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Gott sagt im Qur´an – in einer Passage, die
der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, häufig zu wiederholen
pflegte, wenn er eine seiner Reden begann:
“O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch
erschaffen hat aus einem einzigen Wesen; und aus ihm erschuf Er seine Gattin,
und aus den beiden ließ Er viele Männer und Frauen entstehen. Und fürchtet
Gott, in Dessen Namen ihr einander bittet, sowie (im Namen eurer)
Blutsverwandtschaft. Wahrlich, Gott wacht über euch.” (Quran 4:1)
Die Familie bildet den Kern der ganzen Gesellschaft.
Wenn die Familie auf einer soliden Grundlage steht, wird höchstwahrscheinlich
auch die Gesellschaft als Ganzes in einem guten Zustand sein. Daher hielten
die Gesandten Gottes, die hauptsächlichen Vorbilder für die Menschen, an der
Institution der Heirat und der Familie fest. Gott sagt:
“Wahrlich, schon vor dir entsandten Wir Gesandte
und gaben ihnen Frauen und Kinder…” (Quran 13:38)
Der Prophet Muhammad bestimmte ebenfalls
die Ehe als seine Lebensweise, als er sagte:
“Bei Gott, ich bin der
Gottesfürchtigste unter euch und ich besitze die meiste Frömmigkeit; aber ich
faste und breche mein Fasten, bete [in der Nacht] und schlafe, und ich heirate
Frauen. Wer sich von meiner Sunna
abwendet, ist nicht von mir.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh
Muslim)
Zweifellos betont der Islam die Verbindung
und den Zusammenhalt der Familie sehr. Gelehrte des islamischen Rechts haben
bemerkt, dass wenn jemand die Gesetze studiert, die im Islam zu finden sind, und
die Weisheit, die sich dahinter verbirgt, so findet man heraus, dass sie
bestimmt worden sind, um bestimmte Notwendigkeiten des Lebes zu stellen,
beschützen, wiederherzustellen und zu am Laufen zu erhalten. Die
Notwendigkeiten des Lebens, wie sie im islamischen Gesetz gesehen werden, sind
folgende:
(1) Religion,
(2) Leben,
(3) Familienverbindungen und
Beziehungen,
(4) geistige Unversehrtheit,
(5) Reichtum und Besitz.
Daher braucht man beispielsweise nur über
die verbindlichen Gesetze, die mit der Bewahrung der Unverletzlichkeit der
Familie in Verbindung stehen, nachzudenken, um den großen Wert zu verstehen,
den der Islam der Familie gibt. Im “modernen Westen” werden Ehebruch und
andere Taten, die die Grundfesten der Familie erheblich erschüttern, nicht als
Verbrechen eingestuft. Im Islam
ist die Situation ganz anders. Der Islam ermahnt alle Mitglieder
der Familie, einander gut zu behandeln und derart freizügige Taten zu
vermeiden, die an sich schlecht sind und jeder Ehe Schaden zufügen. Gott sagt
zum Beispiel:
“Und kommt der Unzucht nicht nahe; seht, das ist
eine Schändlichkeit und ein übler Weg.” (Quran 17:32)
Allerding sind diese Mahnungen nicht
einfach nur leere Worte. Sie werden ganz im Gegenteil bei einigen der
haarsträubendsten Taten, die nicht einfach durchgehen gelassen werden können,
durch die Kraft des Gesetzes gestützt. Daher befiehlt Gott:
“Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen
gegebenenfalls jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasset euch
angesichts dieser Vorschrift Gottes nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen,
wenn ihr an Gott und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl von Gläubigen
soll ihrer Pein beiwohnen.” (Quran 24:2)
Mitleid gestattet es nicht, das, was getan
werden muss, zu übergehen, denn am Ende wird dieses Mitleid – und Mitleid ist
etwas, das einen dazu antreibt, anderen Gutes zu tun – zu schlimmen Ergebnissen
führen. Außerdem geht aus einer Aussage des Propheten, die bei al-Bukhary und
Muslim berichtet wird, hervor, dass er für den Ehebrecher die Steinigung bis
zum Tode angeordnet hatte. In der Tat geht der Islam noch weiter um die
Unverletzlichkeit der Familie zu schützen: diejenigen, die fälschlicherweise
anständige Frauen beschuldigen, etwas eine so schlimme Tat begangen zu haben, erhalten
ebenfalls eine harte Strafe. Gott sagt:
“Und denjenigen, die ehrbaren Frauen
(Unkeuschheit) vorwerfen, jedoch nicht vier Zeugen (dafür) beibringen,
verabreicht achtzig Peitschenhiebe. Und lasset ihre Zeugenaussage niemals
gelten; denn sie sind es, die Frevler sind.” (Quran 24:4)
Gott bietet der Menschheit Seine
Rechtleitung im Umgang mit allen Mitgliedern der Familie. Um es kurz zu halten
wird dieser Artikel einen Überblick über das angemessene Verhalten anderen
Familienmitgliedern gegenüber geben – einschließlich Eltern, Kindern, Gatten
und anderen Verwandten.
Gott hat den Muslimen befohlen, ihre
Eltern auf die bestmögliche Weise zu behandeln. Muslime müssen dankbare
Menschen sein. Sie müssen Gott und allen, die ihnen Gutes tun, dankbar sein. Nach
Gott gibt es vielleicht niemanden, der die Dankbarkeit eines Menschen mehr verdient,
als seine Eltern. Daher berühren zahlreiche Verse des Qur´an die Frage über
die Behandlung der Eltern. Tatsächlich verknüpft Gott an mehreren Stellen im
Qur´an das gute Benehmen den Eltern gegenüber eng mit dem Befehl, Ihn allein
anzubeten. Beispielsweise in folgendem Vers:
“Dient Gott und setzt Ihm nichts zur Seite; und
seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem
Nachbar, sei er verwandt oder aus der Fremde, dem Begleiter an der Seite, dem
Sohn des Weges und zu dem (Sklaven), den ihr von Rechts wegen besitzt. Seht,
Gott liebt nicht den Hochmütigen und Prahler.” (Quran 4:36)
Gott sagt auch:
“Sprich: “Kommt her, ich will euch verlesen, was
euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts zur Seite stellen und den
Eltern Güte erweisen...” (Quran 6:151)
“Und dein Herr hat befohlen: “Verehrt keinen
außer Ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei
dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht ´Pfui!´ zu ihnen und fahre
sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise. Und senke für
sie in Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sprich: ´Mein Herr, erbarme Dich
ihrer (ebenso mitleidig), wie sie mich als Kleines aufgezogen haben.´ Euer
Herr weiß am besten, was in euren Seelen ist: Wenn ihr rechtgesinnt seid, dann
ist Er gewiss Verzeihend gegenüber den Sich-Bekehrenden.” (Quran 17:23-25)
“Und (denke daran) als Wir mit den Kindern
Israels einen Bund schlossen: ´Ihr sollt niemanden außer Gott anbeten, euch den
Eltern, Verwandten, Waisen und Armen gegenüber wohltätig erweisen...” (Quran 2:83)
Der Prophet betonte ebenfalls die gute
Behandlung der Eltern, indem er sie gleich nach der Verrichtung des Gebets zur
rechten Zeit mit den beliebtesten Taten genannt hat. Der Prophet wurde
gefragt:
“Welche Tat ist bei Gott am
beliebtesten?” Er antwortete: „Das Gebet zur rechten Zeit.“ Er wurde gefragt:
„Welche Tat dann?“ Er antwortete er: „Seine Pflicht gegenüber den Eltern
erfüllen...“ (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Gott erinnert die Gläubigen daran, dass
ihre Eltern, besonders ihre Mütter, viele Schwierigkeiten und Anstrengungen auf
sich genommen haben, um ihr Kind aufzuziehen und aus diesem Grund haben sie
einen Anspruch auf Liebe, Respekt und Dankbarkeit dafür. Gott sagt:
“Da sagte Luqman zu seinem Sohn, indem er ihn
ermahnte: “O mein Sohn, setze Gott keine Götter zur Seite; denn Götzendienst
ist wahrlich ein gewaltiges Unrecht.” Und Wir haben dem Menschen im Hinblick
auf seine Eltern anbefohlen - seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche
und seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre - : „Sei Mir und deinen Eltern
dankbar. Zu Mir ist die Heimkehr.” (Quran 31:13-14)
“Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, gegen
seine Eltern gütig zu sein. Seine Mutter trug ihn mit Widerwillen, und mit
Widerwillen brachte sie ihn zur Welt. Und ihn zu tragen und ihn zu entwöhnen
erfordert dreißig Monate, bis er dann, wenn er seine Vollkraft erlangt und
vierzig Jahre erreicht hat, sagt: „Mein Herr, sporne mich an, dankbar zu sein
für Deine Gnade, die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast, und (sporne mich
an,) Rechtes zu wirken, das Dir wohlgefallen mag. Und lass mir meine Nachkommenschaft
rechtschaffen sein. Siehe, ich wende mich zu Dir, und ich bin einer der
Gottergebenen.” (Quran 46:15)
Daher gebührt insbesondere der Mutter die
größte Freundlichkeit und Nähe ihrer Kinder. Der Prophet wurde einmal gefragt:
“Wer von den Menschen hat das größte
Anrecht auf meine gute Gesellschaft?“ Der Prophet antwortete: „ Deine
Mutter.“ Der Mann fragte: “Und wer dann?” Der Prophet antwortete wieder:
„Deine Mutter.“ Der Mann fragte: “Und wer dann?” Der Prophet antwortete
wieder einmal: “Deine Mutter.” Der Mann fragte nochmal: “Und wer dann?”
Dieses Mal antwortete der Prophet: “Dein Vater.” (Sahieh Muslim)
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