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Wie unterscheidet sich der Islam von anderen Religionen? (teil 1 von 2)

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Beschreibung: Einige der einzigartigen Seiten des Islam, die man in anderen Glaubenssystemen und Lebensweisen vergeblich sucht. 

  • von Khurshid Ahmad
  • Veröffentlicht am 13 Oct 2008
  • Zuletzt verändert am 28 Dec 2014
  • Gedruckt: 510
  • Gesehen: 16162 (Tagesmittelwerte: 5)
  • Bewertung: 3 von 5
  • Bewertet von: 4
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Einfachheit, Rationalität und Praktizierbarkeit  

Islam ist eine Religion ohne jegliche Mythologie.  Seine Lehren sind einfach und verständlich.  Er ist frei von Aberglauben und unverständlichen Irrglauben.  Die Einheit Gottes, das Prophetentum Muhammads und das Konzept vom Leben nach dem Tod sind die Grundsätze seines Glaubens.  Sie basieren auf Verstand und einleuchtender Logik.  Alle Lehren des Islam gehen von diesen Glaubensgrundlagen aus und sind einfach und geradeheraus.  Hier gibt es keine Hierarchie von Priestern, keine weithergeholten Abstraktionen, keine komplizierten Riten oder Rituale. 

Jeder ist in der Lage, sich dem Qur´an direkt zu nähern und seine Gebote direkt in die Praxis umzusetzen.  Der Islam erweckt im Menschen die Fähigkeit, zu ergründen und drängt ihn, seinen Intellekt zu nutzen.  Er leitet ihn dazu an, die Dinge im Licht der Realität zu betrachten.  Der Qur´an rät ihm, Wissen zu Erlangen und Gott zu bitten, sein Bewusstsein zu erweitern.  

"Sprich: ´O mein Herr, mehre mein Wissen."  (Quran 20: 114)

Gott sagt auch: 

“Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?  Allein nur diejenigen lassen sich warnen, die verständig sind.” (Quran 39: 9)

Es wird ebenfalls berichtet, dass der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, gesagt hat, dass: 

“Derjenige, der sein Haus auf der Suche nach Wissen verlässt, (geht) auf dem Wege Gottes.” (At-Tirmidhi)

Und:   

“Die Suche nach Wissen ist für jedem Muslim eine Pflicht.” (Ibn Majah und al-Bayhaqi)

Auf diese Weise führt der Islam den Menschen aus seiner Welt des Aberglaubens und der Dunkelheit  in die Welt des Wissens und des Lichts. 

Wieder erweist sich der Islam als eine praktische Religion und erlaubt keine Nachsicht bei leerem und nutzlosem Theoretisieren.  Er sagt, dass Glaube nicht bloßes Beteuern von Glaubensinhalten ist, sondern er ist vielmehr der Hauptquell des Lebens.  Rechtschaffenes Verhalten muss dem Glauben an Gott folgen.  Religion ist etwas, das praktiziert werden muss und nicht Gegenstand eines bloßen Lippenbekenntnisses.  Im Qur´an sagt Gott: 

“Denen, die da glauben und gute Werke tun, wird Glück und eine treffliche Heimstatt zuteil sein.” (Quran 13: 29)

Es wird vom Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, berichtet, dass er sagte: 

“Gott nimmt den Glauben nicht an, wenn dieser nicht in den Taten Ausdruck findet, und Er nimmt die Taten nicht an, wenn sie nicht mit dem Glauben übereinstimmen.” (At-Tabarani)

 

Also sind es seine Einfachheit, Verständlichkeit und Anwendbarkeit, die den Islam als eine einzigartige und wahre Religion kennzeichnen.  

Einheit von Materie und Geist  

Ein einzigartiges Kennzeichen des Islam ist, dass er das Leben nicht in die wasserdichten Bestandteile von Materie und Geist zerteilt.  Er steht nicht für die Ablehnung des Lebens, sondern für die Erfüllung des Lebens.  Der Islam glaubt nicht an die Askese.  Er verlangt nicht von dem Menschen, auf materielle Dinge zu verzichten.  Nach dem Islam erlangt man spirituelle Höhen durch ein frommes Leben in den Höhen und Tiefen des Lebens und nicht, indem man der Welt entsagt.  Im Qur´an rät Gott uns, zu bitten:

“Unser Herr!  Gib uns in dieser Welt Gutes und im Jenseits Gutes und verschone uns vor der Strafe des Feuers.” (Quran 2:201)

Aber über den Luxus in diesem Leben, empfiehlt der Islam dem Menschen, bescheiden zu sein uns sich von Verschwendung fernzuhalten.  Gott sagt:

“…und esset und trinkt, doch überschreitet dabei das Maß nicht; wahrlich, Er liebt nicht diejenigen, die nicht maßhalten.” (Quran 7:31)

Über die Bescheidenheit sagte der Prophet:   

“Halte das Fasten und brich es (zu der richtigen Zeit) und stehe im Gebet und Ergebenheit (in der Nacht) und schlafe, denn dein Körper hat Rechte an dir, und deine Augen haben Rechte an dir, und deine Frau hat einen Anspruch an dir, und die Person, die dich besucht, hat einen Anspruch an dir.”

Also lässt der Islam keinerlei Trennung zwischen "materiellem" und "moralischem", "weltlichem" und "spirituellem" Leben zu, und er fordert den Menschen auf, all seine Energie aufzbringen, um ein Leben auf gesunden moralischen Grundsätzen aufzubauen.  Er lehrt ihn, dass moralische und materielle Kräfte zusammenwirken müssen und dass spirituelle Erlösung nur erreicht werden kann, wenn materielle Hilfsmittel, die dem Menschen zur Verfügung stehen, zum Guten genutzt werden, und nicht durch ein Leben in Askese oder wenn man vor den Herausforderungen des Lebens davonrennt. 

Die Welt hat unter den Händen der Einseitigkeit vieler anderer Religionen und Ideologien gelitten.  Manche haben die spirituelle Seite des Lebens besonders betont, aber die materiellen und weltlichen Aspekte ignoriert.  Sie haben die Welt wie eine Illusion, eine Täuschung und eine Falle betrachtet.  Andere materialistische Ideologien dagegen haben die spirituelle und moralische Seite des Lebens total außer Acht gelassen und haben sie  als erfunden und eingebildet aufgegeben.Diese beiden Einstellungen haben zu Katastrophen geführt, denn sie raubten der Menschheit den Frieden, die Zufriedenheit und die Ruhe. 

Auch heutzutage noch ist das Gleichgewicht in die eine oder andere Richtung verschoben.  Der französische Wissenschaftler Dr. De Brogbi stellt richtig fest: 

“Die Gefahr, die von einer Zivilsation ausgeht, die zu sehr an materiellen Dingen hängt, ist die Gesellschaft selbst; es ist die Unausgeglichenheit, die daraus resultiert, wenn die parallele Entwicklung des spirituellen Lebens versäumt, das nötige Gleichgewicht herzustellen.”

Das Christentum irrte sich in dem einen Extrem, wohingegen sich die modernen Zivilisationen beider Varianten, die der sekulären kapitalistischen Demokratie und die des marxistischen Sozialismus, in dem anderen irrten.  Gemäß Lord Snell:

“Wir haben eine wohlproportionierte äußere Struktur, aber wir haben die unentbehrliche Notwendigkeit einer inneren Ordnung vernachlässigt.  Wir haben die Außenseite der Tasse sorgfältig designd, geschmückt und gereinigt, aber innendrin war voller Erpressung und Maßlosigkeit, wir nutzten unser fortgeschrittenes Wissen und unsere Fähigkeiten, um den Körper zu verwalten, aber wir ließen den Geist verarmen.”

Der Islam zielt darauf, ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Aspekten des Lebens - dem materiellen und dem spirituellen - herzustellen.  Er sgt, dass alles in dieser Welt dem Menschen zur Verfügung steht, aber der Mensch wurde geschaffen, um einen höheren Zweck zu erfüllen: um eine sittliche und gerechte Ordnung zu errichten, die den Willen Gottes erfüllt.  Seine Lehren sorgen für das Spirituelle ebenso wie für die vergänglichen Bedürfnisse des Menschen.  Der Islam befiehlt dem Menschen, seine Seele zu reinigen und sein alltägliches Leben neu zu gestalten – sowohl das des Einzelnen als auch das der Gemeinschaft – und eine Überlegenheit des Rechts über Macht und der Tugend gegenüber der Sünde aufzustellen.  Also steht der Islam für den Mittelweg und das Ziel, einen rechtschaffenen Menschen im Dienst einer gerechten Gesellschaft hervorzubringen. 

Islam, eine vollständige Lebensweise

Der Islam ist keine Religion im gewöhnichen und verdrehten Sinn, denn er richtet sein Augenmerk nicht nur auf den privaten Bereich.  Er ist eine vollständige Lebensweise und ist in jedem Bereich der menschlichen Existenz anwesend.  Islam hält für alle Aspekte des Lebens eine Anleitung bereit – individuell und gesellschaftlich, materiell und moralisch, ökonomisch und politisch, gesetzlich und kulturell, national und international.  Der Qur´an fordert den Menschen auf, den Islam ohne Vorbehalte anzunehmen und Gottes Leitung in allen Lebensbereichen zu befolgen.  

Es war tatsächlich ein verhängnisvoller Tag, als der Begriff der Religion auf das private Leben des Menschen begrenzt wurde und seine gesellschaftliche und kulturelle Rolle auf Nichts reduziert wurde, wie es in diesem Jahrhundert geschehen ist.  Kein anderer Faktor war wahrscheinlich mehr an der Schwächung der Religion in der modernen Zeit beteiligt, als ihr Rücktritt in die Privatssphäre.  Mit den Worten eines modernen Philosophen: "Religion bittet uns, die Angelegenheiten Gottes von denen Caesars zu trennen.  Eine derartige kritische Trennung zwischen den beiden bedeutet beide zu erniedrigen: das Weltliche und das Heilige... Jene Rreligion ist wenig wert, wenn das Gewissen ihrer Anhänger nicht beunruhigt ist, wenn über uns allen die Wolken des Krieges aufziehen und industrielle Konflikte den gesellschaftlichen Frieden beeinträchtigen.  Die Religion hat das soziale und moralische Bewusstsein des Menschen geschwächt, indem sie die Angelegenheiten Gottes von denen Caesars getrennt hat.”

Der Islam lehnt diese Vorstellung von Religion vollkommen ab und erklärt deutlich, dass sein Ziel die Läuterung der Seele und die Neuordnung und der Wiederaufbau der Gesellschaft sind.  Wie wir im Qur´an lesen können: 

“Wahrlich, Wir schickten Unsere Gesandten mit klaren Beweisen und sandten mit ihnen das Buch und die Waagwerte herab, auf dass die Menschen Gerechtigkeit üben mögen.  Und Wir schufen das Eisen, worin (Kraft zu ) gewaltigem Krieg wie auch zu vielerlei Nutzen für die Menschheit ist, damit Gott die bezeichne, die Ihm und Seinem Gesandten, wenngleich ungesehen, beistehen.  Wahrlich, Gott ist Allmächtig, Erhaben.” (Quran 57: 25)

Gott sagt ebenfalls:   

“Die Entscheidung liegt einzig bei Gott.  Er hat geboten, Ihn allein zu verehren.  Das ist der richtige Glaube, jedoch die meisten Menschen wissen es nicht.” (Quran 12: 40)

Sogar eine oberflächliche Studie der Lehren des Islam zeigt, dass er eine allumfassende Lebensweise darstellt und keinen Bereich der menschlichen Existenz den Kräften des Bösen überlässt. 

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