt.  Der berühmte Intellektuelle George Bernard Shaw stellte einmal fest:.   

“Ich habe die Religion Muhammads wegen ihrer wundervollen Lebendigkeit immer hoch geschätzt... Ich habe dem Glauben Muhammads vorausgesagt, dass er auch morgen noch genauso annehmbar sein wird, wie er es in Europa schon heute zu sein beginnt.  Mittelalterliche Prediger haben den Mohammedanismus entweder aus Unwissenheit oder aus Fanatismus in den dunkelsten Farben gemalt.  Sie waren tatsächlich darauf trainiert, beide zu hassen, den Mann Muhammad und seine Religion.  Für sie war Muhammad ein Anti-Christ.  Ich habe ihn studiert, diesen wunderbaren Mann, und meiner Meinung nach war er weit davon entfernt, ein Anti-Christ zu sein, er muss der Erlöser der Menschheit genannt werden.[7]

 



Footnotes:

[1]Die englische Übersetzung dieser Aussage wurde übernommen von Allama Shibli Numani, Sirat-un-Nabi (Lahore, Pakistan: Kazi Publications, 1979), S. 211. Der Vorfall wurde von ibn Ishaq in al-Maghazi und Ahmad berichtet. Und seine Kette ist gemäß al-Albaani sahih.  Siehe al-Albaanis Fußnoten zu Muhammad al-Ghazaali, Fiqh al-Seera (Qatar: Idaarah Ihyaa al-Turaath al-Islaami, n.d.), S. 126.

[2]Ismaaiel ibn Katheer, Al-Bidaayah wa al-Nihaayah (Beirut: Dar al-Kutub al-Ilmiyya, n.d.), Bd. 7, S. 39-40.

[3]Die beiden Vorkommnisse sowohl von Maaiz und al-Ghaamidiyyah wurden von Muslim berichtet. 

[4] Zitiert von Abul Hasan Ali Nadwi, Islam and the World (International Islamic Federation of Student Organizations, 1983), S. 81. Siehe auch ibn Katheer, al-Bidaayah, Bd. 7, S. 53.

[5] Zitiert in Islam—The First and Final Religion, S. 39. Noch nicht so lange her ist die Einstufung in Michael H. Hart’s The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History, der den Propheten Muhammad r auf Nummer eins unter allen einflussreichen Führern der Welt gesetzt hat.  

[6] Drapers Werk finde ich zur Zeit nicht.  Deshalb wurde das Zitat von Aslam Munjie, The Crusades: Then and Now (Arlington, VA: First Amendment Publishers, 2004), S. 3 entnommen.

[7] “A Collection of Writings of Some of the Eminent Scholars,” veröffentlicht von der Woking Muslim Mission, 1935 Ausgabe, S. 77.  Zitiert in Islam: The First & Final Religion (Karachi, Pakistan: Begum Aisha Bawany Waqf, 1978), S. 57. Viele Nicht-muslimische, westlichen Denker fanden wirklich lobende Worte für die Religion des Islam, den Propheten Muhammad (Gottes Segen und Frieden seien auf ihm) oder den Qur´an.  Das zitierte Werk fasst verschiedene derartige Zitate zusammen und ist interessant, zu lesen. 

 

 

Der wunderbare Qur´an (teil 9 von 11): Eine einzigartige Prophezeiung

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Beschreibung: Eine Prophezeiung, die sich mit Ereignissen befasst, die völlig außerhalb der Kontrolle des Propheten oder der Araber lag: die Eroberung der Perser.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 01 Sep 2008
  • Zuletzt verändert am 02 Sep 2008
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Von einem christlichen Hintergrund kommend, war ich gespannt darauf, zu sehen, welche Art der Prophezeihungen mit dem Qur´an und dem Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, in Verbindung gebracht werden.  Hatte ich doch gelernt, dass wenn die Prophezeiungen eines Propheten sich nicht erfüllten, er kein wahrer Prophet Gottes sein konnte.

Im Qur´an finden wir zahlreiche Prophezeiungen, aber ich werde nur eine davon beleuchten – tatsächlich habe ich bereits eine erwähnt, nämlich die Tatsache, dass der Qur´an bewahrt bleibt.  (Ähnlich hat Gott versprochen, dass Er den Propheten Muhammad beschützen würde, bis seine Mission beendet ist, obgleich der Prophet viele Gegner hatte, die ihn gerne tot sehen wollten.  Und wirklich starb der Prophet nicht, bevor Gott ihm die Verse: "Heute habe Ich eure Religion vollendet…" offenbart hatte.)  

Ich möchte diese eine Prophezeihung beleuchten, denn sie hat mit Ereignissen zu tun, die völlig außerhalb der Kontrolle des Propheten oder der Araber lagen. 

Es gibt im Qur´an folgende Passage: 

“Besiegt sind die Byzantiner in dem nahegelegenen Land, doch sie werden nach ihrer Niederlage siegen in wenigen Jahren – Gottes ist die Herrschaft vorher und nachher – und an jenem Tage werden sich die Gläubigen freuen über Gottes Hilfe.  Er hilft, wem Er will; und er ist der Allmächtige, der Barmherzige.” (Quran 30:1-5)

Diese Offenbarng erhielt der Prophet zu einer Zeit, als die Muslime in Mekka schwer verfolgt wurden.  Tatsächlich war es die Zeit, in der die ersten Muslime von Mekka nach Abbessinien auswanderten – eine Auswanderung, die aufgrund der Verfolgung stattfand.  Dies war im Jahr 615 nChr.  Zur gleichen Zeit wurde das Byzantinische (Römische) Reich von den Persern vollständig erobert.  Die Götzendiener in Mekka identifizierten sich mit den Persern, die Zoroastrier waren und einen Gott des Lichts und einen Gott der Dunkelheit anbeteten, während sich die Muslime den byzantinischen Christen nahe fühlten, denn diese glaubten an Gottes Offenbarung, Propheten und Ähnliches.  In der Tat wird der Krieg zwischen dem Byzantinerreich und den Persern als eine Art Kreuzzug beschrieben, bei dem auch zahlreiche heilige Stätten der Christen zerstört wurden.  Daher waren die ungläubigen Mekkaner sehr erfreut über diese Vorkommnisse, und in diesem Zusammenhang kam diese Offenbarung Gottes. 

Auch nach dieser Offenbarung verloren die Byzantiner noch Boden an die Perser.  Ihre Situation war so schlecht, dass der Herrscher der Byzantiner gezwungen war, seine Hauptstadt von Konstantinopel nach Tunis in Nordafrika zu verlegen.  Trotz alledem hat Gott vorausgesagt, dass sie innerhalb von drei bis neun Jahren siegreich sein würden.  

Wie der britische Historiker Gibbon schrieb: "Selbst sieben bis acht Jahre nach dieser Vorhersage des Qur´an standen die Bedingungen so schlecht, dass sich niemand auch nur vorstellen konnte, dass das Byzantinerreich irgendwann wieder die Oberhand über den Iran gewinnen könnte.  Von einer Herrschaft ganz zu schweigen -; niemand wagte es, auch nur zu hoffen, dass das Reich unter diesen Umständen auch nur überleben würde.”[1]

Trotzdem startete Heraklios 623 nCh. einen Gegenangriff von Armenien aus und 624 nChr. verwüstete er den bedetendsten Feuertempel im Iran und besiegte die Perser.  Dies war im selben Jahr wie die Schlacht von Badr.  Nachdem die Muslime gezwungen waren, nach Medina zu fliehen und auch der Prophet selbst nach Medina ausgewandert war und dort einen islamischen Staat ins Leben gerufen hatte, verfolgten die ungläubigen Mekkaner die Muslime noch weiter und versuchten, dem Islam ein Ende zu bereiten.  Das erste militärische Zusammentreffen der beiden Seiten fand bei der Schlacht von Badr statt.  Spärlich bewaffnet und in der Unterzahl war eine kleine Gruppe von Muslimen in der Lage, einen erstaunlichen Sieg über die mekkanischen Götzendiener zu erringen.  Maudoodi schreibt: “Ibn 'Abbas, Abu Sa'id Khudri, Sufyan Thauri, Suddi und andere haben ausgesagt, dass der Sieg der Römer über die Perser und der Sieg der Muslime über die Götzendiener in Badr fast zur gleichen Zeit stattgefunden haben.  Die Muslime waren daher doppelt froh.  Dasselbe berichten die Historiker der Byzantiner und der Perser.  624 nChr. war das Jahr, in dem die Schlacht von Badr stattgefunden hat und im selben Jahr zerstörten die byzantinischen Eroberer den Geburtsort der Zoroastrer und verwüsteten den bedeutendsten Feuertempel im Iran.”[2]



Footnotes:

[1] Gibbon, Decline and Fall of the Roman Empire (New York: Modern Library), Bd. II, S. 788. Zitiert von S. Abul A’la Maudodi, The Meaning of the Quran (Lahore, Pakistan: Islamic Publications Ltd., 1981), Bd. IX, S. 184.

[2] Ibid., Bd. IX, S. 191.

 

 

Der wunderbare Qur´an (teil 10 von 11): Wissenschaftliche Wunder

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Beschreibung: Ein kleiner Überblick auf wissenschaftliche Tatsachen, die moderne Wissenschaftler, deren Richtigkeit sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime, (viel) später bestätigt haben.

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 01 Sep 2008
  • Zuletzt verändert am 02 Sep 2008
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Wissenschaftliche Wunder im Qur´an

Die "wissenschaftlichen Wunder" im Qur´an sind ein Thema, über das viele Menschen heutzutage reden, wo die Forschung in jedem Bereich voranschreitet.  Die Quelle hierfür ist vielleicht, dass es im Qur´an ungefähr hundert Verse gibt, in denen Gott verschiedene Aspekte dieser Schöpfung hervorhebt und die Menschen auffordert, über das, was sie sehen, nachzudenken und davon zu lernen.    

Kurz nachedem ich Muslim geworden bin, wurde ich auf das Buch: Die Bibel, der Qur´an und die Wissenschaft von Maurice Bucaille aufmerksam.  Um es kurz zu machen, möchte ich mit euch die wichtigen Schlussfolgerungen mitteilen, zu denen er gelangt ist: 

Der Qur´an folgt auf die beiden Offenbarungen, die ihm vorausgingen, und Er ist nicht nur frei von Widersprüchen in seinen Erzählungen, das Zeichen der vielen menschlichen Manipulationen in den Evangelien, sondern er hält für die, die ihn objektiv erforschen, seine eigene Qualität und im Sinne der Wissenschaft richtige Aussagen bereit, d.h. er steht in voller Übereinstimmung mit der modernen wissenschaftlichen Forschung.  Desweiteren findet man darin Aussagen, die mit der modernen Wissenschaft in Verbindung stehen: und daher ist es undenkbar, dass ein Mann zu Muhammads Zeit der Verfasser dessen gewesen sein könnte.  Moderne wissenschaftliches Wissen befähigt uns indes bestimmte Verse des Qur´an jetzt zu verstehen, die bislang nicht interpretiert werden konnten. 

Angesichts des Wissensstandes zur Zeit Muhammads ist es undenkbar, dass viele Aussagen des Qur´an, die sich auf wissenschaftliche Bereiche beziehen, das Werk von Menschen gewesen sein könnte.  Es ist desweiteren absolut legitim, nicht nur in Bezug auf den Qur´an als Ausdruck einer Offenbarung, sondern auch angesichts seiner Authenzität und der wissenschaftlichen Aussagen, die wenn sie heute überprüft werden, als eine Herausforderung zu der Erklärung mit menschlichen Worten auftreten, einen besonderen Rang zuzugestehen.[1]

In seiner Erläuterung des Qur´an betont Bucaille drei wichtige Punkte.  

a)     Erstens: es gibt im Qur´an nichts, das der modernen Wissenschaft widerspricht.

b)     Zweitens: es wird nicht der falsche Glaube, den die Menschen zur Zeit Muhammads, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, über die Schöpfung, das Universum und Wissenschaft im allgemeinen hatten, wiedergegeben.  

c)     Drittens: es gibt keine Möglichkeit, wie der Prophet Muhammad viele Tatsachen, die im Qur´an erläutert werden, gewusst haben könnte. 

Um es nicht zu lang zu machen, werden wir nur einen Vers detaillierter besprechen, der stellvertretend für viele wissenschaftliche Wunder im Qur´an steht.[2]

Wenn man den Qur´an liest, fällt vielen Lesern ein Thema besonders auf: es ist die Erklärung der Erschaffung des Menschen in der Bauch seiner Mutter.  Gott sagt im Qur´an: 

“Und wahrlich, Wir erschufen den Menschen aus einer Substanz aus Lehm.  Alsdann setzten Wir ihn als Samentropfen an eine sichere Ruhestätte.  Dann bildeten Wir den Tropfen zu einem alaqah (Egel, Anhängsel, Blutklumpen); dann bildeten Wir den alaqah zu einem mudghah (gekautes Stück Fleisch)....” (Quran 23:12-14)

Diese kurze Passage ist eine überaus präzise Beschreibung des tatsächlichen Vorgangs, und sie ist frei von jeglichen fehlerhaften Theorien und Ansichten, die zur Zeit Muhammads verbreitet waren.  Wie in der Übersetzung angemerkt, kann das arabische Wort Alaqah Egel, Anhängsel oder Blutklumpen bedeuten.  In der Tat treffen alle drei Bedeutungen auf den Embryo zu.  In seinem frühesten Stadium sieht der Embryo nicht nur äußerlich wie ein Egel aus[3], sondern er "erhält Nahrung von dem Blut seiner Mutter, ähnlich dem Blutegel, der sich vom Blut anderer ernährt.”[4] Und Alaqah kann wiederum "hängendes Ding" bedeuten, was ebenfalls zutrifft, denn in diesem Stadium hängt der Embryo in der Gebärmutter seiner Mutter.[5]  Schließlich bedeutet Alaqah auch Blutklumpen.  Und wieder besteht eine wundersame enge Beziehung zu dem physikalischen Prozess.  Ibrahim schreibt:

Wir finden, dass die äußerliche Erscheinung des Embryo und seiner Säcke in der Alaqah –Phase der eines Blutklumpen ähnelt.  Dies ist aufgrund der Anwesenheit relativ großer Mengen Blutes in diesem Stadium so... Und auch zirkuliert das Blut im Embryo bis zum Ende der dritten Woche noch nicht.  Daher erscheint der Embryo in diesem Stadium wie ein Blutklumpen.[6]

Der Vers sagt, dass die nächste Phase die der Mudghah ("gekautes Stück Fleisch") ist.  Dies ist ebenfalls eine erstaunlich passende Beschreibung des folgenden Embryonalstadiums.  In diesem Stadium beginnen sich bei dem Embryo die Rückenwirbel zu entwickeln und diese "ähneln irgendwie Zahnabdrücken in einer gekauten Substanz."[7]

Diese Art von Informationen, die oben beschrieben wurden, haben die Menschen erst nach der Entwicklung kraftvoller Mikroskope "entdeckt".  Ibrahim merkt an, dass Hamm und Leeuwenhoek die ersten waren, die 1677 mit Hilfe eines verbesserten Mikroskops menschlichen Spermienzellen beobachten konnten.[8]  Dies war ungefähr 1000 Jahre nach der Zeit des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm. 

Tatsächlich sind die Details und die Analyse der Qur´anverse in bezug auf die Embryologie so großartig, dass Keith Moore, Professor Emeritus für Anatomie und Zellbiologie an der Universität von Toronto, sie in einer Sonderausgabe seines Lehrbuchs zitiert The Developing Human: Clinically Oriented Embryology.[9]  Dies ist ein interessantes Werk, das aus Moores vollständigem Lehrbuch mit Einfügungen besteht, die dieselben Themen aus der Sicht des Qur´an und den Aussagen des Propheten beschreibt.  Nachdem die fortschrittlichsten Themen der Embryologie beschrieben werden – von denen die meisten Forschungsergebnisse der vergangenen paar Jahrzehnte darstellen – wurden diesem Lehrbuch Seiten hinzugefügt, die beschreiben, was der Qur´an über diese Dinge aussagt.  Kannst du dir vorstellen, du nimmst das beste medizinische Buch, wenn es auch nur 200 Jahre alt ist, und du machst damit etwas dieser Art?  Es wäre absurd und komisch, denn das Material des alten Lehrbuchs wäre völlig irrelevant.  Trotzdem konnten sie dies mit dem Qur´an aber tun, einem Buch, das noch nicht einmal behauptete, ein Lehrbuch zu sein.  Natürlich erhebt es einen noch größeren Anspruch: es beansprucht, von Gott zu sein. 

Die wunderbare Übereinstimmung zwischen den Erklärungen des Qur´an und der historischen Entwicklung der Embryologie kommentierte Dr. Moore 1981 folgendermaßen: "Es war mir ein großes Vergnügen, dabei zu helfen, die Erklärungen des Qur´an über die menschlichen Entwicklung zu erläutern.  Es ist mir deutlich bewusst, dass Muhammad diese Erklärungen von Gott erhalten haben muss, denn all dieses Wissen wurde erst Jahrhunderte später entdeckt.  Dies beweist meiner Ansicht nach, dass Muhammad der Gesandte Gottes gewesen sein muss.”[10]

Tatsächlich berührt der Qur´an auch noch zahlreiche andere Wissenschaften als die Embryologie, z.B. Astrologie, Physik, Geographie, Geologie, Ozeanographie, Biologie, Botanik, Zoologie, Medizin und Physiologie.[11]  Daher zogen auch noch zahlreiche andere Wissenschaftler verschiedener Bereiche ähnliche Schlüsse, was den Qur´an betrifft.[12]

Wie könnte es sein, dass ein Analphabet vor mehr als vierzehnhundert Jahren, der Prophet Muhammad, ein derartiges Buch verfasst haben soll, das so viele wissenschaftliche Fakten und Einzelheiten mit vollkommener Fehlerlosigkeit enthält?  Könnte es sein, dass dies alles Zufall war und der Prophet ein Betrüger?  Meiner Meinung nach ist die Antwort auf Fragen wie diese ganz klar.  Die Behauptung, der Qur´an sei nicht die Offenbarung Gottes wird mehr und mehr schwierig, je mehr man über den Qur´an selbst erfährt.  

Zufällig gibt es noch andere wunderbare historische Aspekte im Qur´an.  Beispielsweise nennt der Qur´an den Herrscher zur Zeit Josephs im Gegensatz zur Bibel einen "König" und nie einen Pharao, obwohl diese Bezeichnung in der Bibel in der Geschichte Josephs gebraucht wird und der Qur´an diese Bezeichnung in der Geschichte von Mose verwendet.  Es scheint, nach dem besten, was heute dazu berechnet werden kann, dass Joseph unter den semitischen Hyksoskönigen Ägyptens gelebt hat, und dass der Herrscher tatsächlich kein Pharao war.[13]  Der Qur´an sagt auch ganz deutlich, dass der Pharao aus dem Exodus entdeckt und bewahrt wurde.[14]  Jetzt geht man davon aus, dass alle Pharaonen jener Zeit wirklich als Mumien aufbewahrt worden sind, etwas das der Prophet zu jener Zeit auch nicht gewusst haben konnte.  Dies hat zwei Forscher zu folgender Aussage verleitet:. 

Wenn der Qur´an von der Bibel abgeleitet gewesen wäre [wie manche Leute fälschlicherweise behaupten, dann] würden die vielen Irrtümer aus der Bibel auch mit hineingeraten.  Warum zum Beispiel, beschreibt der Heilige Qur´an die Israeliten als kleines Volk, während die Bibel behauptet, sie wären 2-3 Millionen gewesen, eine übertrieben große Zahl, die kein Gelehrter akzeptieren würde?... Warum behauptet der Heilige Qur´an nicht wie die Bibel, dass Pharao vom Meer verschluckt wurde, sondern sagt statt dessen, dass sein "Körper" bewahrt wurde?  Und warum sagt der Qur´an dies gerade über Pharao und nicht über andere Menschen, die auch von Gott zerstört wurden? ...[15]

Schließlich bemerkten muslimische Gelehrte, dass die besonderen Wunder, die einem jeden Propheten gegeben worden sind, sich auf eine Sache bezogen, die sein spezielles Volk besonders faszinierte.  Denn zur Zeit Moses beispielsweise war Zauberei sehr verbreitet, und eines seiner Zeichen stellte die schwachen Tricks der Menschen in den Schatten.  Während der Zeit Jesus´ war die Medizin sehr fortschrittlich und einige der Zeichen Jesus´ waren das Heilen von Kranken, das Erwecken von Toten und so weiter.  Die Araber jener Zeit waren sehr stolz auf ihre literarischen Fertigkeiten und, wie wir nebenbei erwähnen sollten, ist der Qur´an ein arabisches Meisterstück, er steht weit über dem, was sie zu leisten vermochten.  Allerdings war der Prophet Muhammad nicht nur zu den Arabern oder nur zu den Völkern seines Jahrhunderts gesandt worden.  In unserer Zeit hat die Wissenschaft die Stelle Gottes eingenommen, sie ersetzt quasi den Gott der jüdisch-christlichen Tradition.  Das Wunder des Propheten Muhammad ist auf wissenschaftlichem Gebiet tatsächlich absolut bedeutungsvoll, das heutzutage so viele Menschen fesselt; es zeigt wieder einmal, dass der Prophet Muhammad wirklich ein Prophet für die gesamte Menschheit bis zum Tag des Gerichts ist. 



Footnotes:

[1] Maurice Bucaille, The Bible, the Quran and Science (Indianapolis, IN: American Trust Publications, 1978), S. 251-252.

[2] Mehr Detais über die unterschiedlichen Stadien der menschlichen Entwicklung findet der interessierte Leser in: Keith L. Moore, Abdul-Majeed A. Zindani und Mustafa A. Ahmed, Quran and Modern Science: Correlation Studies (Bridgeview, IL: Islamic Academy for Scientific Research, 1990), S. 15-47.

[3] Siehe I. A. Ibrahim, S. 7, Abbildung 1.

[4] I. A. Ibrahim, S. 6.

[5] Siehe I. A. Ibrahim, S. 7, Abbildung 2.

[6] Ibrahim, S. 8.

[7] Zitiert von Ibrahim, S. 8, from Moore and Persaud, The Developing Human, 5th ed., S. 8. Siehe auch Ibrahim’s Abbildungen auf Seite 9. 

[8] Ibrahim, S. 8-10.

[9] Siehe Keith L. Moore [zusammen mit Abdul-Majied Azzindani], The Developing Human: Clinically Oriented Embryology [with Islamic Additions: Correlation Studies with Quran and Hadith] Jeddah, Saudi Arabia: Dar al-Qiblah for Islamic Literature, 1983, in Zusammenarbeit mit W. B. Saunders Company.

[10] Zitiert in I. A. Ibrahim, A Brief Illustrated Guide to Understanding Islam [Ein kurzer illustrierter Wegweiser um den Islam zu verstehen] (Houston: Darussalam, 1997), S. 10.

[11] Für Beispiele bezüglich dieser unterschiedlichen Gebiete siehe: Zakir Naik, “The Quran and Modern Science: Compatible or Incompatible?”  www.ahya.org.

[12] Siehe I. A. Ibrahim, A Brief Illustrated Guide to Understanding Islam (Houston: Darussalam, 1997), S. 10ff. Das gesamte Werk ist erhältlich unter: www.islam-guide.com. Ibrahim sammelt die Schlussfolgerungen von Moore und einigen anderen.

[13] Für weitere Einzelheiten hierzu siehe Louay Fatoohi and Shetha al-Dargazelli, History Testifies to the Infallibility of the Quran: Early History of the Children of Israel (Delhi, India: Adam Publishers & Distributors, 1999), S. 81-93.

[14] Gott sagt.  “Nun wollen Wir dich heute dem Leibe nach erretten, auf dass du ein Beweis für diejenigen seiest, die nach dir kommen.  Und es gibt sicher viele Menschen, die Unseren Zeichen keine Beachtung schenken.” (Yunus 10:92). Mehr hierzu findest du in: Fatoohi and al-Dargazelli, S. 141-145.

[15] Fatoohi and al-Dargazelli, S. 247-248.

 

 

Der wunderbare Qur´an (teil 11 von 11):Herausforderung für die Menschheit  

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Beschreibung: Das linguistische Wunder des Qur´an, die Herausforderung und die Schlussfolgerung.    

  • von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2007 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 15 Sep 2008
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Das linguistische Wunder des Qur´an   

Es gibt einen anderen wichtigen Aspekt den muslimische Gelehrte traditionell für den wunderbarsten Aspekt des Qur´an halten; es ist sein sprachliches Wunder.  Unglücklicherweise hatte ich, bevor ich Muslim wurde (und auch noch danach) keine Möglichkeit, diese Besonderheit tatsächlich zu schätzen.  Ich konnte lediglich lesen, was manche Gelehrte über die Sprache und die Schönheit des Qur´an geschrieben haben.  Zum Beispiel schrieb John Naish:

Der Qur´an in seinem ursprünglichen arabischen Kleid besitzt eine eigene anziehende Schönheit und seinen Reiz.  Eingebettet in prägnantem und erhabenem Stil, mit seinen kurzen eindrucksvollen Sätzen, sich häufig reimend, besitzt er eine enorme Ausdruckskraft und mitreißende Energie, die außerordentlich schwierig durch eine wortwörtliche Übersetzung wiederzugeben sind.[1]

Ähnlich erging es Arberry, der sich seine früheren Jahre zurücksehnte, als er noch die Qur´anrezitation während des Ramadhan in Ägypten hörte.[2]  Ich hatte in der Tat keine Möglichkeit gehabt, eine Qur´anrezitation zu hören, und daher wußte ich nicht, welch eine bewegende Erfahrung das ist.  Außerdem ist eine Übersetzung des Qur´an, wenn man die arabische Sprache nicht kennt, nicht annährend so eindrucksvoll, wie das arabische Original.  Trotzdem möchte ich auch dieses Wunder hier kurz besprechen, denn dies ist wirklich einer der erstaunlichsten Aspekte des Qur´an. 

Die muslimischen Gelehrten haben das sprachliche Wunder des Qur´an wiederum als einen der vielleicht wichtigsten Aspekte des Qur´an betrachtet – und es ist definitiv dasjenige, das in der Zeit des Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, den größten Einfluss hatte.  Die Araber waren auf ihre Sprache sehr stolz.  Das Wort, das sie für Fremder benutzten, Ajami, bedeutete in erster Linie, jemand, der barbarisch in der Sprache ist oder dem es an deutlicher Ausdrucksweise mangelt.[3]  Selbst wenn sie für den Qur´an keine Konkurrenz waren.  Vor dem Qur´an pflegten sie sich miteinander zu messen und Wettbewerbe zu veranstalten, um festzustellen, wer von ihnen das schönste Werk auf arabisch verfassen konnte.  Nach Draz: 

Aber als der Qur´an offenbart wurde, kamen all diese Wettbewerbe zum Erliegen, und literarische Versammlungen starben aus.  Von da an war der Qur´an das einzige Werk, das die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zog.  Keiner von ihnen konnte ihn herausfordern oder auch nur vorschlagen, dass ein einziges Wort aus einem Satz verändert, ausgetauscht, hinzugefügt oder weggelassen werden sollte.  Aber der Qur´an verschloss nicht die Türen vor dem Wettbewerb.  Im Gegenteil, er öffnete sie weit, rief sie auf, alleine oder in Zusammenarbeit, seine Herausforderung anzunehmen und irgendetwas, das ihm ähnlich sei, zu schaffen.  Er wiederholte die Herausforderung auf unterschiedliche Art, betonte ihre Unfähigkeit dazu und erleichterte ihnen ihre Aufgabe von Zeit zu Zeit.[4]

Arabische Gelehrte haben viele sprachliche Aspekte identifiziert, die den Qur´an von allen anderen Werken unterscheiden und nur ihn als Wunder an erster Stelle stehen lassen.  Von diesen sollen hier nur ein paar erwähnt werden[5]:

(1)  Jedes Wort wird an seiner besonderen Stelle verwendet und kann nicht woandershin gesetzt oder gegen ein Wort mit ähnlicher Bedeutung, ohne seine Schönheit zu verlieren ausgetauscht werden. 

(2)  Der Qur´an besitzt eine einzigartige Satzstruktur und einen besonderen Rhythmus, die ihn sowohl von der Prosa als auch von poetischen Werken unterscheiden, mal erinnert er mehr an das eine und mal mehr an das andere, aber er ist nie völlig dem einem oder dem anderen zuzuordnen.

(3)  Seine Sätze bestehen aus der kleinstmöglichen Anzahl von Worten ohne auch nur im geringsten an Bedeutung zu verlieren.  Mit anderen Worten sie sind kurz und bündig, was ihnen noch mehr Schönheit verleiht, während sie alles, was zu offenbaren ist, mitteilen. 

(4)  Es besteht vollkommenes Gleichgewicht und Beständigkeit im Stil zwischen emotionalen und intellektuellen Passagen im Qur´an.  Draz bemerkte, dass diese Schönheit wirklich nur im Qur´an zu finden ist:

Im menschlichen Wesen sind zwei Kräfte immer aktiv: der Intellekt und die Emotion.  Sie spielen verschiedene Rollen und verfolgen unterschiedliche Richtungen.  Die erste zielt darauf ab, die Wahrheit zu erfahren und herauszubekommen, was gut und nützlich ist und dies anzunehmen.  Die andere berichtet ihre Gefühle von Schmerz und Freude.  Es ist ein perfekter Stil, der beide Bedürfnisse zur gleichen Zeit befriedigt: er gibt dir intellektuelle Genugtuung und emotionale Freude...  Finden wir derartige Vollkommenheit im menschlichen Stil?  Wir haben die Schriften von Wissenschaftlern und Philosophen gesehen, und auch die Werke der Dichter und feinen Prosa [, die dieses Ziel nicht erreichen können]…[6]

Die Herausforderung des Qur´an selbst

Gelehrte haben noch viele andere wunderbare Aspekte des Qur´an festgestellt, wie seine vollkommene Beständigkeit und das Freisein von Widersprüchen, obgleich er über eine Zeitspanne von 23 Jahren offenbart worden ist[7], die Wirkung, die der Qur´an auf Menschen hat, die ihn hören,[8] usw.  Was wir hier dargelegt haben soll aber für unsere Zwecke ausreichen, da ich alles erläutert habe, was mich auf meinem Weg zum Islam am meisten beeinflusst hat.  Außerdem glaube ich, das das, was hier diskutiert wurde durchaus ausreicht, um zu zeigen, dass der tatsächlich Qur´an wunderbar ist. 

Gemäß den Muslimen ist der Qur´an die Rede und das Wort Gottes.  Daher ist es nicht weiter erstaunlich, dass er nicht nachzuahmen ist.  Allerdings wollte Gott diesen Punkt allen Menschen verdeutlichen, um für Argumentationen, Zweifeln oder Entschuldigungen keinen Raum zu lassen.  Im Qur´an fordert Gott die Menschheit heraus, etwas Ähnliches wie den Qur´an zu verfassen.  Und tatsächlich geht die Herausforderung Gottes noch weiter: Er fordert sie heraus, auch nur ein einziges Kapitel wie die des Qur´an zu verfassen.

Diese Herausforderung steht der Menschheit noch immer offen.  Jedem steht es frei, es zu versuchen, wenn es auch nur ein kleiner Teil ist, etwas das dem Qur´an ähnlich ist, zu verfassen.  Aber Gott sagt deutlich, dass die ganze Menschheit niemals in der Lage sein wird, irgendetwas Ähnliches wie den Qur´an zu produzieren – eine erstaunliche Prophezeihung des Qur´an.

Die Herausforderung Gottes erscheint an fünf verschiedenen Stellen im Qur´an.  Hier sind die relevanten Stellen in der Reihenfolge, in der Gott sie herabgesandt hat:

“Und wenn ihr (arabischen Götzendiener, Juden und Christen) im Zweifel seid über das (den Qur´an), was Wir auf Unseren Diener (Muhammad) herabgesandt haben, so bringt doch eine Sura gleicher Art herbei und beruft euch auf Zeugen (Helfer) außer Gott, wenn ihr wahrhaftig seid.  Und wenn ihr es aber nicht tut – und ihr werdet es ganz bestimmt nicht tun – so fürchtet das (Höllen-) Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind; es ist für die Ungläubigen vorbereitet.” (Quran 2:23-24)

“Oder wollen sie etwa sagen: "Er (Muhammad) hat ihn erdichtet?"  Sprich: "Bringt denn eine Sura gleicher Art hervor und ruft, wen ihr nur könnt, außer Gott, wenn ihr wahrhaftig seid.” (Quran 10:38)

“Oder werden sie sagen: "Er (Muhammad) hat es erdichtet?"  Sprich: "So bringt doch zehn ebenbürtig erdichtete Suren hervor und ruft an, wen ihr vermögt, außer Gott (zur Hilfe), wenn ihr wahrhaftig seid!"” (Quran 11:13)

“Sprich (zu den Menschen): "Wenn sich auch die Menschen und die Jinn vereinigten, um etwas Gleiches wie diesen Qur´an hervorzubringen, brächten sie doch nichts Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden."” (Quran 17:88)

“Oder sagen sie etwa: "Er (Muhammad) hat ihn aus der Luft gegriffen?"  Nein, aber sie wollen es nicht glauben.  Lass sie denn eine Verkündigung gleicher Art herbeibringen, wenn sie die Wahrheit sagen.” (Quran 52:33-34)

Also, wenn jemand noch irgendeinen Zweifel über den Qur´an hegt, soll er sich erheben und diese Herausforderung annehmen.  

Eine sehr wichtige Aussage des Propheten und meine Entscheidung  

Es war keine nachträgliche Überlegung, dass dieser Qur´an wunderbar ist.  Es war nicht so, dass die Gelehrten nach der Zeit des Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, ihn betrachteten und für ein Wunder erklärten.  Nein, in der Tat war dieses Buch ein Wunder des Propheten Muhammad und zwar sein größtes Wunder.  Zur Zeit des Propheten suchten die Ungläubigen nach einem Wunder anderer Art – vielleicht ein Greifbareres oder eines, das weniger Überlegung bedarf – aber Gott sagt deutlich, dass der Qur´an als Wunder ausreichen soll, um die Wahrhaftigkeit des Propheten zu bezeugen.  Gott sagt:     

“Und sie sagen: "Warum wurden keine Zeichen zu ihm von seinem Herrn herabgesandt?"  Sprich: "Die Zeichen sind allein bei Gott, und ich bin nur ein deutlicher Warner."  Genügt es ihnen denn nicht, dass Wir das Buch herniedergesandt haben, das ihnen verlesen wird?  Wahrlich hierin ist eine Barmherzigkeit und Ermahnung für ein Volk, das glaubt.” (Quran 29:50-51)

Dieses Buch sollte jedem aufrichtigen, die Wahrheit suchenden Individuum wirklich genügen.  Es besteht überhaupt kein Bedarf an irgendwelchen anderen Zeichen oder Wundern nach diesem Buch.  Dies ist das, was Gott mit dieser Passage aussagt, und dies ist das, was mein Herz und mein Verstand schlussfolgerten, als ich den Qur´an mit dem verglich, was all die Schriftsteller, die behaupteten, der Qur´an sei nicht Gottes Offenbarung, geschrieben haben.

Auch der Prophet machte eine sehr wichtige Aussage über dieses Zeichen und Wunder, dass Gott ihm gegeben hat.  Da er der letzte Prophet war, musste sich sein Zeichen und Wunder von dem unterscheiden, was ihm vorausgegangen war.  Es musste ein Wunder sein, dessen Wirkung bis zum Tag des Gerichts anhält.  Und das tut es tatsächlich.  Sogar noch mehr, es ist ein Wunder ganz anderer Art.  Es ist eines, worüber die Menschen nachdenken können und von dessen Wahrheit sie vollkommen überzeugt sein können.  Daher sagte der Prophet: "Es gab keinen Propheten, dem Gott nicht Wunder gegeben hatte, auf dass die Menschen an ihn glaubten.  Mir wurde die Offenbarung, die Gott mir offenbart hat (als Wunder) gegeben.  Ich hoffe, damit werde ich am Tag des Gerichts die größte Zahl von Anhängern haben.”  (Berichtet von Al-Bukhari.)  Aufgrund der Art des Zeichens, das der Prophet erhalten hat, gibt es auch für Menschen späterer Zeiten keine Entschuldigung dafür, dem Propheten nicht zu folgen.  Daher wird er am Tag des Gerichts, wenn Gott will, die größte Zahl von Anhängern haben.

Der Qur´an erforderte von meiner Seite eine Entscheidung – wie er tatsächlich von jedem eine Entscheidung verlangt.  Diese Zeichen, die seine wunderbare Art betonen, und dass er die wahre Offenbarung Gottes sein musste,  waren einfach überwältigtend für mich.  Keine der Theorien, die den Qur´an ablehnten oder die Aufrichtigkeit des Propheten anzweifelten, war stark oder logisch genug, um mich vom Gegenteil zu überzeugen.  Daher nahm ich, durch den Qur´an, den Islam an, und aller Preis und Dank gebührt Gott.



Footnotes:

[1] John Naish, The Wisdom of the Quran (Oxford, 1937), S. viii.  Quoted in Islam—The First and Final Religion, S. 87.

[2] In A. J. Arberry, The Koran Interpreted (New York: MacMillan Publishing Co., 1955), S. 28 spricht er über seine Gefühle.

[3] E. W. Lane, Arabic-English Lexicon (Cambridge, England: The Islamic Texts Society, 1984), Bd. 2, S. 1966-1967.

[4] Muhammad Abdullah Draz, The Quran: An Eternal Challenge (Markfield, United Kingdom: The Islamic Foundation, 2001), S. 69.

[5] Mehr Einzelheiten bei Draz, passim.

[6] Draz., S. 97.

[7] Gott sagt  im Qur´an: “Sie machen sich keine Gedanken über den Qur´an.  Wäre er von einem anderen als Gott, so würden sie darin gewiss viel Widerspruch finden.” (an-Nisaa 4:82).

[8] Seien es Gläubige oder Ungläubige, der Qur´an beeinflusst sie.  Was beispielsweise die Gläubigen betrifft, sagt Gott: "Gott hat die schönste Botschaft, ein Buch (den Qur´an), herabgesandt, eine sich gleichartig wiederholende Schrift, vor der denen, die ihren Herrn fürchten, die Haut erschauert; dann erweicht sich die Haut und ihr Herz zum Gedenken Gottes.  Das ist die Führung Gottes; Er leitet damit recht, wen Er will.  Und der, den Gott zum Irrenden erklärt, wird keinen Führer haben.” (al-Zumar 39:23).  Andererseits sagt Gott über die Ungläubigen: "Und wahrlich, Wir haben in diesem Qur´an (manches) auf verschiedene Art dargelegt, damit sie ermahnt seien, doch es mehrt nur ihren Widerwillen." (al-Israa 17:41).

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