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Was ist Sikhismus? (teil 1 von 2): Zehn Gurus und ein Buch

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Beschreibung: Eine Religion, die aus Unzufriedenheit geboren wurde. 

  • von Aisha Stacey (© 2016 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 25 Apr 2016
  • Zuletzt verändert am 25 Apr 2016
  • Gedruckt: 17
  • Gesehen: 5335 (Tagesmittelwerte: 3)
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Sikhism1.jpgSikhismus hat seinen Ursprung in dem Wort Sikh, welches wiederum von der Sanskritwurzel śiya kommt und Jünger oder Lernender bedeutet.  Es ist die fünftgrößte Religion der Welt mit ungefähr 27 Millionen Anhängern.  Der Großteil der Sikhs leben in der Punjabregion Indiens und Pakistans; allerdings leben Sikhs auf der ganzen Welt mit über 336,000 allein in UK.  Sikhismus wurde im 15. Jahrhundert von Guru Nanak gegründet, und basiert auf seinen Lehren, und denen der neun Sikhgurus, die ihm folgten. 

Guru Nanak wurde in einer Hindufamilie geboren, zu einer Zeit in der Geschichte, nicht anders als unsere eigene, als Hindus und Muslime sich in einem Zustand extremer Konflikte befanden.  Er fühlte sich gezwungen, die Sikh-Religion zu gründen, indem er sagte: "Es gibt keinen Hindu, es gibt keinen Muslim, also welchem Pfad soll ich folgen?  Ich sollte dem Pfad Gottes folgen."  Guru Nanak und diejenigen, die ihm folgten, lehnten das hinduistische Kastensystem ab, und versuchten, es größtenteils aus ihrem Denken zu löschen.  Weil das Kastensystem einst am Nachnamen erkennbar war, verwenden alle männlichen Sikhs den Namen Singh, der Löwe bedeutet, und die Frauen den Namen Saur, der Prinzessin bedeutet.   

Neun erleuchtete Männer folgten Guru Nanak und sie wurden zusammen als die zehn Gurus bekannt.  Das Wort Guru stammt aus der Sprache des Sanskrit und bedeutet Lehrer, geehrte Person, religiöse Person oder Heiliger.  Sikhismus fügt der Definition des Wortes Guru eine ganz besondere Definition hinzu - die Herabsendung göttlicher Führung für die Menschheit durch die Erleuchteten.

Die Gründung der Sikhreligion begann 1469 mit Guru Nanak; der göttliche Geist wurde jedem Guru weiter gereicht. 

Nach dem Tod des zehnten Gurus, Gobind Singh 1708, wurden die heiligen Schriften der Sikhs Guru Granth Sahib genannt.  Der Granth war vom fünften Sikh Guru, Guru Arjan Dev ji, zusammengestellt worden.  Er hat die enorme Aufgabe übernommen, die Hymnen und Kompositionen von Guru Nanak und seinen Nachfolgern zu sammeln, zu ordnen und zu prüfen.   Er beschloß, nicht nur die Hymnen der Gurus sondern auch die anderer religiöser Männer aufzunehmen, sowohl von Muslimen und Hindus.  Es ist nicht deutlich, ob der Guru Granth Sahib als Offenbarung betrachtet wird oder als Inspiration von Gott, dennoch werden seine Lehren auf drei Arten praktiziert: den heiligen Namen singen und so Gottes zu allen Zeiten gedenken, ein ehrlicher Lebensunterhalt und mit anderen teilen und Bedürftigen helfen.  Hiervon ausgehend kann eine stark vereinfachte Form[1] der Lehren des Sikhismus folgendermaßen beschrieben werden:

1.    Es gibt nur einen Gott.  Diene und bete zu dem einen Gott und zu keinem anderen.

2.    Gedenke Gott, arbeite hart und hilf anderen. 

3.    Gott ist mit ehrlicher Arbeit und aufrichtigem Leben zufrieden.

4.    Es gibt vor Gott nicht reich oder arm, schwarz oder weiß.  Taten machen dich gut oder schlecht.    

5.    Männer und Frauen sind vor Gott alle gleich.   

6.    Liebe jeden und bete für alle um Gutes.

7.    Sei freundlich zu Menschen, Tieren und Vögeln.

8.    Fürchte dich nicht, ängstige dich nicht.   

9.    Sprich immer die Wahrheit.   

10.  Sei einfach in deinem Essen, deiner Kleidung und Gewohnheiten. 

Anders als die meisten Religionen tragen Sikhs die fünf Artikel ihres Glaubens.  Diese sind als die fünf Ks bekannt.  Kesh, ungeschnittenes Haar, das sehr sauber gehalten wird und als von Gott gegeben angesehen wird.  Kangha, ein kleiner hölzerner Kamm, um das Haar ordentlich zu halten, und der als Erinnerung an ein wohlgeordnetes Leben dient.  Kirpan ist ein kurzes Schwert, etwa 15 cm lang.  Es steht für Ehre, Würde, Mut und die Pflicht eines Sikhs, die Schwachen und Unterdrückten zu verteidigen, sowie die Wahrheit zu unterstützen.  Der Kirpan sollte nie aus Wut gezogen werden, doch wenn er gezogen wurde, darf er nie in den Schaft zurück kehren, ohne Blut vergossen zu haben.  Der Kara ist ein Armreifen aus Stahl, , der am rechten Handgelenk getragen wird (außer wenn der Träger Linkshänder ist).  Der Kreis des Armreifens ist ein Symbol für Gott und für Einheit, und der Stahl symbolisiert Stärke und das Kämpfen für Recht.  Kachs sind kurze Unterhosen mit einem Kordelzug gebunden, die eine leichte Beweglichkeit im Kampf ermöglichen.  Sie symbolisieren ebenfalls Reinheit und Anstand und erinnern daran, den Ehegatten treu zu bleiben.

Das allgemein anerkannte Symbol des Sikhismus ist der Turban, den Männer tragen.  Er symbolisiert Disziplin, Integrität, Demut und Spiritualität und ist ein zwingend notwendiger Teil des Sikhglaubens, keine gesellschaftliche Tradition.  Das lange, ungeschnittene Haar wird von etwa 15 Fuß Stoff bedeckt.  Sowohl Männer als auch Frauen bedecken ihre Köpfe in der Öffentlichkeit als Zeichen des Respekts für die Gurus und für Gott.

Sikhs halten Gottesdienste in einem Gebäude ab, das als Gurdwara (die Tür des Gurus) bekannt ist, und es ist normalerweise auch ein Gemeinschaftszentrum, das aus zwei Hallen besteht, und einem Raum, in dem der Guru Granth Sahib aufbewahrt wird, wenn er nicht in der Gebetshalle benutzt wird. Sikhs besitzen keinen besonderen Tag der Andacht, dennoch gibt es gewöhnlich täglich Gottesdienste, häufig mehrmals am Tag in größeren Zentren.  Ein safran und blauer Nishan Sahib (Flagge) flattert außerhalb des Gurdwara, um einen Ort der Gastfreundschaft anzuzeigen.  Es ist keinem gestattet, Tabak, Alkohol oder Drogen mit hinein zu bringen.  Betende lassen ihre Schuhe draußen und bedecken respektvoll ihre Köpfe, wenn sie eintreten.

Innerhalb des Gudwara ist der Guru Granth gewöhnlich aufgestellt und die Betenden verbeugen sich vor ihm, bevor sie Essen oder Geld spenden.  Meistens sitzen Männer und Frauen getrennt, doch dies ist eine kulturelle und keine religiöse Verpflichtung.  Ein wichtiges Merkmal des Gottesdienstes ist die Verteilung und der Austausch von Kara parshad einer Mischung aus Gries, Zucker und Ghee.   Diese Mischung wird gegen Ende der Zeremonie gesegnet, indem sie mit dem kleinen Schwert, das als Kirpan bekannt ist, umgerührt wird.  In den großen Gudwaras, wo den ganzen Tag über Gottesdienste gehalten werden, wird Kara pashard den Betenden verteilt, wenn sie das Gebäude betreten oder verlassen.

Im zweiten Teil werden wir das Konzept von Gott der Sikhs betrachten und einige ihrer Ansichten mit dem Islam vergleichen. 



Fußnoten:

[1] (http://www.ely.anglican.org/education/schools/collective_worship/documents/Background.pdf)

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