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An diesem Punkt war ich einfach
nur verwirrt und frustriert, genau wie am Anfang meiner Suche. Ich hätte am
liebsten meine Arme zu Gott erhoben und geschrien: "Was jetzt?" Ich
war keine Jüdin, und ich war keine Christin; ich war nur eine Person, die einen
Gott glaubte. Ich dachte, ich gebe die organisierte Religion ganz auf. Alles,
was ich wollte, war die Wahrheit; mir war egal, aus welchem heiligen Buch sie
kam; ich wollte einfach nur die Wahrheit!
Eines Tages las ich im Internet und
entschloß mich, eine Pause zu machen und einen Chatroom zu suchen. Mir fiel
ein "Religions-Chat", der mich natürlich interessierte, also klickte
ich auf "an". Da entdeckte ich einen Raum, der sich
"Muslim-Chat" nannte – sollte ich da hineingehen? Ich hoffte, dass
keine Terroristen Zugang zu meiner e-mail bekommen und mir Computerviren oder
schlimmeres senden würden. Bilder von großen schwarz gekleideten Männern mit
großen Bärten, die an meine Tür kommen und mich kidnappten, durchzuckten meinen
Kopf. (Du kannst sehen, wieviel ich vom Islam wußte – nichts!) Aber dann
dachte ich, es ist nur eine harmlose Nachforschung. Ich entschloß mich,
hineinzugehen und bemerkte, dass die Leute in diesem Chat-Room überhaupt nicht
so furchterregend waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Tatsächlich
nannten sich die meisten von ihnen "Bruder" oder
"Schwester", auch wenn sie sich gerade erst getroffen haben! Ich
sagte: "Hi!" zu jedem und sagte ihnen, sie sollen mich mit den
Grundlagen des Islam vertraut machen – von denen ich nichts wusste. Was sie zu
sagen hatten, war interessant und stimmte mit dem überein, was ich bereits
glaubte. Einige Leute boten mir Bücher an, also sagte ich: "okay". (Nebenbei
bemerkt, ich bekam nie irgendwelche Viren und keine Männer tauchten an meiner
Tür auf, um mich zu entführen, außer meinem Ehemann, aber da ging ich
freiwillig!)
Als ich mich aus dem Chat
ausloggte, ging ich auf dem direkten Weg zur Bibliothek und ließ mir jedes Buch
über den Islam zeigen, genau wie ich es mit dem Judentum getan hatte. Jetzt
war mein Interesse geweckt, und ich wollte lesen und mehr lernen. Bevor ich
mit einem Riesenstapel Bücher nach Hause kam, wollte ich ein paar ansehen. Dies
war ein Wendepunkt für mich… Die ersten wenigen, die ich mir ansah, erklärten
die Grundlagen detaillierter, einige waren Lehrbücher und manche hatten Bilder
von wunderschönen Moscheen mit Frauen in Tüchern. Ich war glücklich, dass ich
auch einen Quran gefunden hatte... ich öffnete ihn zufällig und began zu lesen.
Die Sprache war es, die mich zuerst traf, ich fühlte, dass eine Autorität mit
mir sprach, kein Mann, so wie ich bei anderen "heiligen" Texten immer
den Eindruck gehabt hatte. Die Passage, die ich las (und leider weiß ich nicht
mehr, welche es gewesen war), handelte davon, was Gott in diesem Leben von dir
erwartet und wie du Seinen Befehlen entsprechend leben sollst. Sie erklärte,
dass Gott der Gütigste und Barmherzigste und der All-Vergebende ist. Am
wichtigsten: zu Ihm kehren wir alle zurück. Bevor ich es merkte, konnte ich
jede meiner Tränen auf die Seiten tropfen hören, die ich gerade las. Ich
weinte – gerade hier, mitten in der Bibliothek, denn schließlich hatte ich nach
all meinem Suchen und Hinterfragen das gefunden, wonach ich gesucht hatte – den
Islam. Ich wußte, der Quran war etwas Einzigartiges, denn ich hatte schon viel
religiöse Literatur gelesen und KEINE war jemals annährend so deutlich gewesen
oder hatte mir ein solches Gefühl vermittelt. Jetzt konnte ich die Weisheit
Gottes erkennen… dass Er mich zuerst das Judentum und das Christentum so gründlich
erforschen lassen hat, bevor ich den Islam fand, so dass ich sie alle
vergleichen konnte und mir bewußt wurde, dass NICHTS mit dem Islam zu
vergleichen war.
Von diesem Punkt an veriefte ich
meine Nachforschungen über den Islam. Ich näherte mich ihm, indem ich nach
Ungereimtheiten suchte, so wie ich es mit dem Judentum und dem Christentum auch
gemacht hatte, aber es waren keine zu finden. Ich durchstöberte den Quran, suchte
nach der kleinsten Ungereimtheit, dem kleinsten Widersprüch, aber bis zum heutigen
Tage war ich nicht in der Lage, auch nur EINE einzige Ungereimtheit darin zu
finden! Eine andere großartige Sache, die ich am Quran liebe, ist, dass er den
Leser herausfordert, ihn zu hinterfragen. Er sagt über sich selbst, wenn er
nicht von Gott wäre, würdet ihr eine Menge Widersprüche darin finden! Der
Islam ist nicht nur frei von Widersprüchen, ich fand auch Antworten auf
sämtliche Fragen, die mir in den Sinn kamen – befriedigende Antworten.
Nach drei Monaten entschied ich
mich, dass der Islam die Antwort war und konvertierte offiziell, indem ich die
Schahada aussprach. Allerdings sprach ich meine Schahada am Telefon mit einem
Imam aus Pennsylvania, denn in meiner Nähe gab es weder Muslime noch Moscheen
(die NÄCHSTE war ungefähr 6 Stunden entfernt). Ich habe meine Entscheidung zu
konvertieren nie bedauert. Da es da, wo ich lebte, keine Muslime gab, mußte
ich selbst die Initiative ergreifen und vieles allein lernen, aber ich wurde
niemals müde, denn ich lernte die Wahrheit. Die Annahme des Islam war wie ein
Erwachen meines Geistes, meines Verstandes und sogar meiner Weltsicht.
Ich könnte es mit jemandem
vergleichen, der ein schlechtes Sehvermögen hat; er strengt sich an, um mit der
Klasse mitzuhalten, kann sich nicht konzentrieren und wird ständig durch seine
Behinderung herausgefordert. Wenn du ihm einfach eine Brille geben würdest,
würde ihm alles klar und deutlich erscheinen. So ist meine Erfahrung mit dem
Islam: als hätte ich eine Brille erhalten, die es mir zum ersten Mal erlaubte,
wirklich zu sehen.
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