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Ein prophetischer Hadith ist eine
Überlieferung von oder über den Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, und durch die Ahadith (Plural von Hadith) kennen die Muslime die
Lebensweise des Propheten, die Sunna. Derartiges Wissen ist eine notwendige
Voraussetzung, um die grundlegendsten religiösen Pflichten als Muslim zu
erfüllen, und der Prophet legte natürlich Wert darauf, dieses Wissen über ihn
während seines Lebens zu verbreiten.
Der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, war bemüht, seine Gefährten auf verschiedenen Wegen wie
Wiederholung, Befragen, Diktieren und praktische Demonstrationen zu belehren. Nachdem
er ihnen etwas beigebracht hatte, hörte er, was sie gelernt hatten. Zusammen
mit den Gefährten wurden auch Abgesandte von außerhalb im Qur´an und der Sunna
unterrichtet. Der Prophet befragte auch sie, um zu sehen, was sie gelernt
hatten (Azami 9). Außerdem stellten die Briefe, die der Prophet schickte, von denen
manche ziemlich lang waren und von einer Menge gesetzlicher Angelegenheiten handelten,
auch ein Mittel seine Sunna zu lehren dar. Offensichtlich muss es allgemein
viel zum Schreiben gegeben haben, denn es wird gesagt, er habe von Zeit zu Zeit
mindestens 45 Schreiber gehabt (Azami 10). Er hatte auch verschiedenen
Gefährten wie Ali b. Abu Talib diktiert, und er ist dafür bekannt, dass er
bestimmten Leuten Abschriften seiner Ansprachen schickte. Schließlich diente
er als Vorbild für seine Anhänger, denn er gab deutliche Anweisungen, zu tun,
was er tat (z.B. „Betet, wie ihr mich beten gesehen habt”, [Bukhari, Vol. 1,
Buch 11, Nr. 604] und “Lernt von mit die Riten der Pilgerreise“ [Sahih Muslim,
Buch des Hajj, Nr. 310]). Er war dafür bekannt, dass er einen Fragesteller
anwies, mit ihm zu bleiben und zu lernen, indem er ihn beobachtete (Azami 10).
Der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, ergriff auch noch andere Maßnahmen, um das Wissen über seine
Sunna zu verbreiten, wie die Einrichtung von etwas, das als Schulen angesehen
werden könnte. Es ist bekannt, dass diese kurz nach seiner Ankunft in Medina
eingerichtet wurden und dass er Lehrer an verschiedene Orte außerhalb der Stadt
schickte. Er betonte vor seinen Gefährten, dass sie das Wissen über ihn
weitergeben sollten und eine von seinen Aussagen ist: “Gebt das Wissen von mir
weiter und wenn es nur ein Vers ist” (Azami 10). Es wird berichtet, dass er
in seiner berühmten Abschiedspredigt gesagt hat: „Die (hier) Anwesenden sollen
die Botschaft den Abwesenden übermitteln“. [Bukhari, Vol. 2, Buch 26, Nr. 795] Dementsprechend
war es ganz selbstverständlich, dass seine Gefährten diejenigen, die nicht
dabei gewesen waren, über die Aussagen und Taten des Propheten informierten. Außerdem
hat der Prophet Delegationen die Anweisung gegeben, ihren Völkern nach ihrer
Rückkehr beizubringen, was sie gelernt haben. Er emunterte dazu, indem er sie
über den großen Lohn für das Lehren und Lernen ebenso informierte, wie über die
mögliche Strafe dafür, wenn sie es ablehnen (Azami 12).
Was die Gefährten des Propheten betrifft,
sollten wir uns daran erinnern, wie aufmerksam Menschen die Taten und Aussagen
ihrer Lieben und Bewunderten beobachten und nachahmen. Es ist wohlbekannt, wie
sehr die Gefährten den Propheten liebten, und dass viele von ihnen ohne zu zögern
den Tod vorgezogen hätten, um ihn zu schützen. Wenn wir dies bedenken und ihre
hervorragenden Gedächtnisse ebenso wie die verschiedenen Methoden, die der
Prophet selbst anwandte, um seine Sunna zu lehren, können wir mit einiger
Sicherheit davon ausgehen, dass sie seine Sunna wirklich kannten. Tatsächlich
zeigen Berichte, dass sie nicht nur versuchten, sie zu lernen, sondern sie
versuchten, sie auf unterschiedliche Arten und Weisen wie Auswendiglernen und
Aufschreiben zu bewahren. Es gibt zahlreiche Beispiele von den Gefährten des
Propheten, die zusammen auswendig lernten und übten, was sie gerade vom
Propheten gelernt hatten (Azami 13). Viele von ihnen sind dafür bekannt,
Hadith berichtet und das Folgen des Propheten befohlen zu haben, sie eiferten ihm
auf der Grundlage dessen nach, was sie von ihm gelernt hatten. Nach dem Tod
des Propheten gab es verschiedene Berichte, die zeigen, dass sie ihre
Bemühungen, auswendigzulernen, zu praktizieren und zu bewahren, was sie von ihm
gelernt hatten, fortgesetzt haben. Darüber hinaus gibt es Berichte, die
zeigen, dass Gefährten wie Ali b. Abu Talib, Ibn Mas´ud und Abu Sa’id al-Khudri
die Leute anwiesen, die nach ihnen kamen, (die Nachfolger) den Hadith auswendig
zu lernen, was sie entweder einzeln oder zusammen in Gruppen taten (Azami 15).
Nach dem Tod des Propheten verbreitete
sich der Islam über Arabien hinaus in ferne Länder. Da die Gefährten des
Propheten diejenigen waren, durch die, die Ausbreitung vonstatten ging, folgt,
dass das Wissen über den Hadith, das sie besaßen, mit ihnen ging und dass nicht
alle von ihnen in Medina geblieben sind. Daher ist es möglich, dass eine bestimmte
Sunna nur einigen Gefährten bekannt war, die ausgezogen waren, um in einem
fernen Land zu siedeln. Wie zuvor erwähnt, sahen die Gefährten zu, dass
diejenigen, die nach ihnen kamen, die Nachfolger, das Lernen und Bewahren des
Hadith fortsetzten, so dass das Wissen nicht verloren geht. Allerdings nun, da
die Sunna nicht auf einen Ort konzentriert war, sondern in die verschiedenen
Teile der muslimischen Welt verbreitet war, stieg auch die Wahrscheinlichkeit,
sich zu irren, und dem entsprechend mussten Techniken zur Überprüfung
entwickelt werden, insbesondere nach der ersten Fitna (Azami 49). Zusätzlich
mussten mit der Verbreitung der Sunna neue Techniken entwickelt werden, um
Hadith zu lernen.
Obwohl alle Techniken wichtig waren, um
Hadith zu bewahren, war die Handlungsweise eines Lehrers, seinen Schülern
vorzulesen, eine besonders bemerkenswerte Technik, die ziemlich früh entwickelt
wurde. Die umfasste auch das Lesen des Lehrers aus dem Buch des Schülers, das
entweder eine vollständige oder teilweise Abschrift des Buches des Lehrers war (Azami
17). Schüler und Gelehrte prüften das Wissen ihrer Lehrer, indem sie Hadith in
dem gesamten Buch einfügten, bevor sie es ihrem Lehrer zum Lesen gaben.
Lehrer, die die Zusätze nicht erkannten, wurden „öffentlich kritisiert und als
nicht vertrauenswürdig erklärt“ (Azami 17). Außerdem wird gesagt, dass vom
Beginn des zweiten Jahrhunderts an die Technik des Lesens der Schülers vor
ihren Lehrern zu verbreitesten Handlungsweise geworden war (Azami 19). Dies
wurde in Anwesenheit anderer Schüler gemacht, die dann verglichen, was sie in
ihren Büchern hatten oder hörten aufmerksam zu. Bei den Abschriften, so wurde
gesagt, dass sie normalerweise nach jedem Hadith ein kreisförmiges Zeichen
machten, und dass sobald ein Hadith dem Lehrer vorgelesen worden war, wurde in
den Kreis oder anderswo ein Zeichen gemacht, um dies anzuzeigen. Immer wenn
ein Hadith ebenfalls dem Lehrer vorgelesen worden ist, wurde ein weiteres
Zeichen gemacht, um dies zu zeigen und häufig lasen die Gelehrten dasselbe Buch
viele Male. Der Grund dafür war vermutlich der Herausforderung, die durch die
arabische Schrift präsentiert wurde, entgegenzuwirken, dazu musste ein
Überlieferer einen besonderen Hadith von der Person, die ihn berichtete, hören
musste und genau das, was sie gehörte hatte, wiedergeben (daher war das
Einstufen von den Überlieferern notwendig, um zu wissen, wer es am besten tat)
(Burton 110-111). Außerdem wurde von einer sehr frühen Zeit an die Notwendigkeit, die
Abschriften nachzusehen, offensichtlich, und es wird berichtet, dass Lehrer
ihren Schülern bei dieser Aufgabe halfen, um Fehler bei der Abschrift auszumerzen.
Es ist wichtig, zu wissen, dass einer, der nicht die ordnungsgemäßen Methoden beim
Lehren oder Zusammenstellen seines eigenen Buches verfolgte, der konnte des
Stehlens von Hadith angeklagt werden, auch wenn sein Material authentisch war.
Daher war es wesentlich, dass der Hadith genau erhalten wurde. Es gab noch
verschiedene weitere Techniken, aber für den Zweck dieser Abhandlung ist es
wichtig, zu wissen, dass die Gelehrten des Hadith besondere Ausdrücke bezüglich
der Überlieferung eines Hadith verwendeten, abhängig von der Technik, wie er
gelehrt worden war. Es ist ebenfalls wert, betont zu werden, ist, dass diese
besonderen Ausdrücke wie “haddathana”, “akhbarana” und “an” häufig falsch
verstanden werden, nämlich in der Bedeutung dass die Überlieferung streng
wörtlich erfolgt sei, obwohl gezeigt wurde, dass dies nicht der Fall gewesen
ist.
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