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Die letzte Person, die das Paradies betritt (Teil 1 von 2): Und ein Baum wird wachsen gelassen

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Beschreibung: Wenn die letzte Person aus der Hölle kriecht und ins Paradies aufgenommen wird, werden die Tore der Hölle für immer geschlossen. 

  • von Aisha Stacey (© 2017IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 13 Feb 2017
  • Zuletzt verändert am 16 Jun 2019
  • Gedruckt: 14
  • Gesehen: 7360 (Tagesmittelwerte: 6)
  • Bewertung: 3 von 5
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LastPersonEnterParadise1.jpgDas Paradies ist die unvorstellbare Belohnung, die Gott für die Gläubigen vorbereitet hat.  Es ist ein Ort vollständiger Freude und Heiterkeit und es existiert nichts mehr, das dies stören könnte.  Es wird für immer weiter gehen und wir hoffen, dass es unser ewiger Aufenthaltsort sein wird.  Was Gott und Sein Prophet Muhammad uns über das Paradies berichtet haben, läßt unsere Köpfe drehen und unsere Geister wirbeln.  In einer der Überlieferungen des Propheten Muhammad sagt Gott: "Ich habe für Meine rechtschaffenen Diener etwas vorbereitet, das kein Auge jemals gesehen hat, kein Ohr jemals gehört hat und niemals die Gedanken irgendeines menschlichen Wesens gekreuzt hat.".[1]  Dies ist es, auf das wir demütigen Menschen warten, und wenn wir weise sind und daran arbeiten, dann ist es die Belohnung für die Anstrengung in diesem vergänglichen Leben.  Wir denken nach und fragen uns selbst bezüglich unseres ewigen Aufenthalts, wir denken mit Hoffnung an das Paradies und mit Furcht an die Hölle, aber so sehr unsere Herzen bei dem Gedanken an das Paradies zittern, es ist vor Freude. 

Die Beschreibungen von Paradies und Hölle in den Überlieferungen des Propheten Muhammad enthalten Erzählungen darüber, wer die erste Person im Paradies sein wird.  Am großartigen Tag der Wiedererweckung wird der Prophet Muhammad dieser Mann sein.  Er berichtete seinen Gefährten, dass er "der erste sein wird, der an die Tore des Paradieses klopfen wird".[2]  Der Prophet Muhammad sagte ebenfalls: "Ich werde zu den Toren des Paradieses kommen und darum bitten, dass sie geöffnet werden.  Der Torhüter wird fragen; "Wer bist du?"  Da werde ich antworten: "Muhammad".  Der Torhüter wird sagen: "Mir wurde befohlen, das Tor für keinen anderen vor dir zu öffnen."[3]

Der Prophet Muhammad betritt es zuerst, das ist ein wohlverdienter Segen.  Unserem Verstand fällt es leicht, die Gründe für diese große Ehre zu verstehen, doch nach einiger Zeit werden wir anfangen, uns zu fragen, wer wohl die letzte Person sein wird, die das Paradies betritt.  Denn es wird eine letzte Person geben und dann werden die Tore geschlossen.  Die Gefährten des Propheten Muhammad haben genau wie wir über das Paradies gefragt.  Sie hatten allerdings das wunderbare Privileg, in der Lage zu sein, ihren geliebten Propheten direkt befragen zu können, wer eben diese letzte Person sein wird, die das Paradies betritt. 

Was wir aus den Überlieferungen des Propheten Muhammad wissen, kommt in verschiedenen Formen zu uns und eine dieser Formen ist der Hadith qudsi oder Heilige Hadith.  Diese Überlieferungen sind besonders wichtig, denn während der Wortlaut der des Propheten Muhammad ist, ist die Bedeutung vollständig von Gott.  Es ist eine Art Offenbarung.  Diese Überlieferungen bilden also eine andere Dimension von der Botschaft Gottes an die Menschheit und handeln normalerweise mit spirituellen oder ethischen Themen.  Die Antwort auf die Frage, die die Gefährten gestellt haben, ist in einem Hadith qudsi enthalten, und es ist einer der schönsten und verständlichsten aller Überlieferungen. Es folgt eine Übersetzung dieser Überlieferung:

Die letzte Person, die das Paradies betritt, wird ein Mann sein, der einmal gehen, einmal stolpern und einmal vom Feuer verbrannt wird.  Sobald er daran vorbei kommt, wird er sich umdrehen und ihm gegenüberstehen und sagen: ‘Gesegnet sei der Eine, Der mich vor dir bewahrt hat.  Gott hat mir etwas gegeben, das er dem ersten und dem letzten nicht gegeben hat.’

Dann wird für ihn ein Baum wachsen gelassen, und er wird sagen: ‘O mein Herr, bring mich näher zu diesem Baum, damit ich in seinem Schatten Schutz finde und von seinem Wasser trinke.‘  Gott, gepriesen und erhaben sei Er, wird sagen: ‘O Sohn Adams, vielleicht wenn ich dir dies gewähre, wirst du Mich um etwas anderes bitten?’  Er wird antworten: ‘Nein, mein Herr’, und er wird versprechen, dass er Ihn um nichts anderes bitten wird, und sein Herr wird ihm verzeihen, denn er hat etwas gesehen, für das er nicht die Geduld besessen hat, um zu widerstehen.  Also wird er ihm nahe gebracht und er ruht in seinem Schatten und trinkt von seinem Wasser.

Dann wird für ihn ein weiterer Baum wachsen gelassen, der noch schöner als der erste ist, und er wird sagen: ‘O mein Herr, bring mich näher zu diesem Baum, damit ich von seinem Wasser trinke und in seinem Schatten Schutz finde, und ich werde Dich um nichts mehr bitten.‘  Er wird sagen: ‘O Sohn Adams, hast du Mir nicht versprochen, dass du Mich um nichts mehr bitten wirst?’  Er wird sagen: ‘Vielleicht wenn Ich dir dies gewähre, wirst du Mich um etwas anderes bitten.‘  Er wird versprechen, dass er Ihn um nichts anderes mehr bitten wird, und sein Herr wird ihm verzeihen, weil er etwas gesehen hat, für das er nicht die Geduld besessen hat, um zu widerstehen.  Also wird er ihm nahe gebracht, und er wird in seinem Schatten ruhen und von seinem Wasser trinken.    

Dann wird für ihn ein weiterer Baum am Tor des Paradieses wachsen gelassen, der noch schöner als die ersten beiden ist, und er wird sagen: ‘O mein Herr, bring mich näher zu diesem Baum, damit ich in seinem Schatten Schutz finde und von seinem Wasser trinke, und ich werde dich um nichts anderes mehr bitten.’  Er wird antworten: ‘O Sohn Adams, hast du Mir nicht versprochen, dass du Mich um nichts mehr bitten wirst?’  Er wird sagen: ‘Ja, o Herr, ich werde Dich um nichts anderes mehr bitten.’  Sein Herr wird ihm verzeihen, denn er hat etwas gesehen, für das er nicht die Geduld besessen hat, um zu widerstehen.  Er wird nahe zu ihm gebracht und als er sich ihm nähert, hört er die Stimmen der Paradiesbewohner und wird sagen: ‘O Herr, lass mich hinein.’  Er wird sagen: ‘O Sohn Adams, was wird dich aufhören lassen, zu bitten? Wird es dir gefallen, wenn Ich dir die Welt gebe und nocheinmal so viel?’  Er wird sagen: ‘O Herr, machst Du dich lustig über mich, wo Du doch der Herr der Welten bist?’

Ibn Mas’uud (der Gefährte, der diese schöne Überlieferung berichtet hat) lächelte und sagte: Warum fragt ihr mich nicht, warum ich lächele?  Sie fragten: Warum lächelst du?  Er sagte: Dies ist, wie der Gesandte Gottes, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, gelächelt hat und sie (die Gefährten um den Propheten) fragten ihn: Warum lächelst du, o Gesandter Gottes?  Er antwortete: "Weil der Herr der Welten lächeln wird, wenn er sagt ‘machst du dich lustig über mich, wo Du doch der Herr der Welten bist?’und (Gott) wird sagen: ‘Ich mache Mich nicht lustig über dich, aber Ich bin in der Lage, zu tun was Ich will.’"[4]

Im zweiten Teil werden wir darüber diskutieren, wie die Freundlichkeit und Gnade Gottes in diesem Hadith demonstriert wird und betrachten, wie gut der Herr aller Welten Seine Schöpfung kennt und versteht.



Fußnoten:

[1] Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim

[2] Sahieh Muslim

[3] Ibid

[4] Sahieh Muslim

 

 

Die letzte Person, die das Paradies betritt (Teil 2 von 2): Nur ein wenig mehr

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Beschreibung: Die letzte Person, die das Paradies betritt und die so sind wie er, spüren die Auswirkungen der Gnade Gottes. 

  • von Aisha Stacey (© 2017IslamReligion.com)
  • Veröffentlicht am 27 Feb 2017
  • Zuletzt verändert am 27 Feb 2017
  • Gedruckt: 11
  • Gesehen: 4936 (Tagesmittelwerte: 4)
  • Bewertung: 3 von 5
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LastPersonEnterParadise2.jpgIm vorigen Artikel haben wir eine umfassende Überlieferung vom Propheten Muhammad betrachtet.  Es ist eine kurze Geschichte über das Wesen des menschlichen Wesens, in Form einer Erzählung über die letzte Person, die das Paradies betritt.  Es war ein Mann der mit der Erlaubnis Gottes aus dem Höllenfeuer kroch.  Zuerst war der Mann dankbar dafür, dass er in dem Zwischenraum zwischen Paradies und Hölle war und lobpries Gott für Seine Gnade und Freundlichkeit.  Einige Zeit verging und ihm wurde bewußt, dass ein Baum gewachsen war.  Er betrachtete seinen robusten Stamm, seine starken Äste, Zweige und Blätter und sehnte sich danach, in seinem Schatten zu sitzen und seinen Durst von seiner Wasserquelle zu stillen.  Als die Erzählung weiter geht, sehen wir, dass jedesmal, wenn Gott dem Mann gibt, was er sich wünscht, der Mann etwas anderes benötigte; nur ein kleines bisschen mehr.    

Diese Geschichte betont die Tatsache, dass das menschliche Wesen fast nie vollständig zufrieden ist, er will immer noch mehr.  Auch wenn dies überraschend für jemanden klingen mag, der nie über den Zyklus von Wünschen, Bedürfnissen und Verlangen nachgedacht hat, dem viele von uns unterliegen, ist es für Gott nichts Neues.  Ihm, dem Schöpfer und Erhalter des Universums, ist das Wesen Seiner Geschöpfe wohl bekannt.    

Gott, der Schöpfer verfügt über vollkommenes Wissen.  Er kennt alles, das greifbare und das nicht greifbare.  Er weiß, was gewesen ist und was kommen wird.  Er ist der Allhörende, der Allwissende.  Gott sagt, dass Er uns näher als unsere Halsschlagader ist, nichts entgeht Seinem Wissen.  Wir können in der Lage sein, unsere schlechten Züge und Eigenschaften vor uns Gleichrangigen oder unseren Familien zu verbergen, aber Gott sieht alles; nicht nur das, Er versteht, was uns motiviert und was wir fürchten, lieben oder wünschen.  Und das ist der Grund aus dem Er uns immer wieder vergibt und uns mit Seiner Gnade umhüllt.  Wenn wir die Gnade Gottes benötigen, egal in welcher Situation wir uns befinden, wir brauchen Ihn nur darum zu bitten.

"Und wahrlich, Wir erschufen den Menschen, und Wir wissen, was er in seinem Innern hegt; und Wir sind ihm näher als (seine) Halsschlagader." (Quran 50:16)

Das Wörterbuch definiert Gnade als die Neigung, freundlich und vergebend zu sein, und das Gefühl, das Mitgefühl hervorruft.  Der arabische Begriff für Gnade ist Rahma und zwei der wichtigsten Namen Gottes sind von diesem Wort abgeleitet, Ar-Rahman – der Allerbarmer, und Ar-Rahiem – der Barmherzigste.  Die Gnade Gottes ist jene ätherische Eigenschaft, die Sanftmut, Fürsorge, Rücksichtnahme, Liebe und Vergebung verkörpert.  Wenn diese Eigenschaften in dieser Welt erkennbar sind, sind sie die bloße Widerspiegelung der Gnade Gottes gegenüber Seiner Schöpfung.  In dieser Geschichte können wir erkennen, wie sich die Gnade Gottes manifestiert, an der sanften Art und Weise, wie Er mit dem letzten Menschen umgeht, der aus dem Feuer der Hölle kriecht.

An diesem Punkt regt die Tatsache zum Nachdenken an, dass dieser Mensch das Paradies nicht aufgrund seiner guten Taten betritt.  Schließlich betritt er das Paradies durch die Gnade Gottes.  Man könnte sagen, dass Gott Seine Gnade gewährt, auch wenn es für das menschliche Auge nicht verdient ist.  Gott hat tatsächlich versprochen, dass jeder, der den wahren Glauben in seinem Herzen besitzt, eines Tages das Paradies betreten wird, auch wenn er viele Sünden begangen hat.  Um dieses Verständnis zu bestärken, hat uns der Prophet Muhammad folgende Aussage hinterlassen:

"Wer stirbt, ohne Shirk (Gott Partner zugesellen) mit Gott begangen zu haben, wird das Paradies betreten. "[1]

Die Tatsache, dass Menschen einschließlich der fragliche Mann, aus der Hölle heraus gebracht und ins Paradies gelassen werden, wird diesen gesegneten Menschen keinerlei Trauer oder Angst verursachen.  Dies ist so, weil Gott uns mitteilt, dass das Paradies ein Ort der Freude ist.  Es gibt weder im Qur´an noch in den Überlieferungen des Propheten etwas, das andeutet, dass diese Menschen aufgrund der Bestrafung, die sie in der Hölle erfahren haben, mit Bedauern leben werden, nachdem sie das Paradies betreten haben.  Dies wird an der Lust und Freude des Mannes deutlich, als er sich im Zwischenraum zwischen Paradies und Hölle befindet.  Er scheint sich augenblicklich erholt zu haben und der Zukunft entgegen zu sehen.  In anderen Überlieferungen des Propheten Muhammad erfahren wir, dass das Paradies den Muslim alle Not vergessen lassen wird, die er in dieser Welt erlitten hat, daher ist es nicht weit hergeholt zu sagen, dass dies auch die Not miteinschließt, die er in der Hölle erlebt hat, bevor er ins Paradies gelassen wurde.  Der Gesandte Gottes (Gottes Segen und Frieden seien auf ihm) sagte:

"Der wohlhabendste der Menschen in dieser Welt, von denen, die zur Hölle gehen werden, wird am Tag der Wiedererweckung herbei gebracht werden und einmal ins Feuer getaucht.  Dann wird gesagt: O Sohn Adams, hast du jemals etwas Gutes gesehen?  Hast du jemals Vergnügen gehabt?  Er wird antworten: Nein, bei Gott, o Herr.  Dann wird der mittelloseste der Menschen in dieser Welt von denen, die das Paradies betreten werden, gebracht und einmal in das Paradies getaucht, und es wird zu ihm gesagt: O Sohn Adams, hast du jemals etwas Schlechtes gesehen?  Hast du jemals eine Not erlebt?  Er wird antworten: Nein, bei Gott, o Herr.  Ich habe nie etwas Schlechtes gesehen und ich habe nie eine Not erlebt."[2]

Eine andere Andeutung dafür, dass ein Eintauchen in die Seligkeit des Paradieses jegliche Schwere hinwegnimmt, die davor dagewesen ist, selbst das Elend in der Hölle bestraft worden zu sein, ist die Aussage des Propheten: "Wer das Paradies betritt, wird die Seligkeit genießen und wird nicht unglücklich sein, seine Kleider werden nicht abgetragen und seine Jugend wird nicht schwinden."[3]

Dieser Segen zeigt, dass für den, der das Paradies betritt, das Elend ausgelöscht wird, und es ist allgemein in der Bedeutung und beinhaltet jeden, der es betritt, ob er zuvor in der Hölle gewesen ist oder nicht. 

Die Gnade Gottes kennt keine Grenzen.  Der Prophet Muhammad sagte ebenfalls:

"Gott hat einhundert Teile von Gnade, von denen Er einen zwischen Ğinn, Menschen, Tieren und Insekten aufgeteilt hat, wegen dem sie Mitgefühl haben und barmherzig zu einander sind, und wegen denen wilde Tiere gütig zu ihrem Nachwuchs sind.  Und Gott hat neunundneunzig Teile der Gnade bei Sich behalten, mit der Er am Tag der Wiedererweckung gnädig zu Seinen Dienern ist."[4]



Fußnoten:

[1] Sahieh Muslim

[2] Ibid

[3] Ibid

[4] Ibid

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