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Der Geist (teil 1 von 2)

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Beschreibung: Eine Diskussion der Grundeigenschaften eines gesunden Geistes und was eine Person befähigt, das zu tun, was im Qur´an beschrieben wird.  Teil 1 diskutiert die ersten vier Punkte. 

  • von Dr.  Jafar SheikhIdris
  • Veröffentlicht am 22 Feb 2016
  • Zuletzt verändert am 13 Mar 2016
  • Gedruckt: 20
  • Gesehen: 6594 (Tagesmittelwerte: 3)
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TheMind1.jpgGeist und Verstand sind ein wesentlicher Teil der islamischen Denkweise und Legislation.  Eins kann ohne das andere nicht existieren.  An was denken wir genau, wenn wir von Verstand sprechen?  Es gibt zwei Arten von Denken des Verstandes, die identifiziert wurden. 

Das erste ist intuitives Denken, das die Fähigkeit zu verstehen, rationale Schlüsse zu ziehen, Sprache zu formulieren und sich vernünftig zu verhalten beinhaltet.  Das zweite Denken wird von unserem Umfeld erworben, solche Dinge, die uns gelehrt wurden oder mit denen wir vertraut sind.

Ich möchte über das intuitive Denken sprechen, denn das ist das, mit dem Gott uns alle ausgestattet hat, und es ist das, das uns für unser Verhalten verantwortlich macht.  Einer, der keinen Verstand besitzt oder der seinen Verstand verloren hat, ist nicht vollständig verantwortlich für das, was er tut.

Oft hat eine Person einen guten Verstand und wählt dann, ihn nicht zu verwenden oder ihn davon abzuhalten, wenn es darum geht, über Religion oder Glauben nachzudenken.  Er wird dann als einer der Ungläubigen enden, und er wird für seine Ignoranz in der Religion verantwortlich gemacht werden.

"Niemandem steht es zu zu glauben, es sei denn mit Allahs Erlaubnis. Und Er läßt (Seinen) Zorn auf jene herab, die ihre Vernunft (dazu) nicht gebrauchen wollen." (Quran 10:100)

Es ist kein Wunder, dass die Strafe für diejenigen, die nicht glauben, der für diejenigen, die nicht verstehen entspricht.    

"Wen Allah aber leiten will, dem weitet Er die Brust für den Islam; und wen Er in die Irre gehen lassen will, dem macht Er die Brust eng und bedrückt, wie wenn er in den Himmel emporsteigen würde. So verhängt Allah die Strafe über jene, die nicht glauben" (Quran 6:125)

Diese beiden Verse betonen, dass man sein Herz nicht reinigen kann, wenn man nicht seinen Verstand benutzt, Glauben und Sicherheit in seinem Herzen zulässt. 

Der Qur´an bezieht sich auf verschiedene Art auf den Verstand, abhängig von der Aufgabe, um die es geht:

1.    Der Verstand ist in der Lage, Sprache zu verstehen und zu verarbeiten.

"Verlangt ihr (Muslime) denn, daß sie (die Juden) euch glauben, wo doch eine Schar von ihnen das Wort Allahs (die Thora) bereits gehört und es dann, nachdem sie es begriffen hatten, bewußt verfälschten?" (Quran 2:75).

"Wir haben sie als Quran auf Arabisch offenbart, auf daß ihr (sie) begreifen möget." (Quran 12:2)

Der Grund aus dem der Qur´an auf arabisch offenbart wurde, war damit der Verstand der Menschen, auf die er herabgesandt wurde, in der Lage sein würden, seine Bedeutung zu begreifen und zu schätzen. 

2.    Der Verstand ist in der Lage, zusammenhängende und nicht widersprechende Gedanken zu projezieren.

"O Volk der Schrift, warum streitet ihr über Abraham, wo die Thora und das Evangelium doch erst (später) nach ihm herabgesandt worden sind? Habt ihr denn keinen Verstand?" (Quran 3:65).

Diejenigen, die behaupten, Ibrahim sei ein Jude oder ein Christ gewesen, widersprechen sich selbst, denn sowohl das Judentum als auch das Christentum kamen erst lange Zeit nach Ibrahim.  Die Sura al-Anaam (Kapitel 6), Vers 91, bezieht sich auf die Juden, die sich selbst widersprechen: 

"Sie haben Allah nicht richtig nach Seinem Wert eingeschätzt, wenn sie sagen: "Allah hat keinem Menschen irgend etwas herabgesandt." Sprich: "Wer sandte das Buch nieder, das Moses als ein Licht und eine Führung für die Menschen brachte obgleich ihr es zu Papyrusblättern macht, die ihr kundtut, während ihr viel verbergt, und wo euch das gelehrt worden ist, was weder ihr noch eure Väter wußten?" Sprich: "Allah! " Dann laß sie sich weiter vergnügen an ihrem eitlen Geschwätz."

Der Vers beweist, dass die Juden nicht behaupten können, an die Prophezeiungen von Moses und in der Thora zu glauben, und dann weiter sagen, Gott habe nie etwas irgendwelchen Menschen offenbart, denn dies sind widersprüchliche Gedanken. 

3.    Der Verstand ist in der Lage, Belege und Beweise für die Wahrheit zu verstehen.

"Er prägt euch ein Gleichnis eurer eigenen Lage. Habt ihr unter denen, die ihr von Rechts wegen besitzt, Teilhaber an dem, was Wir euch beschert haben? Seid ihr darin also gleich (und) fürchtet sie, wie ihr einander fürchtet? So machen Wir die Zeichen klar für ein Volk, das begreift." (Quran 30:28) "Sprich: "Hätte Allah es gewollt so hätte ich ihn euch nicht verlesen, noch hätte Er ihn euch kundgetan. Ich habe doch wahrlich ein Menschenalter unter euch gelebt, bevor (der Quran da war) Wollt ihr denn nicht begreifen?" (Quran 10:16)

4.    Taten müssen zu den Worten passen. 

"Wollt ihr den Menschen Aufrichtigkeit gebieten und euch selbst vergessen, wo ihr doch das Buch lest! Habt ihr denn keinen Verstand?" (Quran 2:44).

Dieser weist die Menschen zurecht, nicht andere zu ermutigen, an dem Weg Gottes festzuhalten, denn das ist immer ein Vorteil.  Allerdings betont der Vers den Widerspruch der Menschen, die guten Rat geben, aber ihn selbst nicht einhalten.  Auf jeden Fall verringert das Verhalten des Ratgebers nicht den Wert des Rates, wie wenn ein Raucher oder ein Alkoholiker seine Kinder vor dem Schaden durch ein derartiges Verhalten warnt.  Es ist weit besser, als sie zu ermutigen, solches schädliches Verhalten anzunehmen oder ihnen überhaupt keinen Rat zu geben.  Dennoch ergibt es keinen Sinn, den Wert eines bestimmten Verhaltens anzuerkennen und andere zu ermutigen, es sich anzueignen, während man selbst genau das Gegenteil tut.  Aus diesem Grund sagte der gute Prophet in der Sura von Hud (Kapitel 11), Vers 88: 

"Er sagte: "O mein Volk, seht ihr nicht ein, daß ich einen deutlichen Beweis von meinem Herrn habe und (daß) Er mir Seine Sorge angedeihen ließ? Und ich will gegen euch nicht so handeln, wie ich es euch zu unterlassen bitte. Ich will nur Besserung, soweit ich (es erreichen) kann. Es ist keine Macht in mir als durch Allah. Auf Ihn vertraue ich und an Ihn wende ich mich."

 

 

Der Geist (teil 2 von 2)

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Beschreibung: Eine Diskussion über die Grundeigenschaften eines gesunden Geistes und wozu er eine Person befähigt das zu tun, was im Qur´an beschrieben wird.  Teil 2 diskutiert die übrigen 6 Punkte. 

  • von Dr. Jafar Sheikh Idris
  • Veröffentlicht am 29 Feb 2016
  • Zuletzt verändert am 28 Feb 2016
  • Gedruckt: 20
  • Gesehen: 5909 (Tagesmittelwerte: 2)
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5.    TheMind2.jpgDer Geist befähigt eine Person, eine vernünftige Auswahl zu treffen, in dem, was gut für sie ist und was schädlich für sie ist und was abzuweisen ist.

"Das Leben in dieser Welt ist wahrlich nichts als ein Spiel und Vergnügen. Und wahrlich, die Wohnstätte des Jenseits ist für jene besser, die gottesfürchtig sind. Wollt ihr (das) denn nicht begreifen?" (6:32).  Wahrlich, Wir haben euch ein Buch hinabgesandt, worin eure Ehre liegt; wollt ihr es denn nicht begreifen?" (Quran 21:10)

6.    Menschen mit Verstand sind in der Lage, unmittelbare, kurzlebige Vorteile aufzugeben, um wertvollere, ewige Freude zu verdienen. 

"Und was euch auch an Dingen gegeben wurde - es ist nur eine zeitweilige Nutznießung des irdischen Lebens und sein Schmuck; und das aber, was bei Allah ist, ist besser und bleibender. Wollt ihr denn nicht begreifen?" (28:60).  In anderen Versen wird der Verstand nicht direkt erwähnt, doch es kann gefolgert werden, dass ein vernünftiger Mensch in der Lage sein wird, auszuwählen, auf das zu warten, was weiter entfernt ist, doch bedeutungsvoller.  Beispielsweise: "O ihr, die ihr glaubt, was ist mit euch, daß ihr euch schwer zur Erde sinken lasset, wenn euch gesagt wird: "Zieht aus auf Allahs Weg"? Würdet ihr euch denn mit dem diesseitigen Leben statt mit jenem im Jenseits zufrieden geben? Doch der Genuß des irdischen Lebens ist gar gering, verglichen mit dem des Jenseits."(Quran 9:38)

7.    Menschen mit Verstand sind in der Lage, wertvolle Lektionen aus den Ereignissen des Lebens zu erlernen.

      In Sura al-Ankabut (Kapitel 29) berichtet uns Vers 35, dass die Überreste der Stadt vom Volk Lots erhalten blieben, um die Menschen daran zu erinnern und sie zu lehren, dass das Ablehnen der Lehren Gottes und das Begehen von Gräueltaten immer bedauerliche Konsequenzen haben wird.  " Und Wir haben davon ein klares Zeichen für die Leute zurückgelassen, die Verstand haben."  Hierauf bezieht sich ebenfalls Vers 40 von Sura al-Furqan (Kapitel 25), "Und wahrlich, sie kamen vorüber an der Stadt, auf die ein Unheilsregen niederging. Haben sie sie denn nicht gesehen? Nein, sie haben nicht mit der Auferstehung (von den Gräbern) gerechnet."

8.    Der Verstand befähigt uns, aus den Lektionen der Geschichte zu lernen.

"Auch vor dir entsandten Wir nur Männer, denen Wir die Offenbarung gaben, aus dem Volk der Städte. Sind sie denn nicht im Lande umhergezogen, so daß sie schauen konnten, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Und gewiß, die Wohnstatt des Jenseits ist besser für die Gottesfürchtigen. Wollt ihr es denn nicht begreifen?" (Quran 12:109).

9.    Der Verstand befähigt uns, die Zeichen des Schöpfers zu sehen und anzuerkennen, während wir auf der Erde sind.    

"Wahrlich, im Erschaffen der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag und in den Schiffen, die im Meer fahren mit dem, was den Menschen nützt, und in dem, was Allah vom Himmel an Wasser herniedersandte und Er gab der Erde damit Leben, nachdem sie tot war und ließ auf ihr allerlei Getier sich ausbreiten und im Wechsel der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen Himmel und Erde, (in all dem) sind Zeichen für Leute, die begreifen." (2:164).  "Und Er hat für euch die Nacht und den Tag dienstbar gemacht und die Sonne und den Mond; und die Sterne sind auf Seinen Befehl hin dienstbar. Wahrlich, darin liegen Zeichen für die Leute, die Verstand haben." (Quran 16:12).

10.  Vernünftige Menschen wissen, wie sie andere respektvoll behandeln, insbesondere in ihrem Umgang mit den Propheten.

Die Sura von al-Hujurat (Kapitel 49) bezieht sich auf Menschen, die den Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, angegriffen haben.  "Wahrlich, jene, die dich von außerhalb der Gemächer her rufen - die meisten von ihnen haben keinen Verstand."

Die Eigenschaften des Verstandes sind ziemlich unbestreitbar und es wird von den meisten Menschen akzeptiert, dass eine Person, der diese Eigenschaften fehlen, auf unterschiedliche Weise als unvernünftig oder geistig minderbemittelt angesehen wird.  Dennoch erinnert uns der Qur´an daran, dass bestimmte Verhaltensweisen mit einem intelligenten und gesunden Geist in Verbindung stehen.

Wir müssen uns daran erinnern, dass auch wenn es zahlreiche Verse im Qur´an gibt, die nicht direkt den Verstand erwähnen, aber andeuten, dass nachdenkliche und vernünftige Menschen in der Lage sein werden, dem Weg Gottes zu folgen - indem sie vom Geschenk Gottes guten Nutzen ziehen: dem Verstand.

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