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Eine Einleitung zur Polygamie im Islam

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Beschreibung: Ein kurzer Einblick in das Konzept der Polygamie im Islam. 

  • von IslamReligion.com
  • Veröffentlicht am 18 Jan 2010
  • Zuletzt verändert am 18 Jan 2010
  • Gedruckt: 241
  • Gesehen: 13315 (Tagesmittelwerte: 4)
  • Bewertung: 3.3 von 5
  • Bewertet von: 8
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  • Kommentiert am: 2

Der Islam wird dafür kritisiert, Polygamie zu erlauben, den die populäre Kultur des Westens betrachtet Polygamie als ziemlich rückständig und armselig.  Für zahlreiche Christen ist es ein Freischein für Durcheinander und Feministen betrachten sie als Verletzung der Rechte der Frauen und Erniedrigung.  Ein wesentlicher Punkt, der verstanden werden muss, ist, dass für Muslime der Standard der Sittlichkeit nicht von der gegenwärtigen westlichen Denkweise bestimmt wird, sondern durch göttliche Offenbarung.  Ein paar einfache Fakten sollte man im Hinterkopf behalten, bevor man über Polygamie im Islam spricht.  

Der Islam hat die Polygamie nicht eingeführt

Der Islam hat die Polygamie nicht eingeführt.  Unter den östlichen Völkern der Antike war Polygamie eine anerkannte Einrichtung.  Unter den Hindus existierte Polygamie seit den frühesten Zeiten.  Es gab unter den antiken Babyloniern, Assyrern und Persern keine Einschränkung der Zahl der Ehefrauen, die ein Mann haben konnte.  Obwohl die Griechen und Römer keine polygamen Gesellschaften waren, waren dort Konkubinen die Regel.[1]  Der Islam stellte für die Polygamie Regeln auf, indem er die Zahl der Ehefrauen einschränkte und die Verantwortlichkeit betonte.  Tatsächlich war laut David Murray, einem Anthropologist, die Polygamie historisch gesehen weiter verbreitet als Monogamie.[2]

Polygamie von den Propheten Gottes

Die großen hebräischen Patriarchen, die von Judentum, Christentum und Islam gleichermaßen anerkannt werden – Abraham, Moses, Jakob und Salomon, nur um einige wenige zu nennen – waren polygam.  Gemäß der Bibel hatte:

Abraham drei Frauen (Genesis 16:1, 16:3, 25:1)

Moses zwei Frauen (Exodus 2:21, 18:1-6; Zahlen 12:1)

Jakob vier Frauen (Genesis 29:23, 29:28, 30:4, 30:9)

David mindestens 18 Frauen (1 Samuel 18:27, 25:39-44; 2 Samuel 3:3, 3:4-5, 5:13, 12:7-8, 12:24, 16:21-23)

Salomon 700 Frauen (1 Könige 11:3).[3]

Das Beispiel von Jesus, der die Polygamie billigte, ist nicht relevant, weil er während seiner Mission auf der Erde nicht geheiratet hatte.  

Ehe im Islam

Die Ehe im Islam ist eine gesetzliche Vereinbarung, kein Sakrament wie im christlichen Sinne, und wird mit einem Vertrag abgesichert.  Eine islamische Ehe legt Rechte und gegenseitige Verantwortung für jeden Ehepartner fest.  Kinder, die sonst außerehelich geboren wären, sind gesetzlich anerkannt und erhalten einen Anteil am Erbe von ihren Eltern. 

Der Hauptzweck der Ehe im Islam ist, Sexualität innerhalb der Ehe zu regeln und eine Atmosphäre der Beständigkeit und der Ausdehnung der Familie zu gewähren.  Dies steht in scharfem Kontrast zu den sich ausbreitenden Heiratstrends im Westen.  In den letzten Jahrzehnten gibt es mehr Alternativen zur Ehe als jemals zuvor.  Zusammenleben ohne Trauschein hat sich unter den jungen Menschen weit verbreitet, ebenso wie nie verheiratete Erwachsene, sowie Geschiedene.  Immer mehr amerikanische Frauen haben uneheliche Kinder, ignorieren die traditionelle Abfolge von erst Heiraten und dann Kinder bekommen.  

Polygamie im Qur´an

Die muslimische Schrift, der Qur´an, ist die einzige in der Welt bekannte Schrift, welche die Polygamie einschränkt und strenge Regeln für ihre Ausübung aufstellt:  

“… so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier .  Doch wenn ihr fürchtet, sie nicht gleich behandeln zu können, dann (heiratet) eine.” (Quran 4:3)

Der Qur´an schränkte die Anzahl der Ehefrauen auf vier ein.  In den frühen Tagen des Islam waren die Leute, die den Islam annehmen wollten und mehr als vier Ehefrauen hatten, verpflichtet, die überzähligen scheiden zu lassen.  Der Islam reformierte die Institution der Polygamie, indem er die Gleichbehandlung aller Frauen zur Voraussetzung machte.  Es ist dem Muslim nicht erlaubt, unter seinen Frauen Unterschiede zu machen, was ihre Unterbringung, Unterhalt und Zeitaufteilung, sowie andere Verpflichtungen des Ehemannes angeht.  Der Islam gestattet es einem Mann nicht, eine andere Frau zu heiraten, wenn er in seiner Behandlung nicht gerecht sein wird.  Der Prophet Muhammad verbot, von seinen Frauen oder von seinen Kindern irgendwelche zu bevorzugen. 

Ehe und Polygamie  im Islam sind ebenfalls Angelegenheiten, die gegenseitige Zustimmung erfordern.  Niemand kann eine Frau zwingen, einen verheirateten Mann zu heiraten.  Der Islam erlaubt die Mehrehe lediglich; er erzwingt sie nicht, und sie ist keine Pflicht.  Eine Frau kann sogar in ihrem Ehevertrag festlegen, dass ihr Ehemann keine zweite Frau heiraten darf.  Der Punkt, der im Westen häufig missverstanden wird, ist, dass Frauen in anderen Kulturen – insbesondere in der afrikanischen und der islamischen – die Polygamie nicht notwendigerweise als Zeichen für die Herabwürdigung der Frau betrachten.  Die Polygamie mit einer Herabwürdigung der Frauen gleichzusetzen ist dementsprechend ein ethnozentrisches Urteil anderer Gesellschaften.

Obwohl die Erlaubnis der Polygamie ganz deutlich ist, ist ihre tatsächliche Durchführung in muslimischen Gesellschaften ziemlich selten.  Manche Forscher schätzen, dass nicht mehr als 2% der verheirateten männliche Muslime polygam leben.[4]  Die meisten muslimischen Männer fühlen, dass sie die Ausgaben für mehr als eine Familie nicht leisten können.  Sogar diejenigen, die es sich leisten könnten, zusätzliche Familien zu unterhalten, sind häufig abgeneigt, aufgrund der psychologischen Belastungen, die eine weitere Frau mit sich bringt.  Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Zahl der polygamen Ehen in der muslimischen Welt weit weniger ist, als die Zahl der außerehelichen Affairen im Westen[5]  Mit anderen Worten, im Gegensatz zu der allgemein verbreiteten Vorstellung sind die meisten muslimischen Männer in der islamischen Welt heutzutage monogamer als als Männer in der westlichen Welt. 



Footnotes:

[1] “Von den einzigen wichtigen Völkern der Antike, die wenige oder überhaupt keine Spuren davon [(Polygamie)] zeigten, waren die Griechen und die Römer.  Allerdings war das Konkubinat, das als eine höhere Form der Polygamie, oder zumindest als der Monogamie näher angesehen werden kann, viele Jahrhunderte lang als Brauch anerkannt und in diesen beiden Gesellschaften sogar gesetzlich.”  The Catholic Encyclopedia: (http://www.newadvent.org/cathen/09693a.htm)

[2] Cheryl Wetzstein, “Traditionalists Fear Same-Sex Unions Legitimize Polygamy,” The Washington Times 13 Dec. 2000.

[3] Eine detaillierte Liste, welche biblischen Figuren Polygamie praktiziert haben, finden sie unter: (http://www.biblicalpolygamy.com/).

[4] Dr. Jumah al-Kholy, ‘Ta’addud al-Zawjaat wa Hikmatuhu fil Islam,’ (Mehrehen im Islam & ihre Weisheit), Journal of the Islamic University of Medina, vol. 46, 222-231.

[5] Die letzte definitive Erhebung über Sexualverhalten hat ergeben, dass 20% der Frauen und bis zu 35% der Männer das eine oder andere Mal ihren Ehegatten untreu waren. (Sex in Marriage, Little, Brown and Co., 1994, page 105).  Eine weitere Erhebung zeigt, dass Ehebruch unter Christen ebenso verbreitet ist, wie unter Nichtchristen.  Das Christianity Today Magazin hat seine Leser befragt und herausgefunden, dass 23 % zugaben, außerehelichen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. The Lutheran Church: Missouri Synod  (http://old.dcs.lcms.org/family/Content%5Cdoc_articles%5C409.doc)

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