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Warum schuf Gott? (teil 1 von 3): Gott der Schöpfer

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Beschreibung: Die Antwort auf die grundsätzliche Frage über den Grund warum Gott erschuf.  Teil 1: Die göttliche Eigenschaft des Schöpfers.     

  • von Dr. Bilal Philips
  • Veröffentlicht am 12 Jan 2009
  • Zuletzt verändert am 30 Sep 2013
  • Gedruckt: 459
  • Gesehen: 16820 (Tagesmittelwerte: 4)
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In Bezug auf Gott stellt sich eine... grundsätzliche Frage: "Warum erschuf Gott?"  Diese Frage sollte gestellt werden, denn die Menschheit ist wirklich nicht die größte Schöpfung.  Gott sagt im Qur´an: 

“Wahrlich, die Schöpfung der Himmel und der Erde ist größer als die Schöpfung der Menschen; allein die meisten Menschen wissen es nicht.” (Quran 40:57)

Der Aufbau des Menschen ist weit weniger kompliziert als der Aufbau des Universums, in dem er existiert.  Allerdings beachten nur höchst wenige Menschen diese Realität.  Wegen der anscheinenden Überlegenheit der Menschen über alle anderen Geschöpfe auf dieser Erde, wegen der Reisen der Menschen durch das Weltall und den andauernden Fortschritten in ihrer Technologie und ihrem Wissen, wird die Menschheit eines jeden Zeitalters überheblich und betrachtet sich selbst als das Größte auf dieser Welt.  Es zählt nicht, dass der Großteil der erstaunlichen Entdeckungen der Menschheit nichts mit dem Menschen, sondern mit seiner Umgebung zu tun haben.  Denn die menschlichen Bemühungen richten sich eher auf die materielle Welt als auf den Menschen selbst.  In diesem Vers richtet Gott das Augenmerk des Menschen zurück auf seinen tatsächlichen Status in der Welt.  Die Menschheit bildet nur einen kleinen Teil der Existenz, der aus dem wunderbaren Akt der göttlichen Schöpfung resultierte.  Um daher zu verstehen, warum Gott die Menschheit erschaffen hat, muss man zuerst die Antwort auf die noch grundsätzlichere Frage finden, warum Gott erschuf. 

Der Schöpfer

Schöpfung ist im Grunde die Konsequenz aus der göttlichen Eigenschaft, der Schöpfer zu sein.  Ein Schöpfer, der nicht erschafft, wäre ein Widerspruch in sich selbst.  Das bedeutet aber nicht, dass Gott Seine Schöpfung brauchen würde.  Gott ist frei von sämtlichen Bedürfnissen.  Es ist die Schöpfung, die Ihn braucht.  Aber, genau wie die Größe eines Schriftstellers an seinen Schriften deutlich wird, manifestiert sich die Vollkommenheit der Göttlichen Kreativität in der Schöpfung.  Schöpfung im wahren Sinne ist eine Eigenschaft von Gott allein.  Obwohl die Menschen sich selbst auch die Fähigkeit des Erschaffens zuschreiben, ist das, was sie tun nicht wirklich erschaffen.  Die Menschheit manipuliert einfach nur, was bereits existiert – was von Gott bereits erschaffen worden war.  Ein Tisch wird aus Holz hergestellt, das von Bäumen stammt und wird von Nägeln und Schrauben aus Metall zusammengehalten, das aus dem Erz gewonnen wird.  Die Menschen haben die Bäume oder die Steine nicht gemacht.  Tatsächlich können alle menschlichen Schöpfungen auf Grundelemente zurückgeführt werden, die Menschen nicht selbst herstellen können.  Sogar ein Künstler ´erschafft´ Zeichnungen von etwas, auf der Grundlage dessen, was er gesehen hat.  Es ist unmöglich, sich etwas vorzustellen, was man mit seinen Sinnen nicht zuvor schon einmal wahrgenommen hat.  Daher basieren alle Gedanken des Künstlers auf Wiederspiegelungen dessen, was bereits erschaffen war.  Nur Gott allein erschafft aus dem Nichts.  Diese grundsätzliche Tatsache war und ist noch immer für manche Leute unverständlich.  Einige alte Philosophen genauso wie ein paar Moderne, die nicht verstehen können, wie Gott aus dem Nicht erschaffen konnte, behaupteten, dass die geschaffene Welt und ihr Inhalt ursprünglich ein Teil Gottes waren.  Das würde bedeuten, nach ihren Ansichten, dass Gott einen Teil von Sich Selbst genommen habe und daraus das Universum gemacht habe.  Auf diese Schlussfolgerung kommen sie, weil sie Gott mit dem Menschen vergleichen, der nur ´erschaffen´ kann, indem er verändert, was bereits existiert.  Gott allerdings verneint derartige Vergleiche, die Ihm menschliche Einschränkungen geben würden.  Im Qur´an sagt Er:  

“…Es gibt nichts Seinesgleichen; und Er ist der Allhörende, der Allsehende.” (Quran 42:11)

Also ist der Akt der Schöpfung eine Konsequenz der göttlichen Eigenschaft des Schöpfers.  Gott beschreibt Sich in zahlreichen Versen in Seiner letzten Offenbarung Selbst als der Schöpfer, um der Menscheit zu betonen, dass alles Ihm Allein gehört.

“Gott ist der Schöpfer aller Dinge und Er ist der Erhalter aller Dinge.” (Quran 39:62)

“…wo Gott (doch) euch und das, was ihr gemacht habt, erschaffen hat?” (Quran 37:96)

Der Mensch muss sich darüber klar werden, dass nichts im Universum ohne die Erlaubnis Gottes geschieht.  Von einer anderen Quelle als Gott Schutz vor Bösem zu suchen oder sie um etwas Gutes zu ersuchen, ist ein großer Fehler.  Aus Unwissenheit, versuchen viele Menschen, das Unglück von sich abzuwenden oder anhaltendes Glück zu bekommen, indem sie eine Reihe von Glücksbringer und Amuletts, Astrologie und Handliniendeutung usw. versuchen.  Folglich fordert Gott die Menschen im Qur´an auf, bei Gott Zuflucht vor dem Bösen zu suchen:  

“Sprich: Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn des Frühlichts vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat.” (Quran 113:1-2)

Allah, Gott, der Allmächtige, ist nicht böse; Er ist gut.  Er schuf eine Welt, in der die Wesen, denen Er die Fähigkeit dazu gab, Böses oder Gutes tun können.  Allerdings geschieht nichts, sei es böse oder gut, ohne die Erlaubnis Gottes.  Aus diesem Grund ist es nutzlos, andere als Gott um Hilfe und Schutz zu bitten. 

“Kein Unglück trifft ein, es sei denn mit Gottes Erlaubnis.” (Quran 64:11)

Der letzte Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm,  beleuchtete dieses Konzept ausführlicher, als er sagte: 

“Wisse, dass wenn sich auch die gesamte Menschheit zusammentäte, um dir in einer Sache zu helfen, so könnte sie dir nur das tun, was Gott bereits für dich vorgeschrieben hatte. Und wenn sich die gesamte Menschheit zusammentäte, um dir zu schaden, dann könnte sie dir nur in einer Sache schaden, die Gott bereits für dich vorgeschrieben hatte.” (Al-Tirmidhi)

 

 

Warum schuf Gott? (teil 2 von 3): Göttliche Barmherzigkeit und Gerechtigkeit

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Beschreibung: Die Antwort auf die grundsätzliche Frage über den Grund warum Gott erschuf.  Teil 2: Die Enthüllung der göttlichen Gnade und Gerechtigkeit in Gottes schöpferischer Tätigkeit. 

  • von Dr. Bilal Philips
  • Veröffentlicht am 19 Jan 2009
  • Zuletzt verändert am 19 Jan 2009
  • Gedruckt: 460
  • Gesehen: 13450 (Tagesmittelwerte: 3)
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Der Barmherzige, der Vergebende 

In der Schöpfung der Menschheit enthüllen sich auch die göttlichen Charaktereigenschaften der Vergebung, der Gnade und der Großzügigkeit.  Menschen wurden gut und rein und mit einem natürlichen Bewusstsein für gut und böse erschaffen.  Der Allmächtige schuf in den Menschen ebenfalls Wünsche und gab ihnen die Fähigkeit, diese Wünsche dem göttlichen Gesetz entsprechend zu beherrschen oder aber ihnen freien Lauf zu lassen und ihnen blind zu folgen.  Gott erschuf die Menschheit in dem Wissen, dass sie Ihm nicht gehorchen würden.  Deshalb lehrte Er den Menschen von Adam angefangen, wie man bereut und sich dabei von seinen Sünden reinigt.  Adam und Eva verkörperten ein Muster, dem die Menschheit folgt.  Sie vergaßen den Befehl Gottes, und Satan spielte mit ihren Begierden.  Nachdem sie Gott ungehorsam gewesen waren, wandten sie sich Ihm wieder bereuend zu, und Er vergab ihnen.  Im Ungehorsam der Menschheit und der bereuenden Rückkehr zu Gott, enthüllen sich die göttlichen Charaktereigenschaften der absoluten Vergebung und unendlichen Barmherzigkeit.  Der letzte Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, teilte seinen Anhängern diese Realität mit, indem er sagte: 

“Wenn ihr keine Sünden begehen und euch Gott zuwenden würdet, um Seine Vergebung zu erbitten, dann würde er euch durch ein anderes Volk ersetzen, das sündigt, um Gottes Vergebung bittet und Er würde ihnen vergeben.” (Sahieh Muslim)

Jedes Einzelne von den 114 Kapiteln der letzten Offenbarung mit Ausnahme von einem beginnt mit dem Gebet: "Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen".  Gottes Eigenschaften der Barmherzigkeit und des Verzeihens werden betont, um die Menschen zu ermutigen, damit sie nicht verzweifeln.  Egal wie groß die Sünden der Menschen auch sein mögen, Gott kann ihnen vergeben, wenn sich die Menschen Ihm in aufrichtiger Reue wieder zuwenden.  Es wird berichtet, dass der Gesandte, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, gesagt hat:

“Als Gott das Universum geschaffen hat, hat Er Sich Selbst zur Pflicht gemacht und in einem Dokument bei Sich [vermerkt]: ´Meine Gnade überwiegt meinen Zorn.´” (Sahieh Al-Bukhari)

Es wird ebenfalls von ihm berichtet, dass er sagte: 

“[Gott erschuf] die Gnade in einhundert Teilen, einer davon wurde auf die Ğinn, die Menschen und die anderen Lebewesen herabgesandt.  Aus diesem einen Teil heraus lieben sie einander, sind freundlich und sogar die Tiere behandeln ihren Nachwuchs mit Zuneigung.  Gott hat die verbleibenden neunundneunzig Teile für die wahren Diener am Tag der Wiedererweckung reserviert.” (Sahieh Muslim)

Wenn Gott gewollt hätte, hätte er die Menschheit wie die Engel schaffen können, unfähig Sünden zu begehen.  Das war allerdings nicht Sein Anliegen, denn Er hatte bereits Engel geschaffen.  Menschen wurden mit der Fähigkeit geschaffen, Fehler machen zu können und wenn sie auf ihren Irrtum aufmerksam werden, bereuen und Gott um Vergebung bitten, enthüllen sich die göttlichen Eigenschaften der Barmherzigkeit und Vergebung. 

Höchste Gerechtigkeit

Beim Gericht über die Menschheit am Ende dieser Welt, enthüllen sich auch Gottes Eigenschaften der höchsten Gerechtigkeit und Rechtmäßigkeit.  Auf der Grundlage Seines unendlichen Wissens hätte Gott auch alle Menschen, die auf der Erde Leben sollten, gleichzeitig erschaffen können und einige von ihnen in das Paradies und den Rest in die Hölle führen können.  Bevor Er den Menschen erschaffen hatte, wusste Gott bereits, welche Wahl er in diesem Leben treffen, welche Versorgung und welche guten Gelegenheiten Er ihm geben würde und in welchem Zustand des Glaubens oder Unglaubens er sterben würde.  Daher könnte man sagen, dass manche Menschen für das Paradies und andere für die Hölle erschaffen wurden.  Aischa, eine Frau des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, berichtete von ihm, dass er gesagt hatte: 

“Weisst du nicht, dass Gott das Paradies und die Hölle geschaffen hat, und Er erschuf für jedes Bewohner?” (Abu Dawud, An-Nasai)

Wenn Gott diejenigen, die dem Paradies zustreben, gleich ins Paradies getan hätte, würden sie Gottes Entscheidung nicht anzweifeln.  Jene im Paradies hätten ihr ewiges Leben in der Wonne freudig angenommen und wären dankbar, dass sie nicht in die Hölle gekommen sind.  Diejenigen allerdings, die in die Hölle gekommen wären, würden fragen, warum.  Sie würden sich ungerecht behandelt fühlen, weil sie nicht wissen, was sie getan hätten, wenn sie auf der Erde gelebt hätten.  Die Höllenbewohner würden unnachgiebig argumentieren, dass wenn sie die Chance bekommen hätten, ihr Leben auf der Erde zu leben, dann hätten sie geglaubt und rechtschaffene Taten verrichtet.  Aus diesem Grund erlaubt Gott den Menschen, ihre Leben auf der Erde auszuleben und die Wahl zu treffen, die sie getroffen hätten, damit jeder, der die Hölle betritt, wissen wird, dass er die Hölle selbst gewählt hat.  Sie werden die Gnade Gottes in ihren Leben erkennen und ihre Sünde, dass sie Seine Zeichen und Seine Rechtleitung abgelehnt haben, zugeben.  Und sie werden Sein Urteil als gerecht und angemessen annehmen.  Allerdings werden sie trotzdem um eine zweite Chance bitten, um in dieser Welt Gutes tun zu können, wie Gott im Qur´an sagt: 

“Könntest du nur sehen, wie die Schuldigen ihre Köpfe vor ihrem Herrn hängen lassen werden: "Unser Herr, nun haben wir gesehen und gehört, so sende uns zurück, auf dass wir Gutes tun mögen; denn nun haben wir Gewissheit.’” (Quran 32:12)

Wenn Gott sie aber in diese Welt zurückschicken würde, hätten sie vergessen, was sie von der Hölle zu sehen bekommen hatten, dann würden sie wieder die schlechte Wahl treffen und wie zuvor in der Hölle enden.  Gott spricht auch hierüber im Qur´an:            

“Doch wenn sie auch zurückgebracht würden, kehrten sie ganz gewiss bald zu dem ihnen Verbotenen zurück.  Und sie sind ganz gewiss Lügner.” (Quran 6:28)

 

 

Warum schuf Gott? (teil 3 von 3): Göttliche Liebe und Gnade

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Beschreibung: Die Antwort auf die grundsätzliche Frage über den Grund warum Gott erschuf.  Teil 3: Die Enthüllung von göttlicher Liebe und Gnade in Gottes schöpferischer Tätigkeit. 

  • von Dr. Bilal Philips
  • Veröffentlicht am 09 Feb 2009
  • Zuletzt verändert am 09 Feb 2009
  • Gedruckt: 414
  • Gesehen: 12898 (Tagesmittelwerte: 3)
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Göttliche Liebe

Gottes Liebe enthüllt sich an den Wesen, die Er zur Existenz brachte, ob Gläubiger oder Ungläubiger, dass sie das Leben genießen dürfen – und sei es nur für einen kurzen Moment.  Sie verwirklicht sich ebenfalls in der Schöpfung des Paradieses für diejenigen, die der Rechtschaffenheit vor dem Bösen den Vorzug geben.  Gott stellt in Seiner letzten Offenbarung fest, dass Er diejenigen liebt, die Gutes tun (Quran 5:13), diejenigen, die gerecht sind (Quran 5:42), diejenigen, die fromm sind (Quran 9:4), diejenigen, die geduldig sind (Quran 3:146), diejenigen, die Gott vertrauen (Quran 3:159), diejenigen, die sich Ihm häufig in Reue wieder zuwenden und diejenigen, die sich reinigen (Quran 2:222).  Aber Er ist es, Der den Menschen in Seinen Schriften und durch Seine Propheten genau erklärt hat, was gut, gerecht und fromm ist.  Dementsprechend sind diejenigen, die den Propheten folgen, die beliebtesten.  Im Qur´an wies Gott den Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, an, Folgendes zu den Gläubigen zu sagen:  

“Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir.  Lieben wird euch Gott und euch eure Sünden vergeben…” (Quran 3:31)

Den Propheten sollte nicht nur in den Verpflichtungen, die Gott uns auferlegt hat, gefolgt werden, sondern auch in ihren Bemühungen, freiwillige Gottesdienste zu verrichten. 

Die Liebe Gottes enthüllt sich auch in Seiner Barmherzigkeit und in den Segnungen, die Er denen gewährt, die sie sich verdient haben, und auch denen, die sie sich nicht verdient haben.  Aber sie enthüllt sich ganz besonders in Seiner Bereitschaft, die Sünden eines jeden zu vergeben, der sich in ernsthafter Reue zu Ihm wendet.  Seit der Erschaffung von Adam und Eva war ihnen die Reue gewährt, um ihre Sünden auszulöschen als ein Bespiel für alle Menschen, die ihnen in dieser Welt folgen sollten.  Egal wie riesig die Sünden der Menschen werden, die Tür der aufrichtigen Reue bleibt offen bis zum letzten Tag auf dieser Welt.  Anas zitierte den Gesandten Gottes, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, der gesagt hat:   

“Gott, der Allmächtige, hat gesagt: O Sohn Adams, solange du Mich rufst und bittest, werde Ich vergeben, was du getan hast, und es macht Mir nichts aus.  O Sohn Adams, auch wenn deine Sünden die Wolken erreichten und du um Meine Vergebung bitten würdest, würde Ich dir vergeben.  O Sohn Adams, wenn du zu Mir mit Sünden kämst, fast so groß wie die Erde, und du triffst mich, ohne Mir Partner zur Seite gestellt zu haben, werde Ich dir eine entsprechende Menge Vergbung entgegenbringen.”

Göttliche Gnade 

Was die Bewohner des Paradieses angeht, sie werden nicht nur auf Grund ihrer guten Taten ins Paradies gelangen.  Es ist die Gnade Gottes, die sie dort hineinbringen wird.  Der letzte Prophet Gottes, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte hierzu: 

“Versucht euer Bestes, richtig zu handeln und freut euch.  Denn niemand wird das Paradies nur aufgrund seiner Taten betreten.”  Seine Gefährten sagten: “O Gesandter Gottes, nicht einmal du?”  Er antwortete: “Nicht einmal ich, wenn mich Gott nicht mit Seiner Gnade und Barmherzigkeit umgibt.  Und denkt daran, dass die beliebteste Tat bei Gott die ist, die regelmäßig verrichtet wird, auch wenn sie gering ist.”

Allerdings ist Gottes Gnade auch nicht willkürlich.  Sie gründet sowohl auf aufrichtigem Glauben als auch auf rechtschaffenen Taten.  Im Qur´an sagt Gott:  

“Dem, der eine gute Tat vollbringt, soll (sie) zehnfach vergolten werden; derjenige aber, der eine böse Tat verübt, soll nur das Gleiche als Lohn empfangen, und sie sollen kein Unrecht erleiden.” (Quran 6:160)

Würde Gott die Menschheit streng zur Rechenschaft ziehen, dann würden bei keinem die guten Taten die Schlechten überwiegen.  Allerdings zeigt Gott uns Seine Barmherzigkeit, indem Er den Wert der guten Taten vervielfacht, wohingegen die schlechten Taten ihren einfachen Wert behalten.  Durch die Gnade Gottes kommen die Gläubigen ins Paradies.  Dies bedeutet aber nicht, dass die Taten keine Rolle spielen würden.  Taten spielen eine große Rolle, aber sie bilden nicht den entscheidenden Faktor.  Die Gnade Gottes überwiegt sie. 

Folglich stellen die Erschaffung der Menschen, die Irrtümer, die sie machen und das Gute, das sie tun, alles Umstände für die Enthüllung von Gottes Eigenschaften der Barmherzigkeit und der Vergebung, für Seine Eigenschaft der Gerechtigkeit und Seine Eigenschaft der Gnade dar.  Die Menschheit sollte nicht fragen, warum Gott gewählt hat, Seine Eigenschaften auf diese Weise zu zeigen.  Es kann nur angenommen werden, dass dies die beste Art ist, denn Gott beschreibt Sich Selbst als der Allweise und der Allwissende.  Menschen können nur verstehen, was Gott ihnen offenbaren will: 

“…Sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn, was Er will…” (Quran 2:255)

Daher sollen sie nicht versuchen, sich als Ihm gleich zu betrachten.  Wenn Er den Menschen gesagt hat, warum Er beschlossen hat, etwas zu tun, dann steht es ihnen nicht zu, zu fragen, warum Er Sich entschieden hat, zu entscheiden.  Derartige Fragen sind endlos und damit außerhalb des menschlichen Fassungsvermögens.  Sie sind es, die am Tag des Gerichts über ihre Taten und Absichten befragt werden und nicht Er.  Im Qur´an äußert Sich Gott hierzu:   

“Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt (nach dem, was sie tun).” (Quran 21:23)

In dieser Hinsicht wird von Ibn Abbaas berichtet, dass der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, gesagt hat: 

“Denkt über Gottes Schöpfung nach, aber denkt nicht über Gott nach.”

Über die Wirklichkeit Gottes nachzusinnen ist ein Nachsinnen bis zur Unendlichkeit.  Und genau wie wir erschauern, wenn wir über die Grenzen des endlichen Universums und der Galaxien und der Sterne darin nachdenken, ist es noch schlimmer, wenn wir versuchen, das Ungeschaffene zu begreifen.  Der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, warnte uns vor den satanischen Kräften, die versuchen, Zweifel in die Herzen der Gläubigen zu bringen, indem sie in ihnen unbeantwortete Fragen über Gott wachrufen.  Abu Hurairah berichtete, dass der Gesandte Gottes, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte: 

“Satan wird zu jedem von euch kommen und fragen: Wer schuf dieses oder jenes? – bis er fragt: Wer schuf euren Herrn?  Wenn es dazu kommt, sollte man seine Zuflucht bei Gott suchen [und sagen: Ich bestätige meinen Glauben an Gott und Seine Propheten] und [solche Gedanken] vermeiden.”

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