|
Das Thema des inneren Friedens richtet sich
an einen universellen Bedarf. Es gibt keinen auf diesem Planeten, der sich
nicht inneren Frieden wünscht. Es ist kein Verlangen, das neu in unserer Zeit
ist; es handelt sich eher um etwas, dass jeder Einzelne zu jeder Zeit sucht,
egal, welcher Farbe, welchem Glauben, welcher Religion, welcher Rasse, welcher Nationalität
er angehört; welches Alter, welches Geschlecht, welches Vermögen, welche Fähigkeiten
oder welche technologische Entwicklung er hat.
Menschen haben eine Menge verschiedene
Wege eingeschlagen, um zu versuchen, inneren Frieden zu finden; manche durch
die Anhäufung materiellen Besitzes und Reichtums, andere durch Drogen; einige
über Muslik, andere durch Meditation; manche durch ihre Ehemänner und
Ehefrauen, andere durch ihre Karriere und einige durch die Erfolge ihrer Kinder.
Und die Liste kann noch fortgesetzt werden.
Also wird auch die Suche fortgesetzt. In
unserer Zeit wurde in uns der Glaube eingesetzt, dass technologischer
Fortschritt und Modernisierung für uns körperliche Erholung bringen und durch
diese würden wir inneren Frieden finden.
Wenn wir allerdings die technologisch am
fortgeschrittenste und industriealisierteste Nation der Welt nehmen, Amerika,
dann würden wir erkennen, dass das, was in uns als Glaube eingesetzt worden
ist, nicht den Tatsachen entspricht. Die Statistiken zeigen, dass in Amerika
jährlich 20 Millionen Erwachsene an Depressionen leiden; und was ist
Depression, wenn nicht absoluter Mangel an innerem Frieden? Außerdem war im
Jahr 2000 die Selbstmordrate doppelt so hoch, wie die Rate derer, die an AIDS
gestorben sind. Wie auch immer, die Nachrichtendienste sind, was sie sind, wir
hören mehr über diejenigen, die an AIDS gestorben sind, als über jene, die
starben, weil sie Selbstmord begangen haben. Auch sterben in Amerika mehr
Menschen durch Selbstmord als durch Totschlag, und die Raten für Totschlag sind
allein schon ernorm hoch.
Also die Realität sieht so aus, dass uns
die technologische Entwicklung und Modernisierung keineswegs inneren Frieden
und Ruhe gebracht haben. Trotz der Bequemlichkeiten, die uns die
Modernisierung gebracht hat, sind wir jetzt noch weiter von innerem Frieden
entfernz, als es unsere Vorfahren gewesen waren.
Innerer Friede ist für den Großteil
unserer Leben sehr schwer greifbar; wir scheinen ihn nie in unsere Hände zu
bekommen.
Viele von uns halten persönliche Freuden
fälschlicherweise für inneren Frieden; wir erreichen diese Elemente der Freude
durch eine Vielzahl von Dingen, seien es Reichtum, sexuelle Beziehungen oder
anderes. Aber diese sind nicht beständig, sie kommen und gehen. Ja, wir haben
von Zeit zu Zeit persönliche Freuden und uns gefallen verschiedene Dinge von Zeit
zu Zeit, aber dies ist nicht innerer Friede. Wahrer innerer Friede ist ein
Sinn der Stabilität und der Zufriedenheit, der uns durch alle Prüfungen und
Schwierigkeiten des Lebens hindurch begleitet.
Wir müssen verstehen, dass Friede nicht
etwas ist, das in dieser Welt um uns herum existieren wird, denn wenn wir
Frieden definieren, der Definition eines Wörterbuchs entsprechend, dann stellt
es fest, dass Friede das Freisein von Krieg oder Bürgerkrieg ist. Wo haben wir
das? Es gibt immer Krieg oder zivile Unruhen irgendeiner Art irgendwo auf der
Welt. Wenn wir den Frieden auf staatlicher Stufe betrachten, dann ist Friede
das Freisein von öffentlichen Unruhen und Sicherheit, aber wo haben wir das auf
dieser Welt in einer vollständigen Form? Wenn wir Frieden auf einer
gesellschaftlichen, familiären und Arbeitsstufe betrachten, dann ist Frieden
das Freisein von Uneinigkeit und Streit, aber gibt es eine gesellschaftliche
Umgebung, in der es nie zu Uneinigkeit oder Streit kommt? Was den Ort
betrifft, dann "ja", wir können einen Ort finden, der ruhig,
friedlich und sorglos ist, manche Inseln beispielsweise, aber dieser äußerliche
Friede existiert nur für eine gewisse Zeit, früher oder später wird ein Sturm
oder ein Orkan hereinbrechen.
Gott sagt:
“Wahrlich, Wir haben den Menschen (zu einem
Dasein) in Bedrängnis erschaffen.” (Quran 90:4)
Dies ist die Natur unserer Leben; wir
müssen uns alle abmühen und plagen; erleben aufs und abs, Zeiten der
Schwierigkeiten und Zeiten der Erleichterung.
Es ist ein Leben voller Prüfungen, wie
Gott sagt:.
“Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas
Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch
verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft.” (Quran 2:155)
Um mit unseren Lebensumständen
zurechtzukommen, den Umständen der Mühen und Plagen, die wir erleben, ist
Geduld der Schlüssel.
Aber wenn wir auf den inneren Frieden
zurückkommen, nach dem wir suchen, dann kann sich Geduld nicht einstellen, wenn
wir keinen inneren Frieden haben.
Wir leben in einer Welt der Mühen und
Plagen, aber in uns selbst ist es möglich, inneren Frieden zu erreichen,
Frieden mit der Umgebung, mit der Welt, in der wir leben.
Offensichtlich gibt es einige Hindernisse,
die uns davon abhalten, Frieden zu erreichen. Also müssen wir zuerst die
Hindernisse herausfinden, die uns davon abhalten, maximalen inneren Frieden zu
erreichen und sozusagen eine Strategie entwickeln, um sie aus dem Weg zu
räumen. Die Hindernisse werden nicht dadurch aus dem Weg geräumt, dass wir nur
denken, wir müßten sie entfernen; wir müssen ein paar Schritte entwickeln, um
dies zu erreichen. Wie also sollten wir vorgehen, um diese Hindernisse aus dem
Weg zu schaffen, damit wir den möglichsten inneren Frieden erreichen können?
Der erste Schritt besteht darin, die
Hindernisse selbst zu identifizieren. Wir müssen ihrer gewahr werden, denn
wenn wir sie nicht identifizieren können, dann können wir sie auch nicht
entfernen.
Der zweite Schritt besteht darin, sie als
Hindernisse in uns selbst zu akzeptieren. Zum Beipiel ist unser Ärger eines
der größten Hindernisse zum inneren Frieden. Wenn jemand ärgerlich ist,
aufgeregt und seine Sicherung ist durchgebrannt, wie kann er oder sie unter
solchen Umständen inneren Frieden haben? Das ist nicht möglich. Also muss
diese Person erkennen, dass Ärger ein Hindernis für den inneren Frieden ist.
Wie auch immer, wenn eine Person
feststellt: "Ja, es ist ein Hindernis, aber ich werde nicht
ärgerlich", dann hat diese Person ein Problem. Er oder sie hat das
Hindernis nicht als Problem akzeptiert und befindet sich in einem Zustand der
Selbstleugnung. So kann er es nicht entfernen.
Wenn wir die Hindernisse im Leben
betrachten, können wir sie unter verschiedenen Überschriften zusammenfassen:
persönliche Probleme, Familienangelegenheiten, finanzielle Notlagen, Druck bei
der Arbeit und spirituelle Verwirrung. Und unter diesen Überschriften gibt es
viele Dinge.
|