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Lynda Fitzgerald, Ex-Katholikin, Irland (teil 3 von 4)

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Beschreibung: Lynda spricht über ihren inneren Kampf über das Tragen des Hijabs. 

  • von Lynda Fitzgerald
  • Veröffentlicht am 26 Aug 2013
  • Zuletzt verändert am 26 Aug 2013
  • Gedruckt: 84
  • Gesehen: 5469 (Tagesmittelwerte: 3)
  • Bewertung: 4.7 von 5
  • Bewertet von: 3
  • Emailed: 0
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Meinen Job ändern

In meinem Krankenhaus hatte es einen Einstellungsstopp gegeben und dann im Juni öffneten sie plötzlich für Einstellungen und es gab zwei neue Jobs, die für mich in Frage kamen.  Einer war in der Personalabteilung und ein anderer war in der Ausbildungs- und Trainingsabteilung.  Ich hatte die Wahl zwischen beiden Jobs, und beide Direktoren drängten mich wirklich, in ihre Abteilung zu kommen.  Wenn ich zur Personalabteilung ging, wäre ich mitten im Geschehen, ich würde über alles Bescheid wissen, was im Krankenhaus vor sich geht, und ich hätte größere Chancen, in Zukunft eine Gehaltserhöhung zu bekommen.  Wenn ich in die Ausbildungsabteilung ging, wusste ich, dass die Wahrscheinlichkeit größer wäre, dass die Menschen heraus finden würden, dass ich Muslim bin, und dann würde ich anfangen müssen, meinen Kopf zu bedecken.  Wochenlang sorgte und grämte ich mich, was ich tun solle.  Plötzlich war es mir sehr wichtig, inmitten des Geschehens zu sein und zu wissen, was im Krankenhaus geschah und in einer so starken Position zu sein, doch immer noch hielt mich etwas zurück.  Schließlich sagte mir mein jordanischer Freund, ich soll nach dem Gebet am Abend zwei Rakas zusätzlich beten und Gott um Rechtleitung bitten.  Dies tat ich tagelang und es schien einfach nichts zu bringen.  Ich denke, ich wusste, dass ich zur Ausbildungsabteilung gehen musste, aber in mir gab es einen konstanten Kampf; ich hatte Angst, dass die Leute es heraus fanden, ich hatte Angst, ihnen gegenüberzu treten, und Gedanken über die mächtige Stellung in der Personalabteilung krochen in meinen Kopf.  Dann eines Abends las ich im Qur´an, und es fiel mir auf, dass mir alle diese Dinge nichts bedeuteten: Geld, Gerede, Macht.  Sie hatten es nie getan.  Warum also schienen sie mir jetzt so attraktiv, und ich dachte, das ist Schaitan, der versucht, mich davon zu überzeugen, denn er weiß, wenn ich in die Ausbildungsabteilung gehe, dann würde ich mehr Unterstützung haben, denn in dieser Abteilung waren mehr Muslime, und ich würde mehr in die Religion involviert werden.  Und es kam mir vor, als hätte sich eine Wolke gelüftet, ich fasste meinen Entschluss und ich konnte kaum den nächsten Tag erwarten, damit ich meinem Boss die Entscheidung mitteilen könnte.  Natürlich ging ich zur Ausbildungsabteilung. 

Das Hijab tragen

Hierauf entwickelten sich die Dinge ziemlich schnell.  Ich fing an, zur Moschee zu gehen und zu beten, und ich erhielt eine Menge Unterstützung in der Ausbildungsabteilung.  Dann fand es mein Boss (der streng religiös ist), heraus und fing damit an, Druck auf mich auszuüben, meinen Kopf zu bedecken.  Da musste ich ernsthaft drüber nachdenken.  Ich wollte es nicht aus dem falschen Grund tun.  Ich wollte es tun, weil ich dazu bereit bin, und wenn ich das weiss, dann setze ich es auf und werde es nie wieder absetzen.  Dann als mein Boss Urlaub hatte, war der Druck weg, doch ich dachte immer noch die ganze Zeit darüber nach.  Ich hatte immer Streitgespräche mit meinem Freund darüber und den Grund dafür, und ich war noch immer nicht überzeugt.

An einem Wochenende war ich im Hause eines Freundes, ein paar neue Mädchen waren angekommen, und ich sprach mit ihnen.  Sie waren wirklich nett und ich fühlte, wir könnten Freunde werden, doch dann dachte ich, ´ok, neue Leute kommen und es wird nur immer schwerer und schwerer´.  Möglicherweise wenn sie mich von Anfang an mit Hijab gesehen hätten, dann würden sie es akzeptieren und nicht so sehr hinterfragen. Ich entschloss mich, am nächsten Tag damit zu beginnen, es zu tragen.  Hier ist ein Auszug aus meinem Tagebuch: 

“So, ich denke, ich werde morgen meinen Kopf bedecken.  Eine Hälfte von mir fühlt, dass es die richtige Zeit ist, die andere Hälfte schreit mich an, es nicht zu tun.  Ich versuche, diese Hälfte zu ignorieren.  Es ist einfach nur so schwer, zu wissen, was man tun muss.  Was ist, wenn ich nach einem Tag oder nach einer Woche anfange, es zu hassen; oder wenn ich mir nach einer Woche oder nach einem Monat gewahr werde, dass ich einen Fehler gemacht habe?  Es gibt kein zurück, wenn ich nicht jeglichen Respekt verlieren möchte.  Wann werde ich jemals 100% sicher sein, wann werde ich jemals sicherer sein als jetzt.  Ich muss diese Gelegenheit ergreifen; ich muss fest daran glauben, wenn Gott es will, dann werde ich es schaffen.

Jetzt habe ich eine Panikattacke.  Hilfe!  Glaube ich tatsächlich an diese Religion?  Möchte ich wirklich mein Leben lang so leben?  Möchte ich wirklich jede Nacht und jedes Wochenende allein verbringen?  Hilfe!  Hilfe!  Hilfe!  O Gott, warum ist es so schwer?  Warum bin ich so ein Feigling?  29 Jahre bin ich alt und handle wie eine Fünfjährige.  Wie habe ich in der Vergangenheit Entscheidungen getroffen, wenn ich es jetzt überhaupt nicht zusammenzukriegen scheine?  Ich bin noch nicht einmal eine wirklich gute Person, ich muss hart arbeiten, um auch nur einigermaßen gut zu sein.  Gerade jetzt, würde ich gern dieses Land verlassen, in eine Disko gehen, wild tanzen, mich betrinken, schreien, rufen und singen.  Kann ich mir den Rest meines Lebens vorstellen und wissen, ich darf nicht trinken, ich kann keinen Freund haben, und ich kann nicht ohne Kopfbedeckung nach draußen gehen.  Wenn Kate hier wäre, würde ich sie anrufen und sie bitten, mir eine Margerita zu machen. Aber sie ist nicht hier!  Ich denke, die Teufel machen gerade Überstunden bei mir.  Und die Leute denken, ich wäre eine sensible Person, weißt du.  Das ist doch zum Lachen, oder?

Ich bin fest entschlossen, ich werde es tun.  Wenigstens, wenn nichts anderes, werde ich zu Sinnen kommen und feststellen, was für eine Dumme ich bin, allenfalls werde ich zu der Erkenntnis kommen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und dass ich auf dem richtigen Weg bin - inschaAllah [wenn Gott will].”

Ich habe in jener Nacht kein Auge zugemacht.  Bis zur letzten Minute dachte ich, ich würde nicht den Mut aufbringen, es zu tun.  Aber gerade bevor ich zur Tür hinaus ging, setzte ich es auf.  Ich habe nie zurück geblickt.

Es war, als wären alle Zweifel dahin gegangen.  Es war, als hätte Schaitan mich verlassen.  Ich fühlte mich stolz.  Ich fühlte mich, als ginge ich zehn Fuß hoch.  Ich wollte, dass jeder weiß, dass ich Muslim bin.  Ich war stolz darauf, Muslima zu sein.  Ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte und dass ich sie niemals bereuen werde.  Subhan Allah [Gepriesen sei Gott], Er hat es mir leicht gemacht.  

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