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Die tägliche Versammlung des Propheten (Teil 1 von 2)

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Beschreibung: Die tägliche Versammlung des Propheten in der Moschee an jedem Morgen war wesentlich mehr als die Vermitlung religiösen Wissens.  Teil 1: Lässige, freundschaftliche und fürsorgliche Momente. 

  • von Sheikh Abd al-Wahhab al-Turayri (islamtoday.net)[herausgegeben von IslamReligion.com]
  • Veröffentlicht am 23 Jul 2018
  • Zuletzt verändert am 23 Jul 2018
  • Gedruckt: 1
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Nachdem er alle seine Haushaltsmitglieder am späten Morgen besucht hatte, kehrte der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, zur Moschee zurück.  Das erste, was er dort tat, war ein Gebet aus zwei Rakas, bevor er sich setzte.  Er betete an seinem bevorzugten Platz, an einer Säule, die heute als Emigrantensäule in der Mitte der Rauda in der Moschee des Propheten bekannt ist.

Er nahm dann an der östlichen Wand der Moschee Platz, der Wand zu seinen Wohnräumen.  Aischas Zimmer befand sich auf der anderen Seite der Wand.  Seine Gefährten versammelten sich wie jeden Morgen um diese Zeit um ihn herum.  Jeder, der mit dem Propheten sprechen wollte, wusste, dass er zu dieser Zeit in die Moschee kommen konnte.  Es war eine offene Versammlung und die Zahl der Leute, die kamen, war unterschiedlich, abhängig davon, über wieviel freie Zeit jeder verfügte.  Wenn es wenige waren, scharten sie sich in einem engen Kreis um den Propheten.  Wenn es viele waren, bildeten sie zu seiner Linken und Rechten Reihen, so dass jeder Besucher von Außerhalb ihn leicht erreichen konnte.    

Der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, bat Gott während dieser Versammlung oft um Vergebung.  Seine Gefährten bemerkten, dass er nie müde wurde, Buße zu tun und Gott zu bitten, ihm zu vergeben.  Er sprach folgendes Bittgebet über hundertmal vor Ende der Versammlung: "Mein Herr, vergib mir und verzeih mir meine Sünden.  Du bist der Erlösende, der Allvergebende."

Einige die zur Versammlung kamen, brachten die ersten Pflückungen der Dattelernte mit, Datteln stellten die Hauptfrucht in Medina dar und das Grundnahrungsmittel der Menschen.  Die Ernte der ersten Früchte ist immer ein Anlass der Freude, deshalb teilten sie diese mit dem Propheten.  Er nahm die Datteln in seine Hände und sprach: "O Gott! Segne uns in unseren Erzeugnissen.  Segne uns in unserer Stadt.  Segne uns in jedem Maß, das wir wir messen.   O Gott! Wahrlich, Abraham war Dein Diener, Freund und Prophet, und ich bin wahrhaftig Dein Diener und Prophet.  Er hat für Mekka zu dir gebetet und nun bete ich für Medina zu Dir um dasselbe, um das er bat, um doppelten Segen."

Danach rief der Prophet das jüngste Mitglied der Versammlung zu sich, und er gab die Datteln dem Kind.    

Während der Versammlung gab es reichlich Zeit für zwanglose Rede und lustige Anekdoten.  Die Würde und das Ansehen der Versammlung des Propheten hielt seine Gefährten nicht von Heiterkeit zurück.  Der Prophet berichtete folgende Parabel:

Ein Mann im Paradies wird seinen Herrn bitten, etwas anbauen zu dürfen.  Gott wird ihn fragen: "Gibt es nichts anderes, das du begehrst?"  Der Mann wird antworten: "Sicherlich, mein Herr.  Es ist nur so, dass ich die Landwirtschaft liebe." Er wird anfangen auszusäen, und sobald gesät ist, werden die Keimlinge zu ihrer vollen Größe heran wachsen und geerntet werden.  Die Ernte wird wie Berge sein.  Dann wird Gott sagen: "Dies ist armselig für dich, o Sohn Adams, denn du bist unersättlich."

Heute war ein Beduine in der Versammlung, ein Besucher von den entlegenen Wüsten.  Als der Prophet zu Ende gesprochen hatte, sagte der Beduine: "O Gesandter Gottes!  Ich schwöre bei Gott, du wirst sehen, der Mann war entweder ein Stammesgenosse von den Quraisch oder eine Person aus Medina, denn sie sind ein Volk, das Landwirtschaft betreibt.  Was uns betrifft, wir sind keine Bauern." Als er das hörte, lachten alle, auch der Prophet, mit dem Beduinen. 

Das Treffen mit Menschen von außerhalb Medinas war einer der Gründe für diese Versammlung am Morgen.  Es ist ein Brauch der Besucher und Delegationen, die Nacht ihrer Ankunft außerhalb der Stadtgrenzen zu verbringen und die Stadt erst nach Sonnenaufgang zu betreten, so dass sie den Propheten in seiner Versammlung antrafen. 

Dies war bei der Delegation von Mudar der Fall gewesen.  Als sie an jenem Morgen in der Moschee ankamen, konnte der Prophet sehen, wie sehr sie unter Armut und Müdigkeit litten.  Seine Besorgnis war deutlich in seinem Gesicht zu sehen.  Nach dem Mittagsgebet hielt der Prophet eine Rede über die Tugenden der Nächstenliebe, bis seine Gefährten für die Besucher aus Mudar einen großen Haufen Nahrungsmittel und einen großen Haufen Bekleidung gespendet haben.    

An einem anderen Morgen kam eine Delegation vom Stamm Abd Qays.  Er begrüßte sie und sagte: "Ich heiße eure Delegation willkommen, ihr, denen nie Schande begegnet ist und die nie Reue empfinden werden."

Es ist wahrscheinlich, dass der Engel Gabriel während einer dieser morgendlichen Versammlungen in menschlicher Gestalt zum Propheten gekommen war.  Gabriel war als Mann mit sehr schwarzen Haaren erschienen, der außergewöhnlich weiße Kleider trug.  Er zeigte keinerlei Anzeichen für eine Reise und niemand kannte ihn.  Er kam zum Propheten und fragte ihn über den Islam, den Glauben, Werte und die Zeichen des Letzten Tages.    

Ebenfalls während einer dieser Versammlungen näherte sich Dimam ibn Tha’labah dem Propheten, befragte ihn über die religiösen Pflichten, die ein Muslim einhalten muss.  Als der Prophet Muhammad ihm die Pflichten des Glaubens, Gebets, Fasten, Almosen und der Pilgerfahrt beschrieb, gab Dimam seine berühmte Antwort: "Ich schwöre bei Dem, Der dich mit der Wahrheit gesandt hat, ich werde nicht mehr und nicht weniger als das tun, als das was du gesagt hast."

Dann wandte er sich um und ging, worauf der Prophet sagte: "Wenn er die Wahrheit spricht, wird er das Paradies betreten."

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