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Bilal Ibn Rabah (teil 1 von 2): Von der Sklaverei in die Freiheit

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Beschreibung: Angesichts der Folter hält ein Mann an seiner neuen Religion fest.

  • von Aisha Stacey (© 2015 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 23 Feb 2015
  • Zuletzt verändert am 24 Feb 2015
  • Gedruckt: 38
  • Gesehen: 10831 (Tagesmittelwerte: 7)
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"Ich war anwesend.... als Muhammad, der Gesandte Gottes, auf der Erde schritt.  Ich hörte, was er sagte und sah, was er tat…" So beginnt ein Buch, das auf dem Leben eines der engsten Gefährten des Propheten Muhammad – Bilal Ibn Rabah- basiert.

Bilal-Ibn-Rabah1.jpgBilal war ein dunkelhäutiger Sklave, mit ziemlicher Sicherheit der Sohn von Sklaven und es wird angenommen, dass er aus Abessinien (heute Äthiopien) stammte.  In die Sklaverei hinein geboren hat er vielleicht nie erwartet, dass das Leben ihm mehr zu bieten hat, als harte Arbeit, Schmerz und Schinderei.  Aber Bilal hat diese Erde zu einer sehr bedeutsamen Zeit betreten.  Er war Sklave in der Stadt Mekka, als ein Analphabet begann, die Menschen aufzufordern, den Einen Gott anzubeten.  Dieser Mann war Muhammad, der Gesandte Gottes, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, und seine Botschaft richtete sich an die gesamte Menschheit.   

Wenn eine Person arm oder bedürftig ist, hungrig oder ängstlich, geschlagen, geknickt und gebrochen, dann ist eine Botschaft mit Konzepten der Barmherzigkeit, Vergebung und Gerechtigkeit sehr anziehend.  Die Unterdrückten waren genau die Art von Menschen, die an die Seite des Propheten Muhammad strömten, sehnlich bemüht, in seinen Worten und Taten Trost zu finden.  Bilal, möglicherweise der erste Afrikaner, der den Islam angenommen hat, akzeptierte die Botschaft mit vollem Herzen.  Das Leben wurde für Bilal erheblich schlimmer.  Wie ein Ertrinkender, der sich an ein Seil klammert, das ihn in Sicherheit zieht, klammerte sich Bilal an die Worte des Einen Gottes und sie waren wesentlich daran beteiligt, sein Leben zu retten.

Bilal hörte die Botschaft von Muhammad, dass Gott Einer ist, der Allmächtige, der Barmherzige, aber er hörte auch die Worte seines Besitzers.  Umayya ibn Khalaf, ein wohlhabender Mekkaner, war besorgt, sein Lebensunterhalt, der sich um Götzendienst drehte, könnte durch Muhammads Botschaft zerstört werden.  Er sprach mit anderen über die Veränderungen in der politischen und religiösen Landschaft Mekkas und sagte: „Muhammad war nie ein Lügner, Zauberer oder Verrückter gewesen, aber wir müssen ihn so bezeichnen, bis wir die von ihm abgewendet haben, die zu seiner Religion eilen."

Nach dem Bibliografen Ibn Ishaq und anderen[1], litt Bilal schrecklich für seine Annahme von Muhammads Botschaft.  Es wird gesagt, dass er gnadenlos geschlagen, an seinem Hals durch die Straßen und Hügel von Mekka geschleift und lange Zeit ohne Nahrung oder Wasser gelassen wurde.  Es wurde berichtet, sein Besitzer Umayya ibn Khalaf "brachte ihn zur heißesten Tageszeit hinaus und warf ihn im offenen Tal auf seinen Rücken und platzierte einen riesigen Felsen auf seine Brust; dann sagte er zu ihm: ´Du wirst hier bleiben, bis du stirbst oder bis du Muhammad leugnest und al-Lat und al-’Uzza anbetest."[2]  Bilal hat den Islam nicht widerrufen, und mitten in seinem Leid brachte er nur das eine Wort hervor - Ahad (bedeutet Ein Gott) [3]

Die Neuigkeiten von dem Sklaven, der ausrief: "Gott ist Einer!" erreichten den Propheten Muhammad und seine Gefährten selbst mitten in der Folter.  Abu Bakr, der engste Freund des Propheten Muhammad und ein wohlhabener Händler mit der gleichen Stellung wie Umayya würde geschockt, um zu vermitteln.  Er kam auf das offene Feld, wo Bilal zur Belustigung gefoltert wurde.  Abu Bakr verlor nicht seine Beherrschung, den dies war nicht seine Art, aber er machte den Folterern Vorwürfe.  Er sagte zu Umayya: "Fürchtest du nicht Gott, dass du diesen armen Mann so behandelst?"  Er antwortete: "Du bist derjenige, der ihn verdorben hat, also rette ihn aus seiner Not!" Abu Bakr antwortete: "Dann verkaufe ihn mir, nenne mir deinen Preis!"  Umayya war ein Geschäftsmann und konnte sich keinen Handel entgehen lassen, also verkaufte er Bilal für einen guten Preis.  Um Bilal zu demütigen, fügte er hinzu: "Ich hätte ihn dir auch verkauft, wenn du nur eine Unze Gold geboten hättest."  Abu Bakr antwortete: "Ich hätte ihn auch gekauft, wenn du ein hundert Unzen verlangt hättest."

Bilal wurde versorgt und gesund gepflegt.  Nach seiner Genesung wurde er zum Propheten Muhammad gebracht und stand an seiner Seite, unterstützte ihn und lud andere zum Islam ein.  Zur Zeit des Propheten Muhammad war Sklaverei eine weltweite, fest eingewurzelte Institution.  Die Gesetze des Islam strebten danach, die Sklaven zu befreien; Gott erwähnt im Qur´an, dass die Sühne für zahlreiche Sünden die Befreiung eines Sklaven ist, und dies wird als eine fromme Tat betrachtet.

Bilal liebte es, in der Gesellschaft des Propheten Muhammad zu sein und kam ihm außergewöhnlich nahe.  Verschiedene Überlieferungen erwähnen, dass Bilal die Ehre hatte, den Propheten jeden Morgen zu wecken, und soviel Zeit wie möglich mit ihm zu verbringen.  Die Geschichte von Bilal wird oft benutzt, um die Wichtigkeit des Pluralismus und der Rassengleichheit im Islam zu demonstrieren.  Was noch wichtiger ist, ist dass sie ein Beispiel dafür ist, dass die Frömmigkeit eher das Maß des Menschen ist als Rasse, ethnische Zugehörigkeit oder sozialer Stand. 

Im zweiten Teil werden wir mehr über Bilal erfahren, über die Auswanderung der Muslime nach Medina und die große Ehre, die Bilal, dem befreiten abessinischen Sklaven, zuteil wurde.  



Fußnoten:

[1] Ibn Hisham & Talqih Fuham Alil Athar S.61.

[2] Götzen, die von dem Volk in Mekka angebetet wurden.  

[3] Das arabische Wort Ahad wird wegen seiner Bedeutung eher verwendet als das deutsche einer oder das arabische wahad  – nicht nur eins als Zahl sondern der Eine Gott.

 

 

Bilal Ibn Rabah (teil 2 von 2): Der erste Muezzin des Islam

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Beschreibung: Aus den Tiefen der Sklaverei auf die hochragenden Minaretts.

  • von Aisha Stacey (© 2015 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 23 Feb 2015
  • Zuletzt verändert am 24 Feb 2015
  • Gedruckt: 26
  • Gesehen: 8814 (Tagesmittelwerte: 5)
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Bilal-Ibn-Rabah2.jpgBilal Ibn Rabahs Annahme des Islam ist eine mächtige Geschichte über Sklaverei, Konversion, Folter und Rettung.  Sie berührt die Aspekte des Rassismus, ist eine Lektion in Pluralismus und lehrt uns, dass Frömmigkeit das einzige Maß für den Wert einer Person darstellt.  Bilals Geschichte ist auch die Geschichte des Adhaan oder Gebetsrufes, den Bilal war auch der erste Muezzin des Islam.[1]

Auf der ganzen Welt ist eines der ergreifendsten Symbole des Islam der wohlklingende Ruf zum Gebet.  Sein erhabener Klang hallt durch die Städte und Wiesen, über Stände, fruchtbare Felder und in öden Tälern.  Einmal gehört, kann man den Klang des Adhaan nie wieder vergessen, und viele Menschen haben den Islam als ihre Religion angenommen einfach weil sie diesen inbrünstigen Klang gehört haben. Adhaan, was Ankündigung bedeutet, wird nur einmal im Qur´an erwähnt, doch nichtsdestotrotz spielt er eine wesentliche Rolle im Leben eines Muslim. 

Für diejenigen, die im Islam geboren sind, ist es oft das erste Geräusch, das sie hören.  Sofort nach der Geburt hält der Vater oder ein anderer wichtiger Muslim im Leben des Kindes das Neugeborene und flüstert ihm die Worte des Adhaan ins rechte Ohr.  Die Zeit für das Gebet wird fünfmal am Tag von hochragenden Minaretts, von Uhren oder Computern verkündet.  Wenn ein Muslim den Adhaan hört, beginnt die Vorbereitung für das Gebet.  Bilal hatte wegen seiner schönen Stimme die Ehre, der erste Mann der Welt zu sein, der den Adhaan machte und die Gläubigen zum Gebet rief. 

"O ihr, die ihr glaubt, wenn zum Freitagsgebet gerufen wird, dann eilt zum Gedenken Gottes und stellt den Geschäftsbetrieb ein. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet."  (Quran 62:9)

Im Jahr 622 wanderten der Prophet Muhammad, Bilal und die meisten der jungen muslimischen Gemeinde nach Medina aus.  Hier begann der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, das Werk, eine muslimische Nation aufzubauen.  Bilal war an seiner Seite, wo auch immer es möglich war, und wie ein Kommentator sagte: "Jedes Ereignis in Muhammads Leben war ein Ereignis in Bilals Leben."[2]  Es wurde berichtet, dass Bilal dem Propheten Muhammad so nahe stand, das ser die Pflicht besaß, ihn morgens zu wecken.[3]

Nach den authentischen Überlieferungen war der Prophet Muhammad besorgt und bestrebt, einen Weg zu finden, um die Muslime zum Gebet zu versammeln.  Er wollte etwas Einzigartiges.  Da teilte Abdullah bin Zaid, einer der Gefährten, dem Propheten einen Traum mit, den er gehabt hatte.  

‘Es erschien mir im Traum ein Mann, der zwei grüne Gewänder trug, in dessen Hand sich eine Glocke befand.  Ich sagte: "O Diener Gottes, wirst du diese Glocke verkaufen?" er sagte: "Was willst du damit anfangen?" Ich sagte: "Wir werden die Leute damit zum Gebet rufen."  Er sagte: "Soll ich dir nicht etwas Besseres zeigen als das?" Ich sagte: "Ja."  Er sagte: "Sprich: Allaahu akbar Allaahu akbar …"[4]

Gott ist der Größte!  Gott ist der Größte!  Ich bezeuge, dass es keinen wahren Gott gibt außer Gott.  Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Gottes ist.  Kommt her zum Gebet!  Kommt her zum Gebet!  Kommt her zum Heil!  Kommt her zum Heil!  Gott ist der Größte!  Gott ist der Größte!  Ich bezeuge, dass es keinen wahren Gott gibt außer Gott.[5]

Die Überlieferung geht weiter: ‘Der Prophet Muhammad hörte der Beschreibung des Traumes zu und sagte: "Dies ist ein wahrer Traum (das bedeutet, ein Traum, den Gott gesandt hat).  Hole Bilal und sag ihm, was du gesehen hast, lehre ihm die Worte, damit er den Ruf machen kann, denn er hat eine schöne Stimme."  Da ging ich zu Bilal und erzählte ihm meinen Traum, so machte er den Gebetsruf.  Umar ibn al-Khattab hörte den Ruf, als er noch in seinem Haus war; er eilte hinaus, zog seinen Mantel hinter sich her, und sprach: "Bei dem Einen, der dich mit der Wahrheit gesandt hat, o Gesandter Gottes, ich habe denselben Traum gesehen."  Der Prophet Muhammad war zufrieden und sagte: "Gepriesen sei Gott."‘[6]

In der Dekade nach der Auswanderung begleitete Bilal den Propheten Muhammad auf allen militärischen Expeditionen und hatte die Ehre, den Speer des Propheten Muhammad tragen zu dürfen.  Er kämpfte in der Schlacht von Badr und in dem Gefolge tötete er seinen früheren Herrn, Umayya ibn Khalaf.  Bilal war auch in der Schlacht von Uhud und in der Grabenschlacht dabei.[7]

Bilals Leben nach seiner Konversion zum Islam enthielt zahlreiche Augenblicke größter Freude, allerdings muss seine schönste Stunde 630 nChr. gewesen sein, bei einer Gelegenheit die als einer der heiligsten Momente der islamischen Geschichte angesehen werden.  Nachdem die muslimischen Kräfte Mekka erobert hatten, stieg Bilal auf die Kaaba, das Haus Gottes, um die Betenden zum Gebet zu suchen.  Das war das erste Mal dass der Gebetsruf in der heiligsten Stadt des Islam gehört würde. 

Nach dem Tod des Propheten Muhammad, fühlte sich Bilal nie mehr wie zuvor.  Einen Tag nach dem Tod des Propheten ging Bilal wie gewöhnlich, um den Adhan zum Morgengebet zu machen.  Als er den Adhan rief, brach er zusammen und Tränen begannen über seine Wangen zu strömen.  Es gelang ihm, den Rest des Adhan mit leiser Stimme zu beenden.  Daraufhin hörte Bilal damit auf, in Medina Adthaan zu machen.

Die Erinnerungen an Medina waren zu schwer für ihn, um damit zu Leben, und erzog an einen anderen Ort.  Später, wenn er Medina besuchte, stimmte er auf Wunsch der Enkelsöhne des Propheten Muhammad zu Adhan zu machen.  Alte Erinnerungen, die tief in seinem Herzen lagen, wurden wieder belebt und diejenigen, die die goldenen Tage mit dem Propheten Muhammad verlebt hatten, konnten ihre Tränen nicht zurück halten.

Es wird angenommen, dass Bilal zwischen 638 und 642 nChr. in Syrien verstarb.  Imam al-Suyuti schreibt in seinem Buch:Tarikh al-Khulafa’: "Er (Bilal) starb im Alter von über sechzig in Damaskus." Andere sind der Meinung, dass er in Medina starb.  Wir können sicher sein, dass sein ewiger Aufenthalt das Paradies sein wird, denn der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, nannte Bilal "einen Mann des Paradieses".[8]

 



Fußnoten:

[1] Derjenige, der die Gläubigen zum Gebet ruft. 

[2] H.A.L Craig.  (http://www.alhamra.com/Excerpts/BilalExcerpt.htm)

[3] Barry Hoberman
(http://www.saudiaramcoworld.com/issue/198304/the.first.muezzin.htm)

[4] Ahmad, At-Tirmidhi, Abu Dawood, & Ibn Majah

[5] English translation

[6] Ahmad, At-Tirmidhi, Abu Dawud, & Ibn Majah

[7] H.A.L Craig.  (http://www.alhamra.com/Excerpts/BilalExcerpt.htm)

[8] Sahieh Muslim

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