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Hağğ – Die Reise des Lebens (teil 1 von 2): Der Tag von Arafah und seine Vorbereitung

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Beschreibung: Ein Fünftel der Menschheit teilt eine einzige Sehnsucht: wenigstens einmal im Leben die spirituelle Reise Hağğ vervollständigen zu können.  Teil 1: Eine Einleitung zum Hağğ und manche der Riten, die zum tatsächlichen Tag des Hağğ hinführen. 

  • von Nimah Ismail Nawwab (edited by M. Abdulsalam)
  • Veröffentlicht am 02 Jun 2008
  • Zuletzt verändert am 04 Aug 2019
  • Gedruckt: 514
  • Gesehen: 19503 (Tagesmittelwerte: 4)
  • Bewertung: 5 von 5
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Die Hağğ oder Pilgerreise nach Mekka, eine der zentralen Pflichten des Islam, deren Ursprünge auf den Propheten Abraham zurückzuführen sind, bringt Muslime aller Rassen und Sprachen zusammen – eines der bewegendsten spirituellen Erlebnisse meines Lebens.

Seit 14 Jahrhunderten haben unzählbare Millionen Muslime, Männer und Frauen aus allen vier Himmelsrichtungen, die Pilgerreise nach Mekka gemacht, dem Geburtsort des Islam.  Indem sie dieser Verpflichtung nachkommen, erfüllen sie eine der fünf "Säulen" des Islam, oder der zentralen Pflichten des Gläubigen.

Muslime führen die überlieferten Ursprünge der göttlich angeordneten Pilgerreise auf den Propheten Abraham zurück.  Gemäß dem Qur´an war es Abraham, der zusammen mit Ismael die Kaaba erbaut hat, das "Haus Gottes", die Richtung, in die die Muslime sich fünfmal am Tag in ihren Gebeten richten.  Es war Abraham, der auch die Rituale für die Hağğ aufgestellt hat, die auf Ereignisse oder Handlungsweisen aus seinem Leben oder dem von Hağğar und ihrem Sohn Ismael zurückzuführen sind.

In dem Kapitel "Die Pilgerreise" spricht der Qur´an von dem göttlichen Befehl, Hağğ zu machen und prophezeiht ihre Beständigkeit:.

“Und als Wir für Abraham die Stätte des Hauses bestimmten, (sprachen Wir): "Setze Mir nichts zur Seite und halte Mein Haus rein für die (es) Umkreisenden, Betenden und Sich-Niederwerfenden.  Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf.  Sie werden zu Fuß und auf jedem mageren Kamel aus allen fernen Gegenden zu dir kommen.” (Quran 22:26-27)

Unterdessen erhielt der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden sei auf ihm, den göttlichen Ruf, denn die Praktiken der Götzendiener hatten die ursprünglichen Zeremonien der Hağğ verschmutzt.  Der Prophet führte, von Gott dazu angeleitet, die Hağğ nach dem Vorbild Abrahams wieder ein, nachdem er ihre Riten in ihrer ursprünglichen Reinheit wiederhergestellt hatte.

Muhammad selbst wies die Gläubigen in die Riten der Hağğ ein.  Er tat dies auf zweierlei Arten: mit seiner eigenen Art und Weise, wie er die Pilgerreise vollzog oder indem er die Art und Weise seiner Gefährten empfahl.  Dies fügte den Riten eine gewisse Komplexität hinzu, erhöhte aber auch deren Flexibilität in der Ausführung, was für die Pilger seit damals von Nutzen ist.  Beispielsweise ist es erlaubt, bei der Durchführung mancher Riten eine andere Reihenfolge zu wählen, denn vom Propheten selbst wird überliefert, dass er solches empfohlen hatte.  Auch wenn die Riten der Hağğ durchdacht, zahlreich und abwechslungsreich sind, wollen wir unten einige beleuchten.

Die Hağğ  nach Mekka ist einmal im Leben die Pflicht eines jeden männlichen oder weiblichen Erwachsenen, dessen Gesundheit und Mittel dies erlauben, oder, mit den Worten des Qur´an: "für jene, die den Weg dahin machen können."  Sie ist keine Pflicht für Kinder, obwohl manche Kinder ihre Eltern auf dieser Reise begleiten.

Bevor er sich auf den Weg macht, soll der Pilger alles Unrecht wiedergut-machen, alle Schulden begleichen, genug Geld für sich unterwegs und auch für die Versorgung seiner Familie zu Hause, solange er fort ist, einplanen, und sich selbst auf gutes Benehmen während der gesamten Pilgerreise vorbereiten.

Wenn die Pilger die Hağğreise unternehmen, folgen sie den Fußstapfen von Millionen vor ihnen.  Heutzutage erreichen hundert tausende Gläubige aus über 70 Ländern Mekka von der Straße, dem Meer oder aus der Luft, sie machen eine Reise, die jetzt um einiges weniger anstrengend ist, als es häufig in der Vergangenheit war.

Bis ins 19. Jahrhundert bedeutete die lange Reise nach Mekka noch, als Teil einer Karavane zu reisen.  Es gab drei Hauptkaravanen: die ägyptische, die in Kairo gebildet wurde; die irakische, die aus Baghdad loszog und die syrische, die nach 1453 in Istambul startete, Pilger auf dem Weg sammelte und über Damaskus nach Mekka reiste.

Da die Hağğreise Monate dauerte, wenn alles gut verlief, trugen die Pilger die Versorgung, die sie brauchten mit sich, um sich auf ihrer Reise zu versorgen.  Die Karavanen wurden sorgfältig mit Annehmlichkeiten und Sicherheiten ausgestattet, wenn die Reisenden reich waren, aber den Armen ging oft die Versorgung aus, und sie mussten ihre Reise unterbrechen, um zu arbeiten, wieder Geld zu sparen und dann ihre Reise fortzusetzen.  Daraus resultierten lange Reisen, die in manchen Fällen zehn Jahre und mehr dauerten.  Reisen in früheren Zeiten war ein Abenteuer.  Die Straßen waren häufig aufgrund der Räuberbanden unsicher.  Das Land, das die Pilger durchqueren mussten, war auch gefährlich, und sowohl natürliche Gefahren als auch Krankheiten kosteten vielen schon auf dem Weg das Leben.  Daher war die erfolgreiche Rückkehr der Pilger zu ihren Familien ein Anlass für freudige Feiern und Dankbarkeit für ihre sichere Ankunft.

Angelockt von der mystischen Ausstrahlung Mekkas und Medinas haben seit dem 15. Jahrhundert viele Westler diese beiden heiligen Städte besucht, zu denen die Pilger streben.  Manche von ihnen gaben sich als Muslime aus; andere, die wirklich konvertiert waren, kamen, um ihre Pflicht zu erfüllen.   Aber sie alle scheinen durch ihre Erfahrungen sehr bewegt zu sein, und viele berichteten ihre Eindrücke von dieser Reise und den Ritualen der Hağğ in faszinierenden Erzählungen.  Es existieren viele Hağğ -Reiseberichte in den unterschiedlichsten Sprachen, so wie die Pilger selbst auch.

Die Pilgerreise findet jedes Jahr zwischen dem 8. und 13. Tag des Dhul-Hiğğah statt, dem 12. Monat des muslimischen Mondkalenders.  Ihr erster Ritus besteht in dem Anlegen des Ihram.

Der Ihram, den die Männer tragen, ist ein weißes, saumloses Kleidungsstück, das aus zwei Teilen Stoff oder Frottee besteht, eines davon bedeckt den Körper von der Taille abwärts bis zu den Knien, und das andere wird sich um die Schulter geschlungen.  Diese Art der Bekleidung verwendeten Abraham und Muhammad.  Frauen kleiden sich so, wie sie es normalerweise tun.  Die Köpfe der Männer dürfen nicht bedeckt sein; sowohl Männer als auch Frauen dürfen einen Sonnenschirm benutzen.

Der Ihram ist ein Symbol der Reinheit und der Abwendung von schlechten und weltlichen Angelegenheiten.  Er weist auch auf die Gleichheit aller Menschen in den Augen Gottes hin.  Wenn der Pilger seine weiße Tracht trägt, tritt er oder sie in den Status der Reinheit ein, der Streiten, Gewalt gegen Mensch oder Tier und eheliche Beziehungen verbietet.  Wenn er einmal seine Hağğ-Bekleidung angelegt hat, kann sich der Pilger nicht mehr rasieren, seine Nägel schneiden oder Schmuck tragen, und er wird seine ungenähte Kleidung anbehalten, bis er die Pilgerschaft beendet hat.

Ein Pilger, der sich bereits in Mekka aufhält, beginnt seine Hağğ in dem Moment, wo er seinen Ihram anlegt.  Manche Pilger, die von weiter herkommen, sind bereits zuvor mit ihrem Ihram in Mekka angekommen und könnten ihn noch immer tragen.  Das Anlegen des Ihram wird von der anfänglichen Anrufung der Hağğ begleitet, der Talbiyah:.     

“Hier bin ich, o Gott, zu Deinem Befehl.  Hier bin ich, zu Deinem Befehl.  Du hast keinen Teilhaber; hier bin ich zu Deinem Befehl!  Alles Lob und alle Huld und alle Herrschaft sind Dein!  Du hast keinen Teilhaber!”

Die donnernden, melodischen Rufe der Talbiyah hört man nicht nur in Mekka, sondern auch in der Nähe der heiligen Stätten, die mit der Hağğ verbunden sind.  

Am ersten Tag der Hağğ schwärmen die Pilger von Mekka aus nach Mina, ein kleines unbewohntes Dorf östlich der Stadt.  Während sich ihre Massen in Mina verstreuen, verbringen die Pilger im allgemeinen ihre Zeit mit Meditation und Gebeten, wie es der Prophet bei seiner Pilgerreise auch getan hat.

Während des zweiten Tages, dem 9. Dhul- Hiğğah, verlassen die Pilger Mina um zur Ebene von Arafah zu ziehen, wo sie rasten.  Dies ist der zentrale Ritus der Hağğ.  Wenn sie sich hier versammeln, erinnert sie die Versammlung der Pilger und das Stehen an den Tag des Gerichts.  Einige von ihnen sammeln sich auf dem Berg der Gnade, wo der Prophet seine unvergessliche Abschiedsrede gehalten hat, in der er weitreichende religiöse, wirtschaftliche, soziale und politische Reformen verkündet hat.  Dies sind emotional geladene Stunden, welche die Pilger im Gottesdienst und mit Bittgebeten verbringen.  Viele bitten Gott unter Tränen um Vergebung.  An dieser heiligen Stelle erreichen sie den Gipfel ihrer religiösen Leben, denn sie fühlen die Anwesenheit und Nähe eines gnadenvollen Gottes. 

Die erste Engländerin, die Hağğ verrichtete, Lady Evelyn Cobbold, beschrieb 1934 die Gefühle der Pilger am Berg Arafah.

“Es würde einen Meisterstift brauchen, um die Szene zu beschreiben, ergreifend in ihrer Intensität, dieses große Zusammentreffen der Menscheit, von der ich eine kleine Einheit bilde, vollkommen verlassen in dieser Umgebung, in der feurigen Hingabe von religiösem Enthusiasmus.  Viele der Pilger rannen Tränen aus den Augen, andere erhoben ihre Gesichter zum sternenhellen Himmel, in den letzten Jahrhunderten schon so oft Zeuge dieses Dramas geworden ist.  Die strahlenden Augen, die leidenschaftlichen Appelle, die bemitleidenswert ausgestreckten Hände im Gebet bewegten mich auf eine Weise, wie nichts zuvor und sich fühlte mich in einer starken Welle spiritueller Verzückung.  Ich war eins mit dem Rest der Pilger in einem unvergleichlichen Akt der vollständigen Auslieferung unter den Erhabensten Willen, das ist Islam.”

Sie fährt fort, die Nähe, die die Pilger zum Propheten fühlen, während sie in Arafat stehen, zu beschreiben:.

“...wie ich neben der Granitsäule stehe, fühle ich, dass ich mich auf heiligem Boden befinde.  Ich sehe vor meinem inneren Auge den Propheten, wie er vor den weinenden Massen seine Letzte Predigt hält, vor über dreizehn Jahrhunderten.  Ich stelle mir die vielen Prediger vor, die zu den unzählbaren Millionen, die sich auf dieser Ebene schon versammelt haben, bereits gesprochen haben, denn dies ist der Höhepunkt der Großen Pilgerreise.”

Vom Propheten wird berichtet, dass er Gott um die Vergebung der Sünden der Pilger, die sich bei Arafah versammelt haben, gebeten habe – und dieser Wunsch wurde ihm gewährt.  Daher bereiten sich die hoffnungsvollen Pilger darauf vor, diese Ebene freudig zu verlassen, sie fühlen sich neugeboren, frei von Sünden, und beabsichtigen, ein neues Blatt aufzuschlagen.

 

 

Hağğ – Die Reise des Lebens (teil 2 von 2): Die Riten von Abraham

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Beschreibung: Ein Fünftel der Menschheit teilt eine einzige Sehnsucht: wenigstens einmal im Leben die spirituelle Reise Hağğ vervollständigen zu können.  Teil 2: Der Zug von Arafah bis zu den letzten Riten, und eine Hağğ, die der Allmächtige akzeptiert.

  • von Nimah Ismail Nawwab (edited by M. Abdulsalam)
  • Veröffentlicht am 02 Jun 2008
  • Zuletzt verändert am 02 Jun 2008
  • Gedruckt: 494
  • Gesehen: 13540 (Tagesmittelwerte: 3)
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Gerade nach Sonnenuntergang ziehen die Massen der Pilger nach Muzdalifah, eine offene Ebene auf halbem Wege zwischen Arafah und Mina.  Dort angekommen, beten sie zuerst, dann sammeln sie eine bestimmte Anzahl kichererbsengroßer Steinchen, die sie in den kommenden Tagen brauchen werden.

Noch vor Tagesanbruch des dritten Tages bewegt sich die Masse der Pilger von Muzdalifah nach Mina zurück.  Dort werfen sie mit den Steinchen, die sie zuvor gesammelt haben auf die weißen Säulen, eine Tradition des Propheten Abrahams.  Wenn die Pilger sieben Steinchen auf jede dieser Säulen werfen, erinnern sie sich der Geschichte, als Satan versuchte, Abraham zu überreden, Gottes Befehl seinen Sohn zu opfern, zu missachten.

Das Werfen der Steine ist ein Symbol für den Versuch des Menschen, Schlechtes und Böses abzuwerfen, nicht nur einmal sondern siebenmal – die Zahl sieben symbolisiert die Unendlichkeit.

Nach dem Werfen opfern die meisten Pilger eine Ziege, ein Schaf oder ein anderes Tier.  Sie geben das Fleisch den Armen, nachdem sie eine kleine Portion für sich selbst behalten haben.

Dieser Ritus steht in Verbindung mit Abrahams Bereitschaft, im Einklang mit Gottes Wunsch seinen Sohn zu opfern.  Es symbolisiert die Bereitwilligkeit des Muslim, das, was ihm teuer ist, zu teilen und es erinnert uns an den Geist des Islam, in dem die Unterwerfung unter den Willen Gottes eine führende Rolle spielt.  Diese Tat erinnert den Pilger auch daran, weltliche Güter mit denen, die nicht so glücklich sind, zu teilen und es ist auch eine Dankbarkeit Gott gegenüber.

Da die Pilger nun den Großteil der Hağğ beendet haben, ist es ihnen jetzt erlaubt, ihren Ihram abzulegen und ihre normale Kleidung anzuziehen.  An diesem Tag teilen Muslime auf der ganzen Welt die Freude der Pilger und wie sie opfern sie an diesem Tag und feiern ´Id al-Adha, das “Opferfest”.  Männer scheren ihre Haare und Frauen schneiden ein kleines Stück davon ab, um ihre teilweise Entweihung zu symbolisieren.  Dies alles sind Symbole der Demut.  Alle Verbote, außer das der ehelichen Beziehungen, sind nun aufgehoben.

Die Tage verbringen die Pilger noch immer in Mina, aber sie besuchen Mekka, um einen anderen essentiellen Ritus der Hağğ zu vollziehen; den Tawaf, das siebenmalige Umkreisen der Kaaba, bei dem Bittgebete zu sprechen sind.  Ihre Umkreisung der Kaaba, das Symbol für die Einheit Gottes, deutet darauf hin, dass Gott im Mittelpunkt einer jeden Aktivität des Menschen stehen muss.  Es symbolisiert ebenfalls die Verbindung von Gott und Mensch.

Thomas Abercrombie, zum Islam konvertiert und Schriftsteller und Photograph für das National Geographic Magazine, pilgerte in den 1970ern und beschrieb die Verbundenheit und Harmonie, welche die Pilger bei dem Umkreisen der Kaaba verspüren:

“Siebenmal umkreisten wir den Schrein und wiederholten die rituellen Gebete auf arabisch: ´Herr Gott, von einem solchen fernen Land bin ich gekommen zu Dir... Gewähre mir Schatten unter Deinem Thron.´  Gefangen in der wirbelnden Szene, erhöht durch die Poesie der Gebete, umkreisten wir Gottes Haus im Einklang mit den Atomen, in Harmonie mit den Planeten.”

Während sie ihre Umkreisung vollziehen, können die Pilger den Schwarzen Stein küssen oder berühren.  Dieser ovale Stein, im späten siebten Jahrhundert erst in den Silberrahmen eingelassen, besitzt in den Herzen der Muslime einen besonderen Platz, denn, gemäß mancher Hadith, ist es der einzige Überrest der Originalstruktur, die Abraham und Ismael erbaut haben.  Aber vielleich ist der einzige, wichtige Grund, den Stein zu küssen, dass es der Prophet genauso tat.

Der Stein wird aber auf keinerlei Art und Weise angebetet, denn er ist kein Objekt der Anbetung und ist es auch nie gewesen.  Der zweite Khalif, Umar ibn al-Khattab machte dies ganz deutlich, als er den Stein selbst in Anlehnung an den Propheten küsste, gab er bekannt:

“Ich weiß, dass du nur ein Stein bist, unfähig zu nutzen oder zu schaden.  Hätte ich nicht den Gesandten Gottes dich nicht küssen gesehen, würde ich dich nicht küssen.”

Nachdem sie den Tawaf beendet haben, beten die Pilger möglichst am Platz von Abraham, das ist die Stelle, an der Abraham gestanden hat, als er die Kaabah gebaut hat.  Dann trinken sie Wasser von Zamzam.

Ein anderer und manchmal abschließender Ritus ist sa´i oder “Anstrengung”.  Dies ist eine Wiederbelebung einer erinnerungswürdigen Episode aus dem Leben Hagars, die mit ihrem Sohn Ismeal in das “unkultivierbare Tal” von Mekka, wie der Quran es nennt, gebracht worden war, um dort zu leben.

Der Sa´i erinnert uns an Hagars verzweifelten Suche nach Wasser, um Ismaels Durst zu stillen.  Sie rannte siebenmal zwischen den Hügeln as-Safa und al-Marwah hin und her, bis sie die heilige Wasserquelle fand, die Zamzam genannt wird.  Dieses Wasser, das auf wundersame Weise unterhalb von Ismaels kleinen Füßen entsprang, ist dieselbe Quelle aus der noch heute die Pilger trinken. 

Wenn diese Riten erfüllt sind, ist der Weihezustand der Pilger vollständig aufgehoben: sie können alle normalen Aktivitäten wieder aufnehmen.  Jetzt kehren sie nach Mina zurück, wo sie bis zum 12. oder 13. Dhul-Hiğğah bleiben.  Dort werfen sie ihre übrigen Steinchen auf jede der Säulen, auf die Art und Weise wie es der Prophet getan hat.  Dann verlassen sie ihre Freunde, die sie während der Hağğ gefunden haben.  Bevor sie Mekka ganz verlassen, machen die Pilger noche einen letzten Tawaf um die Kaaba, um sich von der heiligen Stadt zu verabschieden.

Normalerweise verbinden die Pilger Hağğ, die größere Pilgerfahrt, mit der Umrah, der kleineren Pilgerfahrt, der durch den Qur´an ihre Grenzen bestimmt sind und die der Prophet ebenfalls durchführte.  Anders als die Hağğ, findet die Umrah nur in Mekka selbst statt und kann jederzeit im ganzen Jahr verrichtet werden.  Der Ihram, Talbiyah und die Einschränkungen die durch den Weihezustand bedingt sind, gelten bei der Umrah gleichermaßen, die auch drei Rituale der Hağğ teilt: den Tawaf, Sa´i und das Scheren bzw. Schneiden der Haare.  Der rituelle Brauch der Umrah, den Pilger wie Besucher einhalten, steht für die besondere Verehrung der einzigartigen Heiligkeit Mekkas.

Bevor oder nachdem sie in Mekka waren, nutzen die Pilger bei Hağğ oder Umrah gegebenenfalls auch die Gelegenheit, die Moschee des Propheten in Medinah zu besuchen, die zweitheiligste Stadt im Islam.  Hier liegt der Prophet in einem einfachen Grab begraben.  Der Besuch in Medinah ist keine Pflicht, denn es stellt keinen Teil der Hağğ oder Umrah dar, aber die Stadt – die Muhammad willkommen hieß, als er aus Mekka auswanderte – ist reich an bewegenden Erinnerungen und historischen Plätzen, welche die Erinnerung an ihn als Propheten und Staatsführer wachrufen.

In dieser Stadt, die die Muslime seit Jahrhunderten lieben, kann man noch immer die Auswirkungen des Leben des Propheten spüren.  Muhammad Asad, ein österreichischer Jude, der 1926 zum Islam konvertiert ist, und fünf Pilgerreisen zwischen 1927 und 1932 unternahm, beschreibtt die Anziehungskraft dieser Stadt:

“Selbst nach dreizehn Jahrhunderten ist die spirituelle Gegenwart [des Propheten] hier lebendig wie damals.  Nur durch ihn wurde aus der verstreuten Gruppe von Dörfern, die einst Yathrib genannt wurde, eine Stadt, und sie wurde den Muslimen bis zum heutigen Tage so lieb, wie keine andere Stadt irgendwo sonst auf der Welt je geliebt wurde.  Sie hat noch nicht einmal einen eigenen Namen: seit über dreizehn hundert Jahren wird sie Madinat an-Nabi, “die Stadt des Propheten” genannt.  Über dreizehnhundert Jahre ist hier so viel Liebe zusammengeflossen, dass alle Formen und Bewegungen eine gewisse Familienähnlichkeit aufweisen und jegliche abweichenden Erscheinungen finden einen tonalen Übergang in eine allgegenwärtige Harmonie.”

Wenn die Pilger unterschiedlicher Rassen und Sprachen nach Hause zurückkehren, tragen sie die hingebungsvollen Erinnerungen an Abraham, Ismael, Hagar und Muhammad mit sich.  Sie werden sich immer an das Zusammentreffen mit Menschen aus aller Welt erinnern, wo arme und reiche, schwarze und weiße, junge und alte sich auf einer gleichen Ebene getroffen haben. 

Sie kehren mit einem Gefühl der Ehrfurcht und Gelassenheit zurück: Ehrfurcht aufgrund ihrer Erfahrungen bei Arafat, als sie sich Gott am nächsten gefühlt haben, wo sie auf der Seite standen, an welcher der Prophet auf seiner ersten und einzigen Pilgerreise seine Abschiedspredigt gehalten hatte; und Gelassenheit, weil sie auf dieser Ebene ihre Sünden abgeworfen haben und nun von deren schwerer Last befreit sind.  Sie kehren ebenfalls mit einem größeren Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Brüder im Islam zurück.  Dies ist entstanden aus dem Geist für andere zu sorgen und  dem Verständnis für ihr eigenes reiches Erbe, das ihre Leben lang andauern wird.

Die Pilger kommen strahlend mit Hoffnung und Freude zurück, denn sie haben Gottes uraltes Gebot an die Menschheit erfüllt.  Vor allem kommen sie mit einem Gebet auf den Lippen zurück: “Bitte, Gott”, beten sie, “akzeptiere unsere Hağğ von uns”, und möge das, was der Prophet sagte, für ihre eigene Reise auch zutreffen:

“Es gibt keine Belohnung für die fromme Pilgerreise als das Paradies.” (Al-Tirmidhi)

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