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Zainab, Ex-Christin, USA (teil 1 von 2)

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Beschreibung: Ein junges Mädchen befasst sich sehr mit dem Christentum, aber fühlt immer noch, dass etwas fehlt..

  • von Zainab
  • Veröffentlicht am 14 Jul 2014
  • Zuletzt verändert am 14 Jul 2014
  • Gedruckt: 29
  • Gesehen: 4099 (Tagesmittelwerte: 2)
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Dies ist eine sehr lange und detailierte Beschreibung der Themen, über die ich am meisten befragt werde; über mein spirituelles Leben, meine Konvertierung, die Reaktion meiner Familie auf meine Konvertierung und meine Zukunftspläne im Islam.

"Nein, mich hat kein Junge konvertiert."

Mein spirituelles Leben:

Ich war in Gott verliebt, seit ich jung war.  Wie viele Kinder starrte ich die Wolken oder die Sterne an und fragte mich, wer, was, wo, warum und wie Gott ist.  Bei dem Versuch, Seine Anwesenheit zu überprüfen, machte ich quasi Experimente, um einen Beweis zu finden.  Beispielsweise ein Glas auf einen Tisch stellen und Gott bitten, es zu bewegen, um Seine Existenz zu beweisen.  Ohne Resultat variierte ich das Objekt, die Zeit und versuchte, nicht hinzusehen (vielleicht wollte Gott nicht, dass ich Ihn sehe, wie Er es bewegt?).   Ein anderes Mal versuchte ich verschiedene Formen von Gebeten, um zu sehen, welches "funktioniert".  Unter anderem versuchte ich auf meinem Gesicht zu beten, auf meinen Knien, im Stehen, im Liegen, mit geschlossenen Augen, mit einer guten Körperhaltung, mit gestreckten Fingern, Ihn anflehend, ein Opfer bringend d.h. "Gott, wenn du mir zu einem Fahrrad verhilfst, werde ich nie wieder Eis essen."  Nach einer Weile wurde mir klar, dass wenn Gott tat, worum ich Ihn bat, um Ihn mir zu beweisen, oder ob es eine Gebetsart gab, die mein erwünschtes Resultat garantierte, dann wäre ich Gott, nicht Er. 

Ich bin als Christ aufgewachsen, und als ich größer wurde, ging ich zu verschiedenen kirchlichen Konfessionen und befragte die Priester, wie sie mit Sicherheit wissen konnten, dass Gott existiert.  Nun, ich würde denken, dass ihnen diese Frage am häufigsten gestellt wird, doch es stellte sich heraus, dass diese Frage so gut wie nie gestellt wurde, und was noch erstaunlicher ist, die meisten von ihnen  scheinen es nicht zu mögen, wenn ihnen diese Frage gestellt wird.  Schließlich traf ich auf einen Pastor, der keine Angst vor dieser Frage hatte, der sie tatsächlich liebte und der die echte Ehrlichkeit einer suchenden Seele genoss und schätzte.  Er war ein Intellektueller - Rice University - Summa Cum Laude, aber was noch wichtiger ist, er war ein überaus spiritueller Mensch.  Er beantwortete jede Frage, die ich je gehabt hatte, führte mich in zahlreiche spirituelle Theorien und Prinzipien ein, und half mir dabei, mein Gebetsleben von dem kindischen Verhalten Gott um alles mögliche zu bitten, als wären meine Gebete eine Wunschliste für einen Feiertag, zu einem reiferen, meditativen Gebet umzustellen und zu einem Anhänger, der auf die Rechtleitung Gottes hört und Seiner Richtung folgt.  Mein Leben war damit gesegnet, sie beide gekannt zu haben, ihn und seine Frau.  

Ich begann, Kinder in der Sonntagsschule zu unterrichten, als ich 16 war.   Ich liebe es, Kindern etwas über Gott beizubringen, mehr als alles andere auf der Welt und ich glaube durch Gott ist dies mein größtes Talent.  Ich habe viele lustige Geschichten über die Erfahrungen, die ich beim Unterrichten gemacht habe, allerdings wenn ich darauf jetzt eingehen würde, würde dieser ohnehin schon langer Text noch viel länger werden. 

Ein Jahr später würde ich gebeten, ein christliches Gruppenleitungstraining zu absolvieren.  Es war eine sehr wertvolle Erfahrung, denn neben dem Erlernen wertvoller lohnender spiritueller Prinzipien, lernte ich, was Pastoren lernen, in Bezug auf die Stärken und Schwächen der Argumente für das Christentum.  Dies gibt mir eine einzigartige, starke Grundlage für das Argumentieren über das Christentum.

Im nächsten Jahr wurde ich gebeten, in einem Heilungs –Priesterteam mitzuwirken, um denen zu helfen, die physikalische, spirituelle oder emotionale Schwierigkeiten haben.  Ich fühlte mich sehr glücklich, in dieser Kapazität zu dienen, den ich war von den besten Leuten umgeben, in der besten Kirche, an der ich je teilgenommen hatte.  Ich war viel jünger und unerfahrener als der Rest der Gruppe und ganz außerhalb meiner Liga.  Also blieb ich bei ihnen, denn sie verfügten über das Wissen, das ich mir wünschte.  Ich wollte immer wissen, „was man sagt" und „was man nicht sagt", zu denen, die gerade Schreckliches erleben.  Ich beschloss, solange der Rest der Mannschaft nicht bemerkte, dass es mir über den Kopf stieg, ich es ihnen auch nicht erzählen würde.  Wieder einmal fühlte ich, dass mein Leben unverdient gesegnet worden ist, indem ich mit denen, die ich am meisten bewunderte, herumhängen und von ihnen lernen durfte.  Manchmal jedoch, da ich ihrem fortgeschrittenen Level nicht annähernd mithalten konnte, blickte ich durch den Raum und fing an, an das Lied von der "Sesamstraße" zu denken. 

"Eines dieser Dinge ist nicht wie die anderen, eines dieser Dinge gehört nicht dazu."

Ich habe auch viele lustige und interessante Geschichten aus der Arbeit mit dem Heilungs-Team, aber wieder würde das hier alles in die Länge ziehen.  

An einem Punkt fing ich an, meine Mitglieder im Team zu berücksichtigen – die Menschen, von denen ich annahm, sie seien die spirituellste Elite und weise.  Obwohl sie mir in jeder Hinsicht überlegen waren, dachte ich, dass sie nicht da waren, wo ich sein wollte, wenn ich ihr Alter erreiche.  Ich empfand eine Distanz von Gott im Christentum.  Ich diskutierte mit meinem Pastor, erklärte ihm, dass ich meine Beziehung zu Gott ausbauen wollte.  Er schlug vor, ich könne versuchen, häufiger während des Tages zu beten, er erwähnte, dass Muslime fünfmal am Tag beten, was vermutlich in dieser Angelegenheit hilfreich sein könnte.  Natürlich versuchte er nicht, mein Interesse am Islam zu wecken.  Doch das tat er.  

Ich hatte andere Schwierigkeiten mit dem Christentum.  Das Konzept, dass der Himmel nur erreicht werden kann, wenn man Jesus als unseren Erlöser akzeptiert, ohne dass gute oder schlechte Taten einen Einfluss haben, das war eine Vorstellung, die meiner Meinung nach dem gesunden Menschenverstand widersprach.  Theoretisch gesehen, würde im Christentum eine Person, die den ganzen Tag sündigt, in den Himmel kommen, wenn sie eine Sekunde vor ihrem Tod Jesus als ihren Erlöser akzeptiert.  Der Mensch, der Gutes tut, jeden Tag seines Lebens, der nicht während seines Lebens Jesus als seinen Erlöser akzeptiert, wird mit ewiger Hölle bestraft.   Was ergibt das für einen Sinn?  Es gibt noch viele zusätzliche Probleme mit dem Christentum, aber ich werde an dieser Stelle nicht darauf eingehen. 

 

 

Zainab, Ex-Christin, USA (teil 2 von 2)

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Beschreibung: Zainab findet mehr Gemeinsamkeiten mit muslimischen Freunden als mit christlichen und schließlich entschließt sie sich, über den Islam zu lesen.

  • von Zainab
  • Veröffentlicht am 14 Jul 2014
  • Zuletzt verändert am 14 Jul 2014
  • Gedruckt: 30
  • Gesehen: 3951 (Tagesmittelwerte: 2)
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Ich beteiligte mich auch an christlichen Studentendiensten.  Ich bevorzugte es immer, christliche Freunde zu haben, denn wir hatten mehr gemeinsam.  Und obwohl ich viele nette christliche Freundinnen hatte, spürte ich fehlende Nähe zu ihnen wegen  Meinungsverschiedenheiten über gottgefälliges Leben, bis hin zu Verabredungen, Alkohol, Clubs besuchen etc.  Ich wurde ständig gefragt, ob irgendetwas mit mir sei und sie machten sich über mich lächerlich, wenn ich Einladungen in Clubs, zum Trinken etc. ablehnte.  Es ließ ein schreckliches Gefühl in mir zurück. 

Eines Tages traf ich einige muslimische Schwestern und ich fühlte sogleich eine Verwandtschaft, so wie ich sie noch nie zuvor verspürt hatte.  Genau wie ich verabredeten sie sich nicht, schworen nicht, tranken nicht und die ganze lange Liste üblicher Übel.  Es war so ein großartiges Gefühl, andere zu Treffen, die mit einem in solchen Themen so sehr übereinstimmten.  Ich war überrascht, dass es andere Menschen auf diesem Planeten gab, die mir ähnlich waren.  Ich hatte keine Vorstellung davon gehabt, dass so ein Geschöpf existiert.  

Da dies das zweite Mal war, dass Muslime meine Aufmerksamkeit erregten, beschloss ich, dass ich den Islam zumindest erforschen wollte, daher rief ich bei einer Moschee an und ging dorthin, um eine Richtung zu erhalten.  Mit wurde ein Qur´an-Exemplar gegeben und so begann ich zu lesen.  Langsam begann sich mein Fokus vom Christentum zum Islam zu verschieben.  Zuerst hörte ich damit auf, in meinen Sonntagsschulstunden zu lehren, dass "Christ der Erlöser" ist und entschied mich für Moral-Lektionen jede Woche.    allerdings war ich schon bald nicht mehr in der Lage, die Kinder anzuschauen, wenn ich unterrichtete, denn ich fühlte mich ihnen und ihren Eltern gegenüber, die von mir erwarteten, ein vorbildlicher Christ zu sein, wie ein Heuchler.

Als nächstes fühlte ich während meiner Gebete, dass Gott mich dazu leitete, damit aufzuhören, an der Sonntagsschule zu unterrichten und am Sonntag zu verschiedenen Kirchen zu gehen und das Kirchenwachstum zu studieren.  Wenn sich zum Beispiel zwei Kirchen in derselben Straße befinden, warum hat dann die eine 50 und die andere 5000 Mitglieder?  Dies alles ergab für mich keinen Sinn, aber ich fühlte mich von Gott dazu angetrieben, dies zu tun und ich hatte gelernt, dass wenn du sicher bist, dass Gott dich in eine bestimmte Richtung führt, und du bist sicher, dass es Gott ist und nicht dein eigener Instinkt oder Verlangen, dann solltest du es lieber tun, wenn du das beste in diesem Leben willst.  Ich hatte Seine Führung in der Vergangenheit ignoriert und habe viele Male versagt. (Noch weitere lustigen Geschichten folgen ein anderes Mal).

Ich sprach mit keinem über den Islam, den ich fühlte mich, als würde ich meine ganze Christliche Familie und alle meine Freunde betrügen, und ich sprach n och nicht einmal mit meinen muslimischen Freundinnen darüber, den ich wollte in meiner Entscheidung keinen Druck haben.  Langsam, ohne es zu merken, fing ich an, meinen Glauben vom Christentum zum Islam umzuwandeln.  Es war keine schnelle oder einfache Umwandlung, denn meine gesamte Lebensgrundlage basierte auf dem Christentum, und dennoch wandelte es sich. 

Eines Tages fragte mich eine muslimische Freundin in der Schule, was ich gern tue, wenn keine Schule ist.  Ich hatte ihr erzählt, dass ich am liebsten das Lehren an der Sonntagsschule mochte, und ich erzählte ihr, dass ich es nicht mehr tat.  Sie fragte mich, wenn es meine Lieblingsbeschäftigung sei, warum täte ich es dann nicht?  An diesem Punkt wurde mir klar, dass sich etwas verändert hatte, ohne dass ich davon etwas bemerkt hätte.  Ich wusste, ich würde nie zu der Sonntagsschule zurückkehren, denn ich war kein Christ mehr, sondern anstatt dessen – vielleicht – Muslim.  Meine Überzeugungen waren nun fest islamisch.  Es war eines der schwersten Dinge, die ich jemals zugeben musste, ich vermute, ich hoffte irgendwie, dass ich schließlich wieder zum Christentum zurückkehren würde, so dass mein Leben leichter werden würde, doch so kam es nicht.     Daher erklärte ich ihr langsam, dass ich nicht mehr ans Christentum glaubte, erstaunt und traurig über diese Erkenntnis.  Diese Worte waren sehr schwer auszusprechen.  Sie fragte mich warum, da erklärte ich ihr, dass ich den Qur´an gelesen habe und glaube, was darin steht, im Gegensatz zu dem, was in der Bibel steht.  Sie fragte: „Bist du also Muslim?"  Ich sagte: "Ich weiß eigentlich gar nicht genau, was einen als Muslim definiert."  Sie stellte mir eine Reihe von Fragen über meinen Glauben, und dann sagte sie mir, dass ich ein Muslim sei und dass nur konvertieren  bräuchte.  Ich fragte sie, wie eine Person konvertiert, da sagte sie, du brauchst mir nur diese Worte nachsprechen, und das tat ich.  Da erlebte ich den Tod meines Christentums und die Geburt meines Islam innerhalb weniger Minuten.  Unnötig zu erwähnen, dass dieser Augenblick für ewig in meinem Gehirn eingraviert ist.  InschaAllah [so Gott will].

Ich war so aufgeregt, aber ich musste positive bleiben, dass das was ich dachte, tatsächlich geschehen war.  Ich wollte keine Wischi-waschi Entscheidung über diese Konvertierung treffen, d.h. einen Tag Muslim sein und Christ am nächsten, dann wieder Muslim am Tag danach und wieder zurück zum Christentum, daher machte ich mit vier Imamen Termine, um herauszufinden, was es bedeutet, Muslim zu sein, um schließlich zu derselben Erkenntnis zu gelangen, dass ich Muslim bin.

Im folgenden Monat war ich von dem Gefühl überwältigt, dass ich zuhause bin.  Ich fühlte, dass das, wonach ich mein Leben lang gesucht hatte, gefunden hatte, und zum ersten Mal war ich zuhause, dort, wo ich hin gehörte.  Oft fühle ich mich so, als wäre ich immer ein Muslim gewesen, doch Gott hatte beschlossen, dass ich Seinem Interesse am meisten diente, wenn ich in eine christliche Umgebung hinein geboren werde, denn es brachte mich in die Lage, Ihm von einem ganz anderen Winkel aus zu dienen als jemand, der als Muslim geboren und erzogen wurde.  Es gibt viele Dinge, die ich von meinen muslimischen Brüdern und Schwestern lernen muss, doch gibt es auch viele Gebiete, in denen Muslime von denen, die als Christen erzogen wurden, lernen können.  InschaAllah, ich hoffe, dass ich den Tag an dem ich konvertiert bin, nie vergessen werde, denn als ich dies tat, sah die Welt plötzlich anders aus, als hätten alle Dinge plötzlich eine andere Farbe.  Ich weiß, das klingt dumm, aber es ist die einzige Art, wie ich die Veränderung, die ich erfuhr, beschreiben kann.  Die Dinge sahen anders aus, dufteten anders, klangen anders usw.  Ich kann es Wirklich nicht mit Worten beschreiben.  

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