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Verbrechen und Strafe im Islam (teil 5 von 5): Ziele des islamischen Strafsystems

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Beschreibung: Eine ausführliche Diskussion über die Regelungen, die der Islam im Umgang mit Verbrechen in der Gesellschaft eingesetzt hat.  Teil 5: Eine Diskussion darüber, was die Anwendung dieser Art von Strafen in einer Gesellschaft bewirkt.  

  • von Das Team von Dr. Abdurrahman al-Muala (übersetzt von islamtoday.com)
  • Veröffentlicht am 27 Sep 2010
  • Zuletzt verändert am 27 Sep 2010
  • Gedruckt: 435
  • Gesehen: 13805 (Tagesmittelwerte: 4)
  • Bewertung: 3 von 5
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Die Ziele des islamischen Strafsystems 

Das islamische Strafsystem hat zahlreiche Ziele, die wichtigsten davon sind folgende:    

Das Erste Ziel: Der Islam strebt  danach, die Gesellschaft vor Schaden durch Verbrechen zu beschützen.  Es ist allgemein bekannt, dass, wenn Verbrechen nicht mit strengen Bestrafungen geahndet werden, große Gefahr für die Gesellschaft besteht.  Der Islam ist bemüht, soziale Stabilität und Sicherheit zu verbreiten und das Leben in der Gesellschaft sicher und friedlich zu machen.  Er hat diesen Gesichtspunkt zu eine Ebene der Handlung gemacht, indem er Gesetze zur Vorschrift machte, die vor Verbrechen abschrecken.  Dieses Ziel wird durch den folgenden Vers zum Ausdruck gebracht, der über Vergeltung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft spricht: 

“In der Wiedervergeltung ist Leben für euch, o ihr, die ihr einsichtig seid!  Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.“ (Quran 2:179)

Wenn der Mörder oder irgendein anderer Verbrecher das volle Ausmaß der negativen Konsequenzen für sich selbst kennt, die das Verbrechen für ihn verursacht, wird er sich tausendmal überlegen, ob er es begeht.  Das Bewußtsein von der Strafe wird den Verbrecher auf zwei Arten vom Begehen des Verbrechens abbringen.  Ein Verbrecher, der schon einmal bestraft worden war, wird höchstwahrscheinlich nicht noch einmal zu diesem zurückkehren.   Was den Rest der Gesellschaft betrifft, er wird durch das Bewußtsein von den Auswirkungen des Verbrechens davon zurückgehalten, es zu verüben.  Um die allgemeinen Auswirkungen des Verbrechens bekannt zu machen, hat der Islam das Prinzip eingeführt, öffentlich anzukündigen, wann die Bestrafung vollzogen wird.  Gott sagt: 

“…Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen.” (Quran 24:2)

Das zweite Ziel:  Der Islam will den Verbrecher bessern.  Der Qur´an erwähnt häufig die Reue in Verbindung mit den Verbrechen, die er aufzählt, und macht deutlich, dass die Tür zur Reue immer offen steht, wann auch immer der Übeltäter seine Straftaten aufgibt und sich angemessen verhält.  Er hat die Reue zu einem Mittel bestimmt, das eine feste Strafe unter Umständen abwenden kann, wie die Strafe für Straßenraub.  Gott sagt: 

“…Ausgenommen davon sind jene, die bereuen, noch ehe ihr sie in eurer Gewalt habt.  So wisset, dass Gott Allvergebend, Barmherzig ist.” (Quran 5:34)

Gott sagt bezüglich der Strafe für Ehebruch:  

“Wenn sie aber umkehren und sich bessern, dann lasset ab von ihnen; denn Gott ist Gnädig, Barmherzig.” (Quran 4:16)

Gott sagt nach der Erwähnung der Strafe für falsche Beschuldigung: 

“…außer jenen, die es hernach bereuen und sich bessern; denn wahrlich, Gott ist Allvergebend, Barmherzig.”

Gott sagt nach der Erwähnung der vorgeschriebenen Strafe für Diebstahl:  

“Aber wer es bereut nach seiner Freveltat und sich bessert, von dem wird Gott die Reue annehmen; denn Gott ist Allvergebend, Barmherzig.” (Quran 5:39)

Dieses Ziel wird häufiger bei den Strafen nach Ermessen beobachtet, bei denen der Richter verpflichtet ist, die Umstände des Straftäters zu bedenken und seine Besserung zu sichern.  

Das dritte Ziel: Die Strafe ist eine Läuterung für das Verbrechen.  Es ist nicht wünschenswert, einen Verbrecher mild zu behandeln, der die Sicherheit der Gesellschaft in Gefahr zu bringt.  Der Verbrecher sollte seinen gerechten Lohn erhalten, solange er damit zufrieden ist, den Pfad des Bösen eingeschlagen zu haben anstelle des Pfades der Rechtschaffenheit.  Es ist das Recht der Gesellschaft, ihre Sicherheit und die ihrer einzelnen Mitglieder zu schützen.  Der Qur´an bestätigt dieses Ziel, wenn er einige der Strafen erwähnt.  Gott sagt: 

“Dem Dieb und der Diebin schneidet ihr die Hände ab, als Vergeltung für das, was sie begangen haben.“ (Quran 5:38)

“Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten,  soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden oder dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden.“ (Quran 5:33)

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