|
|
|
|
|
|
Gottes Bewahrung der Sunna (teil 1 von 7): Das Verständnis der Gefährten von ihrer großen Verantwortung
|
Beschreibung: Die folgende Artikelreihe diskutiert die Mittel, die in der Geschichte angewandt wurden, um sicherzustellen, dass die Sunna oder die Lehren des Propheten Muhammad authentisch erhalten blieben, und zwar frei von Veränderungen und Verfälschungen. Teil 1: Die Warnung des Propheten an jene, die Dinge über ihn sagen, die nicht wahr sind, und das Verständnis der Gefährten von dieser Warnung.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 05 Apr 2010 - Zuletzt verändert am 21 Oct 2010
Gesehen: 2158 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: noch keiner - Bewertet von: 0 Gedruckt: 188 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
|
Einleitung: Die Sunna
und ihr Platz im Islam
Die Sunna bezieht sich auf Taten, Aussagen
und Lebensweisen des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm.
Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Systems des Islam. Gott hat
den Muslimen im Qur´an Selbst angeordnet, sich den Propheten als Vorbild zu
nehmen und seinen Aussagen zu gehorchen. Die Sunna ist der fundamentelle
normative praktische Ausdruck des Islam. Es ist ebenfalls die entscheidende Erklärung
des Qur´an selbst. Ohne sie kann es kein wahres Verständnis darüber geben, wie
der Islam anzuwenden ist.
Die Sunna des Propheten wurde in der
Hadith-Literatur bewahrt. Die Frage nach der Bewahrung der Sunna und der
Hadithe ist tatsächlich ein Thema, das sich auf die Bewahrung und die Reinheit
der islamischen Religion selbst bezieht. Dieses Thema wird sogar noch
wichtiger, wenn man die Tatsache bedenkt, dass viele unglücklicherweise falsche
Vorstellungen davon besitzen, wie die Hadithe bewahrt wurden und deshalb haben
sie kein uneingeschränktes Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Hadithe des
Propheten.
Einige der Mittel durch
die die Sunna bewahrt wurde
Gott hat durch die Menschen viele Mittel
angewandt, um die Sunna zu bewahren. Einige dieser Aspekte gibt es einzig und
allein in der muslimischen Gemeinschaft. Am wichtigsten ist, dass diese Mittel
der Bewahrung bereits in den frühesten Zeiten Verwendung fanden, ohne irgend
einen Intervall, in dem Originalmaterialien oder Aussagen hätten verloren gehen
können.
Einige der Faktoren und Mittel, die an der
Bewahrung der Sunna mitgewirkt haben, sind folgende:
Das Verständnis der
Gefährten von ihrer schweren Verantwortung
Es geht aus dem Qur´an deutlich hervor,
dass die früheren Menschen die Botschaften verdreht, verändert und verfälscht
hatten und ganz allgemein ist es ihnen misslungen, die Botschaften, die sie
erhalten hatten, sorgfältig zu bewahren.
Die Gefährten des Propheten verstanden, dass der Prophet
Muhammad der letzte Gesandte für die Menschheit gewesen ist und dass die
Aufgabe der Bewahrung seiner Lehren auf ihren Schultern lastete. Es war an
ihnen, sicherzustellen, dass das, was mit den Lehren der früheren Propheten
geschehen war, nicht mit denen des Propheten Muhammad passierte. Außerdem hat
der Prophet selbst ihnen gegenüber die Tatsache betont, dass sie die
Verantwortung dafür haben, vom Propheten zu nehmen und anderen die Botschaft zu
vermitteln. Beispielsweise erzählte ihnen der Prophet im Menschengedränge in
der Zeit der Pilgerfahrt:
“Der
Anwesende soll dem Abwesenden berichten. Vielleicht berichtet der Anwesende
einem, der besser versteht, als er es kann. ” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Diese Anweisung des Propheten kann man in
einer großen Zahl seiner Aussagen erkennen, von denen einige von zahlreichen
Gefährten berichtet worden sind. Zum Beispiel sagte der Prophet:
“Möge Gott
den Mann erstrahlen lassen, der hörte, was ich gesagt habe, und es in seinem
Gedächtnis bewahrt, bis er es einem anderen berichtet. Vielleicht hat
derjenige, dem er es berichtet, ein besseres Verständnis als er.”
Der Prophet warnte sie auch auf eine
strenge Art davor, irgendetwas von ihm zu berichten, das nicht stimmte. Indem
er das arabische Wort „Kadhab“ verwendete, das im Dialekt des Propheten
nicht „lügen“ bedeutete, sondern meinte, etwas zu berichten, das nicht richtig
ist, sagte der Prophet:
“Berichtet
von mir, auch wenn es nur ein Vers ist. Und erzählt (die Geschichten) von den
Stämmen Israels und es schadet nicht. Und wer auch immer mir fälschlicherweise
etwas nachsagt, wird seinen eigenen Platz im Höllenfeuer einnehmen.” (Sahieh
Al-Bukhari)
Es scheint, dass
der Prophet diese Warnung bei zahlreichen Gelegenheiten ausgesprochen hat, denn
diese Worte des Propheten wurden vom über fünfzig seiner Gefährten berichtet.
Daher waren sich die Gefährten bewußt,
dass sie in ihrer Berichterstattung sehr vorsichtig sein mussten. Sie
verstanden, dass die eben zitierte Warnung für jemanden, der dem Propheten
fälschlicherweise etwas nachsagt, sowohl für den gilt, der dies absichtlich
tut, als auch für den, der das unabsichtlich tut. In einem Bericht, der in Sahih
al-Bukhari wiedergegeben wird, wurde der Gefährte al-Zubair gefragt, warum
er nicht so viele Hadithe berichtete, wie es manche der anderen taten. Er
antwortete: „Was mich angeht, ich trennte mich nie von ihm [das heißt, dem
Propheten]. Allerdings hörte ich ihn sagen: ‘Wer auch immer mir
fälschlicherweise etwas nachsagt, wird seinen eigenen Platz im Höllenfeuer
einnehmen.’” Als er diese Aussage kommentierte, bemerkte Ibn Hajar, dass al-Zubair offensichtlich nicht darüber sprach, dass er selbst
etwas im Namen des Propheten erfinden würde. Sondern er fürchtete, dass wenn
er eine Menge berichtete, dann könnte er Fehler machen. Und diese Fehler
könnten ihn zu der Warnung führen, die in jenem Hadith erwähnt wurde.
Anas ibn Maalik sagte ebenfalls: “Wenn ich
nicht fürchtete, dass mir ein Fehler unterlaufen könnte, würde ich euch einige
der Dinge erzählen, die ich vom Gesandten Gottes gehörte habe. Allerdings
hörte ich ihn sagen: ‘Wer auch immer mir fälschlicherweise etwas nachsagt,
wird seinen eigenen Platz im Höllenfeuer einnehmen.’”
Dies deutet wieder darauf hin, dass Anas, ein Gefährte,
verstand, dass die Drohung, die in dem Hadith ausgesprochen wurde, auch für den
gilt, der unbeabsichtigt Fehler beim Erzählen des Hadith macht.
Tatsächlich studierten einige Gefährten,
wie Abu Hurairah, weiterhin die Hadithe, die sie vom Propheten gelernt hatten,
und lernten sie auswendig. Aus diesem Grunde fürchteten sie sich nicht so sehr
davor, Fehler zu machen. Andererseits mussten diejenigen, die sich dem Studium
nicht so hingaben, befürchten, dass ihre Erinnerung sie im Stich lassen könnte,
wenn sie vom Gesandten Gottes berichteten.
|
Gottes Bewahrung der Sunna (teil 2 von 7): Die Überlieferung der Hadithe
|
Beschreibung: Die folgende Artikelreihe diskutiert die Mittel, die in der Geschichte angewandt wurden, um sicherzustellen, dass die Sunna oder die Lehren des Propheten Muhammad authentisch erhalten blieben, und zwar frei von Veränderungen und Verfälschungen. Teil 2: Wurden die Aussprüche des Propheten (Hadith) zu seinen Lebzeiten und unmittelbar nach seinem Tod niedergeschrieben?
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 12 Apr 2010 - Zuletzt verändert am 12 Apr 2010
Gesehen: 1939 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: noch keiner - Bewertet von: 0 Gedruckt: 172 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
|
|
Bevor wir dieses Thema diskutieren, sollte
angemerkt werden, dass etwas nicht unbedingt berichtet oder aufgeschrieben
werden muss, damit es bewahrt werden kann. Also bedeuetet die einfache
Tatsache, dass etwas nicht aufgeschrieben worden ist, nicht, dass es nicht richtig
und sorgfältig bewahrt worden ist. Außerdem ist das Aufschreiben einer Sache
nicht ausreichend für ihre Bewahrung. Es besteht die Möglichkeit, etwas
fehlerhaft zu berichten. Diese beiden Punkte wurden von den Hadithgelehrten gebührend
berichtet. Es war nicht erforderlich, dass ein Hadith aufgeschrieben worden
war, um von ihnen akzeptiert zu werden, obwohl sie die Wichtigkeit derartiger
physikalischer Berichte erkannten und häufig bevorzugten sie den geschriebenen
vor dem mündlich überlieferten Bericht in Abhängigkeit von der beteiligten
Person. Diesen Gelehrten war auch bewusst, dass das einfache Berichten von
etwas nicht ausreicht. Es musste auch sichergestellt werden, dass es richtig
berichtet wurde. Daher akzeptierten oder bevorzugten die Hadithgelehrten
aufgeschriebene Beweise von Gelehrten vor auswendig gelernten Berichten nur,
wenn bekannt war, dass jene Gelehrte in ihren Schriften fähig und korrekt
waren.
Es war eine der beliebtesten Praktiken
vieler Orientalisten, immer wieder die “Tatsache” zu betonen, dass Hadithe
nicht zuerst berichtet wurden, sondern vielmehr in den ersten zwei
Jahrhunderten nach der Hijrah (arabischer Kalender) nur mündlich überliefert
worden waren. Unglücklicherweise ist dies ein Missverständnis, das unter
denen, die sich mit bloßen oberflächlichen Erforschungen dieses Themas
zufrieden geben, weit verbreitet worden ist. In Wirklichkeit wurde diese
falsche Behauptung und diese unrichtige Ansicht - Gott sei dank - von
zahlreichen muslimischen Gelehrten in vielen Doktorarbeiten in der muslimischen
Welt genauso wie an Universitäten in der westlichen Welt zurückgewiesen, wie in
den Dissertationen von Muhammad Mustafa Azami (1967), veröffentlicht als Studies
in Early Hadeeth, und Imitiyaz Ahmad’s The Significance of Sunna and
Hadeeth and their Early Documentation von Edinburgh 1974.
Das Berichten von Hadithen des Propheten,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, begann bereits zur Zeit des Propheten.
Al-Baghdaadi berichtet eine Reihe von Hadithen, die zeigen, dass der Prophet
das Überliefern seiner Hadithe eindeutig gestattete. Hier folgen einige
Beispiele:
1. Al-Daarimi und Abu Dawud
berichteten in ihren Sunans (Büchern), dass Abdullah ibn Amr ibn al-As
aussagte, dass sie alles, was sie vom Propheten hörten, zu berichten pflegten.
Dann waren sie davor gewarnt worden, dies zu tun, da, so wurde argumentiert,
der Prophet ein menschliches Wesen war, das zu manchen Zeiten ärgerlich sein
könnte und zu anderen zufrieden. Abdullah hörte damit auf, seine Hadithe
aufzuschreiben, bis er den Propheten zu diesem Thema befragen konnte. Der
Gesandte Gottes sagte ihm:
“Schreibe [meine
Hadithe], bei dem Einen, in Dessen Hand meine Seele ist, nichts als die
Wahrheit kommt [aus dem Mund des Propheten] heraus.”
Das heisst, egal, ob er ärgerlich oder
zufrieden war, was er sprach, war die Wahrheit.
2. Al-Bukhari berichtete in seinem
Sahih (Buch), dass Abu Hurairah sagte: “Man kann unter den Gefährten des
Gesandten Gottes keinen finden, der mehr Hadithe überliefert hat als ich, mit Ausnahme
von Abdullah ibn Amr, denn er pflegte die Hadithe aufzuschreiben, während ich
es nicht tat.”
3. Al-Bukhari berichtetem dass am
Tag der Eroberung von Mekka jemand aus Jemen zum Propheten kam und fragte, ob
er die Aussagen des Propheten aufgeschrieben bekommen könnte. Der Prophet
stimmte zu und sagte zu jemandem:
“Schreib´ sie für den Vater von
so-und-so.”
4. Anas berichtete die
Feststellung: “Sichert das Wissen, indem ihr es aufschreibt.” Dieser Hadith
wurde von zahlreichen Authoritäten überliefert, aber meistens mit schwachen
Ketten. Es gibt einen Streit, ob es sich tatsächlich um eine Aussage des
Propheten handelt oder von einigen Gefährten. Gemäß al-Albani ist der Hadith,
der von al-Hakim und anderen überliefert wurde, allerdings authentisch.
Daher besteht kein Zweifel daran, dass das
Überliefern der Hadithe zu Lebzeiten des Gesandten Gottes begann. Diese Art
und Weise, die Hadithe aufzuschreiben, wurde nach dem Tod des Propheten weiter
fortgesetzt. Al-Azami hat in seinem Werk Studies in Early Hadeeth
Literature über fünfzig Gefährten aufgezählt und besprochen, die Hadithe
überliefert haben. Bemerkenswert sind folgende:
Abdullah B. Abbas (3 B.H.-68 A.H.)… Er war so
eifrig um Wissen bemüht, dass er nicht weniger als 30 Gefährten über einen
einzigen Vorfall befragte... Es scheint so, als hätte er das, was er hörte,
aufgeschrieben und manchmal beschäftigte er sogar seine Sklaven zu diesem
Zweck... Der folgende von ihm stammende Hadith in geschriebener Form: Ali b.
Abdullah ibn Abbas, Amr b. Dinar, Al-Hakam b. Miqsam, Ibn Abu Mulaikah,
Ikrimah… Kuraib, Mujahid, Najdah… Said b.
Jubair.
Abdullah B. Umar B. al-Khattab (10 B.H.-74 A.H.)… Er überlieferte eine große Zahl von Hadithen
und war dabei so streng, dass er nicht erlaubte, dass die Anordnung auch nur
eines Wortes verändert wurde, auch wenn dies nicht den Sinn der Bedeutung
verändert hätte... Er hatte Bücher. Ein Kitab [Buch], das Umar gehörte
hatte und sich in seinem Besitz befand, wurde ihm von Nafi verschiedene Male
vorgelesen... Der folgende von ihm stammende Hadith in geschriebener Form:
Jamil b. Zaid al-Tai… Nafi Kunde von ibn Umar, Said b. Jubair, Abd al-Aziz b.
Marwan, Abd al-Malik b. Marwan, Ubaidullah b. Umar, Umar b. Ubaidullah …
Al-Azami stellte auch eine Liste von 49 Menschen
von „den Nachfolgern des ersten Jahrhunderts“ zusammen, die Hadithe überliefert
haben, welche die Persönlichkeit von jedem einzeln diskutierte.
Al-Azami fuhr fort, 87 der “Gelehrten des späten ersten und
frühen zweiten Jahrhunderts” aufzuzählen, die Hadithe überliefert haben.
Dann zählt er “von den Gelehrten des frühen zweiten Jahrhunderts“
251 Menschen auf, die Hadithe gesammelt und aufgeschrieben haben.
Damit hat al-Azami eine Liste von 437 Gelehrten produziert, die
Hadithe berichtet haben und vor dem Jahr 250 A.H. gestorben sind. Viele von
ihnen sind vor der Zeit von Umar ibn Abdul Aziz gewesen, von dem
fälschlicherweise behauptet wird, er sei der erste gewesen, der um die Sammlung
der Hadithe gebeten habe. Die Geschichte von Umar ibn Abdul Aziz ist
tatsächlich missverstanden worden, und sie bedeutet nicht, dass keiner vor ihm
Hadithe gesammelt habe.
Um al-Azami zu zitieren: “Neueste
Nachforschungen haben bewiesen, dass fast alle Hadithe des Propheten zu
Lebzeiten der Gefährten aufgeschrieben [sic] worden sind, was sich bis
zum Ende des ersten Jahrhunderts erstreckte.”
Diese letzte Aussage ist teilweise durch al-Azamis eigene
Nachforschungen begründet, in denen er zahlreiche Gefährten und Nachfolger
erwähnte, die geschriebene Hadithe besaßen. An anderer Stelle schreibt er
selbst:
Ich habe in meiner Doktorarbeit Studies in
Early Hadeeth Literature (Studien der frühen Hadith-Literatur) bewiesen,
dass sogar in dem ersten Jahrhundert der Hijra viele hundert Bücher mit Hadithen
im Umlauf waren. Wenn wir noch ein paar hundert Jahre hinzufügen, wird es
schwierig, die Zahl der Bücher und der im Umlauf befindlichen Bücher zu
bestimmen. Sogar die Konservativsten schätzen,
dass es viele tausend waren.
|
Gottes Bewahrung der Sunna (teil 3 von 7): Die Wichtigkeit und die Geschichte des Isnad
|
   
Beschreibung: Die folgende Reihe von Artikeln diskutiert die Mittel, die im Laufe der Geschichte angewendet wurden, um sicherzustellen, dass die Sunna oder die Lehren des Propheten Muhammads authentisch erhalten blieben - frei von Veränderungen und Verfälschungen. Teil 3: Die Wichtigkeit und die Geschichte des Isnad von der frühesten Zeit an.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 19 Apr 2010 - Zuletzt verändert am 19 Apr 2010
Gesehen: 1826 (Tagesmittelwerte: 2) - Bewertung: 4 von 5 - Bewertet von: 1 Gedruckt: 173 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
|
|
Ein anderes wichtiges Werkzeug, das zur
Erhaltung der Hadithe verwendet wurde, war das Isnad – System, das
einzig und allein von der muslimischen Gesellschaft entwickelt wurde. Das Isnad
– System ist das, wo jemand seine Informationsquelle angibt, worauf hin man
den Bericht zurückverfolgen kann bis zum Propheten Muhammad, Gottes Segen
und Frieden seien auf ihm.
Die Wichtigkeit des Isnad wurde von
Abdullah ibn al-Mubaarak einleuchtend betont, der sagte: “Der Isnad ist
ein Teil der Religion. Wenn der Isnad nicht wäre, würde jeder sagen,
was er wollte.” Der Isnad war in der Tat wesentlich, um die authentischen von
den schwachen Hadithen zu trennen und um die erfundenen Hadithe herauszufinden.
Selbst heutzutage kann niemand es wagen, einen Hadith zu erzählen, ohne
vielleicht darum gebeten zu werden, die Quelle des Hadith zu nennen. Ibn
al-Mubaarak fuhr fort und sagte: “Wenn du die Person befragst, woher sie den
Hadith hat, wird sie [dazu gezwungen sein] still zu werden.” Der Isnad fungierte
und fungiert als eine Art Garantie oder Vorsichtsmaßnahme für die Authenzität
des Hadith. Die frühen Hadithgelehrten haben einen Hadith nicht einmal in
Betracht gezogen, wenn es keinen bekannten Isnad dazu gab.
In Bezug auf die Wichtigkeit des Isnads,
sagte Sufyaan al-Thauri (d. 161): “Der Isnad ist das Schwert des
Gläubigen. Ohne sein Schwert an seiner Seite, womit wird er kämpfen?“ Mit der
Verwendung des Isnads waren muslimische Gelehrten in der Lage, die
Erneuerungen auszumerzen (oder zu “bekämpfen”), die manche Leute in den Islam
einführen wollten. Von Muhammad ibn Sierien (d. 110), Anas ibn Sierien, Al-Dhahaak
und Uqba ibn Naafi wurde berichtet, gesagt zu haben: “Dieses Wissen [vom Hadith]
ist die Religion, deshalb seht, woher ihr die Religion nehmt.”
Da die Sunna einen wesentlichen Teil des Islam darstellt, ist
das Annehmen eines Hadith gleichzusetzen damit, seine Religion anzunehmen.
Daher muss man vorsichtig sein und diese Religion von Menschen nehmen, die
vertrauenswürdig sind und das, was sie sagen, bis zum Propheten zurückverfolgen
können und dies wird nur mit der Verwendung des Isnads erreicht.
Dieses System war sogar eine noch
wirkungsvollere Vorsichtsmaßnahme als das heutige System der Veröffentlichung
und des Copyrights. Hamidullah schrieb:
“Moderne Gelehrte zitieren in fachkundigen
Werken die Quellen wichtiger Aussagen von Tatsachen. Aber sogar in den am
sorgfältigsten dokumentierten Werken gibt es zwei Nachteile:
(a) Im Fall der veröffentlichen Werke gibt es
wenig oder gar keine Möglichkeit festzustellen, ob es sich um Druckfehler oder
Nachlässigkeiten handelt – dies würde nicht passieren, wenn man sich auf etwas
beruft, nachdem man [es] vom Autor selbst gehört hat oder eine Abschrift, die
vom Autor selbst bestätigt wurde oder – im Fall alter Aussagen – von denen, die
die Gelegenheit hatten, sie vom Autor zu hören oder von seinem bemächtigten
Überlieferer.
(b) Man ist heutzutage mit seiner
unmittelbaren Quelle zufrieden, ohne sich viele Sorgen um die Quellen zu
machen, die dieser Quelle vorausgingen und der Reihe nach bis zu den
Augenzeugen des Ereignisses ansteigen. In den Werken des Hadith ist der Fall
anders…”
Abschließend könnte man zusammenfassen,
dass der Isnad einen wesentlichen Bestandteil eines jeden Hadith
darstellt, denn ohne ihn gibt es keinen Weg für irgend jemanden, die
Authenzität einer Erzählung sicherzustellen. Abdullah ibn al-Mubaarak sprach
sicherlich die Wahrheit, als er sagte, ohne Isnad besäße jeder die
Freiheit zu erzählen, was er will und zu behaupten, es sei ein Teil der
Religion des Islam. Die Wichtigkeit des Isnad ist tatsächlich sehr offensichtlich
und nur sehr wenige haben diese Wichtigkeit je in Frage gestellt. Noch
wichtiger ist aus diesem Grunde eine Diskussion, wann der Isnad begann,
verwendet zu werden, denn wenn es erst lange Zeit nach dem Tode des Propheten
gewesen war, wäre es tatsächlich nutzlos.
In seiner Ph.D. Dissertation hat Umar
Fullaatah die Geschichte des Isnads in allen Einzelheiten diskutiert.
Aufgrund des begrenzten Platzes ist es nicht möglich, seine Diskussion im
Detail hier zu präsentieren. Allerdings hat er folgende wichtigen Schlüsse
gezogen:
In Bezug darauf, wann der Isnad zuerst
verwendet wurde, um den Hadith zu überliefern, stellt er fest, dass die
Gefährten Isnads zu verwenden pflegten, aber da es normalerweise zwischen
ihnen und dem Gesandten Gottes keinen Dritten gab, war es nicht offensichtlich,
dass sie mit Isnad berichteten. Die Gefährten berichteten einen Hadith
auf eine Art und Weise, die deutlich machte, dass sie ihn direkt vom Propheten
gehört hatten oder auf eine Art und Weise die deutlich machte, dass sie diesen
besonderen Hadith nicht direkt vom Propheten gehört hatten. Fullaatah stellt
fest, dass die große Mehrheit der Hadithe der Gefährten solche gewesen waren,
die sie direkt vom Gesandten Gottes gehört hatten. Daher wurde der Isnad zuerst
in der Zeit der Prophetengefährten verwendet, obwohl gesagt werden kann, dass
es kaum bemerkbar war.
|
Gottes Bewahrung der Sunna (teil 4 von 7): Die Erhaltung des Isnad
|
Beschreibung: Die folgende Reihe von Artikeln diskutiert die Mittel, die im Laufe der Geschichte angewendet wurden, um sicherzustellen, dass die Sunna oder die Lehren des Propheten Muhammads authentisch erhalten blieben - frei von Veränderungen und Verfälschungen. Teil 4: Die Handhabung, den Isnad zu erwähnen und seine Bewahrung in den frühen Jahren.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 26 Apr 2010 - Zuletzt verändert am 26 Apr 2010
Gesehen: 1697 (Tagesmittelwerte: 2) - Bewertung: noch keiner - Bewertet von: 0 Gedruckt: 190 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
|
|
In Bezug darauf, dass Überlieferer
gezwungen waren, ihren Zuhörern ihre Isnads mitzuteilen, sagte
Fullaatah, dass Abu Bakr, der erste Khalif, der nur zwei Jahre nach dem
Propheten verstarb, der erste war, der die Überlieferer anwies, die Authenzität
ihrer Berichte zu beweisen, denn er akzeptierte einen Hadith erst, wenn die
Person einen Zeugen für ihren Hadith vorbrachte. Umar verfuhr ebenso. Indem
sie dies taten, machten sie deutlich, ob sie den Hadith direkt vom Gesandten
Gottes oder durch irgendeine andere Quelle bekommen haben. Ihr Ziel bestand darin,
die Richtigkeit der Überlieferung zu bestätigen, auch wenn sie zur gleichen
Zeit unabsichtlich den Überlieferer den Isnad für seinen Hadith angeben
ließen. Daher war es während ihrer Zeit (kurz nach dem Tod des Propheten),
dass die Überlieferer als erstes gezwungen waren, ihre Isnads anzugeben.
Ali, der vierte Khalif und der Khalif während der Fitnah (Heimsuchung),
nahm von der Person einen Eid ab, in dem die Person schwören sollte, dass sie
den Hadith direkt vom Propheten gehört habe. Offensichtlich ging nach der Fitnah
derselbe Prozess, der es erforderte, dass der Überlieferer seine Quellen angab,
weiter.
In Bezug darauf, wann der Überlieferer
selbst darauf bestand, den Isnad eines jeden Hadith zu erwähnen, stellt
Fullaatah fest, dass der Bedarf an dem Isnad wirklich offensichtlich
wurde, nachdem schwache Überlieferer und unmoralische Menschen begonnen hatten,
Hadithe zu berichten. Zu jener Zeit war der Überlieferer selbst darauf
bedacht, den Isnad des Hadith, den er berichtete, zu erwähnen. Al-Amash
pflegte Hadith zu berichten und dann zu sagen: „Hier ist der Kopf der
Angelegenheit”, und dann erwähnte er den Isnad. Al-Walied ibn Muslim
von al-Schaam sagte: “Eines Tages sagte al-Zuhri: ‘Was ist mit euch [mit euch
Menschen], dass ich euch Hadithe berichten sehe, ohne den kritischen oder
wichtigen Teil?’ Nach diesem Tag haben unsere Gefährten [d.h. die Leute von
asch-Scham (Nord-Arabien) ] sich vergewissert, dass sie den Isnad
erwähnten.” Die Gelehrten tadelten ihre Schüler dafür, Hadithe von Lehrern zu hören,
die die Hadithe ohne Isnad erwähnten.
In der Tat wiesen sie alle Hadithe zurück, die keinen Isnad hatten.
Bahz ibn Asad sagte: “Akzeptiert keinen Hadith von jemandem, der nicht sagt: ‘Er
berichtete uns...“ das bedeutet ohne Isnad. Die Muslime begannen sogar,
auf die Verwendung des Isnads für andere Disziplinen als der des Hadith
zu bestehen, zum Beispiel Geschichte, Tafsier (Erklärung) des Qur´an), Dichtung
und so weiter.
Aus diesem Grund kam Fullaatha, nachdem er
die Frage in allen Einzelheiten diskutiert hatte, zu folgendem Schluss:
1. Der
Isnad wurde zuerst während der Zeit der Gefährten verwendet.
2. Abu Bakr war der erste, der die Überlieferer zwang, die
Quelle ihrer Hadithe zu erwähnen.
3. Der Überlieferer selbst bestand darauf, den Isnad
eines jeden Hadith zu erwähnen, dicht gefolgt von (1) und (2) oben.
Hieraus können wir den Schluss ziehen,
dass es niemals eine Zeit gegeben hatte, in der die Hadithberichte völlig frei
von der Erwähnung des Isnads berichtet worden wären. Während der Zeit
der Gefährten war der Gebrauch des Isnads nicht so offensichtlich, denn
es hatte (normalerweise) keinen Übermittler zwischen der Person, die den Hadith
berichtete und dem Propheten gegeben. (Die Periode der Gefährten endete
„offiziell“ 110 AH mit dem Tod des letzten Gefährten.) Abu Bakr und Umar waren
gnadenlos bei der Überprüfung der Authenzität der Hadithe. Spätere Gelehrten
wie asch-Schabi und al-Zuhri tauchten auf, und sie veranlassten die Muslime,
sich der Wichtigkeit, den Isnad zu erwähnen, bewusst zu werden. Dies war
besonders nach den großen Konfrontationen (wie dem Tod Uthmans) offenkundig,
welche die Menschen realisieren ließ, dass die Hadithberichte ihre Religion
sind und daher sollten sie sorgfältig nachsehen, von wem sie ihre Religion
nehmen. Nach den frühen Jahren wurden der Isnad und sein richtiger
Gebrauch zum Standard und das Wissen darüber wurde zu einem unabhängigen
Bereich des Hadith. Dies ging so weiter bis die Hauptsammlungen des Hadith im
dritten Jahrhundert zusammengestellt wurden.
Gott hat die Gemeinschaft von Muhammad tatsächlich
mit einer einzigartigen Art ihre ursprünglichen Lehren zu bewahren, gesegnet:
dem Isnad. Muhammad ibn Haatim ibn al-Mudhaffar schrieb:
“Fürwahr, Gott hat mit der Verwendung des Isnads
diese Gemeinschaft geehrt und deutlich von anderen unterschieden und abgehoben.
Keine der früheren oder gegenwärtigen Gesellschaften besitzen ungebrochene Isnads.
Sie haben [alte] Schriften in ihrem Besitz, aber ihre Bücher sind mit ihren
historischen Berichten vermischt worden und sie sind nicht in der Lage, zu
unterscheiden, was ihnen ursprünglich als Thora oder Evangelium offenbart
worden war und was später an Berichten hinzugefügt worden ist, die sie von
nicht vertrauenswürdigen [oder noch wahrscheinlicher: unbekannten] Leuten
aufgenommen haben.”
|
Gottes Bewahrung der Sunna (teil 5 von 7): Frühe Hadithkritik und Bewertung von Überlieferern
|
   
Beschreibung: Die folgende Reihe von Artikeln diskutiert die Mittel, die im Laufe der Geschichte angewendet wurden, um sicherzustellen, dass die Sunna oder die Lehren des Propheten Muhammads authentisch erhalten blieben - frei von Veränderungen und Verfälschungen. Teil 5: Frühe Hadithkritik und Bewertung von Überlieferern.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 03 May 2010 - Zuletzt verändert am 20 Jun 2010
Gesehen: 1907 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: 5 von 5 - Bewertet von: 1 Gedruckt: 175 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
|
|
Ein anderer wichtiger Aspekt bei der
Erhaltung der Hadithe war die frühe Entwicklung der Hadithkritik und der
Bewertung der Überlieferer. Sogar als der Prophet Muhammad, Gottes Segen und
Frieden seien auf ihm, noch lebte, gingen die Gefährten häufig zu ihm, um ein
paar Berichte, die sie unter Berufung auf ihn gehört hatten, bestätigen zu
lassen. Professor Azami verweist auf Beispiele aus den Hadithsammlungen von
Ahmad, al‑Bukhari, Muslim und al‑Nasaai, und schreibt:
“Wenn Kritik die Bemühung ist, zwischen dem
Richtigen und dem Falschen zu unterscheiden, dann können wir sagen, dass sie zu
Lebzeiten des Propheten ihren Anfang nahm. Aber in dieser Phase bedeutete es
nicht mehr, als zum Propheten zu gehen und zu prüfen, ob etwas, von dem
berichtet wurde, dass er es gesagt haben soll, wahr ist...
“Diese Art der Nachforschung oder Bestätigung [sic]
wurde von Ali, Ubaiy ibn Kaab, Abdullah ibn Amr, Umar, Zainab der Frau von ibn
Mas´uud und anderen durchgeführt. Angesichts dieser Tatsache kann behauptet
werden, dass die Nachforschung über Hadithe oder, mit anderen Worten, die
Hadithkritik in einer anfänglichen Form zur Zeit des Propheten begann.”
Selbstverständlich war das direkte
Bestätigen der Überlieferungen mit dem Gesandten Gottes nach dessen Tod
beendet. In der Zeit der Gefährten pflegten diese, angeführt von den Rechtschaffenen
wie Abu Bakr, Umar, Ali, ibn Umar und anderen, Hadithe unter einander zu
bestätigen. Umar beispielsweise war sehr streng in der Absicherung der
ordnungsgemäßen Verbreitung von Hadithen. In Sahih Muslim kann man das
Beispiel von Abu Musa al-Aschari finden. Umar drohte, ihn zu bestrafen, wenn
er keinen Zeugen für einen Hadith bringen könnte, den er Umar berichtet hatte.
Als er diesen Hadith kommentierte, sagte Abdul Hamid Siddiqi, dass Umar Abu
Musa nicht angezweifelt hat, sondern er wollte eine strenge Kontrolle über die
Übermittlung der Hadithe behalten.
Es gibt viele Beispiele dieser Art. Abu
Hurairah, Aishah, Umar und ibn Umar haben die haben die Richtigkeit der Hadithe
geprüft. Manchmal haben sie die Hadithe mit “Kreuz-Referenz” überprüft (wie Umar
und Abu Musa oben) und ein anders Mal wandten sie etwas an, das man als
“Zeit-Serie” – Prüfung bezeichnen könnte. Imam Muslim berichtet, dass Aischa
einen bestimmten Hadith gehört hatte, den Abdullah ibn Amr berichtet hat. Ein Jahr
später ließ sie ihren Diener zu Abdullah ibn Amr gehen, um den Hadith wieder
von ihm zu hören, um sicherzugehen, dass er ihn exakt so berichtete, wie er ihn
vom Propheten gehört hatte und dass er in seiner Erzählung keine Fehler oder
Zusätze machte.
Diese Prüfung der Überlieferer führte zu
der Entwicklung der faszinierendsten und einzigartigen Wissenschaft des Al-jarh
wa al-tadeel, in dem die Leben, akademischen und moralischen Eigenschaften
von Tausenden Überlieferern in allen Einzelheiten festgehalten sind. Jeder
Überlieferer muss sowohl akademische als auch moralische Vorzüge haben, damit
sein Hadith anerkannt wird. Eines davon ohne das andere war einfach nicht
ausreichend. Eine Person kann ein großartiges Gedächtnis haben oder in der
Lage sein, etwas sehr exakt zu berichten, aber wenn er nicht als völlig ehrlich
und vertrauenswürdig angesehen wird, werden seine Überlieferungen von Hadithen,
die wichtigste Information, die eine Person weitergeben kann, nicht
akzeptiert. Dementsprechend kann eine Person sehr fromm und ehrlich sein, wenn
sie aber keine literarischen oder akademischen Vorzüge besitzt, um diese
fehlerlos und exakt weiterzugeben, dann kann man sich auf ihre Berichte nicht
verlassen.
Daher haben die Gelehrten viele Mittel
entwickelt, um die Fähigkeit und Exaktheit der Überlieferer von Hadithen zu
prüfen. Azami stellt fest, dass es vier grundsätzliche Wege gibt, um die
Fähigkeit eines Überlieferers zu prüfen. Er hat für jeden Weg ein Beispiel
gegeben. Die vier sind:
(1) Vergleich zwischen den Hadithen verschiedener
Schülern desselben Gelehrten. Ein Beispiel ist das von Yahya ibn Maien, der
die Bücher von Hammad ibn Salama und von 17 Schülern Hammads las. Er sagte,
auf diese Weise wäre er in der Lage, die Fehler, die Hammad gemacht habe,
herauszufinden (indem er sie mit dem verglich, was andere Gelehrten berichtet
hatten) und die Fehler, die jeder einzelne Schüler gemacht hatte (indem er sie
mit den anderen Schülern Hammads verglich).
(2) Vergleich zwischen den Aussagen
eines einzelnen Gelehrten zu unterschiedlichen Zeiten. Zuvor war der Hadith
erwähnt worden, über den Aischa Abdullah ibn Amr ibn al‑As befragt hatte,
den er ein Jahr zuvor berichtet hatte. Als sie herausgefunden hatte, dass er
an dem Hadith nichts verändert hat, wusste sie, dass er ihn exakt auswendig
gelernt hat, als er ihn vom Propheten gehört hatte.
(3) Vergleich zwischen verbaler
Rezitation und geschriebenen Dokumenten. Azami gab folgendes Beispiel:
Abdur Rahman b. Umar überlieferte einen Hadith
von Abu Hurairah bezüglich des Dhuhurgebets [das Mittagsgebet], das im Sommer
über seine frühe Zeit hinausgezögert werden darf [sic]. Abu Zurah
sagte, das sei nicht korrekt. Dieser Hadith werde unter Berufung auf Abu Said
überliefert. Abdur Rahman b. Umar nahm dies sehr ernst und vergaß es nicht. Als
er in seine Stadt zurückkehrte, kontrollierte er sein Buch und fand den Fehler
bei sich selbst. Da schrieb er Abu Zurah, gab seinen Fehler zu, bat ihn, sich
zu bemühen [sic] und die-und- die Person und andere zu informieren, die
darueber gefragt hatten und ihnen von seinem Fehler zu erzählen und er sagte,
Gott werde ihn belohnen, denn die Schande sei besser als die Hölle.
(4) Vergleich zwischen dem Hadith
und dem Qur´antext. Diese Handhabe begann mit den Gefährten. Der Qur´an war
die erste Prüfung, welcher der Hadith unterzogen wurde. Die Gefährten
akzeptierten keinen Hadith, der dem Qur´an widersprach; statt dessen zogen sie
den Schluss, dass dem Gefährten einen Fehler unterlaufen sein musste oder dass
er missverstanden haben muss, was der Prophet gesagt hat. Sie wussten, dass
der Qur´an und die Sunna im wesentlichen eine Offenbarung waren und es war
unmöglich, dass eine der anderen widerspricht.
Azami erwähnt nur die obrigen vier
Methoden zur Überprüfung der Fähigkeit eines Überlieferers, aber es gab noch
andere. Die Folgenden waren ziemlich gewöhnlich: Vergleich zwischen dem, was
der Überlieferer berichtete mit dem, was andere überliefert haben (d.h. nicht
Schüler desselben Lehrers), Vergleich einer Sunna mit einer anderen und
Vergleich des Hadithtextes mit wohlbekannten historischen Ereignissen.
|
Gottes Bewahrung der Sunna (teil 6 von 7): Reisen unternehmen, um Hadithe zu erforschen
|
   
Beschreibung: Die Wichtigkeit im Islam, Wissen zu erlangen, läßt viele Muslime auf lange Reisen gehen, um Aussagen und Taten des Propheten Muhammad zu sammeln und zu bestätigen.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 17 May 2010 - Zuletzt verändert am 17 May 2010
Gesehen: 1904 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: 5 von 5 - Bewertet von: 1 Gedruckt: 157 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
|
|
Ein anders einzigartiges Phänomen, das
erschien und die Bewahrung der Sunnah unterstützte, war das Reisen und die
Erforschung der Hadithe, um die Quellen herauszufinden und mehr Hadithe in
Bänden zusammenzufassen. Von all den verschiedenen religiösen Gemeinschaften
der Welt hat nur die islamische Gemeinschaft den Segen erfahren, zwei besondere
Charakteristika zu haben, die sie davor geschützt haben, ihre ursprünglichen,
reinen Lehren zu verlieren. Diese beiden einzigartigen Charakteristika sind
die Verwendung des Isnad, die zuvor ausführlich beschrieben wurde, und
die Reisen, die unternommen wurden, um Hadithe zu erforschen, was jetzt
diskutiert werden soll. Das große Verlangen nach religiösem Wissen unter den
Muslimen führte Einzelne dazu, alleine monatelang auf Reisen zu gehen, um
einfach nur eine einzige Aussage des Propheten, Gottes Segen und Frieden seien
auf ihm, zu sammeln oder zu bestätigen. Diese Hingabe zum Hadith und diese
Bereitwilligkeit, jede Erscheinung dieses weltlichen Lebens zu opfern, waren
es, die hervorragend dazu beitrugen, die Bewahrung der Hadithe des Propheten zu
vervollständigen. M. Zubayr Siddiqi hat geschrieben:
All diese verschiedenen Generationen von
“Überlieferern” zeigten wunderbare Regsamkeit auf der Verfolgung der Hadithe. Ihre
Liebe für die Sache war grundlegend und ihr Enthusiasmus grenzenlos. Ihre Bereitwilligkeit
um ihretwillen zu leiden kannte keine Grenzen. Die Reichen von ihnen opferten
ihren Reichtum auf dem Altar; und die Armen von ihnen widmeten ihre Leben trotz
ihrer Armut.
Warum war das Verlangen nach Wissen unter
diesen frühen Muslimen so groß? Keiner kann diese Frage vollständig
beantworten, aber es muss viele Gründe für dieses starke Verlangen gegeben
haben. Von diesen Gründen waren folgende:
(a) Das Wissen von den Hadithen war
diesen frommen Seelen bekannt und führte sie zur Handlungsweise des Propheten. Und
außerdem wussten sie, dass sie, wenn sie seinen Spuren folgen, Gott näher
kommen würden.
(b) Der Qur´an und der Prophet haben
die Werte und die Wichtigkeit, Wissen zu erlangen betont. Gott sagt:
“…Sprich: “Sind solche, die wissen, denen gleich,
die nicht wissen?”...” (Quran 39:9)
Und auch:
“…Wahrlich, nur die Wissenden unter Seinen
Dienern fürchten Allah…” (Quran 35:28)
Einige Aussagen des Propheten zu diesem
Thema sind:
“Wer sich auf
der Suche nach Wissen auf einen Weg begibt, für den macht Gott den Weg zum
Paradies leicht…” (Sahieh Muslim)
Der Prophet sagte
ebenfalls:
“Wenn der Sohn Adams stirbt, enden
alle seine guten Taten außer Dreien: ein fortdauerndes Almosen, nützliches
Wissen [das er zurückließ und von dem die Menschen einen Nutzen haben] und ein
rechtschaffenes Kind, das für ihn Bittgebete spricht.” (Sahieh Muslim)
Die frühen
Gelehrten erkannten die Wichtigkeit, Wissen zu Erlangen, und sie erkannten
auch, dass es kein besseres Wissen gibt, als Wissen über den Schöpfer. Daher
taten sie ihr Bestes, um die Lehren Seines Propheten zu lernen.
Beispiele aus den frühen Jahren werden ein
deutlicheres Bild von diesen Reisen auf der Suche nach Hadithen geben. Eigentlich
kann man sagen, dass diese Reisen auf der Suche nach Hadithen bereits während
der Zeit des Propheten begonnen hatten. Das heisst, bereits zur Zeit des
Propheten kamen die Menschen von außerhalb nach Medina, um den Propheten über
bestimmte Angelegenheiten zu fragen. In manchen Fällen kamen sie zum
Propheten, um nachzufragen, ob etwas stimmte, das sie von den Vertretern des
Propheten gehört hatten. In al-Bukhari und Muslim kann man
sehen, dass die anderen Gefährten sich auf ein solches Ereignis freuten. Das
kann man der Aussage von Anas entnehmen, der sagte, dass es ihnen untersagt
war, dem Propheten zu viele Fragen zu stellen, also freuten sie sich darüber,
wenn ein intelligenter Beduine angereist kam, um dem Propheten bestimmte Fragen
zu stellen.
Die folgenden Beispiele stammen von
Gefährten, die Reisen unternahmen, um Hadithe, die sie selbst vom Propheten
gehört hatten, bestätigt zu bekommen.
Imam al-Bukhari berichtete in seinem Sahih,
dass Jaabir ibn Abdullah einen ganzen Monat reiste, um einen einzigen Hadith von
Abdullah ibn Unais zu bekommen. In einer Version, die von at-Tabaraani
berichtet wird, heisst es, dass Jabir sagte: “Ich hatte einen Hadith unter
Berufung auf den Propheten über Vergeltung gehört und derjenige, der den Hadith
[direkt vom Propheten] überliefert hat, war in Ägypten; also kaufte ich ein
Kamel und reiste nach Ägypten... ”
Der Gefährte Abu Ayyub reiste den ganzen
Weg nach Ägypten, um Uqba ibn Amr über einen Hadith zu befragen. Er erzählte
Uqba, dass nur er und Uqba übrig waren, die diesen bestimmten Hadith direkt vom
Propheten gehört hatten. Nachdem er den Hadith gehört hatte, war sein Anliegen
in Ägypten erledigt und er kehrte nach Medina zurück.
Einer der Gefährten reiste, um Fadhala ibn
Ubaid zu besuchen und sagte ihm, er käme nicht nur zu Besuch, sondern auch, um
ihn über einen Hadith zu befragen, den sie beide vom Propheten gehört hatten;
und der Gefährte hoffte, dass Fadhala den vollständigen Wortlaut des Hadithes
habe.
Anderen Geschichten der Gefährten kann man
entnehmen, dass sie grundsätzlich aus zwei Gründen auf der Suche und Forschung
nach Hadithen auf Reisen gingen:
(a) Um einen Hadith von einem
Mit-Gefährten zu hören, da sie selbst nicht die Ehre gehabt hatten, diesen direkt
vom Propheten gehört zu haben; und um damit ihre Hadith-Kenntnisse zu vermehren.
(b) Um den Wortlaut und/oder die
Bedeutung eines Hadith zu bestätigen, den sie oder andere Gefährten direkt vom
Gesandten Gottes gehört hatten. Also haben sogar die Gefährten immer wieder
die Reinheit der Hadithe, die sie überliefert haben, überprüft, nachgesehen und
sichergestellt.
Während der Zeit der Studenten der
Gefährten (´Nachfolger´genannt) verminderte sich das Verlangen und die Bereitwilligkeit,
zu reisen, nur um einen Hadith des Propheten zu hören oder zu bestätigen,
überhaupt nicht. Medina, die Stadt, die viele Jahre das Zuhause des Propheten
gewesen war, war das Heim der Sunna und die Stadt, in der sich nach dem Tod des
Propheten zahlreiche seiner Gefährten aufhielten, war wahrscheinlich das
Hauptzentrum der Anziehung, aber tatsächlich zog jeder Ort „Reisende“ an, der
bekannt dafür war, dass dort ein bestimmter Hadith des Propheten gehört werden
konnte.
Dafür könnten wir viele Beispiele geben. Al-Khatieb
al-Baghdadi hat ein ganzes Buch über das Thema dieser Reisen, um Hadithe zu
erforschen, geschrieben. Sein Werk trägt den Titel Al-Rihla fi Talab al-Hadeeth
(“Reisen auf der Suche nach Hadithen”). Was dieses Werk noch interessanter
macht, ist, dass es sich nicht einfach mit den Gelehrten befasst, die reisten,
um Hadith zu lernen. Dies tat fast jeder Gelehrte in der Geschichte des
Islam. Wenn ein Gelehrter allerdings nicht reiste, war dies für gewöhnlich
seltsam, denn es war normal zu reisen. Dieses Buch aber, wie der Verleger des
Werkes Nur al-Dien Itr betont, handelt von den Reisen auf der Suche nach nur
einem Hadith und nicht nach Hadithen im allgemeinen...!
|
Gottes Bewahrung der Sunna (teil 7 von 7): Zusammenfassung
|
   
Beschreibung: Die Vorsichtsmaßnahmen und die zeitliche Abfolge in Verbindung mit der Bewahrung der Sunna und ihr Vergleich mit der Erhaltung anderer religiöser Schriften, insbesondere der Thora und den Evangelien.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 24 May 2010 - Zuletzt verändert am 24 May 2010
Gesehen: 1713 (Tagesmittelwerte: 2) - Bewertung: 5 von 5 - Bewertet von: 1 Gedruckt: 156 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Aussagen
|
|
Wir haben zuvor sehr kurz einige der
wichtigen Mittel beschrieben, mit denen Gott die ewig-wichtige Sunna des
Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, bewahrt hat. Einer
der wichtigsten Aspekte ist, zu bemerken, dass diese Vorsichtsmaßnahmen
tatsächlich bereits zur Zeit des Propheten effektiv begonnen haben. Es gab
keinen Zeitsprung, der eine Tür für einen massiven Verlust an Information oder
Beränderungen offen ließe.
In folgender Aussage hat M. Z. Siddiqi die
außerordentliche Arbeit geleistet, den Schutz der Sunna in den frühen Jahren
zusammenzufassen:.
Der Hadith im Sinne der Berichterstattung über
die Aussagen und Taten des Propheten Muhammads war Gegenstand fleißiger
Verfolgung und ständiger Nachforschung durch die Muslime in der gesamten
muslimischen Welt seit dem Beginn der islamischen Geschichte bis hin zur
Gegenwart. Zu Lebzeiten Muhammads versuchten zahlreiche Gefährten alles, was
er sagte, auswendig zu lernen, und beobachteten aufmerksam, was er tat; und sie
berichteten diese Dinge unter einander. Einige von ihnen schrieben das, was er
sagte, in Sahiefahs (Schriftrollen) auf, die sie später ihren Schülern
vorlasen und die von ihren Familien und auch von ihren Nachfolgern aufbewahrt
wurden. Nach dem Tod Muhammads, als sich seine Gefährten in verschiedene
Länder verstreuten, unternahmen einige von ihnen ebenso wie ihre Nachfolger
lange, mühsame Reisen, nahmen Armut und Mangel in Kauf, um sie
zusammenzusammeln... Ihre bemerkenswerte Aktivität in bezug auf die Bewahrung
und das Bekanntmachen der Hadithe ist einzigartig in der literarischen
Weltgeschichte... [Und die Vorzüglichkeit ihrer Wissenschaft bleibt] in der
Literaturgeschichte der Welt unerreicht, sogar heutzutage.
Diese Prozesse waren es, die die fein
abgestimmten Wissenschaften zum Höhepunkt brachten und die detaillierte Klassifizierung
der Berichte, die bis zum Propheten zurückverfolgt wurden. Im allgemeinen
nahmen die Gelehrten keinen Bericht als authentischen Hadith an, der nicht
durch eine vollständige Kette von einwandfreien und aufrichtigen Überlieferern bis
zum Propheten bestätigt werden konnte. Alle, denen es daran mangelte, wurden
als schwache Hadithe zurückgewiesen.
Je mehr man sich in das Studium der Hadithe
vertieft, desto angenehmer wird sich das Gefühl in einem vermehren, dass die
Lehren des Propheten Muhammad in allen Einzelheiten bewahrt geblieben sind,
genau wie es Allah im Qur´an versprochen hat. Wenn sich die Gelehrten des
Hadith – die Spezialisten in diesem Bereich sind und Zeit ihres Lebens damit
verbracht haben, dieses Fach zu beherrschen - über die Authenzität eines
Hadith einig sind, so besteht es keine Bedarf daran, darüber zu diskutieren
oder sie in Frage zu stellen. Das einzige, was uns bleibt, ist daran zu
glauben und unser Bestes zu tun, die Bedeutung des Hadith in unseren Leben
umzusetzen.
Vergleich mit anderen Schriften
Wenn sie sich auf die Hadithe des
Propheten beziehen, verwenden einige Westler gewöhnlich das Wort „Tradition”. Dies
vermittelt sogleich den Eindruck von einem ziemlich zufälligen und ungebildeten
Bericht. In Wirklichkeit verhält es sich aber ganz anders. Die Verwendung
dieses Wortes „Tradition“ ist deshalb nicht mehr als eine Vernebelung, um den
Anschein zu erwecken, dass die Hadithe nicht bewahrt worden seien. Eine weitere
gewöhnliche Beschreibung, die auftaucht, ist eine Anspielung darauf, dass die
Bewahrung des Hadith der der Evangelien ähnlich sei.
Dies ist ein ziemlich schlauer Satz, der
definitiv für viele einen negative Beigeschmack enthält. Tatsächlich haben
zahlreiche Konvertierte die Evangelien studiert und wissen, wie unglaubwürdig
diese sind – dies ist meist einer der Gründe, aus denen sie begannen, nach
einer anderen Religion als dem Christentum zu suchen. Daher würde eine
derartige Aussage ihren Glauben an den Hadith zum Wanken bringen.
Die nackte Realität ist, dass man keinen
ehrlichen Vergleich zwischen der detaillierten und wissenschaftlichen Bewahrung
des Hadith des Propheten und der Bewahrung früherer Schriften ziehen kann. Einige
wenige Beschreibungen der Bewahrung – oder der mangelnden Bewahrung – der
früheren Schriften sollte ausreichen, um den Gegensatz zu der Bewahrung des
Hadith aufzuzeigen.
Nach einer längeren Erläuterung der Geschichte
der Thora zieht Dirks den Schluss:
Der erhaltene Thora ist kein einzigartiges,
einheitliches Dokument. Sie ist eine “cut-and-paste” Zusammenstellung… mit
zusätzlichen Keimlingen... Während Moses, derjenige, der die
Original-Offenbarung erhalten hatte, welche die Thora angeblich repräsentieren
soll, nicht später als im 13.Jahrhundert vChr. gelebt hatte, wahrscheinlich
aber im 15.Jahrhundert vChr., stammt die erhaltene Thora aus einer viel
späteren Epoche. Die ältesten identifizierbaren Substrate der erhaltenen Thora
können nicht früher als aus dem 10.Jahrhundert vChr. datiert werden... Außerdem
wurden diese verschiedenen Substrate bis ungefähr 400 vChr. nicht zu der
erhaltenen Thora zusammengestellt, was in etwa 1000 Jahre nach dem Leben Moses war.
Desweiteren wurde die erhaltene Thora, mit mindestens vier unterschiedlichen
Texten, die im ersten Jahrhundert nChr. – ungefähr 1500 Jahre nach Moses -
existierten, nie gänzlich standardisiert. Wenn man außerdem den masoretischen
Text als den “offiziellsten” Text der erhaltenen Thora annimmt, so datiert das
älteste existierende Manuskript in etwa 895nChr., das ist ungefähr 2300 Jahre
nach Moses. Kurz gesagt, obwohl die erhaltene Thora einiges der ursprünglichen
Thora enthalten mag, ist die Herkunft der erhltenen Thora unterbrochen,
größtenteils unbekannt und kann keinesfalls bis zu Moses zurückverfolgt werden.
Obwohl Jesus viele Jahrhunderte nach Moses
kam, erging es der Offenbarung, die er erhalten hatte, nicht viel besser. Eine
Gruppe christlicher Gelehrter, die als Mitglieder des Jesus Seminars bekannt
ist, versuchte festzustellen, welche Aussagen, die Jesus zugesprochen werden,
wirklich als authentisch angesehen werden können. Sie stellten fest: “82% der
Worte, die in den Evangelien Jesus zugesprochen werden, stammen gar nicht von ihm.” Bei ihrer Beschreibung der Geschichte der Evangelien, schrieben sie: “Die
nackte Wahrheit ist, dass die Geschichte der griechischen Evangelien seit deren
Erschaffung im ersten Jahrhundert bis zur Entdeckung ihrer ersten Abschriften
am Anfang des dritten Jahrhunderts weitgehend unbekannt bleibt und daher ein
unerfasstes Territorium darstellt.” Bart Ehrmans Werk The Orthodox Corruption of Scripture hat
kenntlich gemacht, wie die Schrift im Laufe der Zeit verändert wurde. In
seiner These, die er dann in allen Einzelheiten beweist, stellt er am Anfang
fest: “Meine These lautet einfach: Schreiber haben gelegentlich die Worte ihrer
heiligen Schriften verändert, um sie orthodoxer erscheinen zu lassen und um
deren Missbrauch durch Christen vorzubeugen, die sich für abweichende Ansichten
einsetzten.” Das ist so, als würde man das Pferd von hinten aufzäumen: Der Glaube
sollte auf den übermittelten Texten basieren; die Texte sollten nicht
abgeändert werden, damit die zum Glauben passen.
Eine abschließende
Bemerkung über den Qur´an
Die Art des Qur´an unterscheidet sich
erheblich von der der Aussagen und Taten des Propheten. Offensichtlich ist die
Zahl der Aussagen und Taten sehr groß, während der Qur´an einen begrenzten
Umfang besitzt. Der Qur´an, der kein besonders dickes Buch ist, wurde im
Gedächtnis genauso wie in aufgeschriebener Form seit der Zeit des Propheten
Muhammad selbst bewahrt. Viele der Gefährten des Propheten kannten den
gesamten Qur´an auswendig, aus Furcht vor dem, was den früheren religiösen
Gemeinschaften passiert war, unternahmen sie die notwendigen Schritte, um ihn
vor jeglicher Form der Veränderung zu schützen. Bald nach dem Tod des
Propheten wurde der Qur´an zusammengestellt und kurze Zeit später entsandte man
offizielle Abschriften in die fernen Länder, um sicherzustellen, dass der Text
rein blieb. Bis zum heutigen Tag kann man in jeden Teil der Welt reisen und
einen Qur´an nehmen und feststellen, dass es auf der ganzen Welt derselbe ist. Die
Aufgabe, den Qur´an zu bewahren, kann eigentlich nicht damit verglichen werden,
die Masse der Sunna zu bewahren. Daher ist es keine Überraschung, wenn man den
Fleiß der Muslime zu jener Zeit bedenkt, dass der Qur´an sorgfältig bewahrt
wurde.
|
|
|
|
|
|
Täglich online:
von zu
(gemäß Ihrer computer Zeit)
|
| |
Ihre Favoriten |
 |
|
Die Liste ihrer Favoriten ist leer. Sie können Artikel zu der Liste hinzufügen, indem Sie die Artikelbearbeitung benutzen. |
| |
Ihre Geschichte |
 |
|
|