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Die Geduld des Propheten bei der Übermittlung der Botschaft (Teil 1 von 2): Die Anhänger Muhammads sind geduldig

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Beschreibung: Die Nachsicht des Propheten Muhammad bei der Verbreitung der Botschaft des Islam.

  • von Aisha Stacey (© 2018 IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 06 Aug 2018
  • Zuletzt verändert am 06 Aug 2018
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Gott teilt uns im Qur´an mit, dass Er den Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, aus Barmherzigkeit für die Menschheit gesandt hat.  "Und Wir entsandten dich nur aus Barmherzigkeit für alle Welten." (Quran 21:107)  Gott hat nicht gesagt, dass er nur zu den Leuten in Arabien gesandt worden war, oder nur zu einem bestimmten Geschlecht, zu den Menschen des siebten Jahrhunderts oder auch nur zu seinem eigenen Volk.  Tatsächlich wurde der Prophet Muhammad von seinem eigenen Volk zurückgewiesen und gedemütigt.  

Gott hat auch erklärt, dass der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, ein Prophet wie kein anderer gewesen ist.  Einer dessen Botschaft weit und breit verbreitet wurde, zu allen Orten und Zeiten.  Er überwand Härte, große Trauer, epische Schlachten und anhaltende Demütigung; aber nichts konnte ihn davon abhalten, seine Botschaft zu vermitteln.  Der Prophet Muhammad war der erste, der die Botschaft Gottes in einer Form überbracht hat, die für alle Menschen, Orte und Zeiten geeignet ist.  Die Hauptbotschaft ist einfach: Gott Allein ist anzubeten, ohne Teilhaber, Söhne oder Töchter; und der Prophet Muhammad verbreitete sie mit großer Standhaftigkeit und noch größerer Toleranz.  Seine Geduld kannte keine Grenzen und wurde nie dazu angetrieben, sich irrational oder wütend zu verhalten.  Gewalt war kein Teil der Botschaft und hatte auch keinen Anteil an ihrer Verbreitung. 

Über eine Milliarde Muslime auf der ganzen Welt lieben den Propheten Muhammad, respektieren ihn und folgen ihm.  Sie schätzen ihn so sehr, dass es für viele emotional schmerzhaft ist, ihren geliebten Mentor verspottet oder respektlos behandelt zu sehen oder zu hören.  Demonstrationen auf der ganzen Welt zeigen das, wenn der Name des Propheten Muhammads respektlos verwendet wurde oder wenn sein Bild angefertigt wurde, um Respektlosigkeit zum Ausdruck zu bringen.  Gewalttätiges, irrationales Verhalten ist nichts, das man vom Propheten Muhammad lernen kann.  Sein Gesicht war fest zu Gott und dem Jenseits gewandt und seine einzige Mission bestand darin, die Botschaft des Allerbarmers mit Geduld und Standhaftigkeit zu verbreiten. 

Das Wort des Islam zu verbreiten machte den Propheten Muhammad arm und zu einem Geächteten der Gesellschaft, nachdem er ein relativ leichtes Leben gehabt hatte.  Sein Leben hat sich drastisch zum Schlimmsten verändert und war mehr als einmal in Gefahr.  Zusätzlich dazu, dass seine Familie und seine Anhänger verspottet, verhöhnt und geschlagen.  Die Botschaft wog schwer auf seinen Schultern und sogar bei seiner letzten Predigt bat er die Menschen, vor Gott zu bezeugen, dass er die Botschaft übermittelt hat.

Es ist wichtig, dass zu jener Zeit in der Weltgeschichte, wenn es manchmal so scheint, als würde die muslimische Bevölkerung in eine Ecke oder hinter einen Zaun gedrängt, dass wir uns an die Geduld des Propheten Muhammads erinnern, und unseren Problemen mit denselben Methoden entgegentreten, die er angesichts der Feindseligkeit benutzt hat. Der Prophet Muhammad selbst demonstrierte außerordentliche Zurückhaltung und Geduld, wenn er beleidigt, herabgewürdigt und geschlagen wurde.  Wie seine geliebte Frau Aischa sagte: "Sein Charakter spiegelte den Qur´an wieder."[1]

In einer sehr schwierigen Zeit seines Lebens, gerade nach der Zeit, die als Jahr des Kummers bekannt wurde, ging der Prophet Muhammad zur Stadt Taif, in der Hoffnung, dort Menschen zu finden, die auf seine Botschaft an die Menschheit hören und sie unterstützen.  Anstatt Unterstützung erntete er Beschimpfungen und Verletzungen.  Er wurde aus der Stadt gejagt.  Mit Sandalen voll Blut von den Verletzungen, die ihm durch Steine werfende Männer, Frauen und Kinder zugefügt worden waren, bat der Prophet Muhammad Gott um Hilfe.  Daraufhin bat der Engel der Berge den Propheten Muhammad um die Erlaubnis, die Berge, die Taif umgeben, über der Stadt einstürzen zu lassen und alle Bewohner der Stadt zu töten.  Trotz der Schmerzen und dem Leiden, das sie ihm zugefügt hatten, etwas, wegen dem er mit Recht hätte wütend sein können, lautete die Antwort des Propheten: "Nein, denn ich hoffe, dass Gott von ihren Nachkommen Menschen hervor bringen wird, die Gott allein dienen, und keinen neben Ihm."

Wir haben alle die Aussage schon mal gehört, dass Geduld eine Tugend ist, was bedeutet, dass geduldig sein eine edle und gute Eigenschaft darstellt, die man sich aneignen sollte.  Geduld ist eine Tugend, die wir in kleinen Situationen und manchmal in Situationen, die eine große Rolle in unseren Leben spielen, üben und anwenden  sollen.  Wenn du auch nur ein kleines bisschen von der islamischen Geschichte liest, wird dir das zeigen, dass der Prophet Muhammad geduldig gewesen ist. Geduld bedeutet nicht, dass man nichts tut, es impliziert das Beste zu tun, um die Situation zu erleichtern.  Daher bemühte er sich, die Situation zu mildern, wie die beiden Auswanderungen und der Kauf von Sklaven, um ihre Folter und Demütigung zu beenden, zeigen.    

Nachdem sie zehn Jahre in Medina gelebt hatten, zehn Jahre, in denen er die Menschen gelehrt hatte, Gott zu lieben und Ihm zu gehorchen, zehn Jahre, in denen er einen fairen und gerechten islamischen Staat eingerichtet hatte, waren der Prophet Muhammad und seine Anhänger in der Lage, nach Mekka zurückzukehren.  Seine Geduld wurde schließlich belohnt und dennoch ritt er auf einem Esel mit zehntausenden Anhängern.  Der Prophet Muhammad hätte die Geduld in den Wind schreiben und eine schreckliche Rache üben können.  Er tat es nicht!  Mekka lag ihm zu Füßen, die Feinde standen ergeben mit gesenkten Köpfen und der Prophet Muhammad sprach von der Barmherzigkeit seines Schöpfers und sagte: "Dann sage ich euch, was Josef zu seinen Brüdern gesagt hatte: ‘Es gibt keine Schande für euch.’  Geht!  Denn ihr seid alle frei!"[2]

Während seines gesamten Lebens und besonders während seines Prophetentums hat der Prophet Muhammad Geduld geübt und versucht, seine Anhänger zur Geduld anzuhalten und sogar verlangt, dass sie Geduld lernen.  Es gab viele Anlässe, an denen der Prophet Muhammad zur Geduld geraten hatte.  Die folgende Geschichte zeichnet ganz besonders das Bild von einem Mann, der in der Lage gewesen ist, mehr Geduld und Standhaftigkeit zu zeigen als üblich, aber sie zeigt, wie weit der Prophet Muhammad gehen würde, um seinen Anhängern zu lehren, warum sie sich immer geduldig und korrekt verhalten sollen

Dies ist die Geschichte des jüdischen Rabbi, Zaid ibn Sanah.   Rabbi Zaid hatte dem Propheten Muhammad etwas ausgeliehen.  Er selbst beschrieb die Szene und den Dialog folgendermaßen:   "…der Prophet Muhammad nahm an der Beerdigung eines Mannes von den Ansaar teil.  Abu Bakr und Umar, Uthman und einige andere Gefährten waren bei ihm.  Nach dem Totengebet setzte er sich neben der Wand und ich kam zu ihm, griff die Enden seines Umhangs, sah ihn grimmig an und sagte: ‘O Muhammad! Wirst du mir das, was ich dir ausgeliehen habe, nicht zurück zahlen?  Ich kenne das nicht von der Familie von Abdul-Mutalib, dass sie das Zurückzahlen von Schulden hinauszögern!’  Ich sah Umar an, dessen Augen vor Wut anschwollen.  Er blickte mich an und sagte: ‘O du Feind Gottes, du sprichst zu dem Gesandten Gottes und benimmst dich auf diese Weise?!  Bei dem, Der ihn mit der Wahrheit gesandt hat, würde ich nicht fürchten, dass ich den Himmlischen Garten nicht betrete, so hätte ich dich mit meinem Schwert geköpft!’"

Der Prophet Muhammad war nicht verspätet in der Rückzahlung seiner Schuld, der Rabbi hatte ihn angesprochen und schlecht gesprochen.  Wie würde er reagieren?  Wie würden die meisten Menschen heute, 2015, reagieren?  Wenn du solche kennst, die geduldig reagieren würden, dann wirst du froh sein, dass diese den Lehren des Propheten Muhammad folgen.  Im nächsten Teil werden wir entdecken, wie dieser Vorfall endete, lass dich überraschen. 



Fußnoten:

[1] Sahieh Muslim

[2] Berichtet bei Ibn Kathir, berichtet in Sahieh Muslim und von Sheikh Al-Albani autentifiziert.

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