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Was veranlasst einen Muslim, seine Gebete
an Orten zu sprechen, wo ihm niemand vorschreibt, zu beten oder wo ihn niemand
dabei sieht? Ist es nicht so, dass Muslime glauben, dass Gott dich immer beobachtet?
Was veranlasst sie, ihre wichtigen Geschäfte und anderen Beschäftigungen zu
verlassen und zu den Gebeten zur Moschee zu eilen? Was veranlasst sie, ihren
süßen Schlaf in den frühen Morgenstunden zu unterbrechen, in der Mittagshitze
zur Moschee zu gehen und ihre abendlichen Unterhaltungen um des Gebets willen
zu unterbrechen? Ist es irgendetwas anderes als Pflichtbewusstsein – die
Realisierung, dass sie ihre Verantwortung ihrem Herrn gegenüber zu erfüllen
haben, komme, was da wolle? Und warum fürchten sie jeglichen Fehler im Gebet?
Weil ihre Herzen mit Gottesfurcht erfüllt sind und weil sie wissen, dass sie am
Tag des Gerichts vor Ihm erscheinen müssen und Rechenschaft für ihr gesamtes
Leben ablegen müssen.
Neuer Ansatz! Kann es einen
besseren moralischen und geistigen Trainingskurs geben als das Gebet? Es ist
ein Training, das aus einem Menschen einen vollkommenen Muslim macht. Es
erinnert ihn an seine Abmachung mit Gott, erfrischt seinen Glauben an Ihn und
erhält den Glauben an den Tag des Gerichts lebendig und immer gegenwärtig vor
seinem inneren Auge. Es lässt ihn dem Propheten folgen und trainiert ihn,
seine Pflichten zu erfüllen.
Dies ist tatsächlich ein strenges
Training, das unsere Taten mit unseren Idealen in Einklang bringt. Wenn das
Bewusstsein eines Mannes für seine Verpflichtungen seinem Schöpfer gegenüber so
stark ist, dass er dies über alle weltlichen Gewinne setzt und es in seinen
Gebeten immer wieder neu auffrischt, dann wird er ganz bestimmt nicht die
Unzufriedenheit Gottes auf sich ziehen, nach dem, was er sich zu vermeiden
bemüht hat. Er wird in dem gesamten auf und ab seines Lebens an dem Gesetz
Gottes festhalten, auf dieselbe Weise, wie er die fünf täglichen Gebete jeden
Tag befolgt. Auf diesen Menschen kann man sich auch in anderen
Tätigkeitsbereichen verlassen, denn wenn die Schatten der Sünde oder des
Betrugs sich ihm nähern, wird er aus Furcht vor seinem Herrn, die in seinem
Herzen immer gegenwärtig ist, versuchen, sie zu meiden. Und wenn jemand sich
nach einem solchen lebenswichtigen Training in anderen Lebensbereichen schlecht
benimmt und dem Gesetz Gottes zuwiderhandelt, so kann es nur aufgrund einiger
innerlicher Verdorbenheiten in ihm selbst sein.
Ein Muslim sollte seine Gebete und
besonders das Freitagsgebet in Gemeinschaft beten. Dies schafft unter den
Muslimen ein Band der Liebe und des gegenseitigen Verständnisses. Es lässt in
ihnen einen Sinn für ihre Einheit entstehen und nährt die Brüderlichkeit unter
ihnen. Jeder von ihnen spricht seine Gebete in der Gemeinschaft, und dies ruft
in ihnen ein tiefes Gefühl der Brüderlichkeit hervor. Gebete sind auch ein Symbol
für die Gleichheit, Arme und Reiche, Geringe und Hochgestellte, Herrscher und
Beherrschte, Gebildete und Ungebildete, Schwarze und Weiße stehen alle in einer
Reihe und werfen sich vor ihrem Herrn nieder. Gebete prägen in Muslimen einen
starken Sinn für Disziplin und Gehorsamkeit gegenüber dem gewählten Führer. Kurz
gesagt, die Gebete trainieren sie in allen Werten, die die Entwicklung eines
reichhaltigen individuellen und gemeinsamen Lebens fördern.
Dies sind nur wenige der
unzählbaren Vorteile, die die Muslime aus ihren täglichen Gebeten ziehen. Wenn
wir ablehnen, sie uns zunutze zu machen, dann sind wir – und nur wir – die
Verlierer. Wenn du manche Muslime siehst, die sich vor den Gebeten drücken,
dann kann das nur eines von zwei Dingen bedeuten: Entweder sie erkennen die
Gebete nicht als unsere Pflicht an oder sie erkennen sie an. Im ersten Fall
ist ihre Behauptung, zu glauben, eine schamlose Lüge, denn wenn sie es
ablehnen, von Gott Befehle anzunehmen, so erkennen sie auch Seine Vollkommene Autorität
nicht an. Im zweiten Fall, wenn sie Allahs Vollkommene Autorität anerkennen
und trotzdem Seine Befehle missachten, dann sind sie die unzuverlässigsten
Geschöpfe, die je auf der Erde gewandelt sind. Denn wenn sie so die größte
Autorität im Universum behandeln, wer garantiert dann dafür, dass sie im Umgang
mit anderen menschlichen Wesen nicht genauso verfahren? Und wenn eine
Gesellschaft von Falschheit übermannt wird, was für eine Hölle der Zwietracht
wird sie dann werden!
Fasten
Wofür die fünf täglichen Gebete
dienen, das bezweckt auch das Fasten einmal im Jahr im Monat Ramadhan (dem
neunten Monat des Mondjahres). In dieser Zeit essen Muslime von Sonnenaufgang
bis Sonnenuntergang keinen einzigen Bissen und trinken keinen einzigen Tropfen
Wasser, egal wie lecker das Essen ist oder wie hungrig oder durstig sie sind. Was
ist es, das sie dazu bringt, sich freiwillig solchen Strapazen zu unterziehen?
Es ist einzig und allein der Glaube an Gott und die Furcht vor Ihm und dem Tag
des Gerichts. Während des Fastens unterdrücken Muslime ihre Leidenschaften und
Begierden und indem sie dies tun, verkünden sie den Vorrang des Göttlichen
Gesetzes. Dieses Pflichtbewußtsein und die Geduld, die das ununterbrochene
Fasten fördert, hilft den Muslimen, ihren Glauben zu kräftigen. Die Strenge
und Disziplin dieses Monats konfrontieren uns mit den Realitäten des Lebens und
helfen ihnen, ihr Leben im verbleibenden Jahr mit wahrer Unterwürfigkeit unter
Seinen Willen zu leben.
Aus einem anderen Gesichtspunkt gesehen,
besitzt das Fasten einen enormen Einfluß auf die Gemeinschaft, denn alle
Muslime, ungeachtet ihrer Stellung , müssen das Fasten im selben Monat halten. Dies
betont die wesentliche Gleichheit der Menschen und führt schließlich zu der
Entwicklung von Gefühlen der Liebe und Brüderlichkeit. Im Ramadhan versteckt
sich das Böse, während das Gute zum Vorschein kommt, und die ganze Atmosphäre
ist von Frömmigkeit und Reinheit erfüllt. Diese Disziplin, die den Muslimen
auferlegt worden ist, dient ihrem eigenen Vorteil. Jenen, die dies nicht
erfüllen, kann in der Erfüllung ihrer Pflichten nicht vertraut werden. Aber
die Schlimmsten sind diejenigen, die in diesem heiligen Monat nicht zögern, in
Öffentlichkeit zu essen oder zu trinken. Sie sind die Menschen, die durch ihr
Verhalten zeigen, dass sie nicht im Geringsten die Befehle Gottes achten, von
Dem sie glauben, dass Er ihr Schöpfer und Erhalter ist. Nicht nur dies, sie
zeigen auch, dass sie keine loyalen Mitglieder der Gemeinschaft der Muslime
sind; vielmehr haben sie mit dieser überhaupt nichts zu tun. Es ist
offensichtlich, dass von solchen Heuchlern, was das Befolgen des Gesetzes und
das Vertrauen in sie angeht, nur das Schlimmste zu erwarten ist.
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