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Francis Bacon äußerte einmal seine Meinung: “Es sind
kranke Entdecker, die behaupten, es gäbe kein Land, wenn sie nichts als das
Meer sehen.“ Gläubige würden Atheisten und Agnostikern gleichermaßen bestätigen,
dass Gott existiert, ganz gleich, ob wir Ihn sehen können oder nicht, ob wir es
wollen oder nicht, ob wir es als bewiesen erachten oder nicht. Wer das
Gegenteil behauptet, lenkt nur von einer Realität ab, die sich an einem Tag in
der Zukunft als nicht zu leugnende Wahrheit enthüllen wird; für einige wird
dies ein Tag der Freude sein, für andere ein Tag der Reue und des Schreckens.
Sehr viele Menschen brauchen nicht den Tag
des Gerichts abzuwarten, um zu einer solchen Schlußfolgerung zu gelangen, denn
alle Menschen, die von unüberwindbaren Prüfungen heimgesucht werden, werden
dem Glauben näher getrieben, denn wenn sie sich in einer hoffnungslosen Situation
befinden, Wen sonst rufen die Menschen instinktiv an, wenn nicht Gott? Obwohl
nur wenige das Gute auch tun, das sie in diesen Momenten der Hoffnungslosigkeit
versprochen haben, liegt der Beweis des Schwurs noch lange nachdem das
Versprechen an Gott über Bord geworfen worden ist, unbeachtet in der Gosse der
Erinnerungen.
Kann dem Unaufrichtigen irgendjemand
helfen? Sehr wahrscheinlich nicht. Das Konzept, Gott zu erkennen und im Einklang
mit Seinen Befehlen zu leben, nur wenn und solange es uns in den Kram passt,
zeigt einen Unwillen, sich Gottes Bedingungen zu unterwerfen. Nimm zum
Beispiel St. Augustins ergreifendes Gebet: “Da mihi castitatem et
continentiam, sed noli modo. (Gib mir Keuschheit und Enthaltsamkeit – aber
jetzt noch nicht!)” Ist dies das Gebet eines Heiligen, der einerseits zu Gott
betete und andererseits wegen seiner sexuellen Unkeuschheit nicht bereit war,
die Freudenhäuser zu meiden? Vergleiche dies mit dem beispielhaften Leben der
Jünger Jesu´, von denen berichtet wird, dass sie weit ehrbarere Beschäftigungen
aufgegeben haben, um Jesus Christus zu folgen. Diese Männer haben ihre
dringenden weltlichen Tätigkeiten verlassen, wie das Fischen für ihren
Lebensunterhalt und die Pflicht, einen Toten zu beerdigen, als die Wahrheit zu
ihnen kam, ohne Zeitverzögerung. Die Religiösen mögen jetzt dazu neigen, zu
sagen: „Wow! Das ist der Typ Mensch, der mir gefällt!“ Das wichtigere
Verständnis allerdings ist, dass dieser ´Typ Mensch´ es ist, der Gott zu gefallen
scheint.
Natürlich, das war damals, und wir leben jetzt
in einer anderen Zeit. In unserer Zeit gehen Propheten auf dem Wasser, heilen
Lepra und bitten die Menschen, welche die Absicht haben, an der Geschichte teilnehmen
wollten, ihnen nur in ihrer Vorstellung zu folgen. Das bleibt sich gleich,
viele Menschen sind immer noch auf der Suche nach der Wahrheit Gottes und wenn
sie diese erst einmal gefunden haben, werden sie ihr sogleich folgen, egal
welches Opfer das von ihnen erfordert. Aber zuerst müssen sie die Wahrheit mit
Sicherheit kennen.
Wo liegt also das Problem? Es ist einfach
so: Informationen waren noch nie so ohne weiteres verfügbar, und (oberflächlich
zumindest) nie so verwirrend und religiös hemmend. Die meisten Menschen sind
mit den intellektuellen Fähigkeiten aufgewachsen, die Widersprüche und Irrtümer
der vorherrschenden Religionen herauszufinden und zu identifizieren, denen sie
ausgesetzt sind. Aufrichtig Suchende legen eine bestimmte Tiefe an Erfahrungen
zurück, anhand derer sie verschiedene Glaubensrichtungen anzweifeln, von denen
manche wirklich lächerliche Kulte darstellen, die Mehrzahl von ihnen sind
jedoch Sekten, die behaupten, sich auf irgendeine Version des Alten oder Neuen
Testaments zu stützen; Fakt ist aber, dass sie von den harmonischen und
grundlegenden Lehren, die man darin findet, abweichen. Nach einer Zeit beginnt
die eine Sekte, der anderen ziemlich ähnlich zu sein, häufig haben sie nur
geringe Unterschiede in der Doktrin, und fast immer mit derselben fragwürdigen
Grundlage. Die meisten dieser Sekten haben sich eine moderne Ansammlung von
Wahrheiten, Halb-Wahrheiten (oder mit anderen Worten: Halb-Lügen) und Täuschungen
zugelegt. Das Problem besteht darin, Wahrheit mit Falschem zu vermischen; es
ist so, als wenn man Schönheit und Häßlichkeit mischen wollte – es geht einfach
nicht. Jede einzelne Religion ist entweder gänzlich wahrhaftig oder bis zu
einem gewissen Grad unrein. Aber Gott irrt Sich nicht – kein einziges Mal – wenn
die Menschen einem Element, das ihnen als göttliche Offenbarung angeboten wird,
nicht trauen können, woher können sie dann wissen, welchen Lehren man trauen kann?
Außerdem haben zahlreiche Gläubige Schwierigkeiten damit, sich vorzustellen,
dass Gott die Menschen auf der Grundlage falscher Vorstellungen von Ihm auf ein
Jenseits hoffen lässt.
Das Problem schreit in den von Doktrinen
angefüllten Ohren des Menschen. Man kann Wahrheit nicht einfach mit Falschem
vermischen und dann weiter behaupten, dieser Verschnitt sei göttlichen
Ursprungs. Genau wie man nicht Liebreiz mit Häßlichkeit mischen und dann eine
Schöheitsschau gewinnen kann. Versehe irgendein Bild von einem wunderschönen
Gesicht genau in der Mitte mit einem haarigen, erhabenen Muttermal (kein
Schönheitsmal, sondern einem wirklich häßlichen Mal) und was wird die
Person dann? Eine reine, unverfälschte, ´engelsgleiche Schönheit´? Im
Gegenteil, das Endergebnis ist jeglicher Schönheit beraubt.
Jetzt denk dir einen klitzekleinen Fehler
in eine Religion, von der behauptet wird, sie sei von einem vollkommenen und
fehlerlosen Gott, was ist das Ergebnis? Genau: viele aufrichtige, betrogene
Menschen. Aber für jene, die an dem Kanon eines fehlerhaften Glaubenssystems
hängen, übernehmen Entschuldigungen die Rolle des religiösen Kosmetikchirurgen.
Diese Entschuldigungen mögen die unebene Oberfläche der Schrift durch die
doktrinale Hautabschürfung erfolgreich glätten können, aber jeder mit ein wenig
tiefer reichendem Einblick wird erkennen, dass die Genetik fehlerhaft geblieben
ist. Folglich sehen einige die lahmen Versuche, das Absurde zu rechtfertigen,
viele folgen dennoch.
Von denen, die sich entscheiden, einen
Glauben anzunehmen, treffen viele ihre Wahl, indem sie ihre Hände frustriert hoch
strecken und die Religion auswählen, die ihnen am besten passt oder, und das
sind die wenigsten, die ihnen am wenigsten missfällt. Manche bilden eine
telepatische Verbindung mit Gott, so dass sie das beste tun, das sie können,
andere ruhen bequem auf unsicheren Feststellungen. Einige werden agnostisch in
bezug auf alle Glaubenslehren, verfolgen einen inneren, persönlichen Glauben
aus Mangel an einer Glaubenslehre, die rein und beständig göttlich ist.
Die Weigerung, einen Kompromiß im Glauben an
einen vollkommenen und unfehlbaren Gott für ein ´sich zufrieden geben´ mit
einer wankenden Grundlage und nachweisbarer Schwäche in der Doktrin einzugehen,
ist verständlich – sogar annehmbar. Nach Generationen zerstreuter
Familientraditionen, Jahrhunderten verwirrter kultureller Irreführung und einem
Leben mit vorurteilbehafteter Propaganda sind viele Westler spirituell
unbeweglich geworden. Einerseits wird die Vorstellung von einer
ursprünglichen, reinen Religion, frei von jeglicher Veränderung, Verdrehung und
kurz gesagt, ohne die schmutzige und fehlbare Hand des die Religion verändernden
Menschen gesucht, ist aber für das westliche Bewusstsein schwer zu begreifen.
Andererseits sehen viele die Ungereimtheiten der heutigen Religionen zu
deutlich, die auf dem basieren, was im Westen am bekanntesten ist – den
jüdischen und christlichen Bibeln. Manche bleiben in den engen Grenzen der
Zwickmühle dieses Dilemmas gefangen. Andere blicken tiefer in die
Bibelschriften und erkennen, dass als das Alte Testament das Erscheinen von
Johannes dem Täufer, Jesus Christus und einem weiteren Propheten voraussagte;
Jesus Christus sagte ebenfalls einen Propheten voraus, der ihm folgen sollte –
einen, der eine Botschaft der Wahrheit bringen sollte, die alle Dinge erklärte.
Seventh Day Adventisten, Mormonen und zahlreiche
andere christlichen Sekten behaupten, diese Prophezeiung habe sich mit dem
Gründer ihrer Richtung oder ihres Glaubens erfüllt. Viele andere sind
skeptisch und noch immer auf der Suche. Und genau für diese habe ich dieses
Buch geschrieben.
Copyright © 2007 Laurence B. Brown; mit
seiner Erlaubnis.
Dieser
Auszug stammt aus Dr. Browns Buch: MisGod´ed, das bald verlegt und zusammen mit dem zweiten Teil God´ed
veröffentlicht wird. Beide Bücher können auf Mr. Browns Website: www.Leveltruth.com. gesehen werden. Laurence B. Brown, MD,
kann kontaktiert werden über: BrownL38@yahoo.com.
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