|
Das Johannes-Evangelium, das vierte
Evangelium, ist in seiner gegenwärtigen Form ungefähr siebzig Jahre nachdem
Jesus zum Himmel erhoben worden ist, vollendet worden. Dieses Evangelium in
seiner endgültigen Form sagt eine weitere Sache über Jesus aus, die aus den
vorigen drei Evangelien nicht bekannt war – dass Jesus das Wort Gottes sei.
Johannes meinte damit, dass Jesus Gottes Mittel sei, durch das Gott alles
andere erschaffen habe. Dies wurde häufig missverstanden und behauptet, Jesus
wäre selbst Gott. Aber Johannes meinte damit, wie auch Paulus gesagt hat, dass
Jesus das erste Geschöpf Gottes gewesen sei. In der Offenbarung des Johannes
im Neuen Testament lesen wir, dass Jesus “der Anfang der Schöpfung Gottes
ist.” (Offenbarung 3:14, und siehe auch 1 Korinther 8:6 und Kolosser
1:15).
Jeder, der sagt, dass das Wort Gottes eine
andere Person als Gott ist, der muss aber ebenfalls zugeben, dass das Wort
erschaffen worden war, denn das Wort spricht in der Bibel und sagt: “Der
HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, von Anbeginn her.” (Sprüche
8:22).
Außerdem lehrt dieses Evangelium ganz
deutlich, dass Jesus nicht Gott ist. Wenn es diese Lehre nicht fortsetzen
würde, dann würde es den anderen drei Evangelien und auch den Briefen des
Paulus widersprechen, die klar aussagen, dass Jesus nicht Gott ist. Wir
stellen fest, dass Jesus nicht gleichbedeutend mit dem Vater ist, denn Jesus
sagte: “...der Vater ist größer als ich.” (Johannes 14:28).
Die Menschen vergessen dies und sie
behaupten, dass Jesus dem Vater gleich sei. Wem sollten wir Glauben schenken –
Jesus oder den Menschen? Muslime und Christen glauben, dass Gott aus sich
selbst heraus existiert. Dies bedeutet, dass er von keinem abstammt. Johannes
aber erzählt uns, dass Jesus durch den Vater existiert. Jesus sagt in diesem
Evangelium: “...ich lebe um des Vaters willen...” (Johannes 6:57).
Johannes berichtet uns, dass Jesus nichts
von sich selber aus tun konnte, wenn er Jesus zitiert: “Ich kann nichts von
mir selber tun…” (Johannes 5:30). Dies stimmt mit dem überein, was wir aus
den anderen Evangelien über Jesus lernen. Bei Markus beispielsweise lernen
wir, dass Jesus mit einer Macht Wunder vollbrachte, die nicht unter seiner
Kontrolle stand. Dies wird besonders deutlich in einer Episode, in der eine
Frau von ihren unheilbaren Blutungen geheilt wurde. Die Frau kam von hinten
und berührte seinen Umhang, und sie wurde sofort geheilt. Jesus aber hatte
keine Ahnung, wer ihn berührt hatte. Markus beschreibt es so: “Und Jesus
fühlte alsbald an sich selbst, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, und
wandte sich um in der Menge und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt?” (Markus
5:30). Seine Jünger konnten darauf keine befriedigende Antwort geben, so
berichtet Markus weiter: “Und er sah sich um nach der, die das getan hatte.”
(Markus 5:32). Dies zeigt uns, dass Jesus über die Macht, welche die Frau
geheilt hat, keine Kontrolle besaß. Er wusste, dass die Macht von ihm ausgegangen
war, aber er wusste nicht wohin. Irgendein anderes intelligentes Wesen musste
jene Kraft zu der Frau gelenkt haben, welche die Heilung nötig brauchte. Und
dieses intelligente Wesen war Gott.
Kein Wunder also, wenn wir in der
Apostelgeschichte lesen, dass Gott es war, der die Wunder durch Jesus vollbrachte
(Apostelgeschichte 2:22).
Gott vollbrachte auch durch andere
außerordentliche Wunder, aber das machte diese nicht zu Göttern (siehe Apostelgeschichte
19:11). Warum also wird Jesus als Gott genommen? Selbst als Jesus seinen Freund
Lazarus von den Toten erweckte, bat er Gott darum, es zu tun. Lazarus’ Schwester
Martha wusste das, denn sie sagte zu Jesus: “Aber auch jetzt noch weiß ich,
dass, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. ” (Johannes 11:22).
Martha wusste demnach, dass Jesus nicht
Gott war und Johannes, der davon berichtete, wusste es ebenso. Jesus hatte
einen Gott, denn als ihm bevorstand, zum Himmel aufzufahren, sagte er: “Ich
fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.”
(Johannes 20:17).
Johannes war sich sicher, dass niemand
Gott gesehen hat, obgleich er wusste, dass viele Menschen Jesus gesehen hatten (siehe
Johannes 1:18 und 1 Johannes 4:12). Tatsächlich erzählte Jesus selbst der
Menge, dass sie den Vater niemals gesehen haben und dass sie die Stimme des
Vaters niemals vernommen haben (Johannes 5:37). Beachte, wenn Jesus der Vater
wäre, dann wäre diese Aussage hier falsch. Wer ist Gott in dem
Johannes-Evangelium? Der Vater alleine.
Jesus bezeugte dies, als er erklärte, dass
der Gott der Juden der Vater ist (Johannes 8:54). Jesus bestätigte auch, dass
der Vater allein der einzige wahre Gott ist (siehe Johannes 17:1-3). Und Jesus
sagte zu seinen Feinden: “Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen
Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe.”
(Johannes 8:40). Gemäß Johannes war Jesus also nicht Gott und nichts, das
Johannes schrieb, kann als Beweis dafür verwendet werden, dass er Gott gewesen
sein soll – es sei denn, man wolle Johannes widersprechen.
|