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Die Geschichte von Moses (teil 4 von 12): Ein Fremder in der Fremde

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Beschreibung: Moses findet Schutz in Madyan.

  • von Aisha Stacey (© 2014 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 10 Feb 2014
  • Zuletzt verändert am 10 Feb 2014
  • Gedruckt: 228
  • Gesehen: 18677 (Tagesmittelwerte: 9)
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Nachdem er über eine Woche durch die brennendheiße Wüste gegangen war, kam Moses an einer Oase an, wo Gruppen von Männern ihre Tiere tränkten.  Sie schubsten, kämpften, spaßten und lachten, benahmen sich auf raue und turbulente Weise.  Moses warf sich auf den Boden, aus Dankbarkeit für den Schatten eines Baumes.  Als er wieder Luft bekam, bemerkte er zwei Frauen und ihre Schafherde.  Sie standen im Hintergrund und zögerten, sich dem Brunnen zu nähern.  

Moses war ein Mann der Ehre.  Obwohl er erschöpft und dehydriert war, konnte es Moses nicht ertragen, die Frauen dort stehen zu sehen, sich fürchtend, sich dem Wasserloch zu nähern.  Er näherte sich ihnen und fragte, warum sich nicht die Männer ihrer Familie um die Schafe kümmerten.  Die jungen Frauen erklärten, dass ihr Vater ein alter Mann sei und die Aufgabe, für die Schafe zu sorgen, sei nun ihre Aufgabe. 

Moses nahm die Schafe der Frauen mit zum Brunnen, wo er sich leicht durch die Männer schob, dort bereits waren.  Nachdem er diese Aufgabe erledigt hatte, war Moses´ Energie völlig verbraucht.  Er saß im Schatten des Baumes und fing an, Gott zu lobpreisen.  Er sagte: “O Herr, was auch immer du mir an Gutem gewährst, ich kann es wirklich brauchen.”

Und als er sich in Richtung Madyan begab, sagte er: "lch hoffe, mein Herr wird mich auf den rechten Weg leiten." Als er zum Wasser von Madyan kam, fand er dort eine Schar von Leuten, die (ihr Vieh) tränkten. Und neben ihnen fand er zwei Frauen, die (ihr Vieh) zurückhielten. Er sagte: " Was ist mit euch?" Sie sagten : "Wir können (unser Vieh) nicht eher tränken, als bis die Hirten (ihre Herden) fortgetrieben haben, und unser Vater ist ein hochbetagter Greis."  Da tränkte er (ihre Herde) für sie. Dann zog er sich in den Schatten zurück und sagte: "Mein Herr, ich bedarf des Guten, was immer es (auch) sei, das Du auf mich herab senden magst."  (Quran 28:22-24)

Der Quran berichtete uns die Geschichten der Propheten Gottes, damit wir von ihnen lernen.  Die Propheten sind würdige Vorbilder und ihre Leben unterscheiden sich nicht wesentlich von unseren.  Wie oft ist jeder von uns im Boden oder in einem Stuhl vor Verzweiflung versunken?  Wie oft haben wir uns körperlich oder mental abgekämpft gefühlt, dass es uns vorkam, als könnten wir keine einzige Sekunde mehr gehen?  

     Moses wandte sich wieder einmal der einzigen wirklichen Quelle der Hilfe für die Menschheit zu – Gott, und noch bevor er sein Bittgebet beendet hatte, war die Hilfe unterwegs.  Moses erhoffte sich möglicherweise ein Stückchen Brot oder eine Handvoll Datteln, doch anstatt dessen gab ihm Gott Sicherheit, Versorgung und eine Familie.  

     Eine der beiden Frauen kehrte zu Moses zurück.  Sie näherte sich ihm mit Anstand und Schüchternheit und sagte zu Moses: “Mein Vater möchte dich für deine Freundlichkeit belohnen und lädt dich zu uns nach Hause ein.’  Daraufhin stand Moses auf und ging den älteren Mann besuchen.  Sie saßen zusammen und Moses erzählte seine Geschichte.  Der ältere Mann zerstreute seine Sorgen und teilte Moses mit, dass er sicher die ägyptische Grenze überquert habe; er befand sich nun in Madyan und war in Sicherheit vor denen, die ihn verfolgten. 

Und eine der beiden (Frauen) kam zu ihm gelaufen voller Scham. Sie sagte: "Siehe, mein Vater ladet dich ein, damit er dich dafür belohnen kann, dass du unser Vieh getränkt hast." Als er nun zu ihm kam und ihm seine Geschichte erzählte, sagte er: "Fürchte dich nicht; du bist dem ungerechten Volk entronnen.”  (Quran 28:25)

Nachdem Moses eingeladen worden war, mit der Familie zu bleiben, näherte sich eine der Frauen ihrem Vater als er allein war und riet ihm, Moses anzustellen.  Als ihr Vater fragte warum, antwortete sie, weil er stark und vertrauenswürdig ist.  Diese beiden Eigenschaften sind die Zeichen der Führer, teilt uns der Islam mit.  In den Jahren gleich nach dem Tod des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, wurden die Führer der muslimischen Nation anhand dieser Eigenschaften ausgewählt.  Sie haben diese Politik vom Qur´an gelernt, aus den Geschichten ihrer frommen Vorgänger. 

Der ältere Mann, von dem einige Gelehrte denken, es sei der Prophet Schu´aib gewesen, obwohl es keine authentische Quelle gibt, die dies entweder bestätigt oder bestreitet, bot Moses die Sicherheit seiner eigenen Familie an.  Er gab Moses eine seiner Töchter zur Heirat unter der Bedingung, dass er acht Jahre für ihn arbeitet oder für zehn, wenn Moses damit einverstanden sei, zwei weitere Jahre zu bleiben.  Moses war ein Fremder in einem fremden Land.  Erschöpft und allein, aber Gott erhörte sein Bittgebet und versorgte ihn aus Quellen, die sich Moses nie vorgestellt hatte. 

Da sagte eine der beiden: "O mein Vater, stell ihn in deinen Dienst ein; denn der beste Mann, den du einstellen kannst, ist wahrlich der, der stark und ehrlich ist."  Er sagte: "lch will dir eine von diesen meinen zwei Töchtern zur Frau geben unter der Bedingung, dass du dich mir auf acht Jahre zum Dienst verpflichtest. Willst du dann zehn (Jahre) vollmachen, so steht es bei dir. Ich möchte aber nicht hart zu dir sein; du wirst in mir, so Gott will, einen rechtschaffenen (Mann) finden.  Er sagte: "Das sei zwischen mir und dir (abgemacht) Welche der beiden Fristen ich auch erfülle - es soll mich kein Vorwurf treffen; und Gott ist Zeuge dessen, was wir sagen.”  (Quran 28:26-28)

Als Gläubige dürfen wir niemals vergessen, dass Gott unsere Gebete und Bitten hört und beantwortet.  Manchmal übersteigt die Weisheit hinter den Antworten unser Verständnis, aber Gott wünscht nur das Gute für uns.  Unser Vertrauen in Gott zu setzen und uns Seinem Willen zu unterwerfen, gestattet dem Gläubigen, jedem Sturm zu wiederstehen und angesichts jeder Feindseligkeit aufrecht zu stehen.  Wir sind nie allein, genau wie Moses nicht allein gewesen ist, als er auf der Flucht vor dem einzigen Leben und dem einzigen Land, das er gekannt hatte, durch die Wüste stapfte.

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