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Christliche Gelehrte geben Widersprüche in der Bibel zu (teil 6 von 7): Unermüdliches Verfälschen am Text der Bibel

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Beschreibung: Mehr Beispiele für das Verfälschen der Bibel.  

  • von Misha’al ibn Abdullah (entnommen aus dem Buch: What Did Jesus Really Say?)
  • Veröffentlicht am 28 Sep 2009
  • Zuletzt verändert am 28 Sep 2009
  • Gedruckt: 653
  • Gesehen: 18889 (Tagesmittelwerte: 5)
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Dr. Lobegott Friedrich Konstantin von Tischendorf war einer der wichtigsten konservativen Bibelgelehrten des neunzehnten Jahrhunderts.  Er war einer der tüchtigsten, unnachgiebigsten Verfechter der "Trinität", den die Geschichte je kennengelernt hat.  Eine der größten Errungenschaften seines Lebens war die Entdeckung des ältesten bekannten Manuskripts der Bibel, das der Menschheit bekannt ist, dem "Codex Sinaiticus" aus dem Sankt Catherinen Kloster am Berg Sinai.  Eine der verheerendsten Entdeckungen, die beim Studium des Manuskripts aus dem vierten Jahrhundert gemacht wurde, war, dass das Markusevangelium bei Vers 16:8 endete und nicht mit Vers 16:20, wie heute.  Mit anderen Worten, die zwölf Verse (Markus 16:9 bis 16:20) sind irgendwann nach dem vierten Jahrhundert von der Kirche in die Bibel eingefügt worden.  Clement von Alexandria und Origen hat diese Verse nie zitiert.  Später wurde herausgefunden, dass die besagten zwölf Verse, in denen der "Bericht von der Wiederauferstehung Jesu´" zu finden ist, in den Codices Syriacus, Vaticanus und Bobiensis nicht auftauchen.  Ursprünglich enthielt das "Markusevangelium" keinerlei Erwähnung von der "Wiederauferstehung Jesu´" (Markus 16:9 bis 16:20).  Vierhundert Jahre nach dem Verschwinden Jesu´ (wenn nicht noch mehr) wurde der Kirche die göttliche "Inspiration" eingegeben, die Geschichte von der Wiederauferstehung am Ende dieses Evangeliums hinzuzufügen.  

Der Verfasser des “Codex Sinaiticus” besaß keinen Zweifel daran, dass das Markusevangelium bei 16:9 endete, wie um diese Tatsache zu betonen, können wir feststellen, dass er genau nach dem Ende dieses Verses den Text mit einem feinen künstlerischen Kniff mit den Worten: "Das Evangelium nach Markus" zu Ende bringt.  Tischendorf war ein unnachgiebiger konservativer Christ und als solcher brachte er es fertig, diese Diskrepanz beiläufig herunterzuspielen, denn seiner Einschätzung nach war Markus weder ein Jünger noch ein Augenzeuge der Mission Jesu´ gewesen, sondern er berief sich in seiner Darlegung auf die der Jünger wie Matthäus und Johannes.  Wie auch an anderer Stelle in diesem Buch zu sehen ist, erkennen die heutigen christlichen Gelehrten die Schriften des Paulus als die ältesten Schriften in der Bibel an, diese werden dicht gefolgt vom "Markusevangelium" und den Evangelien des Matthäus und des Lukas", die der allgemeinen Ansicht nach ihre Grundlage im "Markusevangelium" haben.  Diese Entdeckung war das Ergebnis jahrhundertelanger detaillierter und gewissenhafter Studien dieser christlicher Gelehrten und alle Einzelheiten können hier nicht wiederholt werden.  Es genügt, zu sagen, dass die anerkanntesten christlichen Gelehrten heute anerkennen, dass dies eine grundlegende, indiskutable Tatsache ist.  

Gegenwärtig beginnen die Übersetzer und Verleger unserer modernen Bibeln, ein bißchen aufrechter und ehrlicher mit ihren Lesern zu sein.  Obwohl sie vielleicht nicht einfach offen zugeben, dass diese zwölf Verse Verfälschungen der Kirche und nicht Gottes Worte waren, so beginnen sie aber trotzdem, die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Fakt zu lenken, dass es zwei "Versionen" des "Markusevangeliums" gibt und es dem Leser zu überlassen, sich zwischen diesen beiden "Versionen" zu entscheiden. 

Jetzt stellt sich die Frage: "Wenn die Kirche das "Markusevangelium" gefälscht hat, haben sie es dabei belassen, oder gibt es da noch mehr?"  Wie es so ist, hat Tischendorf auch entdeckt, dass das "Johannesevangelium" ebenfalls über Jahre hinweg von der Kirche bearbeitet worden war.  Zum Beispiel:  

1.      Es wurde herausgefunden, dass die Verse von Johannes 7:53 bis 8:11 (die Geschichte von der Ehebrecherin) in den meisten alten Exemplaren der Bibel, die dem Christentum heute noch zugänglich sind, absolut nicht zu finden sind, insbesondere in den Codices Sinaiticus oder Vaticanus. 

2.      Es wurde ebenfalls herausgefunden, dass Johannes 21:25 eine spätere Einfügung war und dass die Verse aus dem Lukasevangelium (24:12), die davon handeln, dass Petrus das leere Grab Jesu´ entdeckte, in den alten Manuskripten auch nicht zu finden ist.  

(Mehr zu diesem Thema lesen sie in dem Buch: "Secrets of Mount Sinai (Geheimnisse des Berges Sinai)" von  James Bentley, Doubleday, NY, 1985).

Viele der Entdeckungen von Dr. Tischendorf die ständigen und unermüdlichen Verfälschungen des Bibeltextes betreffend, wurden im zwanzigsten Jahrhundert wissenschaftlich bewiesen.  Beispielsweise hat eine Studie des Codex Sinaicus unter ultraviolettem Licht gezeigt, dass das "Johannesevangelium" ursprünglich bei Vers 21:24 endete und mit einem kurzen Anhang und dann den Worten "das Evangelium nach Johannes" abgeschlossen wurde.  Allerdings hat einige Zeit später ein völlig anders "inspiriertes" Individuum den Stift zur Hand genommen, den Text nach Vers 24 verwinden lassen und dann den "inspirierten" Text von Johannes 21:25 nach Vers 24 hinzugefügt, den wir heute in unserer Bibel finden. 

Die Beweise für die Verfälschungen werden immer mehr.  Zum Beispiel unterscheidet sich das "Vaterunser" in Lukas 11:2-4 ganz erheblich von den Versionen derer, die uns durch Vermittlung jahrhundertelanger "inspirierter" Korrekturen erreicht haben.  In Lukas 11:2-4 dieses ältesten christlichen Manuskripts lesen wir:   

“Vater, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.  Gib uns unser tägliches Brot.  Und vergib uns unsere Sünden; denn auch wir vergeben allen, die uns schuldig sind. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.”

Außerdem ist der "Codex Vaticanus" ein weiteres altes Manuskript, dem die christlichen Gelehrten einen gleichen ehrfurchtvollen Stand wie dem "Codex Sinaiticus" gewähren.  Diese beiden Codices aus dem vierten Jahrhundert werden als die ältesten Abschriften der Bibel betrachtet, die heute zugänglich sind.  Im Codex Vaticanus können wir eine Version von Lukas 11:2-4 finden, wenn auch kürzer als im Codex Sinaiticus.  In dieser Version sind sogar die Worte dein Wille geschehe wie im Himmelso auf Erden nicht zu finden.    

Nun, wie sah die Position der offiziellen Kirche angesichts dieser "Diskrepanzen" aus?  Wie entschied sich die Kirche, mit dieser Situation umzugehen?  Riefen sie die führendsten Gelehrten christlicher Literatur zu einer Riesenkonferenz zusammen, um die ältesten Manuskripte, die der Kirche zugänglich sind, gemeinsam zu studieren und zu einer gemeinsamen Übereinstimmung zu kommen, welches das wahre, ursprüngliche Wort Gottes war?  Nein! 

Also, haben sie dann jeden Aufwand unternommen, um zahlreiche Kopien der ursprünglichen Manuskripte anzufertigen und die in die christliche Welt zu versenden, damit sie ihre eigenen Entscheidungen treffen können, welches wirklich das ursprüngliche unverfälschte Wort Gottes ist?  Wieder nein! 

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