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Kristin, Ex-Katholikin, USA (teil 1 von 2)
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Beschreibung: Eine frühere Christin erläutert die Dinge, die ihr am Christentum unlogisch erschienen und ihr Interesse am Judentum.
von Kristin
Veröffentlicht am 05 Oct 2009 - Zuletzt verändert am 05 Oct 2009
Gesehen: 3960 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: 2.7 von 5 - Bewertet von: 3 Gedruckt: 274 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Geschichten von neuen Muslimen
> Frauen
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Meine Suche nach einer Religion
begann in der High School als ich 15 oder 16 Jahre alt war. Ich war in
Gesellschaft einer schlechten Clique, von denen ich dachte, sie wären meine
Freunde, aber recht bald bemerkte ich, dass es Verlierer waren. Ich sah, in
welche Richtung ihre Leben strebten, und es war keine gute. Ich wollte nicht,
dass diese Leute irgendeinen Einfluß auf meinen Erfolg in der Zukunft haben
würden, daher trennte ich mich vollständig von ihnen. Am Anfang war es schwer,
denn ich war allein, ohne Freunde. Ich begann, mich nach etwas umzusehen,
womit ich mich identifizieren konnte, etwas, worauf ich mich verlassen und
worauf ich mein Leben aufbauen konnte... etwas, das niemand benutzen können
würde, um damit meine Zukunft zu zerstören. Natürlich wandte ich mich suchend Gott
zu. Herauszufinden, wer Gott und was die Wahrheit ist, war allerdings nicht
einfach. Was war überhaupt Wahrheit?! Dies war meine
Hauptfrage, als ich meine Suche nach einer Religion begann.
In meiner eigenen Familie gab es
viele Schichten von Religion. Meine Familie bestand aus Juden und wenigen Arten
von Christen, und jetzt Alhamdulillah (aller Preis gebührt Gott) auch Islam.
Als Mom und Dad geheiratet haben,
hatten sie das Bedürfnis, zu entscheiden, in welchem Glauben sie ihre Kinder
erziehen wollen. Da die katholische Kirche wirklich die einzige Möglichkeit
für sie war, (unsere Stadt besteht nur aus 600 Einwohnern,) konvertierten sie
beide zum Katholismus und erzogen meine Schwester und mich als Katholiken.
Verfolgen wir die Geschichte der Konvertierungen in meiner eigenen Familie
einmal zurück, dann scheint es so, als wären dies alles Konvertierungen aus
reiner Bequemlichkeit gewesen. Ich denke nicht, dass sie wirklich Gott gesucht
haben, sondern sie haben nur die Religion manipuliert als Mittel, um ein Endziel
zu erreichen. Selbst nach allen diesen Änderungen in der Vergangenheit war
Religion für Mom, Dad, meine Schwester oder mich nicht von großer Wichtigkeit.
Wenn überhaupt, dann waren wir die Familie, die du an Ostern und Weihnachten in
der Kirche siehst. Ich fühlte immer, dass Religion etwas von meinem Leben
getrenntes war, sechs Tage pro Woche Leben und einen Tag pro Woche für die
Kirche, bei den seltenen Gelegenheiten, wo ich hinging. Mit anderen Worten,
ich war mir Gottes nicht bewußt oder wie ich nach Seinen Lehren Tag für Tag leben
sollte.
Ich akzeptierte manche katholische
Praktiken nicht, wie:
1) Einem Priester zu
beichten: ich dachte, warum konnte ich nicht enfach vor Gott bekennen, ohne diesen
Mann als Vermittler zu Ihm?
2) Der "vollkommene" Papst – Wie kann ein einfacher
Mann, nicht einmal ein Prophet, vollkommen sein?!
3) Die Anbetung von Heiligen – widersprach das nicht ganz
offensichtlich dem ersten Gebot? Selbst nach 14 Jahren gezwungener Teilnahme
an der Sonntagsschule, waren die Antworten, die ich auf diese und andere Fragen
erhielt: "Du mußt einfach nur Glauben haben!!" Sollte ich Glauben haben,
weil mir jemand das SAGTE?! Ich dachte, Glaube sollte auf Wahrheit gründen und
auf Antworten, die meine Logik ansprachen, ich war daran interessiert, welche
zu finden.
Ich wollte nicht die die Wahrheit
meiner Eltern oder Freunde oder sonst jemandem. Ich wollte die Wahrheit
Gottes. Ich wollte jede Vorstellung, die ich für wahr hielt, denn ich glaubte
ganz, mit Herz und Seele. Ich entschied, wenn ich Antworten auf meine Fragen
finden wollte, dann mußte ich mit Objektivität suchen, und ich begann zu
lesen...
Ich entschied, dass das
Christentum nicht die Religion für mich war. Ich hatte nichts persönlich gegen
Christen, aber ich fand, dass die Religion selbst viele Ungereimtheiten
beinhaltete, insbesondere als ich in der Bibel las. In der Bibel fielen mir so
viele Ungereimtheiten auf und so viele Dinge, die keinen Sinn ergaben, dass ich
überrascht war, dass sie mir noch nie zuvor aufgefallen waren oder dass ich sie
noch nicht einmal bemerkt hatte!
Da manche aus meiner Familie
jüdisch waren, begann ich, das Judentum zu erforschen. Ich dachte selbst, die
Antwort könne da liegen. Ungefähr ein Jahr lang erforschte ich alles über das
Judentum, ich meine: GRÜNDLICHE Nachforschungen!! Jeden Tag versuchte ich, zu
lesen und etwas zu lernen (ich kenne mich immer noch mit den orthodoxen
jüdischen koscher Gesetzen aus!) Ich ging zur Bücherei und innerhalb von zwei
Monaten kontrollierte ich jedes Buch über das Judentum, sammelte Informationen
im Internet, ich ging zur Synagoge, sprach mit jüdischen Leuten in
nahegelegenen Städten und las Thora und Talmud. Mich besuchte sogar einer
meiner jüdischen Freunde aus Israel! Ich dachte, ich hätte vielleicht
gefunden, wonach ich gesucht hatte. An dem Tag allerdings, an dem ich zur
Synagoge gehen sollte, um den Rabbi zu treffen und um meine Konversion
offiziell zu machen, machte ich einen Rückzieher. Ich weiß ganz ehrlich gesagt
nicht, was mich an jenem Tag davon abgehalten hat, das Haus zu verlassen, aber
ich stoppte, als ich gerade im Begriff war, aus der Tür zu gehen; ich ging
zurück und setzte mich. Ich fühlte mich, wie in einem dieser Träume, wo man
versucht zu rennen aber alles geht nur wie in Zeitlupe. Ich wußte, dass der
Rabbi dort war und auf mich wartete, aber ich rief nicht einmal an, um zu
sagen, dass ich noch käme. Der Rabbi rief mich auch nicht an.
Irgendetwas fehlte...
Nachdem ich gelernt hatte, dass
das Judentum auch nicht die Antwort war, dachte ich (auch nach reichlichem
Druck seitens meiner Eltern), ich gebe dem Christentum noch eine Chance. Ich
hatte, wie ich bereits erwähnte, einen guten Hintergrund aus meinen Jahren in
der Sonntagsschule, aber ich wollte die Wahrheit hinter diesen Lehren
erforschen. Was war die Schönheit in alledem, wo war die Sicherheit darin und
wie konnte ich es logisch akzeptieren? Ich wußte, wenn ich das Christentum
ernsthaft in Betracht zog, dann jedoch auf keinen Fall den Katholizismus. Ich
ging zu jeder anderen christlichen Kirche unserer Stadt: Lutheraner,
Pfingstgemeinde, Mormonen und nicht so bekannte Gemeinden. Jedoch fand ich
nicht, was ich suchte: Antworten!! Es war nicht die Umgebung der Menschen, die
mich abkehren ließ; es waren die Diskrepanzen zwischen den Konfessionen, die
mich störten. Ich glaubte, dass es nur einen wahren Weg geben konnte, wie
konnte ich also die "richtige" Konfession wählen? Meiner
Einschätzung nach war es unmöglich und ungerecht, wenn ein barmherziger und
gnadevoller Gott die Menschheit mit einer solchen Auswahl allein ließ. Ich
war verloren…
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Kristin, Ex-Katholikin, USA (teil 2 von 2)
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Beschreibung: Nachdem sie in einem Chatroom in den Islam eingeführt wurde, findet sich Kristin den Qur´an lesend und weinend in einer Bibliothek wieder auf der Suche nach der Religion.
von Kristin
Veröffentlicht am 12 Oct 2009 - Zuletzt verändert am 12 Oct 2009
Gesehen: 3804 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: 5 von 5 - Bewertet von: 5 Gedruckt: 287 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Geschichten von neuen Muslimen
> Frauen
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An diesem Punkt war ich einfach
nur verwirrt und frustriert, genau wie am Anfang meiner Suche. Ich hätte am
liebsten meine Arme zu Gott erhoben und geschrien: "Was jetzt?" Ich
war keine Jüdin, und ich war keine Christin; ich war nur eine Person, die einen
Gott glaubte. Ich dachte, ich gebe die organisierte Religion ganz auf. Alles,
was ich wollte, war die Wahrheit; mir war egal, aus welchem heiligen Buch sie
kam; ich wollte einfach nur die Wahrheit!
Eines Tages las ich im Internet und
entschloß mich, eine Pause zu machen und einen Chatroom zu suchen. Mir fiel
ein "Religions-Chat", der mich natürlich interessierte, also klickte
ich auf "an". Da entdeckte ich einen Raum, der sich
"Muslim-Chat" nannte – sollte ich da hineingehen? Ich hoffte, dass
keine Terroristen Zugang zu meiner e-mail bekommen und mir Computerviren oder
schlimmeres senden würden. Bilder von großen schwarz gekleideten Männern mit
großen Bärten, die an meine Tür kommen und mich kidnappten, durchzuckten meinen
Kopf. (Du kannst sehen, wieviel ich vom Islam wußte – nichts!) Aber dann
dachte ich, es ist nur eine harmlose Nachforschung. Ich entschloß mich,
hineinzugehen und bemerkte, dass die Leute in diesem Chat-Room überhaupt nicht
so furchterregend waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Tatsächlich
nannten sich die meisten von ihnen "Bruder" oder
"Schwester", auch wenn sie sich gerade erst getroffen haben! Ich
sagte: "Hi!" zu jedem und sagte ihnen, sie sollen mich mit den
Grundlagen des Islam vertraut machen – von denen ich nichts wusste. Was sie zu
sagen hatten, war interessant und stimmte mit dem überein, was ich bereits
glaubte. Einige Leute boten mir Bücher an, also sagte ich: "okay". (Nebenbei
bemerkt, ich bekam nie irgendwelche Viren und keine Männer tauchten an meiner
Tür auf, um mich zu entführen, außer meinem Ehemann, aber da ging ich
freiwillig!)
Als ich mich aus dem Chat
ausloggte, ging ich auf dem direkten Weg zur Bibliothek und ließ mir jedes Buch
über den Islam zeigen, genau wie ich es mit dem Judentum getan hatte. Jetzt
war mein Interesse geweckt, und ich wollte lesen und mehr lernen. Bevor ich
mit einem Riesenstapel Bücher nach Hause kam, wollte ich ein paar ansehen. Dies
war ein Wendepunkt für mich… Die ersten wenigen, die ich mir ansah, erklärten
die Grundlagen detaillierter, einige waren Lehrbücher und manche hatten Bilder
von wunderschönen Moscheen mit Frauen in Tüchern. Ich war glücklich, dass ich
auch einen Quran gefunden hatte... ich öffnete ihn zufällig und began zu lesen.
Die Sprache war es, die mich zuerst traf, ich fühlte, dass eine Autorität mit
mir sprach, kein Mann, so wie ich bei anderen "heiligen" Texten immer
den Eindruck gehabt hatte. Die Passage, die ich las (und leider weiß ich nicht
mehr, welche es gewesen war), handelte davon, was Gott in diesem Leben von dir
erwartet und wie du Seinen Befehlen entsprechend leben sollst. Sie erklärte,
dass Gott der Gütigste und Barmherzigste und der All-Vergebende ist. Am
wichtigsten: zu Ihm kehren wir alle zurück. Bevor ich es merkte, konnte ich
jede meiner Tränen auf die Seiten tropfen hören, die ich gerade las. Ich
weinte – gerade hier, mitten in der Bibliothek, denn schließlich hatte ich nach
all meinem Suchen und Hinterfragen das gefunden, wonach ich gesucht hatte – den
Islam. Ich wußte, der Quran war etwas Einzigartiges, denn ich hatte schon viel
religiöse Literatur gelesen und KEINE war jemals annährend so deutlich gewesen
oder hatte mir ein solches Gefühl vermittelt. Jetzt konnte ich die Weisheit
Gottes erkennen… dass Er mich zuerst das Judentum und das Christentum so gründlich
erforschen lassen hat, bevor ich den Islam fand, so dass ich sie alle
vergleichen konnte und mir bewußt wurde, dass NICHTS mit dem Islam zu
vergleichen war.
Von diesem Punkt an veriefte ich
meine Nachforschungen über den Islam. Ich näherte mich ihm, indem ich nach
Ungereimtheiten suchte, so wie ich es mit dem Judentum und dem Christentum auch
gemacht hatte, aber es waren keine zu finden. Ich durchstöberte den Quran, suchte
nach der kleinsten Ungereimtheit, dem kleinsten Widersprüch, aber bis zum heutigen
Tage war ich nicht in der Lage, auch nur EINE einzige Ungereimtheit darin zu
finden! Eine andere großartige Sache, die ich am Quran liebe, ist, dass er den
Leser herausfordert, ihn zu hinterfragen. Er sagt über sich selbst, wenn er
nicht von Gott wäre, würdet ihr eine Menge Widersprüche darin finden! Der
Islam ist nicht nur frei von Widersprüchen, ich fand auch Antworten auf
sämtliche Fragen, die mir in den Sinn kamen – befriedigende Antworten.
Nach drei Monaten entschied ich
mich, dass der Islam die Antwort war und konvertierte offiziell, indem ich die
Schahada aussprach. Allerdings sprach ich meine Schahada am Telefon mit einem
Imam aus Pennsylvania, denn in meiner Nähe gab es weder Muslime noch Moscheen
(die NÄCHSTE war ungefähr 6 Stunden entfernt). Ich habe meine Entscheidung zu
konvertieren nie bedauert. Da es da, wo ich lebte, keine Muslime gab, mußte
ich selbst die Initiative ergreifen und vieles allein lernen, aber ich wurde
niemals müde, denn ich lernte die Wahrheit. Die Annahme des Islam war wie ein
Erwachen meines Geistes, meines Verstandes und sogar meiner Weltsicht.
Ich könnte es mit jemandem
vergleichen, der ein schlechtes Sehvermögen hat; er strengt sich an, um mit der
Klasse mitzuhalten, kann sich nicht konzentrieren und wird ständig durch seine
Behinderung herausgefordert. Wenn du ihm einfach eine Brille geben würdest,
würde ihm alles klar und deutlich erscheinen. So ist meine Erfahrung mit dem
Islam: als hätte ich eine Brille erhalten, die es mir zum ersten Mal erlaubte,
wirklich zu sehen.
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