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Salah ist das
tägliche rituelle Gebet, das allen Muslimen als eine der Fünf Säulen des Islams
auferlegt ist. Es wird fünfmal am Tag von allen Muslimen verrichtet. Salah
ist ein fest umrissener Gottesdienst, es unterscheidet sich von dem spontanen
Gebet aus einer Eingebung heraus. Muslime beten oder richtiger dienen Gott
fünfmal am Tag.:
·
Zwischen dem ersten Morgenlicht und
dem Sonnenaufgang.
·
Wenn die Sonne die Mitte des Himmels
überschritten hat.
·
Zwischen Nachmittag und
Sonnenuntergang.
·
Zwischen Sonnenuntergang und dem
letzten Licht des Tages.
·
Zwischen Dunkelheit und Mitternacht.

Abdullahi Haji-Mohamed kniet beim Gebet,
während er am Cleveland Hopkins International Flughafen auf Fahrgäste wartet,
4. Mai 2005. (AP Photo/Der ehrliche Händler, Gus Chan)
Jedes Gebet sollte mindestens fünf Minuten
dauern, aber es darf verlängert werden, wie es der Betende möchte. Muslime
können an jedem sauberen Ort beten, allein oder in Gemeinschaft, in einer
Moschee oder zuhause, bei der Arbeit oder am Straßenrand, drinnen oder
draußen. Unter besonderen Umständen, wie bei Krankheit, auf der Reise oder im
Krieg, gibt es bestimmte Verfügungen, die den Menschen das Beten erleichtern.
Jeden Tag besondere Zeiten einzuhalten, an
denen sie Gott nah sind, erinnert die Muslime daran, wie wichtig der Glaube ist
und welche Rolle er in jedem Bereich des Lebens spielt. Muslime beginnen ihren
Tag, indem sie sich reinigen und dann im Gebet vor ihrem Herrn stehen. Die
Gebete bestehen aus Rezitationen aus dem Quran auf arabisch und einer Folge von
Bewegungen: Stehen, Beugen, Niederwerfen und Sitzen. Alle Rezitationen und
Bewegungen sind Ausdruck der Unterwerfung, Demut und Huldigung Gottes. Der
verschiedenen Haltungen, die Muslime während ihrer Gebete annehmen, spiegeln
ihre absolute Unterwürfigkeit wieder; die Worte erinnern sie an ihre
Verpflichtungen Gott gegenüber. Das Gebet ruft auch den Glauben an den Tag des
Gerichts wieder wach und ebenso die Tatsache, dass man vor seinen Schöpfer
treten und für sein gesamtes Leben Rechenschaft ablegen muss. So beginnen
Muslime ihren Tag. Im Tagesverlauf ziehen sich die Muslime immer wieder für
wenige Minuten von ihren weltlichen Angelegenheiten zurück und stehen vor
Gott. Dies vergegenwärtigt wieder einmal den wahren Sinn des Lebens.
Diese Gebete dienen im gesamten
Tagesverlauf als ständige Mahnung, die dem Gläubigen dabei hilft, im täglichen
Stress der Arbeit, der Familie und den Ablenkungen des Lebens, sich Gottes
Anwesenheit bewusst zu machen. Das Gebet stärkt den Glauben, das Bewußtsein
der Abhängigkeit von Gott und trägt in das tägliche Leben die Aussicht auf das
Leben, das nach dem Tod kommen wird und auf den Tag des Weltengerichts. Wenn
sie sich zum Beten vorbereiten, richten die Muslime ihre Gesichter nach Mekka,
zur heiligen Stadt, in der sich die Kaaba befindet (ein uralter Ort der
Gottesanbetung, erbaut von dem Propheten Abraham und seinem Sohn Ismael). Am
Ende des Gebets wird die Schahada (Glaubensbezeugung) rezitiert und der
Friedensgruß: “Friede sei mit euch allen und der Segen Gottes” wird zweimal
wiederholt.
Obgleich es in bestimmten Situationen auch
erlaubt ist, das Salah allein zu verrichten, besitzt das
Gemeinschaftsgebet in der Moschee eine besondere Tradition. Die männlichen
Muslime werden aufgefordert, bestimmte Salah wie auch die fünf
Pflichtgebete mit anderen in der Gemeinschaft zu beten. Mit ihren Gesichtern
zur Kaaba nach Mekka gewandt, stehen die Betenden in parallelen Reihen hinter
dem Imam, oder Gebetsführer, der vorgibt, wann sie die erforderlichen Körperhaltungen
einnehmen. In vielen muslimischen Ländern hallt der “Gebetsruf” oder “Adhan”
über die Dächer. Mit Hilfe von einem Megaphon ruft der Muezzin:
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Asch-hadu
an-laa ilaaha ill-Allah (Ich bezeuge, dass niemand der
Anbetung würdig ist, außer Gott).
Asch-hadu
an-laa ilaaha ill-Allah (Ich bezeuge, dass niemand der
Anbetung würdig ist, außer Gott).
Asch-hadu
anna Muhammad-ar-Rasuul-ullah (Ich bezeuge, dass
Muhammad der Gesandte Gottes ist).
Asch-hadu
anna Muhammad-ar-Rasuul-ullah (Ich bezeuge, dass
Muhammad der Gesandte Gottes ist).
Hayya
‘alas-Salah (Kommt zum Gebet!)
Hayya
‘alas-Salah (Kommt zum Gebet!)
Hayya ‘alal-Falah (Kommt zum Erfolg!)
Hayya ‘alal-Falah (Kommt zum Erfolg!)
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
La ilaaha
ill-Allah (Niemand ist der Anbetung würdig, außer Gott).

Beim Nachmittagsgebet gesellen sich einige
Schüler der Nuur-ul-Iman Schule zu den Männern der Islamischen Gemeinde von New
Jersey, eine Moschee im vorstädtischen. South Brunswick, N.J., Dienstag, der
13. Mai 2003. Viele muslimische Gemeinden in den Vereinigten Staaten ziehen
aus den Innenstädten in die Vororte. (AP Photo/Daniel Hulshizer)
Freitag ist der
Tag eines besonderen gemeinschaftlichen Gottesdienstes in der islamischen
Woche. Die wöchentliche Versammlung zum Freitagsgebet ist ein wichtiger
Dienst. Das Freitagsgebet ist durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet.
Es fällt in dieselbe Zeit wie das
Mittagsgebet, das es ersetzt.
·
Es muss in einer Gemeinschaft mit
einem Gebetsführer, einem ´Imam´, gebetet werden. Es kann nicht allein
verrichtet werden. Die Muslime im Westen versuchen, ihre Arbeitszeiten so zu
arrangieren, dass es ihnen möglich ist, am Gebet teilzunehmen.
·
Anders als der Sabbath, der ein Tag
des Ausruhens ist, ist der Freitag ein Tag der Hingabe und des zusätzlichen
Gottsdienstes. Einem Muslim ist es erlaubt, am Freitag normal zu arbeiten, wie
an jedem anderen Tag der Woche. Er kann seine üblichen Tätigkeiten fortsetzen,
aber er muss sie für das Freitagsgebet unterbrechen. Nach dem Gottesdienst
kann er seine weltlichen Tätigkeiten wieder aufnehmen.
·
Üblicherweise wird das Freitagsgebet,
wenn möglich, in einer Moschee verrichtet. Manchmal, wenn keine Moschee
verfügbar ist, kann es in einem gemieteten Gebäude, in einem Park oder
ähnlichem stattfinden.
·
Wenn die Zeit für das Gebet kommt,
wird der Adhan gerufen. Dann steht der Imam mit dem Gesicht zu den Zuhörern
und hält seinen Vortrag (auf arabisch: Khutba), ein essentieller Teil
der Zeremonie, der unbedingt erforderlich ist. Während der Imam spricht, hört
jeder Anwesende dem Vortrag still bis zum Ende zu. Die meisten Imame im englischsprachigen
Westen halten den Vortrag auf englisch, aber manche halten ihn auf arabisch.
Jene, die ihn auf arabisch halten, halten oft zuvor eine kurze Ansprache in der
Lokalsprache, bevor sie die Khutba beginnen.
·
Es gibt zwei Vorträge, unterbrochen
von einem kurzen Hinsetzen des Imams. Der Vortrag beginnnt mit Worten, die
Gott loben und preisen, und mit Bittgebeten um Segen für den Propheten
Muhammad, möge Gott ihn loben.
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Nach dem Vortrag wird unter der Leitung
des Imam gebetet, der die Fatiha und einen anderen Teil des Quran mit lauter
Stimme rezitiert. Wenn dies erfüllt ist, ist das Gebet vollständig.
Besondere Gemeinschaftsgebete, die einen Vortrag enthalten, werden
ebenfalls am frühen Vormittag an den beiden Festtagen verrichtet. Einer davon
ist der erste Tag gleich nach dem Fastenmonat Ramadhan und der andere nach der
Pilgerfahrt oder Hağğ.
Obwohl sie nicht als Pflicht
vorgeschrieben sind, werden freiwillige Gebete, insbesondere während der Nacht
empfohlen und von frommen Muslimen verrichtet.
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