Die Inklusivität des Islam (teil 1 von 3): Das Ende des Prophetentums
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Beschreibung: Die Notwendigkeit der Beendigung des Prophetentums und die Charakteristika die in dieser Behauptung zu finden sind.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 09 May 2011 - Zuletzt verändert am 09 May 2011
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> Die sechs Säulen des Glaubens und andere islamische Glaubensgrundlagen
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Was hier mit „Inklusivität des Islam“
gemeint ist, ist die Tatsache, dass der Islam für alle Zeiten und Orte gültig
ist. Egal wer oder wo eine Person ist, der Islam sollte seine Religion und
seine Lebensweise sein. Dies trifft für diejenigen zu, die zu Lebzeiten des
Propheten, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, gelebt haben, wie auch für
den, der 2525 leben wird (wenn Gott will, dass es ein solches Jahr geben wird.
Das korrekte Verständnis dieses Faktes
kreist um eine Reihe von Dingen. Das erste und wichtigste davon ist die Beendigung
des Prophetentums mit dem Erscheinen des Propheten Muhammad. Das zweite
betrifft die Vervollkommnung der Religion und die Art und Weise, in der sie in
der Lage ist, die Menschheit durch alle Zeiten zu führen.
Das Ende des Prophetentums
Gott hat bestimmt, dass der Prophet
Muhammad Sein letzter Gedander sein wird. Gott sagt:
“Muhammad
ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern der Gesandte Allahs und der
letzte aller Propheten, und Allah besitzt die volle Kenntnis aller Dinge...”
(Quran 33:40)
Der Prophet Muhammad sagte selbst:
“Ich bin zu allen in der Schöpfung
gesandt worden und die Propheten wurden durch mich besiegelt.” (Sahieh
Muslim)
Und er sagte wiederum:
“Die Kinder Israels wurden durch die
Propheten geführt; wann immer ein Prophet starb, folgte (ihm) ein Prophet. Siehe!
Nach mir wird es keinen Propheten geben.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Also kam schließlich der Prophet, der
explizit erklärte, dass er der letzte Prophet ist. Die Propheten, die vor diesem
Propheten gekommen waren – soweit es aus dem, was über sie berichtet wurde, hervorgeht
– erhoben selbst keinen derartigen Anspruch. Beispielsweise sagt Gott im
5.Buch Mose zu Moses, dass Er in Zukunft einen anderen Gesandten schicken wird
„wie du bist“. Im Neuen Testament, in Johannes 14:15-16, spricht Jesus von “einen andern Tröster”,
der von Gott gesandt wird. (Auch in Johannes 16:7-8 und Johannes 16:12-13 spricht
Jesus von jemandem, der in der Zukunft kommen wird.) Der Prophet Muhammad
hingegen hat sehr deutlich gemacht, dass nach ihm kein Prophet mehr kommen
wird.
Da er als letzter Gesandter für die
Menschheit geschickt worden ist, musste es einige Aspekte geben, die
einzigartig in bezug auf diesen letzten Propheten sein müssen. Zu diesen Aspekten
gehören:
Erstens: Da
keiner später kommen kann, um irgendwelche Fehler oder Veränderungen zu
berichtigen, musste die Offenbarung, die der letzte Prophet erhalten hatte, in
ihrer ursprünglichen Reinheit bewahrt bleiben. Es würde den Umfang dieses kurzen
Artikels sprengen, aber eine Studie des Qur´an und der Sunna würde zeigen, dass
sie beide genauestens bewahrt geblieben sind.
Zweitens: die
Art des “Zeichens” des letzten Propheten musste ebenfalls anders sein. Denn
dieses Zeichen sollte nicht nur die Menschen überzeugen, die in der Zeit des
Propheten lebten, sondern auch alle jene, die nachher kommen würden. Das
„Zeichen“ des Propheten Muhammad war der Qur´an und seine wunderbaren Art wird
noch heute hochgeschätzt werden und wird auch in Zukunft geschätzt werden.
Drittens: dieser
letzte Prophet konnte nicht einfach nur für eine Gemeinschaft von der
Menschheit gesandt sein – dann hätte jede ihren eigenen letzten Propheten, die
sich unterscheiden würden. Dieser letzte Prophet musste für die gesamte
Menschheit geschickt sein, der Folge der Propheten ein Ende bereiten und für
die gesamte Welt geeignet sein. Der Prophet Muhammad war der einzige Prophet
der bekanntgab, dass er nicht nur für ein bestimmtes Volk, sondern für alle
Völker auf der Welt gesandt wurde. Die Juden zum Beispiel betrachten sich als
auserwähltes Volk und denken, dass ihre Botschaft ausschließlich für sie
bestimmt ist. Daher Glauben viele orthodoxe Juden nicht an die Bekehrung zu
ihrem Glauben. Das Neue Testament verdeutlicht ebenfalls, dass Jesus zu den
Stämmen Israels gesandt war. In Matthäus 10: 5-6 lesen wir
“Diese zwölf sandte Jesus,
gebot ihnen und sprach: Gehet nicht auf der Heiden Straße und ziehet nicht in
der Samariter Städte, sondern gehet hin zu den
verlorenen Schafen aus dem Hause Israel.”
Es wird berichtet, dass Jesus sprach, als
die kanaanitische Frau ihn um Hilfe bat:
“Ich bin nicht gesandt denn nur zu
den verlorenen Schafen von dem Hause Israel” (Matthäus 15:24).
Diese begrenzte Mission Jesu´ wird vom
Qur´an (61:6) auch bestätigt. Über den Propheten Muhammad sagt Gott
aber:
“(O Muhammad) sprich: "O ihr Menschen, ich bin für euch alle ein
Gesandter Allahs…’” (Quran 7:158)
In einem anderen Vers lesen wir:
“Und
Wir haben dich nur als Bringer froher Botschaft und Warner für alle Menschen
entsandt” (Quran 34:28)
Es gibt noch weitere Verse, die denselben
Sinn ergeben. Der Prophet Muhammad hat auch selbst bestätigt, dass er sich von
den früheren Propheten in fünf Dingen unterscheidet. Das letzte, das er
erwähnte, war:
“[Zuvor] war ein Prophet nur zu
seinem eigenen Volk gesandt worden, aber ich wurde an die gesamte Menschheit
gesandt.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Viertens die
Gesetze und Lehren dieser Botschaft mussten fest sein in Angelegenheiten, die
für die gesamte Menschheit bis zum Tag des Gerichts feststehen müssen und
führend; aber anpassungsfähig und flexibel in Angelegenheiten, die offen sein
müssen, um sich den veränderten Umständen der Menschheit entsprechend zu
ändern. Dies soll später detaillierter besprochen werden.
An allen diesen Punkten sieht man, dass es
die Botschaft des Propheten Muhammads ist, auf die alle diese Kriterien
zutreffen. Außerdem machen alle diese Aspekte ziemlich deutlich, dass der
Prophet Muhammad geeignet und ausreichend ist, der Gesandte für die gesamte Menschheit
zu sein und dass die Religion, die die ganze Menschheit annehmen sollte, der
Islam ist.
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Die Inklusivität des Islam (teil 2 von 3): Eine Religion für die ganze Menschheit
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Beschreibung: Eine Erklärung der Gründe warum der Gehorsam einem neuen Propheten Gottes gegenüber immer bindend ist und ein Blick auf die besonderen Züge, die den Islam zu einer Religion für alle Völker und Zeiten machen.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 16 May 2011 - Zuletzt verändert am 16 May 2011
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Gehorsamkeit zum Propheten Muhammad ist ein
Muss für alle
Bevor wir darüber reden, wie universell
die Gesetze des Islam sind, ist es wichtig, kurz das Thema derjenigen zu
diskutieren, die den früheren bestätigten Propheten Gottes folgen. Diese Leute
mögen argumentieren, dass der Prophet Muhammad wahrhaftig sein mag, aber es
genüge ihnen, dem Propheten zu folgen, dem sie bisher gefolgt waren.
Tatsächlich hat aber keiner das Recht, die
anderen Propheten zu akzeptieren und den Propheten Muhammad, Gottes Segen und
Frieden seien auf ihm, zu leugnen. Niemand besitzt das Recht, zu sagen, dass
Muhammad wahrhaftig war, aber: „Ich möchte immer noch Jesus oder Moses folgen.”
Logisch gesprochen, kann man nicht erwarten, dass dies von Gott akzeptiert
werden wird. Gott hat Seinen letzten Gesandten geschickt, damit ihm geglaubt
und gefolgt wird, damit er das aufhebt und abschafft, was von den Lehren der
früheren Propheten ersetzt wird. Im Qur´an beschreibt Gott diese
Verhaltensweise:
“Wenn
ihnen gesagt wird: "Glaubt an das, was Gott herabgesandt hat", sagen
sie: "Wir glauben an das, was uns herabgesandt wurde", während sie
das leugnen, was danach kam, obgleich es um die Wahrheit geht, die das
bestätigt, was in ihrem Besitz ist...” (Quran 2:91)
Gott hat außerdem Leute dieser Art für
Ungläubige erklärt. Er sagt:
“Wahrlich,
diejenigen, die nicht an Gott und Seine Gesandten glauben und eine Trennung
zwischen Gott und Seinen Gesandten machen und sagen: "Wir glauben an die
einen und verwerfen die anderen" und einen Zwischenweg einschlagen möchten
diese sind die Ungläubigen im wahren Sinne, und bereitet haben Wir den
Ungläubigen eine schmähliche Strafe. Diejenigen aber, die an Gott und an Seine Gesandten glauben und
zwischen ihnen keinen Unterschied machen, sind es, denen Er ihren Lohn geben
wird; und Gott ist Allvergebend, Barmherzig.” (Quran 4:150-152)
Der Prophet sagte:
“[Ich schwöre] bei [Gott], dem Einen,
in Dessen Hand meine Seele ist, es wird keinen von den Menschen geben, an die
ich mich gewandt habe, sei er Jude oder Christ, der von mir hört und stirbt,
ohne an das zu glauben, mit dem ich gesandt worden bin, außer dass er zu den Bewohnern
des Höllenfeuers gehören wird.” (Sahieh Muslim)
Der Prophet sagte sogar zu seinen
Gefährten:
“Wenn mein Bruder Moses heute noch
leben würde, hätte er keine Wahl, als mir zu folgen.” (Ahmad und
al-Daarimi)
Also wendet sich die Universalität des
Islam an alle, die auch den vorangegangenen Propheten gefolgt waren. Sie haben
keine logisch akzeptable Alternative als den Propheten Muhammad anzunehmen und
ihm zu folgen.
Wie oben bemerkt, erklärte der Prophet
Muhammad, dass er der letzte Prophet sei, der für die Menschheit gesandt worden
sei. Gleichzeitig ist es undenkbar, wenn man die Gnade des Allerbarmers kennt,
dass Er die Menschen ohne deutliche Rechtleitung irgendeiner Art zu lassen.
Mit anderen Worten, was Er seinem letzten Gesandten gegeben hat, muss geeignet
sein, um die gesamte Menschheit nach ihm bis zum Tag des Gerichts zu führen. Der
Prophet selbst hat dies im wesentlichen sogar betont, als er sagte:
“Ich habe euch zwei gute Nachrichten
hinterlassen, damit ihr, wenn ihr daran festhaltet, niemals irregeht: das Buch
Gottes und die Sunna Seines Gesandten.” (Sahieh Muslim)
Gott sagt ebenfalls:
“…Heute
habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gnade an euch vollendet
und euch den Islam zum Glauben erwählt.…” (Quran 5:3)
Also ist die Religion vervollständigt und
vervollkommnet und es besteht kein Bedarf an irgendeiner Änderung oder
Wandlung. Die Botschaft ist gekommen und soll bis zum Tag des Gerichts
genügen. Der Prophet, der an alle Völker gesandt wurde, ist bereits gekommen.
Dies zeigt an, dass die Lehren des
Propheten gültig und für die gesamte Menschheit verpflichtend sind. Das
bedeutet, sein Beispiel und seine Lehren galten nicht einfach nur für das Volk
von Arabien in seiner Zeit. Sie sind vielmehr für jeden einzelnen Muslim heute
genauso gültig und genauso wichtig, sei er in New York oder Malaysia.
An dieser Stelle könnte man logisch
fragen: Wie kann es sein, dass dieses Gesetz in der Lage ist, die Bedürfnisse
der gesamten Menschheit bis zum Tag des Gerichts zu erfüllen? Die menschliche
Gesellschaft verändert sich von Tag zu Tag. Wie kann es sein, dass ein
„Gesetz“ Rechtleitung für jeden zu jeder Zeit liefert? Die Antwort auf diese
Frage hat etwas mit der Schönheit des Gesetzes zu tun. Wenn man das Gesetz
studiert, das vom Propheten Muhammad verkündet wurde, stellt man fest, dass es
die benötigten Elemente der Flexibilität besitzt, die es gestatten, heute
ebenso anwendbar zu sein, wie es das während der Lebzeiten des Propheten
gewesen ist. Im wesentlichen sind die Dinge, die fest und beständig sein
müssen, im islamischen Gesetz auch so. Die Dinge, die flexibel sein müssen,
damit sie für verschiedene Völker sie zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich
gehandhabt werden können, wurden im islamischen Gesetz flexibel gelassen. Also
ist die Lebensweise der göttlichen Rechtleitung für alle Menschen bis zum Tag
des Gerichts geeignet und anwendbar.
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Die Inklusivität des Islam (teil 3 von 3): Eine vollständige Rechtleitung für immer ausreichend
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Beschreibung: Praktische Beispiele dafür, wie die Gesetze des Islam für alle Völker, Zeiten und Orte geeignet sind.
von Jamaal al-Din Zarabozo (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 23 May 2011 - Zuletzt verändert am 23 May 2011
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Erstens verändert sich die menschliche
Natur nicht im Laufe der Zeit. Gesetze oder Rechtleitung, die das moralische
und ethische Verhalten regeln, sollten immer dieselben bleiben, denn was einmal
Seele schädigt, wird die Seele immer schädigen, eben aufgrund der Tatsache,
dass sich die menschliche Natur nicht verändert. Beispielsweise Lügen und
Betrügen missfallen unserem Herrn und schädigen die Seele und das wird immer so
sein. Daher sollten Gesetze und Rechtleitung, die mit den Dingen dieser Natur
im Zusammenhang stehen, feststehen und vollständig anwendbar bleiben bis zum
Tag des Gerichts. Rituelle gottesdienstliche Taten, welche die Ausbildung des
menschlichen Charakters unterstreichen, brauchen sich ebenfalls nicht zu
ändern. Gott allein weiß, wie Er angebetet werden möchte, und wenn Er diese
Taten bis zum Tag des Gerichts für richtig und annehmbar erklärt hat, kann
keiner behaupten, dass dies möglicherweise anders sei. Wenn man diese Art von
Gesetzen oder Rechtleitung beschreibt, kann man sagen, das islamische Gesetz
ist unnachgiebig, aber das ist nur so, weil es in diesen Punkten starr sein
soll. Dies hat aber keinerlei Einfluss auf ihre Universalität und
Anwendbarkeit zu allen Zeiten und an allen Orten.
Zweitens gibt es manche schädlichen Dinge,
die die Menschen vermeiden müssen. Diese wurden ebenfalls explizit und
dauerhaft verboten. Alkohol und Rauschmittel zum Beispiel werden immer
schädlich für die Menschheit sein. Immer wieder einmal werden die Menschen
irgendetwas nützliches am Alkohol finden, wie Gott auch im Qur´an erwähnte,
aber alles in allem kann keine Gesellschaft zu recht argumentieren, dass der
Alkoholkonsum etwas Gutes sei. Man braucht nur mal die gesellschaftlichen
Kosten für das Trinken allein in den USA zu bedenken. Viele Familien werden
durch Alkoholmissbrauch auseinandergerissen. Fahren unter Alkoholeinfluss wird
als Gefahr für die Gesellschaft betrachtet und obwohl große Schritte
unternommen worden sind, um es unter Kontrolle zu bekommen, sterben deswegen
immer noch zahlreiche Menschen oder werden schwer verletzt. Viele Alkoholiker
können keine Arbeit bekommen und werden abhängig vom Staat, belasten die
übrigen Mitbürger mit ihrer Fürsorge. Wenn es zu Themen dieser Art kommt,
verbietet der Islam solche Praktiken für immer, denn es kann kein ernsthaftes
Argument dafür geben, dass Alkohol erlaubt werden sollte. (In der Tat könnte
man argumentieren, dass er heute nur erlaubt ist, weil die Kosten, die Menschen
von dieser süchtigmachenden „Droge“ zurückzuhalten, unerschwinglich sind. Dies
ist in Realität nur ein weiteres Zeichen dafür, wie gefährlich und schlimm
Alkohol ist.)
Drittens, abgesehen davon, benötigen
Menschen nur einige detaillierte Gesetze, aber viele allgemeine
Prinzipien, die ihnen erlauben, ihre Leben zu allen Zeiten und an allen Orten
zu führen. Dies ist genau das, was das islamische Gesetz ihnen liefert. Daher
liefert Gott detaillierte Gesetze über die Dinge, die man essen kann, über das
Erbe, wer als Ehepartner erlaubt ist, internationale Beziehungen usw. Von
diesen detaillierten Gesetzen kann ein Gelehrter die Regelungen für viele neue
Situationen herleiten. Von den allgemeinen Prinzipien kann ein Gelehrter die
Rechtleitung für verschiedene Themen ableiten, die zum Beispiel zur Zeit des
Propheten nicht aufgetreten sind.
Viertens im Bereich sozialer Verträge und
Geschäfte beispielsweise ist das allgemeine Prinzip, dass alles erlaubt ist,
außer wenn es einen dafür Beweis gibt, der das andere zeigt. Damit läßt das
islamische Gesetz in der Tat sehr viel Freiraum innerhalb des Gesetzes. Im
geschäftlichen Bereich hat der Islam Zinsen, zu riskante Transaktionen,
Lotterie, Täuschung, Betrug, Verkauf oder Handel illegaler Dinge und Nötigung
verboten. Im allgemeinen sind es die schädlichen Aspekte, die verboten wurden.
Mit anderen Worten ist die Rechtleitung derart, dass man, wenn neue Formen des
Geschäfts entwickelt werden, wie in modernen Zeiten, feststellen kann, welche
den islamischen Richtlinien entsprechen und welche nicht. Also hat sich das
islamische Gesetz seit über 1400 Jahren als anwendbar erwiesen, den islamischen
Lehren nach wird es bis zum Tag des Gerichts anwendbar bleiben. Zwei
Geschäftsleute können irgendeinen Vertrag nach ihren Wünschen abschließen,
solange die grundlegenden und schädlichen Aspekte vermieden werden. Man kann
sich nicht einmal vorstellen, wieviele Arten von Transaktionen daher unter dem
Islamischen Gesetz gestattet sind.
Schließlich muss erkannt werden, dass
diese vollständige und umfassende Rechtleitung, die bis zum Tag des Gerichts
gültig bleiben wird, eine große Gnade von Gott ist, und sie ist ein weiteres
Zeichen dafür, dass sich die Menschen der Führung Gottes zuwenden sollten. Menschen
auf sich allein gestellt, wären nie in der Lage, eine geeignete Lebendweise für
jeden Ort und jede Zeit zu finden, von etwas, das über Jahrhunderte oder gar
Jahrtausende gültig bleibt, gar nicht zu reden – obwohl die Menschen versuchen
würden, an dem festzuhalten, was sie in der Vergangenheit verfolgt haben. Sayyid
Qutb hat diesen Punkt ausdrucksvoll beschrieben:
Wenn ein
Mensch versucht, ein metaphysisches Konzept oder eine Lebensweise durch seine
eigenen Bemühungen zu konstruieren, kann dieses Konzept oder System nicht
umfassend sein. Es kann lediglich teilweise gültig sein, gut für eine Zeit und
einen Ort, nicht aber für andere Zeiten und andere Orte, und angemessen für
eine Art von Umständen, nicht aber für andere. Außerdem ist er, auch wenn er
nur ein einziges Problem betrachtet, nicht in der Lage, es von allen möglichen
Seiten zu betrachten und alle Konsequenzen der vorgeschlagenen Lösung zu
bedenken, denn gerade dieses Problem erstreckt sich über einen Raum und eine
Zeit und ist mit früheren Ereignissen und Vorfällen verknüpft, die außerhalb
des Blickwinkels und des Verständnisses menschlicher Wesen liegen.
Wir schließen
daraus, dass keine Philosophie und keine Lebensweise, die von menschlichen
Gedanken produziert wurde, „all-umfassend“ sein kann. Sie kann höchstens einen
Teil des menschlichen Lebens umfassen und nur für eine bestimmte Zeitspanne
gültig sein. Aufgrund dieses limitierten Spielraumes ist sie immer in vieler
Hinsicht mangelhaft, und aufgrund ihrer zeitlichen Beschränkung verursacht sie
ganz sicher Probleme, die Abänderungen und Veränderungen an der ursprünglichen
Philosophie oder der Lebensweise nötig machen. Menschen oder Völker, deren
gesellschaftliches, politisches oder wirtschaftliches System auf menschlichen
Philosophien basiert, werden immer mit Widersprüchen und „Dialektik“
konfrontiert.
Man braucht nur ein Beispiel zu
betrachten, das letztens erst viel debattiert wurde, um zu verstehen, warum die
Anwendung von Gottes Rechtleitung für alle Orte und alle Zeiten das beste für
die Menschheit ist. Die Beschneidung ist eine wohlbekannte und fest etablierte
Angelegenheit im Islam. In den vergangenen Jahrzehnten gehen die Meinungen der
Doktoren und Wissenschaftler – wegen des begrenzten Verständnisses des Menschen
von der Realität – immer hin und her, wenn es um die Beschneidung geht. Eine
Dekade befürworten sie diese, während sie in der folgenden Dekade sagen, sie
sei nutzlos und schädlich für das Kind. Jetzt haben sie herausgefunden – oder
sie denken, herausgefunden zu haben, denn vielleicht stellt es sich wieder als
falsch heraus – dass die Beschneidung einen großartigen Schutz vor HIV AIDS
darstellt. Nun beeilen sie sich, zahlreiche Männer in unterschiedlichen Teilen
Afrikas zu beschneiden.
Eventuell wird nach so vielen Fällen wie
diesem den Menschen klar werden, dass es eine Rechtleitung gibt, die vollständig
und vollkommen ist, die von Gott kommt und genau das darstellt, was die
Menschen benötigen und brauchen, egal zu welcher Zeit und an welchem Ort.
Die Rechtleitung ist vollständig und für immer
hinreichend
Zusammengefasst können wir feststellen,
dass die Rechtleitung vollständig und für alle Zeiten und Orte geeignet ist. Sie
ist alles, das die Muslime für die Freude in dieser Welt und im Jenseits
benötigen. Sie kann nicht verbessert werden. Daher besteht auch kein Bedarf
daran, etwas hinzuzufügen, zu verändern oder wegzulassen. Diejenigen, die
denken, sie könnten etwas verbessern, das Gott offenbart hat, sind äußerst
hochmütig und gehen weit über das hinaus, was sie allerhöchstens erreichen
könnten. Aus diesem offensichtlichen Grund hat der Prophet sehr eindringlich
vor Erneuerungen, Einführungen, Irrlehren und Änderungen im Glauben gewarnt.
Derartiges ist überhaupt nicht nötig, und sie werden die Schönheit und
Vollkommenheit des Islam stören. Daher sagte der Prophet:
“Die schlimmsten Dinge sind die
erneuerten. Und jede Erneuerung ist ein Irregehen.” (Sahieh Muslim)
Er sagte ebenfalls:
“Und jedes Irregehen ist im
Höllenfeuer.” (al-Nasaai)
Der Prophet sagte auch:
“Wer irgendetwas in unsere
Angelegenheit einführt, das nicht dazu gehört, wird zurückgewiesen werden.” (Sahieh
al-Bukhari und Sahieh Muslim)
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