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Verbrechen und Strafe im Islam (teil 1 von 5): Einführung

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Beschreibung: Eine ausführliche Diskussion über die Regelungen, die der Islam im Umgang mit Verbrechen in der Gesellschaft eingesetzt hat.  Teil 1: Einführung und der Islamische Ansatz bei der Verbrechensbekämpfung. 

  • von Das Team von Dr. Abdurrahman al-Muala (übersetzt von islamtoday.com)
  • Veröffentlicht am 30 Aug 2010
  • Zuletzt verändert am 24 Oct 2010
  • Gedruckt: 457
  • Gesehen: 14188 (Tagesmittelwerte: 4)
  • Bewertung: 5 von 5
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Sicherheit und Stabilität sind menschliche Grundbedürfnisse, die nicht weniger wichtig sind, als Nahrung und Kleidung.  Ohne Sicherheit und Stabilität ist ein Mensch nicht in der Lage, sein tägliches Leben bestreiten, von neuen Ideen oder der Entwicklung eines höheren Grades an Zivilisation ganz abgesehen. 

Der Mensch war sich des Bedürfnisses an Sicherheit seit dem Beginn seines Lebens auf der Erde bewußt, und er hat diesem Bewußtsein immer wieder Ausdruck verliehen.  Mit der Bildung und Entwicklung der menschlichen Gesellschaft hat er dieses und andere Bedürfnisse durch die Etablierung eines Staates und der Aufstellung von Gesetzen zum Ausdruck gebracht.  Dies wurde zustande gebracht, um die allgemeine Sicherheit zu festigen, Streitigkeiten und Konflikte beizulegen, die die Gesellschaft bedrohen, und Bedrohungen der Sicherheit von außen durch andere Nationen entgegenzuwirken.  Die Entwicklung dieser von Menschen gemachten Gesetze erreichte erst in den letzten wenigen Jahrhunderten eine Vervollständigung als Ergebnis eines langwiedrigen Prozesses von Versuch und Irrtum.

Im Gegensatz dazu wurde das Gesetz des Islam Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, in seiner vollkommenen Form als Teil von Gottes letzter Botschaft an die Menschheit herabgesandt.  Das islamische Gesetz legt auf diese Dinge den größten Wert und stellt ein vollständiges Gesetzsystem zur Verfügung.  Es berücksichtigt, dass sich die Umstände in der Gesellschaft verändern können, ebenso wie die Beständigkeit und Standhaftigkeit der menschlichen Natur.  Dementsprechend enthält es verständliche Prinzipien und allgemeine Regeln, die geeignet sind, mit sämtlichen Problemen und Umständen, die das Leben irgendwann oder irgendwo mit sich bringen könnte, zurecht zu kommen.  Gleicherweise hat es unveränderliche Strafen für bestimmter Verbrechen festgelegt, die von veränderten Bedingungen und Umständen nicht beeinflusst werden.  Auf diese Weise werden im Islamischen Gesetz Stabilität, Flexibilität und Festigkeit kombiniert.  

Von welchem Angelpunkt aus nähert sich der Islam der Verbrechensbekämpfung?  Welches sind die Prinzipien, auf denen der Islamische Strafkodex basiert?  Welche unterscheidenden Merkmale besitzt dieser Kodex?  Welche sind die Maßnahmen, die er anwendet, um Verbrechen zu bekämpfen?  Welcher Art sind die Strafen, die im Islam existieren? Welche sind die Ziele, die hinter ihrer Erlassung stehen?  Dieses sind die Fragen, um die es auf den folgenden Seiten geht. 

Der Islamische Ansatz der Verbrechensbekämpfung

Das allererste Ziel einer jeden islamischen gesetzlichen Bestimmung ist, das Wohlergehen der Menschheit dieser Welt zu sichern und das nächste, eine rechtschaffene Gesellschaft zu bilden.  Dies ist eine Gesellschaft, die Gott anbetet und auf der Erde blüht, eine die die Kräfte der Natur nutzt, um eine Zivilisation aufzubauen, in der jeder Mensch in einem Klima des Friedens, der Gerechtigkeit und der Sicherheit leben kann.  Dies ist eine Zivilisation, die einer Person gestattet, alle spirituellen, intellektuellen und materiellen Bedürfnisse zu stillen und jeden Aspekt seines Daseins zu kultivieren.  Dieses allerhöchste Ziel wird im Qur´an an mehreren Stellen erwähnt.  Gott sagt: 

“Wahrlich, Wir schickten Unsere Gesandten mit klaren Beweisen und sandten mit ihnen das Buch und die Waagschale herab, auf dass die Menschen Gerechtigkeit üben mögen.  Und Wir schufen das Eisen, worin (Kraft zu) gewaltigem Krieg wie auch zu vielerlei Nutzen für die Menschheit ist...” (Quran 57:25)

Und Er sagt:

“…Gott will es euch leicht – Er will es euch nicht schwer machen…” (Quran 2:185)

Und Er sagt: 

“Gott will euch die Wege derer klar machen, die vor euch waren, und euch dahin leiten und Sich in Gnade zu euch kehren.  Und Gott ist Allwissend, Allweise.  Und Gott will Sich in Gnade zu euch kehren; und diejenigen aber, die den niederen Gelüsten folgen, wollen, dass ihr (vom rechten Weg) völlig abweicht.  Gott will eure Bürde erleichtern; denn der Mensch ist schwach erschaffen.” (Quran 4:26-28)

Und Er sagt: 

“Wahrlich, Gott gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist...” (Quran 16:90)

Da die islamische Gesetzgebung darauf zielt, das Wohlergehen der Menschen zu erreichen, können sie alle auf universelle Grundprinzipien zurückverfolgt werden, die notwendig sind, damit das menschliche Wohl gesichert werden kann.  Diese universellen Prinzipien sind:  

1.    Der Schutz des Lebens.

2.    Der Schutz der Religion. 

3.    Der Schutz des Verstandes.    

4.    Der Schutz der Abstammung. 

5.    Der Schutz des Eigentums. 

Das Islamische Strafsystem hat zum Ziel, diese fünf universellen Bedürfnisse zu erfüllen.  Um das Leben zu schützen, schreibt das Gesetz die Vergeltung vor.  Um die Religion zu schützen, schreibt es die Strafe für Apostasie vor.  Um den Verstand zu schützen, schreibt es die Strafe für Trinken vor.  Um die Abstammung zu schützen, schreibt es die Strafe für Unzucht vor .  Um das Eigentum zu schützen, schreibt es die Strafe für Diebstahl vor.  Um alle zu schützen, schreibt es die Strafe für Straßenraub vor. 

Daher sollte uns klar werden, dass die Verbrechen, für die der Islam feste Strafen vorgeschrieben hat, folgende sind:

1.    Übertretungen gegen Leben (Mord oder Körperverletzung).

2.    Übertretungen gegen Eigentum (Diebstahl).

3.    Übertretungen gegen Abstammung (Unzucht und fälschliche Beschuldigung des Ehebruchs).

4.    Übertretungen gegen den Verstand (Rauschmittel benutzen).

5.    Übertretungen gegen die Religion (Apostasie).

6.    Übertretungen gegen alle diese Grundbedürfnisse (Straßenraub ).

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