Sozialer Zusammenhalt im Islam (teil 1 von 3): Verbindung des Glaubens
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Beschreibung: Die Grundlage für Zusammenhalt in der Gesellschaft legen.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 07 Feb 2011 - Zuletzt verändert am 28 Feb 2011
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> Die Vorzüge des Islam
> Nutzen für die Gesellschaft
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Gesellschaften bestehen aus verschiedenen
Einzelpersonen, deren Rasse, ethnische Zugehörigkeit und Religion variieren
können. Heutzutage wird häufig von pluralistischen Gesellschaften gesprochen,
und wie sozialer Zusammenhalt in derartigen Gesellschaften gefördert werden
kann. Die Annäherung des Islam an diese Frage ist einzigartig. In ihrem
Fortschritt schafft er die stärkstmögliche Verbindung.
Bevor wir zu einer Beschreibung des
stärkstmöglichen Bandes kommen, ist es wichtig, zu bemerken, dass der Islam die
absolute Wurzel der sozialen Uneinheit bekämpft: Rassismus und Vorurteil. Man
kann so viele Gesetze erlassen, wie man will, aber solange diese Krankheit im
Herzen wurzelt, kann es niemals wahren sozialen Zusammenhalt geben. Nichts
beleuchtet diese Tatsache mehr, als die Debatten in Europa und den USA über
Immigration. Hass auf „Ausländer“, sogar wenn diese vollständige Mitglieder
und Bürger der Gesellschaft sind, wird wahren sozialen Zusammenhalt immer
verhindern.
Der Islam hat diese Krankheit mit einem
Vers hinfortgewischt, der anzeigt, worin der wahre Wert eines Menschen besteht.
Gott sagt:
“O ihr Menschen! Wir haben euch aus Mann und
Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander
erkennen möget. Wahrlich, vor Gott ist von euch der Angesehenste, welcher der
Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Gott ist Allwissend, Allkundig.” (Quran 49:13)
Daher sollten Rasse und ethnische
Zugehörigkeit keine Auswirkung auf den sozialen Zusammenhalt in den Augen eines
Muslim haben. Es besteht also ein Unterschied, den der Islam in betracht
zieht: der Unterschied von Glaube und Religion. Daher wird sich diese
Diskussion über sozialen Zusammenhalt im Zusammenhang mit einer pluralistischen
Gesellschaft im Hinblick auf die Religion beschäftigen.
Das Band des Glaubens
Wenn man heute viele fragen würde, welches
das stäkste Band ist, das die Menschen möglicherweise verbindet, werden die
meisten von ihnen vielleicht Antworten geben wie Blutsverwandtschaft,
ethnischer Ursprung, Staatsangehörigkeit und so weiter. Tatsächlich zeigt der
Qur´an, dass diese Arten des Bundes nicht so stark sind, wenn das Fundament
dahinter schwach ist. Im Qur´an gibt Gott die Beispiele von Kain und Abel, die
Brüder waren, trotzdem tötete einer den anderen, ebenso die Brüder von Josef,
die Josef in einen Brunnen gesperrt hatten. Dies alles waren Blutsverwandte;
aber sie stellten dieses Wort über ihre Beziehung zu anderen. Derartiges
passiert heutzutage überall in der Welt. Die Beziehungen zwischen den Menschen
sind ihren weltlichen Begierden, Zielen und Wünschen untergeordnet. Viele sind
nur allzu schnell und leicht bereit, ihre eigenen Nachkommen und Verwandten zu
verkaufen, um in dieser Welt voranzukommen oder um etwas, das sie sich wünschen,
zu erreichen.
Dies alles zeigt uns eins: wenn die
Verbindungen zwischen Menschen auf weltlichen Betrachtungen basieren, auch wenn
es sich ursprünglich um Blutsverwandschaft handelt, dann werden diese
Verbindungen aufgegeben, sobald weltliche Betrachtungen verlangen, dass sie
aufgegeben werden. Daher sind dies nicht die stärksten Verbindungen, die
zwischen den Menschen aufgebaut werden können. Die stärksten Verbindungen, die
unter Menschen erreicht werden können, sind die Verbindungen des Islam und des
wahren Glaubens. Dies sind die Verbindungen, die zwischen den Menschen
gebildet werden, die einzig und allein das Ergebnis ihres Glaubens und ihrer
Liebe für Gott sind. Dies hat Gott im Qur´an ganz deutlich betont, als Er
sagt:
“Und Er hat zwischen ihren Herzen Freundschaft
gestiftet. Hättest du auch alles aufgewandt, was auf Erden ist, du hättest
doch nicht Freundschaft in ihre Herzen zu legen vermocht, Gott hat aber
Freundschaft in sie gelegt. Wahrlich, Er ist Erhaben, Allweise.” (Quran 8:63)
Gott sagt auch:
“Und haltet insgesamt an Gottes Seil fest, und
zerfallet nicht, und gedenket der Gnade Gottes gegen euch, da ihr Feinde waret,
und Er eure Herzen so zusammenschloß, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet;
und da ihr am Rande einer Feuergrube waret, und Er euch entriss. So macht Gott
euch Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch rechtleiten möget.” (Quran 3:103)
Der Qur´an und die Sunna zeigen, dass das
Band des Glaubens die stärkste aller Verbindungen ist. Es repräsentiert
Menschen aus aller Welt, die nur aus einem Grund zusammenkommen: um Gott allein
anzubeten. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten die Muslime zusammen und
helfen einander mit Zuneigung, Mitgefühl und Liebe.
Es gibt tatsächlich zahlreiche Texte im
Qur´an und den Hadithen, die zweifellos demonstrieren, dass Muslime eine
universelle, internationale Bruderschaft und Schwesterschaft bilden sollen.
Um es kurz zu halten, werden hier nur ein paar Beispiele für
diese Texte aufgeführt:
Gott sagt:
“Und die gläubigen Männer und die gläubigen
Frauen sind einer der anderen Auliyaa (Beschützer, Freunde, Helfer): sie
gebieten das Gute und verbieten das Böse und verrichten das Gebet und
entrichten die Zakah und gehorchen Gott und Seinem Gesandten. Sie sind es,
derer Gott sich erbarmen wird. Wahrlich Gott ist Erhaben, Allweise. ” (Quran 9:71)
Ein anderer Vers lautet:
“Die Gläubigen sind ja Brüder…” (Quran 49:10)
Gott sagt ebenfalls:
“Muhammad ist der Gesandte Gottes. Und die, die
mit ihm sind, sind hart zu den Ungläubigen, doch barmherzig zu einander...” (Quran
48:29)
Der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, sagte:
“Der Gläubige ist gegenüber dem
anderen Gläubigen wie ein Bauwerk, ein Teil festigt den anderen.” (Sahieh
al-Bukhari und Sahieh Muslim)
Ein anderer Hadith besagt:
“Die Parabel der Gläubigen was ihre
Liebe, Barmherzigkeit und Zuneigung unter einander angeht, ist wie die eines
Körpers: wenn ein Glied schmerzt, reagieren die anderen mit Schlaflosigkeit und
Fieber.” (Sahieh Muslim)
Aber diese großartige Brüderlichkeit des
Islam ist nicht einfach nur theoretisch. Sie wird tatsächlich durch praktische
Rechtleitung wohl definiert und unterstützt.
Sie hat bestimmte Grundkomponenten und besondere Rechte und
Verpflichtungen, die in Qur´an und Sunna beschrieben werden. Diese Rechte und
Pflichten gelten für jeden Muslim, jederzeit und an jedem Ort.
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Sozialer Zusammenhalt im Islam (teil 2 von 3): Islamische Brüderlichkeit
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Beschreibung: Die notwendigen Aspekte der Brüderlichkeit und die zahlreichen praktischen Mittel, die der Islam eingerichtet hat, um diese Brüderlichkeit in der Gesellschaft zu erreichen.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 14 Feb 2011 - Zuletzt verändert am 14 Feb 2011
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> Nutzen für die Gesellschaft
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Einer der notwendigen Aspekte dieser
Brüderlichkeit ist Liebe. Das bedeutet, es ist eine Verpflichtung aller
Muslime, ihre muslimischen Brüder zu lieben. Sie sollen sie in der Tat auf
eine Art und Weise lieben, wie sich auch für sich selbst sorgen. Wie der
Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte:
“Keiner von euch glaubt wirklich, bis
er für seinen Bruder liebt, was er für sich selbst liebt.” (Sahieh
Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Ein zweiter notwendiger Aspekt dieser
Brüderlichkeit ist gegenseitige Unterstützung, Hilfe und Assistenz. Wenn sein
Bruder unterdrückt oder ungerecht behandelt wird, eilt er ihm, wenn möglich, mit
seinem Besitz und seiner Seele zur Hilfe und Unterstützung. Dies wird zum Beispiel
in folgendem Vers beschrieben:
“Und
warum wollt ihr nicht für Allahs Sache kämpfen und für die der Schwachen
Männer, Frauen und Kinder, die sagen: "Unser Herr, führe uns heraus aus
dieser Stadt, deren Bewohner Bedrücker sind, und gib uns von Dir einen
Beschützer, und gib uns von Dir einen Helfer?’” (Quran 4:75)
Ein dritter wesentlicher Aspekt dieser
Islamischen Brüderlichkeit ist Gnade und Sanftmut unter den Gläubigen. Dies
geht über einfache Liebe für einander hinaus, aber es bedeutet, dass jeder
Bruder in seinem Herzen fühlt, was sein Bruder durchlebt. Der Prophet beschrieb
die Muslime folgendermaßen:
“Die Parabel der Gläubigen was ihre
Liebe, Barmherzigkeit und Zuneigung unter einander angeht, ist wie die eines
Körpers: wenn ein Glied schmerzt, reagieren die anderen mit Schlaflosigkeit und
Fieber.” (Sahieh Muslim)
Eine letzte notwendige Komponente unserer
Brüderlichkeit bilden allgemeine Taten aus Gefälligkeit. Wahre Brüderlichkeit
muss auch in die Tat umgesetzt werden; sie kann nicht einfach nur ein
Lippenbekenntnis bleiben. Ein erstaunlicher und wunderschöner Aspekt des Islam
ist, dass er die Angelegenheiten nicht einfach auf einer hypothetischen Ebene
beläßt, wo jeder Einzelne ausprobiert, wie mögliche Ziele erreicht werden
können. Der Prophet hat beispielsweise bestimmte Taten hervorgehoben, die
jeder Einzelne zu Recht von seinem Bruder erwarten darf und die man seinem
Bruder gegenüber erfüllen soll. Von diesen allgemeinen verpflichtenden Taten
aus Gefälligkeit sind die sechs, die der Prophet besonders erwähnt hat:
“Sechs sind die Rechte eines Muslim
gegenüber einem anderen Muslim... Wenn du ihn triffst, begrüße ihn; wenn er
dich zum Essen einlädt, nimm an; wenn er deinen aufrichtigen Rat sucht, gib´
ihm diesen; wenn er niest und ‘al-hamdulillah’ sagt, sag ´Möge Gott Sich
deiner erbarmen´; wenn er krank wird, besuche ihn; und wenn er stirbt, folge
seinem Leichenzug.” (Sahieh Muslim)
Abgesehen von diesen wohlbekannten Taten
leitet das Islamische Gesetz die Muslime zu vielen anderen guten Taten an, die
die Nächstenliebe und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Gläubigen fördern,
welche ein offensichtliches Ziel dieses Gesetzes selbst darstellen. Wenn daher
ein Muslim einen anderen Muslim für Allah liebt, dann sollte er dem anderen dieses
Gefühl mitteilen. Der Prophet erklärte den Grund dafür folgendermaßen, als er
sagte:
“Wenn einer von euch seinen Bruder
für Allah liebt, sollte er ihm dies mitteilen, denn dies wird die Verbindung
zwischen ihnen länger anhalten lassen und ihre Liebe festigen.”
Der Prophet sagte ebenfalls:
“Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele
ist, ihr werdet das Paradies nicht betreten, bis ihr glaubt. Und ihr werdet
nicht glauben, bis ihr einander liebt. Gewiss, lasst mich euch über das
informieren, das solches für euch hervorruft: Frieden unter euch verbreiten.” (Sahieh
Muslim)
Dieser Hadith könnte bedeuten, den
Friedensgruß zu verbreiten oder tatsächlich Taten, die Frieden und
Gemeinsamkeit hervorbringen.
Der Prophet bemerkte auch die Wichtigkeit,
einander Geschenke zu machen. Er sagte:
“Tauscht Geschenke und ihr werdet
einander lieben.” (As-Suyuuti)
Der Prophet empfahl den Muslimen auch,
einander zu besuchen. Er sagte:
“Besucht euch gelegentlich und Liebe
wird sich [unter euch] vermehren.” (al-Tabaraani)
Wenn jemand zusätzlich zu allen diesen
positiven Taten, verbotene Taten vermeidet, wird das Ergebnis ebenfalls
positive Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen haben. Mit anderen
Worten, wenn jemand üble Nachrede, Verleumdung, Lügen, Betrug, Spionieren usw
meidet, wird nur Gutes durch das Meiden dieser schlimmen Dinge, die der Islam
klar und deutlich verboten hat, erreicht.
Daher kann man den Schluss ziehen, dass
sozialer Zusammenhalt unter Muslimen tatsächlich eines der am meisten angestrebten
Ziele im Islam ist. Außerdem wurden praktische Schritte festgelegt, um
sicherzustellen, dass dieses Ziel auch erreicht wird.
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Sozialer Zusammenhalt im Islam (teil 3 von 3): Muslime und Nichtmuslime
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Beschreibung: Die Mittel, durch die Zusammenhalt in einer pluralistischen Gesellschaft erreicht werden kann, wo Glaubensunterschiede zu Spannung und Feindschaft führen können.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 21 Feb 2011 - Zuletzt verändert am 21 Feb 2011
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Ein Muslim vis-à-vis Nichtmuslimen
Offensichtlich wird die Gesellschaft nicht
nur aus Muslimen allein bestehen. Außerdem verfolgen Muslime und Nichtmuslime
ziemlich unterschiedliche Wege. Das Leben eines Muslim kreist völlig um den
korrekten Glauben an Gott. Das Verhalten eines Muslim anderen gegenüber wird
gleichermaßen durch das Verhalten der anderen Gott gegenüber bestimmt. Ein
Muslim kann sich nicht möglicherweise vollkommen mit jemandem verbunden fühlen
und lieben, der Gott den Rücken gekehrt hat, sich weigert, sich Gott zu
unterwerfen oder sich sogar über den Glauben an Gott lächerlich macht. Es ist
einfach nicht natürlich, dass es zwischen derartigen Menschen vollständige
Liebe geben könnte.
Abgesehen von diesem möglicherweise negative Gefühl im Herzen,
muss der Muslim allerdings mit Nichtmuslimen auf der Grundlage gerechter
Prinzipien umgehen. Dies trifft auf alle Nichtmuslime zu – viele Nichtmuslime
sind Muslimen gegenüber nicht antagonistisch, während andere klar und
unwiderruflich Verachtung und Hass Muslimen gegenüber zur Schau tragen.
Ein Grundprinzip des Verhaltens gegenüber
nicht kriegführenden Nichtmuslimen finden wir in folgendem Qur´anvers:
“Allah
verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft
haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und
redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Allah liebt die Gerechten.”
(Quran 60:8)
Eine wichtige Verpflichtung gegenüber
Ungläubigen ist anständige und gerechte Behandlung. Dies beschrieb ein
wohlbekannter muslimischer Gelehrter, Schaikh ibn Baz, der sagte:
“[der Muslim] darf keiner anderen Person in bezug auf ihr Leben, ihren
Besitz oder ihre Ehre Unrecht tun, wenn der Nichtmuslim ein Bewohner des
islamischen Staates ist oder anderen Schutz genießt. Er muss die Rechte des
anderen erfüllen. Er darf ihn in bezug auf seinen Besitz kein Unrecht tun,
indem er ihn beraubt, betrügt oder irreführt. Er darf seinem Körper keinen
Schaden zufügen, indem er ihn schlägt oder tötet. Sein Schutz vom Staat
garantiert ihm seine Sicherheit vor solchen Dingen.”
Ein Muslim kann Beziehungen mit
Nichtmuslimen haben, z.B. kaufen, verkaufen oder von ihnen leihen. Sogar auf sozialer Ebene kann es Beziehungen geben, wie zusammen
essen und ähnliches. Allerdings werden solche Beziehungen von Natur aus begrenzt
sein, wegen der sozialen Praktiken und Gebräuche. Vielleicht könnte man sagen,
dass das ultimative Ziel des Muslim ist, sie zum Islam einzuladen, indem man
ihnen die Tür öffnet, eine vollständige Beziehung der Liebe und Brüderlichkeit
unter einander aufzubauen. Sogar wenn der Nichtmuslim feindlich und unhöflich
ist, weiß der Muslim, dass er seinem Schlechten mit Gutem begegnen sollte.
Gott sagt:
„Und
nimmer sind das Gute und das Böse gleich. Wehre (das Böse) in bester Art ab,
und siehe da, der, zwischen dem und dir Feindschaft herrschte, wird wie ein
treuer Freund sein.“ (Quran 41:34)
Wie ibn Baz zusammenfassend schrieb:
“Es für Muslime verpflichtend, mit Ungläubigen auf islamische Weise mit
gutem Benehmen umzugehen, solange sie die Muslime nicht bekämpfen. Man muss
seine Verpflichtungen ihnen gegenüber erfüllen, man darf sie nicht betrügen,
täuschen oder belügen. Wenn es unter ihnen ein Streitgespräch oder eine Diskussion
gibt, muss man auf die beste Art und Weise mit ihnen argumentieren und im
Streit gerecht mit ihnen umgehen. Dies alles in Gehorsamkeit zu Gottes
Befehl:
“Und
streitet nicht mit dem Volk der Schrift; es sei denn auf die beste Art und
Weise. Ausgenommen davon sind jene, die ungerecht sind.” (Quran
29:46)
Es ist dem Muslim gestattet, sie zum Guten einzuladen, ihnen guten Rat
zu erteilen und geduldig mit ihnen zu sein, und gleichzeitig ein
nachbarschaftlich und und höflich. Dies ist so, weil Gott sagte:
“Rufe
zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit
ihnen auf die beste Art. ” (Quran 16:125)
Gott sagte ebenfalls:
“…freundlich
zu den Menschen sprechen…” (Quran 2:83)
Ein Muslim angesichts der Gesellschaft im
Ganzen
Wenn ein Muslim akzeptiert, in einer
bestimmten Gesellschaft zu leben, dann schließt er im Prinzip ein Abkommen mit
dem Land, dass er an den Gesetzen des Staates festhalten wird. Er hat nicht
das Recht, einfach weil er Muslim ist und der Staat kein islamischer Staat ist,
gegen die Gesetze des Staates zu verstoßen. Daher beziehen sich alle diese
Prinzipien, die in diesem Kapitel beschrieben wurden, auf einen Muslim, wo auch
immer er leben mag. In den meisten Ländern sind heutzutage Dinge gestattet,
die einem Muslim verboten sind. Diese erlaubten Dinge vermeidet der Muslim
einfach. Er sollte sich auch nach seinen Rechten erkundigen, um sicherzugehen,
dass er nicht gezwungen sein wird, etwas, das im Islam verboten ist, zu tun. Vor
allem sollte er zu den Einwohnern gehören, die an den Gesetzen festhalten.
Zusätzlich sollte ein Muslim eine
Bereicherung für die Gesellschaft sein, in der er lebt. Er sollte in vielerlei
Hinsicht ein vorbildlicher Mitbürger sein. Wie schon zuvor beschrieben, sollte
er ein guter Nachbar sein. Er ist verpflichtet, das Gute zu empfehlen und das
Schlechte abzuwenden, egal wo er lebt. Außerdem muss er meiden und ablehnen,
was die meisten Gesellschaften als grobe Verbrechen betrachten, wie Mord, Raubüberfälle,
Erpressung und so weiter. Darüber hinaus muss er Alkohol- und Drogenkonsum aus
dem Weg gehen und so der Gesellschaft nicht mit seinen persönlichen Schwächen
und Neigungen Lasten auferlegen. Schließlich muss er in allen seinen Taten
gerecht und fair mit den anderen Mitgliedern der Gesellschaft sein.
Der Islam erkennt die Tatsache an, dass es
für einen Menschen natürlich ist, sein Land zu lieben und das Land in dem man
aufgewachsen ist, gegenüber anderen zu bevorzugen. Als die Muslime gezwungen
waren, aus Mekka auszuwandern, das unter der Kontrolle der Götzendiener stand,
bekannten viele von ihnen ihre Liebe für Mekka. Daher ist es für Muslime ganz
natürlich, eine Liebe für das Land, in dem sie gerade leben, zu entwickeln,
egal welches es ist, auch wenn dieses Land kein islamischer Staat ist. Es ist
für Muslime ebenfalls ganz natürlich, für ihr Heimatland das beste zu wünschen.
Aber unglücklicherweise kann es sein, dass ihre Vorstellung davon, was das
beste ist, von anderen nicht geteilt oder geschätzt wird. Beispielsweise
wünschen sich die Muslime, dass Glücksspiel, Prostitution und Pornographie
verschwinden. Der Muslim glaubt, dass dies das beste für alle betroffenen
Menschen wäre, für Muslime ebenso wie für Nicht-Muslimes. Viele Nicht-Muslime
teilen aber dieses Gefühl nicht. Darin liegt das wirkliche Problem.
Theoretisch gesehen sollte dies in den zeitgenössischen “freien” Gesellschaften
kein Problem darstellen. Muslime sollten in der Lage sein, ihre Werte und
Gebräuche einzuhalten – ohne anderen zu schaden – während andere der
vorherrschenden Kultur in nicht-muslimischen Ländern folgen. Wenn die „freien“
Länder den Muslimen dieses bisschen Freiheit nicht gewähren, bedeutet das, dass
sie nicht nach ihren eigenen Idealen leben wollen. Es sind nicht die Muslime,
die versuchen, ihnen zu schaden, denn sie bemühen sich nur, gute Mitbürger zu
sein, während sie eine andere Lebensweise als die vorherrschende Kultur haben.
Schlussfolgerung
Sogar in pluralistischen Gesellschaften
tragen islamische Lehren zum sozialen Zusammenhalt bei. Erstens wird der erste
Stolperstein für derartigen Zusammenhalt, Rassismus und Vorurteil, beseitigt.
Zweitens wird eine starke Liebe unter denen, die dem islamischen Glauben
angehören, geschaffen. Drittens werden klare und entschiedene Anweisungen für
gerechtes und angemessenes Benehmen den Andersgläubigen gegenüber gegeben. Viertens
versteht der Muslim seine Verantwortung seinen Mitbürgern gegenüber und daher
trägt er zu Gunsten aller dazu bei, was das Wohlbefinden und den Zusammenhalt
in der Gesellschaft fördert.
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