Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie (teil 1 von 5): Westliche historische Methodologie
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Beschreibung: Ein Vergleich zwischen modernen Methoden von der Geschichte zu berichten, und der, die im Hadith verwendet wurde. Teil 1: Moderne, westliche historische Methodologie und äußere Beurteilung.
von Reem Azzam
Veröffentlicht am 10 Jan 2011 - Zuletzt verändert am 10 Jan 2011
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
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Das Studium des Hadith ist eines, das
Jahrhunderte zurückreicht und Thema vieler Diskussionen sowohl unter Muslimen
als auch unter Nicht-Muslimen gewesen ist. Einige Gelehrte bezeichnen die
Sammlung der Hadithe als unauthentisch und als etwas, das geringgeschätzt
werden sollte, während andere das Gegenteil behaupten. Was genau ist wahr?
Als Ausgangspunkt ist es hilfreich, die Beurteilung der Hadith-Methodologie im
Vergleich zu der Beurteilung gemäß der modernen westlichen
Geschichts-Methodologie zu sehen. Daher ist es der Sinn dieser Schrift, zuerst
allgemeine Richtlinien zu erläutern, um die geschichtlichen Quellen zu
authentifizieren und zu bestätigen und schließlich die beiden Prozesse zu
vergleichen.
Moderne, westliche historische Methodologie
Wenn Ereignisse geschehen, sind sie nur
Zeitgenossen bekannt, die dann ihr Wissen und ihre Erkenntnisse weitergeben (Lucey
20). Im täglichen Leben akzeptieren die Menschen, dass Wissen von
Ereignissen von den Zeugen dieser Ereignisse weitergegeben und exakt
übermittelt werden können. In der Tat werden an einem Gerichtshof durch die
Zeugenaussagen zu einem bestimmten Ereignis ohne irgendwelche begründeten
Zweifel Tatsachen aufgestellt (Lucey 22). Nach einem Historiker: „Eine
Zeugenaussage, eine ausreichend, glaubwürdige Zeugenaussage, ist die Quelle von
eindeutigem, unanfechtbarem Wissen über historische Ereignisse (Lucey 20). Es
gehört zu den glaubwürdigen Zeugenaussagen von Zeitgenossen, von denen
historisches Wissen herrührt (Lucey 18). Daher ist es das Ziel der
historischen Methodologie, festzustellen, ob die verschiedenen Zeugnisse, die
uns heute erreichen, als guter Beweis akzeptiert werden können.
Einst hat ein Historiker in seinen Quellen
alles gesammelt, was direkt oder indirekt Informationen über ein bestimmtes
Ereignis liefert (zB. ein Buch, eine Schriftrolle, ein zerbrochenes Tonstück,
ein Bild, eine Radioaufzeichnung, eine mündliche Überlieferung) er muss sie
dann abwägen, indem er die Techniken der Beurteilung anwendet. Diese
historischen Quellen oder “Zeugen” liefern Informationen oder Zeugnisse. Es
ist die Rolle des äußeren Beurteilung, die Authenzität der Quelle festzustellen
(die Fakten der Zeugenaussage) und deren Integrität (das Freisein von Veränderung
während der Übermittlung). Im Vergleich dazu bemüht sich die innere
Beurteilung darum, die wahre Bedeutung und die Glaubwürdigkeit des Zeugnisses
festzustellen (Lucey 23). Ultimativ sind es die Grundprinzipien der Quellenbeurteilung,
die zur Erstellung von Fakten führen oder zur Zerstörung zuvor aufgestellter. (Marwick
196).
Äußere Beurteilung
Äußere Beurteilung umfasst die
Untersuchung des Ursprungs einer bestimmten Quelle – im Gegensatz zu ihrem
Inhalt, der ist die Sorge der inneren Beurteilung. Der Historiker muss sowohl
alle möglichen Informationen über die Quelle herausfinden ihren Ursprung, und
auch, wenn möglich, die Quelle in ihrer Originalform wiederherstellen (Lucey
23). Dies tut er, um die Authenzität der Quelle festzustellen. Die Authenzität
einer Quelle nachzuweisen, bedeutet festzustellen, ob das Zeugnis tatsächlich
das von der Person stammt, der es zugeschrieben wird; oder ob es in die Zeit gehört,
von der es behauptet, zu gehören; und ob es das ist, was es vorgibt zu sein. Alle
verfügbaren Informationen bezüglich der Quelle herauszufinden ihren Ursprung,
ist zur Feststellung der Integrität der Quelle ebenso notwendig, d.h. dass sie
während ihrer Überlieferung bis in die Gegenwart nicht verändert worden ist,
und wenn, dass die Veränderungen erkannt werden.
Es gibt viele verschiedene Fragen, die
beantwortet werden müssen, um die Fakten eines Zeugnisses festzustellen, der
erste Schritt der äußeren Beurteilung. Man muss den Ursprung der Quelle ebenso
herausfinden, wie wo sie ursprünglich gefunden wurde (Marwick 222). Zum
Beispiel, wenn jemand ägyptische Tongefäße bei Ausgrabungen in Jemen findet,
dann ist der Fundort von großer Bedeutsamkeit, denn es wäre ein Hinweis auf einen
Handel zwischen den beiden Ländern. Außerdem muss man das Datum der Quelle
kennen und bestimmen, wie nahe das Datum an den Daten des Themas der Nachforschungen
liegt (Marwick 222). Eine weitere wichtige Angelegenheit ist, zu bestimmen,
wie es mit anderen wichtigen Daten verknüpft ist. Alle diese Informationen
bezüglich dem Ursprung der Quelle werden sich auch bei der Feststellung ihrer
Glaubwürdigkeit durch die innere Beurteilung später als nützlich erweisen.
Hier zählt es nicht, dass Historiker
zwischen Verfasser und Authenzität unterscheiden, obwohl die “Identifizierung
des Verfassers der erst Schritt ist, um die Authenzität festzustellen” (Lucey
47). Es ist jedem anonymen Dokument möglich, authentisch zu sein, so wie die
frühen Schriften, die unter Pseudonymen erschienen, solange bekannt ist, zu
welchem Jahr oder welchem Zeitraum und Ort das Dokument gehört. Allerdings
muss in bestimmten Fällen der Verfasser des Dokuments bestimmt werden, um die
Authenzität der Quelle festzustellen.
Der zweite und letzte Schritt bei der
äußeren Beurteilung besteht aus der Untersuchung der Quelle nach ihrer Integrität.
Mit anderen Worten, es muss bestätigt werden, dass die Quelle oder das Zeugnis
den Historiker unverändert erreicht hat. Nur dann kann man die Fakten des
Zeugnisses annehmen (Lucey 62). Wenn an dem Zeugnis Veränderungen vorgenommen
worden sind, muss er in der Lage sein, das Original von den Änderungen zu
unterscheiden, damit die Quelle authentisch bleibt. Obwohl es zahlreiche
unabsichtliche oder absichtliche Zusätze und Unterschlagungen an der
Originalquelle oder ihren Abschriften geben kann, muss festgestellt werden, ob
die Quelle oder das Zeugnis wenigstens weitgehend vollständig ist. Es nützt
hier nichts, dass die Veränderung durch Nachlässigkeit bei der Anfertigung von
Abschriften weit verbreitet auftritt und möglicherweise zu großen
Missverständnissen führen kann (Lucey 62). Wenn er dies alles festgestellt
hat, kann der Historiker nun dazu übergehen, das Zeugnis zu bewerten.
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Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie (teil 2 von 5): Innere Beurteilung
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Beschreibung: Ein Vergleich zwischen modernen Methoden von der Geschichte zu berichten, und der, die im Hadith verwendet wurde. Teil 2: Moderne westliche historische Methodologie und innere Beurteilung.
von Reem Azzam
Veröffentlicht am 17 Jan 2011 - Zuletzt verändert am 17 Jan 2011
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> Der Prophet Muhammad
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Innere Beurteilung
Innere Beurteilung konzentriert sich auf
den Inhalt der Quelle und folgt natürlich ihrer äußeren Beurteilung (Lucey 24).
Das Ziel bei diesem Schritt ist es, die Glaubwürdigkeit des Zeugnisses
festzustellen. Um zu beginnen, muss der Historiker sich sicher sein, zu
verstehen, was der Zeuge mit seinem Zeugnis gemeint hat. Nur dann kann der
Historiker in der Lage sein, sorgfältig die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu
prüfen. Die Glaubwürdigkeit eines Zeugnisses festzustellen, bedeutet sowohl
seine Kompetenz (dass er aus Wissen spricht) als auch seine Ehrlichkeit (dass er
die Wahrheit spricht) festzustellen. In der Praxis werden einige Zeugnisse
aufgrund der zuvor genannten Prüfungen abgelehnt, obgleich eine beträchtliche
Menge an Zeugnissen als glaubwürdig eingestuft werden (Lucey 24).
Wenn wir davon ausgehen, dass die Sprache
einem ständigen Wandel unterliegt, ist die Feststellung der wahren Bedeutung
eines Zeugnisses keine einfache Aufgabe. Häufig werden Worte nicht wörtlich
gebraucht und ihnen kommen neue Bedeutungen zu. Der Historiker muss die
Bedeutung, die der Autor oder Zeuge mit bestimmten Worten meint, herausfinden,
um das Zeugnis richtig zu verstehen. Er muss auch mit den Dialekten, die in der
Zeit der Quelle gesprochen wurden, vertraut sein. Selbstverständlich muss der
Historiker die Sprache, die in der Quelle verwendet wurde, fließend sprechen
und geübt in Philologie sein, um diese Aufgabe zu erfüllen.
Um eine Quelle oder ein Zeugnis richtig zu
verstehen, ist es ebenfalls notwendig zu wissen, was für eine Person die Quelle
oder das Zeugnis geschaffen hat; mit anderen Worten, was ihre Eigenschaften und
Interessen waren. (Marwick 223). Man sollte ihre Bildung, Lebensposition,
politischen Ansichten und ihre Charaktereigenschaften hinterfragen (Lucey 73).
Auch ihr Alter und Temperament sind wichtig (Lucey 78). Diese Kenntnisse
werden sich ebenfalls bei der Feststellung der Glaubwürdigkeit des Zeugen als
nützlich erweisen. Außerdem ist es wichtig, zu wissen, wie und warum eine
bestimmte Quelle zustande kam und für wen sie beabsichtigt war. Nachdem der Historiker
den Inhalt der Quelle und was der Zeuge zu sagen beabsichtigte, richtig
verstanden hat, kann er dazu übergehen, die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu
untersuchen.
Der nächste Schritt besteht darin,
festzustellen, ob die Person oder die Leute, die hinter der Quelle stehen, sich
in einer Position befunden haben, um aus erster Hand über die betreffende Angelegenheit
bescheid zu wissen und ob sie ehrlich gewesen sind. Es wird gesagt, dass das
richtige Verhalten an dieser Stelle weder gullible noch skeptisch sein sollte,
um der fragwürdigen Quelle gerecht zu werden (Lucey 73). Das Zeugnis eines
Zeugen sollte nicht geringgeschätzt werden, bevor es vollständig geprüft worden
ist. Es ist für einen Zeugen annehmbar, ein paar Fehler zu machen, solange
sein Zeugnis im wesentlichen wahr bleibt. Mit den Worten eines
Historikers: .
“Die Glaubwürdigkeit eines Zeugnisses hängt von der Kompetenz und der
Ehrlichkeit des Zeugen ab und diese beide Eigenschaften dürfen nicht als
garantiert vorausgesetzt werden. Seine Fähigkeit zu beobachten, muss
festgestellt werden, die Gelegenheit zu beobachten, muss bestätigt werden,
seine Aufrichtigkeit muss sichergestellt werden, sein Zeugnis muss mit denen
anderer Zeugen verglichen werden, um Irrtümer auszuschließen, die einem Zeuge unterlaufen
könnten.” (Lucey 73-4).
Zu den Punkten, die dabei helfen, die
Glaubwürdigkeit einer Quelle festzustellen, gehören Kenntnisse über die Art der
Quelle, einschließlich ihrer Eigenschaften und ihres Zwecks (Lucey 77). Jede
Art der Quelle hat ihre eigenen Kriterien der Bewertung. Eine politische Ebene
wird zum Beispiel nicht auf die gleiche Weise betrachtet wie eine
herausgeberische (Lucey 77). Außerdem sind die Aufrichtigkeit, der moralische
Charakter und die Kompetenz bestimmter Zeugen bereits gut festgestellt worden,
insbesondere solcher im öffentlichen Leben (Lucey 78). Daher brauchen die Zeugnisse
derartiger Zeugen nicht in Frage gestellt werden, bevor das Gegenteil bewiesen
wird.
Es gibt ein paar Dinge, auf die ein
Historiker aufpassen muss. Er sollte vorsichtig damit sein, anzunehmen, dass die
Gelegenheit zur Beobachtung bedeutet, dass man auch kompetent ist. Es muss
nicht nur festgestellt werden, ob die Gelegenheit wirklich da gewesen ist,
sondern es muss auch festgestellt werden, ob der Zeuge davon Gebrauch gemacht
hat. Eine andere Angelegenheit, die zu bemerken wäre, ist eine gewöhnliche
Fehlerquelle. An erster Stelle stehen ein schlechtes Gedächtnis und
Vorurteile, denn Schwächen wie ein eingeschränkter Beobachtungssinn sind eine ernsthafte
Herausforderung (Lucey 75). Derartige Schwächen seitens des Zeugen oder des
Verfassers einer Quelle können leicht zu Missverständnissen auf der Seite des
Historikers führen.
Obwohl Historiker widerwillig das Zeugnis
eines Zeugen annehmen, ist es gerechtfertigt dies zu tun, solange es sich um
einen qualifizierten Zeugen handelt. Natürlich ist es zu bevorzugen, wenn es mehr
als nur ein Zeuge sind und je mehr es sind, desto besser. Sicherlich sollten
die Zeugen kompetent und ehrlich sein und sollten in der Nähe des berichteten
Ereignisses gewesen sein oder zumindest ihr Wissen von jemandem haben, der
dabei gewesen ist (Lucey 79). Je qualifizierter Zeugen sind, desto einfacher
ist die Aufgabe des Historikers. Er kann dann die Zeugenaussagen vergleichen
und Irrtümer in ihnen entfernen und ebenfalls seine glaubwürdigen Quellen nutzen,
um die Glaubwürdigkeit irgendwelcher neuer Zeugen zu bestimmen.
Was den Vergleich einer Quelle mir anderen
angeht, um ihre Glaubwürdigkeit zu bestimmen, gibt es drei Möglichkeiten: Sie
können mit der Quelle übereinstimmen, sie können nicht übereinstimmen oder sie
können still sein. Übereinstimmung zwischen den Quellen genügt nicht, um die
Glaubwürdigkeit einer Quelle in Frage zu stellen. Es muss festgestellt werden,
ob die Quellen unabhängig sind, anderenfalls kann bei der Originalquelle eine
Verschwörung oder Abhängigkeit vermutet werden (Lucey 80). Insbesondere wenn
ein Ereignis in der Öffentlichkeit stattgefunden hat, dann sollten zahlreiche
unabhängige Zeugenaussagen darüber existieren. Wenn aber die Quellen nicht
übereinstimmen oder einander widersprechen, dann muss man den Grad der
Unterschiede und das Wesen der Quelle bestimmen. Unterschiede in geringeren
Punkten und Einzelheiten reichen nicht aus, um die Quelle in Frage zu stellen,
und tatsächlich kommen sie gewöhnlich vor und sind zu erwarten (Lucey 81). Man
sollte vorsichtig sein, nicht damit man nicht schwache oder offensichtliche Widersprüche
und Reale verwechselt und sich darüber im Klaren sein, dass das sorgfältige und
geduldige Beharren auf den Regeln der Beurteilung vielleicht einen
offensichtlichen Widerspruch lösen wird (Lucey 83). Wie auch immer, wenn es
ein reeller Widerspruch ist, dann kann keine der Quellen verwendet werden, bis
eine von ihnen aus anderen Gründen Glaubwürdigkeit erlangt. Wenn der
Gegenstand ein kontroverses Problem darstellt, dann sind die Zeugnisse von
interessierten Parteien und Extremisten mit größter Vorsicht zu behandeln.
Das dritte mögliche Szenario ist, dass die
Quellen bezüglich des fraglichen Zeugnisses still sind. Das Verhalten
gegenüber einem solchen Zeugnis ist negativ, wenn es auch nicht sofort
abgewiesen wird. Um das Zeugnis abzulehnen, muss festgestellt werden, dass die
stillen Zeugen in der Lage gewesen wären, von dem Ereignis zu wissen und in der
Position, wo sie darüber hätten berichten müssen (Lucey 84). Es ist allerdings
schwer, diese Dinge festzustellen.
Nachdem der Historiker seine Quellen
durchgesiebt hat und rigoros die Regeln der äußeren und inneren Beurteilung angewandt
hat, ist er fertig zum Schreiben. Das Ordnen und Synthetisieren aller
Materialien in eine korrekte Rekonstruktion eines Ereignisses ist eine
herausfordernde Aufgabe, die Interpretation seitens des Historikers
einschließt. Die Art mit der er glaubwürdige Quellen interpretiert, formt
seine Rekonstruktion eines bestimmten Ereignisses.
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Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie (teil 3 von 5): Hadith Methodologie
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Beschreibung: Ein Vergleich zwischen modernen Methoden von der Geschichte zu berichten, und der, die im Hadith verwendet wurde. Teil 3: Die Methode des Hadith.
von Reem Azzam
Veröffentlicht am 24 Jan 2011 - Zuletzt verändert am 24 Jan 2011
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
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Ein prophetischer Hadith ist eine
Überlieferung von oder über den Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, und durch die Ahadith (Plural von Hadith) kennen die Muslime die
Lebensweise des Propheten, die Sunna. Derartiges Wissen ist eine notwendige
Voraussetzung, um die grundlegendsten religiösen Pflichten als Muslim zu
erfüllen, und der Prophet legte natürlich Wert darauf, dieses Wissen über ihn
während seines Lebens zu verbreiten.
Der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, war bemüht, seine Gefährten auf verschiedenen Wegen wie
Wiederholung, Befragen, Diktieren und praktische Demonstrationen zu belehren. Nachdem
er ihnen etwas beigebracht hatte, hörte er, was sie gelernt hatten. Zusammen
mit den Gefährten wurden auch Abgesandte von außerhalb im Qur´an und der Sunna
unterrichtet. Der Prophet befragte auch sie, um zu sehen, was sie gelernt
hatten (Azami 9). Außerdem stellten die Briefe, die der Prophet schickte, von denen
manche ziemlich lang waren und von einer Menge gesetzlicher Angelegenheiten handelten,
auch ein Mittel seine Sunna zu lehren dar. Offensichtlich muss es allgemein
viel zum Schreiben gegeben haben, denn es wird gesagt, er habe von Zeit zu Zeit
mindestens 45 Schreiber gehabt (Azami 10). Er hatte auch verschiedenen
Gefährten wie Ali b. Abu Talib diktiert, und er ist dafür bekannt, dass er
bestimmten Leuten Abschriften seiner Ansprachen schickte. Schließlich diente
er als Vorbild für seine Anhänger, denn er gab deutliche Anweisungen, zu tun,
was er tat (z.B. „Betet, wie ihr mich beten gesehen habt”, [Bukhari, Vol. 1,
Buch 11, Nr. 604] und “Lernt von mit die Riten der Pilgerreise“ [Sahih Muslim,
Buch des Hajj, Nr. 310]). Er war dafür bekannt, dass er einen Fragesteller
anwies, mit ihm zu bleiben und zu lernen, indem er ihn beobachtete (Azami 10).
Der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, ergriff auch noch andere Maßnahmen, um das Wissen über seine
Sunna zu verbreiten, wie die Einrichtung von etwas, das als Schulen angesehen
werden könnte. Es ist bekannt, dass diese kurz nach seiner Ankunft in Medina
eingerichtet wurden und dass er Lehrer an verschiedene Orte außerhalb der Stadt
schickte. Er betonte vor seinen Gefährten, dass sie das Wissen über ihn
weitergeben sollten und eine von seinen Aussagen ist: “Gebt das Wissen von mir
weiter und wenn es nur ein Vers ist” (Azami 10). Es wird berichtet, dass er
in seiner berühmten Abschiedspredigt gesagt hat: „Die (hier) Anwesenden sollen
die Botschaft den Abwesenden übermitteln“. [Bukhari, Vol. 2, Buch 26, Nr. 795] Dementsprechend
war es ganz selbstverständlich, dass seine Gefährten diejenigen, die nicht
dabei gewesen waren, über die Aussagen und Taten des Propheten informierten. Außerdem
hat der Prophet Delegationen die Anweisung gegeben, ihren Völkern nach ihrer
Rückkehr beizubringen, was sie gelernt haben. Er emunterte dazu, indem er sie
über den großen Lohn für das Lehren und Lernen ebenso informierte, wie über die
mögliche Strafe dafür, wenn sie es ablehnen (Azami 12).
Was die Gefährten des Propheten betrifft,
sollten wir uns daran erinnern, wie aufmerksam Menschen die Taten und Aussagen
ihrer Lieben und Bewunderten beobachten und nachahmen. Es ist wohlbekannt, wie
sehr die Gefährten den Propheten liebten, und dass viele von ihnen ohne zu zögern
den Tod vorgezogen hätten, um ihn zu schützen. Wenn wir dies bedenken und ihre
hervorragenden Gedächtnisse ebenso wie die verschiedenen Methoden, die der
Prophet selbst anwandte, um seine Sunna zu lehren, können wir mit einiger
Sicherheit davon ausgehen, dass sie seine Sunna wirklich kannten. Tatsächlich
zeigen Berichte, dass sie nicht nur versuchten, sie zu lernen, sondern sie
versuchten, sie auf unterschiedliche Arten und Weisen wie Auswendiglernen und
Aufschreiben zu bewahren. Es gibt zahlreiche Beispiele von den Gefährten des
Propheten, die zusammen auswendig lernten und übten, was sie gerade vom
Propheten gelernt hatten (Azami 13). Viele von ihnen sind dafür bekannt,
Hadith berichtet und das Folgen des Propheten befohlen zu haben, sie eiferten ihm
auf der Grundlage dessen nach, was sie von ihm gelernt hatten. Nach dem Tod
des Propheten gab es verschiedene Berichte, die zeigen, dass sie ihre
Bemühungen, auswendigzulernen, zu praktizieren und zu bewahren, was sie von ihm
gelernt hatten, fortgesetzt haben. Darüber hinaus gibt es Berichte, die
zeigen, dass Gefährten wie Ali b. Abu Talib, Ibn Mas´ud und Abu Sa’id al-Khudri
die Leute anwiesen, die nach ihnen kamen, (die Nachfolger) den Hadith auswendig
zu lernen, was sie entweder einzeln oder zusammen in Gruppen taten (Azami 15).
Nach dem Tod des Propheten verbreitete
sich der Islam über Arabien hinaus in ferne Länder. Da die Gefährten des
Propheten diejenigen waren, durch die, die Ausbreitung vonstatten ging, folgt,
dass das Wissen über den Hadith, das sie besaßen, mit ihnen ging und dass nicht
alle von ihnen in Medina geblieben sind. Daher ist es möglich, dass eine bestimmte
Sunna nur einigen Gefährten bekannt war, die ausgezogen waren, um in einem
fernen Land zu siedeln. Wie zuvor erwähnt, sahen die Gefährten zu, dass
diejenigen, die nach ihnen kamen, die Nachfolger, das Lernen und Bewahren des
Hadith fortsetzten, so dass das Wissen nicht verloren geht. Allerdings nun, da
die Sunna nicht auf einen Ort konzentriert war, sondern in die verschiedenen
Teile der muslimischen Welt verbreitet war, stieg auch die Wahrscheinlichkeit,
sich zu irren, und dem entsprechend mussten Techniken zur Überprüfung
entwickelt werden, insbesondere nach der ersten Fitna (Azami 49). Zusätzlich
mussten mit der Verbreitung der Sunna neue Techniken entwickelt werden, um
Hadith zu lernen.
Obwohl alle Techniken wichtig waren, um
Hadith zu bewahren, war die Handlungsweise eines Lehrers, seinen Schülern
vorzulesen, eine besonders bemerkenswerte Technik, die ziemlich früh entwickelt
wurde. Die umfasste auch das Lesen des Lehrers aus dem Buch des Schülers, das
entweder eine vollständige oder teilweise Abschrift des Buches des Lehrers war (Azami
17). Schüler und Gelehrte prüften das Wissen ihrer Lehrer, indem sie Hadith in
dem gesamten Buch einfügten, bevor sie es ihrem Lehrer zum Lesen gaben.
Lehrer, die die Zusätze nicht erkannten, wurden „öffentlich kritisiert und als
nicht vertrauenswürdig erklärt“ (Azami 17). Außerdem wird gesagt, dass vom
Beginn des zweiten Jahrhunderts an die Technik des Lesens der Schülers vor
ihren Lehrern zu verbreitesten Handlungsweise geworden war (Azami 19). Dies
wurde in Anwesenheit anderer Schüler gemacht, die dann verglichen, was sie in
ihren Büchern hatten oder hörten aufmerksam zu. Bei den Abschriften, so wurde
gesagt, dass sie normalerweise nach jedem Hadith ein kreisförmiges Zeichen
machten, und dass sobald ein Hadith dem Lehrer vorgelesen worden war, wurde in
den Kreis oder anderswo ein Zeichen gemacht, um dies anzuzeigen. Immer wenn
ein Hadith ebenfalls dem Lehrer vorgelesen worden ist, wurde ein weiteres
Zeichen gemacht, um dies zu zeigen und häufig lasen die Gelehrten dasselbe Buch
viele Male. Der Grund dafür war vermutlich der Herausforderung, die durch die
arabische Schrift präsentiert wurde, entgegenzuwirken, dazu musste ein
Überlieferer einen besonderen Hadith von der Person, die ihn berichtete, hören
musste und genau das, was sie gehörte hatte, wiedergeben (daher war das
Einstufen von den Überlieferern notwendig, um zu wissen, wer es am besten tat)
(Burton 110-111). Außerdem wurde von einer sehr frühen Zeit an die Notwendigkeit, die
Abschriften nachzusehen, offensichtlich, und es wird berichtet, dass Lehrer
ihren Schülern bei dieser Aufgabe halfen, um Fehler bei der Abschrift auszumerzen.
Es ist wichtig, zu wissen, dass einer, der nicht die ordnungsgemäßen Methoden beim
Lehren oder Zusammenstellen seines eigenen Buches verfolgte, der konnte des
Stehlens von Hadith angeklagt werden, auch wenn sein Material authentisch war.
Daher war es wesentlich, dass der Hadith genau erhalten wurde. Es gab noch
verschiedene weitere Techniken, aber für den Zweck dieser Abhandlung ist es
wichtig, zu wissen, dass die Gelehrten des Hadith besondere Ausdrücke bezüglich
der Überlieferung eines Hadith verwendeten, abhängig von der Technik, wie er
gelehrt worden war. Es ist ebenfalls wert, betont zu werden, ist, dass diese
besonderen Ausdrücke wie “haddathana”, “akhbarana” und “an” häufig falsch
verstanden werden, nämlich in der Bedeutung dass die Überlieferung streng
wörtlich erfolgt sei, obwohl gezeigt wurde, dass dies nicht der Fall gewesen
ist.
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Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie (teil 4 von 5): Die Klassifizierung des Hadith I
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Beschreibung: Die verschiedenen Kategorien des Hadith auf der Grundlage der Stärke der Überliefererkette.
von Reem Azzam
Veröffentlicht am 31 Jan 2011 - Zuletzt verändert am 31 Jan 2011
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
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Die Menschen, die an der Übermittlung
eines Hadith beteiligt sind, stellen seinen Isnad auf. Der Isnad informiert
uns über die Quelle des Hadith und diese Information wird später ein
essentieller Teil des Hadith (Azami 31). Von Abdullah b. Al-Mubarak, einer der
Lehrer von al-Bukhari, wird berichtet, er habe gesagt: “Der Isnad ist
Teil der Religion: gäbe es den Isnaad nicht, hätte jeder Beliebige
erzählt, was er wollte”, (Hasan 11). Es gibt einige Hinweise, dass der Isnad vor der ersten
Verfolgung verwendet wurde, allerdings hatte er sich erst gegen Ende des ersten
Jahrhunderts der Hijrah voll entwickelt (Azami 33). (Jedenfalls sagt John
Burton in seiner An Introduction to the Hadith, dass der Isnad
im ersten Jahrhundert noch nicht existiert hatte.) Der andere Teil des Hadith,
der tatsächlich die spezielle Aussage oder Tat des Propheten enthält, ist sein Matn
oder Text.
Um Hadith zu klassifizieren, gibt es unterschiedlich
breite Kategorien, von denen hier nur sieben kurz angesprochen werden sollen. Die
sieben Kategorien sind Klassifizierungen nach 1) der Referenz auf eine
besondere Autorität, 2) die Verbindungen im Isnad, 3) die Anzahl der
Überlieferer in jeder Stufe des Isnad, 4) die Technik, die bei der
Überlieferung des Hadith verwendet wurde, 5) die Beschaffenheit von Isnad
und Matn, 6) einem verborgenen Defekt im Isnad oder Matn
des Hadith und 7) die Glaubwürdigkeit und das Gedächtnis der Überlieferer
(Hasan 14-16).
Die erste Kategorie, Klassifizierung nach
der Referenz auf eine besondere Autorität, enthält, ob er auf den Propheten,
einen Gefährten oder einen Nachfolger zurückgeht. Eine Marfu’ oder “erhabene”
Überlieferung ist eine, die auf den Propheten zurückgeht und wird als der beste
Grad betrachtet (Burton 112). Eine Mawquuf oder “angehaltene”
Überlieferung ist eine, die auf einen Gefährten zurückgeht, während eine Maqtu’
oder “geschnitten” Überlieferung auf einen Nachfolger zurückgeht. Diese
Klassifizierung ist bedeutsam, denn sie differenziert zwischen Aussagen und
Taten des Propheten und denen eines Gefährten oder Nachfolgers.
Die zweite Kategorie, Klassifizierung nach
den Verbindungen im Isnad, macht verschiedene, unterschiedliche
Unterscheidungen. Der Musnad oder “unterstützte” Hadith ist der beste
in dieser Gruppe, denn er enthält keinen Bruch der Kette von Autoritäten, die
den Hadith berichtet haben, bis zurück zum Propheten (Burton 111). Der Mursal
oder “unzusammenhängender” Hadith ist einer, der eine Lücke von einer
Generation enthält (gemäß beider, Azami und Hasan, ist es ein Hadith von einem
Nachfolger, der den Gefährten im Isnad auslässt, von dem er ihn gelernt
hat). Der Munqati’ oder “abgebrochener” Hadith ist einer, dem eine
Verbindung näher an dem Überlieferer, der ihn berichtet, fehlt (d.h. vor dem
Nachfolger). Dies trifft auch zu, wenn es keinen Bruch in der Kette zu geben
scheint, wenn aber bekannt ist, dass einer der Überlieferer den Hadith nicht
von der unmittelbaren Autorität, die im Isnad angegeben wird, gehört
haben kann, selbst wenn sie Zeitgenossen waren. Der Ausdruck Munqati’ wird
ebenfalls von manchen Gelehrten verwendet, wenn sie sich auf einen Hadith
beziehen, in dem der Überlieferer seine Autorität nicht nennt und statt dessen
sagt: „ein Mann erzählte mir“ (Hasan 22). Ein Hadith ist Mu’dal oder “verblüffend”,
wenn mehr als ein Überlieferer in Folge im Isnad fehlt. Wenn der Isnad
ganz weggelassen ist und der Überlieferer direkt
den Propheten zitiert, wird der Hadith als Mu’allaq oder “hängend”
betrachtet (Hassan 22).
In der dritten Kategorie wird der Hadith
nach der Anzahl der Überlieferer in jeder Stufe des Isnad klassifiziert,
d.h. wie viele Überlieferer es in jeder Generation der Überlieferer gibt. Die
beiden Hauptklassifizierungen sind Mutawatir (“aufeinanderfolgend”) und Ahad
(“einzeln”), obwohl Ahad weiter in viele Unterteilungen aufgeteilt ist,
unter ihnen gharieb (“knapp” oder “fremd”), ‘Aziez (“selten” oder
“stark”), und Masch’huur (“berühmt”). Ein Mutawatir Hadith ist
einer, der von einer großen Anzahl von Menschen berichtet wird, deren
Übereinstimmung in einer Lüge nicht vernünftig möglich ist und bei dem die Wahrscheinlichkeit
eines Zufalls gering ist. Die Mindestanzahl von nötigen Überlieferern variiert
unter den Gelehrten zwischen vier und verschiedenen hundert (Azami 43). Der
Hadith kann entweder in der Bedeutung oder im Wortlaut Mutawatir sein,
das erste ist gewöhnlich häufiger. Al-Ghazali vereinbarte, dass der Hadith am
Anfang, in der Mitte und in den letzten Stufen seines Isnad Mutawatir
sein muss (Hasan 30). Ein Hadith, der Ahad ist, ist einer, dessen
Anzahl an Überlieferern nicht an die für einen Mutawatir Hadith
benötigte, heranreicht. Ein Hadith wird als Gharieb klassifiziert, wenn
ihn in irgendeiner Stufe (oder jeder Stufe) nur eine Person berichtet. Ein
Hadith wird als ‘Aziez eingestuft, wenn ihn in jeder Stufe des Isnads
mindestens zwei Personen berichtet haben. Wenn mindestens drei Menschen in
jeder Stufe seinen Isnad einen Hadith überliefert haben, dann wird er
als Masch’huur bezeichnet, obwohl der Begriff auch für die Hadith
angewandt wird, die als Gharieb oder ‘Aziez beginnen, aber dann
mit einer größeren Anzahl an Überlieferern enden (Hasan 32).
In der vierten Kategorie wird der Hadith
der Art und Weise wie er überliefert wurde, entsprechend klassifiziert. Wie
wir zuvor erwähnt haben, gibt es einen korrespondierenden, speziellen Begriff,
um eine besondere Art des Lernens oder der Übermittlung zu bezeichnen, wie ein
Student oder Gelehrter einen Hadith gelernt hat. “Haddathana,” “akhbarana”
und “sami’tu” zeigen alle an, dass ein Überlieferer den Hadith
persönlich von seinem eigenen Schaikh gehört hat. “‘An” und “qaala”
sind ungenauer und können bedeuten, dass er ihn entweder vom Schaikh persönlich
gehört hat oder durch jemand anderen. Tatsächlich ist “‘an” viel
unterlegener und kann das Lernen des Hadith durch irgendeine der verschiedenen
Methoden der Übermittlung bedeuten (Azami 22). Ein Hadith kann als schwach
eingestuft werden, aufgrund der Unsicherheit bei der Verwendung der beiden
letzten Begriffe, die als „unter Berufung auf“ beziehungsweise
„er sagte“ übersetzt werden (Hasan 33). Einer, der Tadlies, “verdecken”,
praktiziert, berichtet von seinem Schaikh, das, was er von ihm nicht gehörte
hatte, oder er berichtet von einem Zeitgenossen, den er nie getroffen hatte. Dies
vergewaltigt das Prinzip, dass ein Hadith aus erster Hand gehörte werden muss,
um überliefert zu werden (Burton 112). Eine andere Art von Tadlies, die
als die schlimmste angesehen wird, ist wenn ein glaubwürdiger Gelehrter von
einer schwachen Autorität berichtet, die wiederum von einem glaubwürdigen
Gelehrten berichtet. Die Person, die diesen Isnad überliefert, könnte
zeigen, dass sie ihn von ihrem Schaikh gehörte hat, aber dann sie lässt die
schwache Autorität aus und verwendet einfach den Begriff “‘an”, um seinen
Schaikh mit dem nächsten vertrauenswürdigen im Isnad zu verbinden (Hasan
34).
Wenn alle Überlieferer im gesamten Isnad
(einschließlich der Prophet) dieselbe Art der Übermittlung verwenden, eine
zusätzliche Bemerkung oder Feststellung wiederholen oder auf eine besondere Art
und Weise beim Berichten des Hadith handeln, dann wird er Musalsal (“gleichermaßen
verbunden”) genannt. Diese Art des Wissens ist nützlich, um die Möglichkeit
des Tadlies bei einem bestimmten Hadith auszuschließen (Hassan 35).
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Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie (teil 5 von 5): Die Klassifizierung des Hadith II
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Beschreibung: Die verschiedenen Kategorien des Hadith auf der Grundlage der Stärke der Überliefererkette.
von Reem Azzam
Veröffentlicht am 07 Feb 2011 - Zuletzt verändert am 07 Feb 2011
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
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Teil 2.
Nach der fünften Kategorie kann ein Hadith
auch anhand der Natur seines Textes und des Isnads klassifizert werden.
Gemäß Al-Schafi’i ist ein Hadith schadh oder “unregelmäßig”, wenn der
von einer vertrauenswürdigen Person überlieferte Hadith der Überlieferung einer
anderen, vertrauenswürdigeren Person widerspricht. Gemäß Ibn Hajar wird ein
Hadith als munkar (“kritisiert”) eingestuft, wenn die Überlieferung von
einem schwachen Überlieferer einem authentischen Hadith widerspricht, obwohl
andere Gelehrte jeden Hadith eines schwachen Überlieferers als munkar einstufen
würden. Ein Hadith wird ebenfalls als munkar eingestuft, wenn sein Text
allgemeinen Aussagen des Propheten widerspricht. Wenn ein Hadith, der von
einer aufrichtigen Person überliefert wird, einige zusätzliche Informationen
enthält, von denen die anderen authentischen Quellen nicht sprechen, werden
diese Zusätze angenommen, solange sie ihnen nicht widersprechen und der Zusatz
ist als ziyadatu thiqah (“ein Zusatz von einem Aufrichtigen”) bekannt. Wenn
allerdings ein Überlieferer etwas zu dem überlieferten Hadith hinzufügt, dann
wird der Hadith als mudraj oder “verfälscht” eingestuft. Wenn dies bei
einem Hadith auftaucht, dann gewöhnlich bei seinem Text und häufig zur
Erklärung eines schwierigen Wortes. Bei einigen wenigen Beispielen tritt dies
beim Isnad auf – ein Überlieferer nimmt einen Teil eines Isnads
und fügt ihn einem anderen Isnad hinzu. Ein Überlieferer, bei dem die
Gewohnheit absichtlicher idraj oder Verfälschungen gefunden wird, wird
gewöhnlich als Lügner betrachtet, obwohl Gelehrte mit solchen Überlieferern,
die es tun, um ein schwieriges Wort zu erklären, milder umgehen (Hasan 37-39).
In der sechsten Kategorie werden Hadithe,
die in ihren Isnads oder in ihren Texten verborgene Fehler enthalten,
als ma’uuol oder mu’allal (“fehlerhaft”) eingestuft. Dies könnte
passieren, wenn ein Hadith als musnad eingestuft wurde, obwohl er
eigentlich mursal ist oder wenn ein Hadith einem bestimmten Gefährten zugeordnet
wurde, während er eigentlich von einem anderen stammt. Um derartige Fehler zu
entdecken, wurden alle Isnads eines Hadith gesammelt und untersucht. Zum
Beispiel:
“Einige Gelehrte schrieben Bücher darüber,
welche Nachfolger Hadithe von welchen Gefährten gehörte haben. Durch diese
Informationen wissen wir, dass Al-Hasan Al-Basri nicht Ali getroffen hatte,
obwohl es eine kleine Chance gegeben haben könnte, dass er ihn während seiner
Kindheit in Medina gesehen haben könnte. Dies ist bedeutsam, denn viele
Sufi-Traditionen gehen angeblich auf Al-Hasan Al-Basri zurück, von dem gesagt
wird, er habe sie direkt von Ali berichtet ” (Hasan 42-43)
Es kann auch Unsicherheit über den Isnad
oder den Text bestehen, in deren Fall der Hadith als mudtarib (“wackelig”)
eingestuft wird. Dies tritt auf, wenn Überlieferer sich über manche Punkte in
den Isnads oder im Text in solchem Maße nicht einig sind, dass keine
Ansicht überwiegt. Ein Hadith kann als maqluub (“verändert” oder “verdreht”)
wenn im Isnad ein Name vertauscht wurde (d.h. Ka’b b. Murra versus Murra
b. Ka’b) oder wenn die Anordnung der Sätze vertauscht wurde (Azami 66). Dies
kommt auch bei den Hadithen zur Anwendung, deren Texten ein anderer Isnad
zugeordnet wurde oder umgekehrt oder auf diejenigen, in denen der Name eines
Überlieferers durch einen anderen ersetzt wurde (Hasan 41-42).
Die siebte und letzte Kategorie, die hier
besprochen werden soll, ist die Einstufung nach der Qualität der Überlieferer,
von der die abschließende Beurteilung einer Hadithkritik abhängt. Hadithe von
denjenigen, die als adil, hafiz, thabit und thiqa bekannt
sind, sind die Hadithe mit dem höchsten Rang und werden als sahieh oder
“gesund” eingestuft. Denn jemand, der als adil betrachtet wird, muss
ein sehr frommer Muslim sein, ehrlich und zuverlässig in allen seinen Taten. Durch
sorgfältigen Vergleich, verbale Übereinstimmung in den Hadithtexten
verschiedener Überlieferer zeigte sich, wer die genauesten (thabit) und die
glaubwürdigsten (thiqa) waren und wer das beste Gedächtnis besaß (hafiz).
Wenn ein Gelehrter in einer oder mehreren Kategorien diesem Ideal nicht
entspricht, aber nicht kritisiert wird, dann werden die Hadithe, die von ihm
überliefert werden, als weniger gesund oder hasan (“gerecht”) bezeichnet.
Wenn ein Überlieferer dafür bekannt ist, ein schwaches Gedächtnis zu haben oder
aus Unachtsamkeit Fehler zu machen, dann werden seine Hadithe als da’ief
(“schwach”) beurteilt (Burton 110-111).
Natürlich gibt es noch andere Faktoren,
die in die abschließende Beurteilung des Hadith miteinfließen und nach den
Worten von Ibn Al-Salah: “Ein sahih Hadith ist einer, der einen
kontinuierlichen Isnad besitzt, von Überlieferern mit vertrauenswürdigem
Gedächtnis von ähnlichen Autoritäten stammt und der für frei von jeglichen
Unregelmäßigkeiten (im Text) oder Fehlern (im Isnad) befunden wird.” Nach
Al-Tirmidhi ist ein hasan Hadith: “Ein Hadith, der nicht schadhdh ist,
keinen herabgewürdigten Überlieferer in seinem Isnad enthält, und der
mit mehr als einer Route der Überlieferung berichtet wird ” (Hasan 44-46). Ein
Hadith, der die Erfordernisse für einen hasan Hadith nicht erfüllt, wird
als da’ief eingestuft und oft ist das aufgrund des Isnad. Er
kann auch als da’ief eingestuft werden, wenn einer der Überlieferer kein
gutes Ansehen hat, aus welchem Grund auch immer, sei es weil er Fehler macht oder
weil er nicht ehrlich ist. Wenn die Fehler viele und schwerwiegende sind, dann
wird der Hadith eher als mawdu’ oder „erfunden“ eingestuft. Gemäß Al-Dhahabi
ist der mawdu’ Hadith der, dessen Text gegen die Normen verstößt, die
der Prophet in seinen Aussagen aufgestellt hat oder dessen Isnad einen
Lügner enthält. Ein Hadith kann auch als mawdu’ eingestuft werden
aufgrund “externer Beweise in Verbindung mit einer Diskrepanz in den Daten oder
Zeiten eines bestimmten Ereignisses” (Hasan 49).
Schließlich bilden die zuvorgenannten
Klassifizierungen nur einen Teil der ganzen Klassifizierungen, die existieren.
Die Hadithstudien sind sehr komplex und es scheint so, dass die Gelehrten an
jeden vorstellbaren Winkel gedacht haben, aus dem der Hadith zu analysieren
ist. All dies diente dem Zweck, zwischen den unterschiedlichen Arten der
Überlieferungen zu unterscheiden insbesondere um die authentischen von den
nicht authentischen zu trennen.
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