|
Gesellschaften bestehen aus verschiedenen
Einzelpersonen, deren Rasse, ethnische Zugehörigkeit und Religion variieren
können. Heutzutage wird häufig von pluralistischen Gesellschaften gesprochen,
und wie sozialer Zusammenhalt in derartigen Gesellschaften gefördert werden
kann. Die Annäherung des Islam an diese Frage ist einzigartig. In ihrem
Fortschritt schafft er die stärkstmögliche Verbindung.
Bevor wir zu einer Beschreibung des
stärkstmöglichen Bandes kommen, ist es wichtig, zu bemerken, dass der Islam die
absolute Wurzel der sozialen Uneinheit bekämpft: Rassismus und Vorurteil. Man
kann so viele Gesetze erlassen, wie man will, aber solange diese Krankheit im
Herzen wurzelt, kann es niemals wahren sozialen Zusammenhalt geben. Nichts
beleuchtet diese Tatsache mehr, als die Debatten in Europa und den USA über
Immigration. Hass auf „Ausländer“, sogar wenn diese vollständige Mitglieder
und Bürger der Gesellschaft sind, wird wahren sozialen Zusammenhalt immer
verhindern.
Der Islam hat diese Krankheit mit einem
Vers hinfortgewischt, der anzeigt, worin der wahre Wert eines Menschen besteht.
Gott sagt:
“O ihr Menschen! Wir haben euch aus Mann und
Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander
erkennen möget. Wahrlich, vor Gott ist von euch der Angesehenste, welcher der
Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Gott ist Allwissend, Allkundig.” (Quran 49:13)
Daher sollten Rasse und ethnische
Zugehörigkeit keine Auswirkung auf den sozialen Zusammenhalt in den Augen eines
Muslim haben. Es besteht also ein Unterschied, den der Islam in betracht
zieht: der Unterschied von Glaube und Religion. Daher wird sich diese
Diskussion über sozialen Zusammenhalt im Zusammenhang mit einer pluralistischen
Gesellschaft im Hinblick auf die Religion beschäftigen.
Das Band des Glaubens
Wenn man heute viele fragen würde, welches
das stäkste Band ist, das die Menschen möglicherweise verbindet, werden die
meisten von ihnen vielleicht Antworten geben wie Blutsverwandtschaft,
ethnischer Ursprung, Staatsangehörigkeit und so weiter. Tatsächlich zeigt der
Qur´an, dass diese Arten des Bundes nicht so stark sind, wenn das Fundament
dahinter schwach ist. Im Qur´an gibt Gott die Beispiele von Kain und Abel, die
Brüder waren, trotzdem tötete einer den anderen, ebenso die Brüder von Josef,
die Josef in einen Brunnen gesperrt hatten. Dies alles waren Blutsverwandte;
aber sie stellten dieses Wort über ihre Beziehung zu anderen. Derartiges
passiert heutzutage überall in der Welt. Die Beziehungen zwischen den Menschen
sind ihren weltlichen Begierden, Zielen und Wünschen untergeordnet. Viele sind
nur allzu schnell und leicht bereit, ihre eigenen Nachkommen und Verwandten zu
verkaufen, um in dieser Welt voranzukommen oder um etwas, das sie sich wünschen,
zu erreichen.
Dies alles zeigt uns eins: wenn die
Verbindungen zwischen Menschen auf weltlichen Betrachtungen basieren, auch wenn
es sich ursprünglich um Blutsverwandschaft handelt, dann werden diese
Verbindungen aufgegeben, sobald weltliche Betrachtungen verlangen, dass sie
aufgegeben werden. Daher sind dies nicht die stärksten Verbindungen, die
zwischen den Menschen aufgebaut werden können. Die stärksten Verbindungen, die
unter Menschen erreicht werden können, sind die Verbindungen des Islam und des
wahren Glaubens. Dies sind die Verbindungen, die zwischen den Menschen
gebildet werden, die einzig und allein das Ergebnis ihres Glaubens und ihrer
Liebe für Gott sind. Dies hat Gott im Qur´an ganz deutlich betont, als Er
sagt:
“Und Er hat zwischen ihren Herzen Freundschaft
gestiftet. Hättest du auch alles aufgewandt, was auf Erden ist, du hättest
doch nicht Freundschaft in ihre Herzen zu legen vermocht, Gott hat aber
Freundschaft in sie gelegt. Wahrlich, Er ist Erhaben, Allweise.” (Quran 8:63)
Gott sagt auch:
“Und haltet insgesamt an Gottes Seil fest, und
zerfallet nicht, und gedenket der Gnade Gottes gegen euch, da ihr Feinde waret,
und Er eure Herzen so zusammenschloß, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet;
und da ihr am Rande einer Feuergrube waret, und Er euch entriss. So macht Gott
euch Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch rechtleiten möget.” (Quran 3:103)
Der Qur´an und die Sunna zeigen, dass das
Band des Glaubens die stärkste aller Verbindungen ist. Es repräsentiert
Menschen aus aller Welt, die nur aus einem Grund zusammenkommen: um Gott allein
anzubeten. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten die Muslime zusammen und
helfen einander mit Zuneigung, Mitgefühl und Liebe.
Es gibt tatsächlich zahlreiche Texte im
Qur´an und den Hadithen, die zweifellos demonstrieren, dass Muslime eine
universelle, internationale Bruderschaft und Schwesterschaft bilden sollen.
Um es kurz zu halten, werden hier nur ein paar Beispiele für
diese Texte aufgeführt:
Gott sagt:
“Und die gläubigen Männer und die gläubigen
Frauen sind einer der anderen Auliyaa (Beschützer, Freunde, Helfer): sie
gebieten das Gute und verbieten das Böse und verrichten das Gebet und
entrichten die Zakah und gehorchen Gott und Seinem Gesandten. Sie sind es,
derer Gott sich erbarmen wird. Wahrlich Gott ist Erhaben, Allweise. ” (Quran 9:71)
Ein anderer Vers lautet:
“Die Gläubigen sind ja Brüder…” (Quran 49:10)
Gott sagt ebenfalls:
“Muhammad ist der Gesandte Gottes. Und die, die
mit ihm sind, sind hart zu den Ungläubigen, doch barmherzig zu einander...” (Quran
48:29)
Der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, sagte:
“Der Gläubige ist gegenüber dem
anderen Gläubigen wie ein Bauwerk, ein Teil festigt den anderen.” (Sahieh
al-Bukhari und Sahieh Muslim)
Ein anderer Hadith besagt:
“Die Parabel der Gläubigen was ihre
Liebe, Barmherzigkeit und Zuneigung unter einander angeht, ist wie die eines
Körpers: wenn ein Glied schmerzt, reagieren die anderen mit Schlaflosigkeit und
Fieber.” (Sahieh Muslim)
Aber diese großartige Brüderlichkeit des
Islam ist nicht einfach nur theoretisch. Sie wird tatsächlich durch praktische
Rechtleitung wohl definiert und unterstützt.
Sie hat bestimmte Grundkomponenten und besondere Rechte und
Verpflichtungen, die in Qur´an und Sunna beschrieben werden. Diese Rechte und
Pflichten gelten für jeden Muslim, jederzeit und an jedem Ort.
|