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Shinto (teil 2 von 2): Ein Beispiel für Polytheismus

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Beschreibung: Ein Blick auf den Glauben und die Rituale im Shinto, die ihn als eine Religion des reinen Polytheismus kennzeichnen. 

  • von Aisha Stacey (© 2015 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 12 Oct 2015
  • Zuletzt verändert am 12 Oct 2015
  • Gedruckt: 460
  • Gesehen: 8462 (Tagesmittelwerte: 3)
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Shinto2.jpgDie Shintoreligion könnte als sehr lokalisiert bezeichnet werden.  Seine Anhänger sind damit beschäftigt, entweder an ihrem örtlichen Schrein zu beten oder zuhause.  Er ist eine sehr ritualisierte Religion, welche die grundsätzliche Güte der Menschheit betont.  Obwohl der Shintoismus einen hohen moralischen und ethischen Standard lehrt und erfordert, enthält er keinerlei Befehle oder Gesetze an sich.  Es gibt kein Allerhöchstes Wesen oder Gott und der Shintoismus hat keinen Gründer.  Grundsätzlich besteht der Shintoismus aus dem Glauben an Kami und der Anbetung.  Zum leichteren Verständnis werden Kami häufig als göttliche Wesen beschrieben, doch sind sie nicht wie Götter und Halbgötter anderer Religionen.

Kami sind nicht allmächtig, sie existieren nicht in einem anderen Universum oder auf spiritueller Ebene, und sie sind keine vollkommenen Wesen.  Sie machen Fehler, benehmen sich schlecht und gelgentlich sind sie regelrecht bösartig.  Die Kami haben viele Eigenschaften mit den Menschen gemeinsam, und es ist ihre Pflicht, die Menschen zu beschützen.  Im Gegenzug sollten die Menschen nach den Kami schauen; daher die rituellen Gebete und Opfergaben an den Kami Schreinen und Hausschreinen in ganz Japan.  Das Wort Kami kann als Geister oder Geisteswesen übersetzt werden, aber es bezieht sich auch auf die Essenz der Existenz, die in jeder Sache zu finden ist. 

Kami ist das heilige oder mystische Element in fast allem.  Es ist in allem und ist überall zu finden, und es ist das, was ein Objekt vor etwas anderem auszeichnet.  Das Wort Kami bedeutet, etwas Verborgenes.  Im Islam haben wir auch Geschöpfe, die häufig als Geister beschrieben werden und Ğinn genannt werden.  Das arabische Wort  Ğinn leitet sich von dem Verb ‘Ğanna’ ab und bedeutet etwas verstecken oder verbergen.  Sie erklären das seltsame Phänomen, das häufig menschliche Wesen trifft und plagt.  Menschen, die der Wirklichkeit der Ğinn nicht gewahr sind, sind normalerweise nicht in der Lage, solche Ereignisse zu erklären oder sie schreiben sie den Seelen der Toten zu.

Die Ğinn  sind eine Schöpfung Gottes, ohne göttliche Eigenschaften.  Sie leben mit uns in der Welt, jedoch abseits von uns und können gut oder böse sein.  Im Islam sind aber der Großteil der Ğinn  böse, und sie waren dafür verantwortlich, viele Menschen zu der großen Sünde des Polytheimus zu verführen.  Den Kami werden in der Hoffnung, sie zu besänftigen, Gaben geboten, und auch als Anreiz, zum Beschützen und damit sie in die Leben der Menschheit eingreifen.  Im Islam wird derartige Anbetung der Ğinn als eine große Sünde angesehen, die einen ins ewige Höllenfeuer stürzen kann.  Im Islam wird uns gelehrt, dass wir die Ğinn meiden sollen und lernen, wie wir uns von ihrem Schaden und Bosheiten schützen können. 

Der Islam sagt kategorisch, dass niemand es wert ist, angebetet zu werden, außer Gott allein.  Während die Betonung des guten und rechtschaffenen Verhaltens im Shintoismus empfehlenswert ist, wird es jedoch von etwas hervor gebracht, das Muslime für völlig unannehmbar halten.  Im Islam ist es Allein Gott, der die Angelegenheiten der Menschheit leitet.  Egal, wie viele Opfergaben an den Schreinen oder Altaren gemacht werden, es kann das von Gott bestimmte Schicksal nicht ändern.  Eine Beteiligung an derartigem Verhalten hat wenig Sinn außer, dass es die Person an Aberglauben und Furcht bindet. 

Wenn sie ihre Opfergaben machen, vollziehen Shinto-Anhänger reinigende Rituale.  Die in den Ritualen verwendeten Mittel, die zu Beginn jeder Zeremonie vollzogen werden, sind normalerweise Wasser und Salz.  Shubatsu ist ist ein Reinigungsritual, bei dem Salz auf Priester, Betende oder auf den Boden gestreut wird, um sie zu reinigen  Eine denkwürdige Verwendung von Salz zur Reinigung wird beim Sumoringen gefunden, wo die Kämpfer Salz um den Ring streuen, um diesen zu reinigen.  Eines der einfachsten Reinigungsrituale ist das Gesicht und die Hände am Anfang eines Besuchs bei einem Schrein mit Wasser abzuspülen, um den Besucher rein genug zu machen, um sich den Kami zu nähern.  Reinigungsrituale beinhalten auch das Baden und Stehen unter Wassserfällen. 

Shintofeste (matsuri) kombinieren allgemein feierliche Rituale mit ausgelassenen Feierlichkeiten, die gelegentlich trunkenes Verhalten miteinschließen.  Die reinigenden Rituale und Gaben werden häufig mit Musik, Tanz und Lobpreisen verbunden, und Shintopriester segnen alles mit dem Zweig des heiligen Sakaki Baums, der in heiliges Wasser getaucht wurde.  Ein weiteres schamanenartiges Ritual existiert gewöhnlich in ländlichen Gegenden, wo Miko (weibliche Schamanen) für die Kami sprechen, indem sie in Trance fallen.  An den Schreinen sind die fünf traditionellsten Opfergaben Reis, Reiswein (Sake), Wasser, Salz und Immergrünzweige.  Sie werden in kleinen, symbolischen Mengen dargeboten, in weißen Tongefäßen und je nach Region, Jahreszeit und Feierlichkeit, werden auch lokale Produkte Früchte und Gemüse eingeschlossen dargeboten.  Es gehört zur Tradition, von jeder Deliktesse erst den Kami etwas anzubieten, bevor die Menschen davon essen. 

Ein weiteres wichtiges Element der Shintofeierlichkeiten sind Prozessionen, bei denen die Kami der örtlichen Schreine in einer Sänfte durch die Stadt getragen werden.  Es ist die einzige Zeit im Jahr, in der die Statuen den Schrein verlassen.  Es gibt auch geschmückte Wagen in denen Menschen sitzen und diese werden durch die Straßen gezogen, begleitet von Flöten und Trommeln.  Einige Feierlichkeiten sind ruhig, aber viele sind schwungvoll und laut.  Auf viele Außenstehende erscheint diese Kombination aus Ritualen und feierlichen Zeremonien mit Vulgarität sehr respektlos, die Anhänger des Shintoismus glauben allerdings, es verkörpert die Verbindung des Shintoismus mit der realen Welt.    

Shintoschreine und Hausaltäre enthalten nicht nur Statuen und Götzen, sondern eine Reihe von Amuletten, um die Menschen auf Reisen zu schützen oder ihnen gute Gesundheit zu gewähren, für Erfolg im Geschäft, Sicherheit bei der Geburt eines Kindes, usw.  Besondere Amulette werden an Shintoschreinen verkauft, um Glück zu bringen und böse Geister abzuwehren.  Sie enthalten Pfeile, kleine Talismane und kleine Tafeln (Ema), die eine freie Seite besitzen, auf die die Menschen einen Wunsch oder eine Bitte schreiben können.  In den meisten Shintoschreinen gibt es eine Wand, die mit hölzernen Ema bedeckt ist, auf denen Bitten an die Kami stehen.

Ein Muslim versteht, dass der Dienst, den die Shinto verrichten, viele Elemente des Shirk enthält[1].  Opfergaben, Statuen und Amulette besitzen und glauben, dass andere Geschöpfe als Gott einen Einfluß auf unser Leben besitzen, sind Aspekte der Mehrgötterei.  Gott ist Derjenige, Der alles kontrolliert und nichts geschieht ohne Seinen Willen.  In der Religion des Islam ist der Glaube an den Einen Gott ohne Partner und Teilhaber wesentlich; er ist der Mittelpunkt der Religion.  Es ist der Grund, aus dem der Islam oft als reiner Monotheismus bezeichnet wird.  Er wurde nicht durch fremde Konzepte oder Aberglauben, wie sie im Shintoismus existieren, abgeändert.  Gott stellt die Frage, bin Ich nicht besser, fragt Er:

"Ist Derjenige, Der das Erschaffen beginnt, dann es wiederholt, und Der euch Versorgung von dem Himmel und der Erde gewährt, (besser oder euer Schirk)?! Gibt es etwa eine Gottheit neben ALLAH?! Sag: "Bringt euren Beweis, solltet ihr wahrhaftig sein." (Quran 27: 64)



Fußnoten:

[1] Shirk is the sin of idolatry or polytheism.  It is the deification or worship of anyone or anything other than the One God.

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