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Ob Gott existiert oder nicht, ist nicht so
sehr das Hauptthema irgendeiner aus Erfahrungswerten beruhenden Natur- oder
Sozialwissenschaft. Aber die Fakten oder was manchmal bei den
Naturwissenschaften insbesondere in der Physik und der Biologie, an
Erkenntnissen zusammengetragen wird, wird häufig dazu benutzt, die eine oder
andere Ansicht zu unterstützen. Aber dies ist kein Artikel über Physik sondern
ein Artikel über die Beziehung zwischen der Physik und der Frage nach der
Existenz Gottes. Genauer gesagt, ist es hauptsächlich eine islamisch
verständliche Kritik an der Art und Weise, wie moderne Atheisten versuchen, die
Theorie vom Urknall für ihre Sichtweisen auszunutzen. Es befasst sich nicht
mit den positiven Beweisen für die Existenz des Schöpfers, es beweist lediglich
die Ungültigkeit der Argumente, die verwendet werden, um den Atheismus zu
stützen.
Eines der Hauptargumente, die verwendet
werden, um die eine oder andere Art des Atheismus zu unterstützen, war schon
immer die Behauptung, dass die Welt oder ein Teil davon ewig sei und als solches
keinen Schöpfer bräuchte. Daher glaubten einige griechische Denker, dass die
Himmelskörper besonders die Sonne ewig seien. Das Hauptargument eines von
ihnen, Galen, war gemäß al-Ghazali, dass sie über die ganze Zeit hinweg
dieselbe Größe besäße, eine Tatsache, die beweise, dass sie nicht vergänglich
wäre, denn wenn sie es wäre, würde es Zeichen für ihren Zerfall geben und die
gäbe es nicht. Al-Ghazali sagte, dies sei kein gutes Argument, denn:
Erstens… wir können nicht garantieren, dass ein Ding nicht vergänglich
sei, wenn es nicht zerfällt; Zerfall ist nur eine Art des Vergehens, aber es
ist nicht unmöglich, dass etwas plötzlich vergeht, das zuvor seine vollständige
Form behalten hatte. Zweitens, auch wenn wir ihm gewähren, dass nichts ohne
Zerfall vergehen kann, woher kann er wissen, dass sie nicht irgendeinem Zerfall
unterliegt? Seine Berufung auf Beobachtungen ist nicht annehmbar, denn ihre
Masse (die Masse, die ihnen bekannt war) war ihnen nur annähernd bekannt. Wenn
die Sonne, von der gesagt wurde, sie sei einhundertundsiebzigmal so groß wie
die Erde oder größer, sich um die Größe von Gebirgen verkleinern würde, dann wäre das mit
den Sinnen nicht erfassbar. Also könnte sie vergehen, und sie könnte sich um
das Ausmaß ganzer Gebirge und noch mehr vermindern, aber unsere Sinne können es
nicht wahrnehmen....” (Al-Ghazali, 126)
Al-Ghazali’s Annahme, dass die Größe der
Sonne abnehmen könnte, war, wie wir heute sehen, eine ungewöhnliche
Vorhersehung dessen, was die Wissenschaft noch beweisen sollte. Wissenschaftler
erzählen uns heute, dass die Sonne tatsächlich vergeht, aber weit mehr, als er
gedacht hatte, und dass sie schließlich ganz verschwinden wird.
Der Energiebetrag, den die Sonne abgibt, ist so hoch, dass die Masse
der Sonne mit einer Rate von 4,3 Milliarde Kilogramm pro Sekunde abnimmt. Allerdings
ist dies dies ein so geringer Anteil an der Gesamtmasse der Sonne, dass die
Veränderung kaum feststellbar ist…
Von unserer Sonne wird angenommen, dass sie ungefähr 4,5 Milliarden
Jahre alt ist, und mit ihrer gegenwärtigen Aktiviät vermutlich noch weitere 4,5
Milliarden Jahre fortfahren wird. (Wheeler, 596)
Wenn die Himmelskörper nicht ewig sind ,
was ist denn dann ewig, die Substanzen, aus denen diese Körper gemacht sind?
Aber die Physiker haben entdeckt, dass diese aus Molekülen bestehen. Sind es
dann die Moleküle, die ewig sind? Nein, denn sie bestehen aus Atomen. Und was
ist mit den Atomen? Früher dachte man, sie seien unteilbar. Und als solche
die unveränderliche Materie, aus der alle Arten der vergänglichen Dinge
aufgebaut seien. Dies schien zumindest eine feste Grundlage zu sein, auf der
moderner Atheismus errichtet werden könnte.
Die Wissenschaft fuhr allerdings damit
fort, sich weiterzuentwickeln und enthielt in ihrem Fortschritt einiges, dass
die Atheisten behinderte. Es wurde bald festgestellt, dass Atome nicht die
unveränderlichen festen grundlegenden ewigen Bestandteile der Materie sind, wie
eine Zeit lang angenommen worden war. Wie alles andere sind auch sie teilbar;
sie bestehen aus untergeordneten Partikeln, die sich im Gegenzug noch weiter
zerlegen lassen. Gibt es bei dieser Teilbarkeit ein Ende? Niemand weiss es,
aber wenn es das gäbe, würde es den Atheisten nicht weiterhelfen, denn die
Wissenschaft hat nicht nur gezeigt, dass Atome und ihre Bestandteile teilbar
sind, sie hat die Trennung zwischen Materie und Energie aufgehoben. Daher ist
jedes Teilchen Materie, egel wie klein es ist, nicht nur theoretisch, sondern
auch praktisch in Energie umänderbar und umgekehrt. Das Endresultat ist, dass
es nichts wirklich Existentes gibt, auf das man sich berufen kann und von dem
man mit Sicherheit sagen kann: dies war schon immer so, wie es jetzt ist, und
wird immer weiter so sein.
Diese Entdeckung sollte an sich schon
ausreichen, um jegliche Hoffnung darauf zu zerschlagen, den Atheismus mit der
Ewigkeit von Materie zu begründen. Wenn nicht, dann tat es aber die Theorie
vom Urknall tatsächlich. Es war diese Theorie, die der ewigen Beständigkeit
irgendeines Teiles dieses Universums den Todesstoß gab. Warum?
Kosmologen glauben, dass der Urknall nicht nur die Erscheinung der
Materie und der Energie in einer vorher existierenden Leere repräsentiert,
sondern auch die Erschaffung von Raum und Zeit. Das Universum wurde nicht in
Zeit und Raum geschaffen; Zeit und Raum waren Teil des erschaffen Universums. (Davies,
123)
Das größte Mißverständnis über den Urknall ist, dass er als ein Haufen
Materie irgendwo in der Leere des Raumes begann. Es war nicht nur Materie, die
in dem Urknall geschaffen wurde. Es war Raum und Zeit, die erschaffen wurden.
Also wie die Zeit einen Anfang hatte, hatte auch der Raum einen Anfang.” (Boslouh,
46.)
Am Anfang war nichts, weder Zeit noch Raum, weder Sterne noch Planeten,
weder Felsen noch Pflanzen, weder Tiere noch Menschen. Alles kam aus der
Leere. (Fritzch, 3)
Die Frage nach der Existenz oder
Nicht-Existenz Gottes ist, wie wir sagten, nicht die Angelegenheit empirischer
Wissenschaft. Aber Wissenschaftler sind menschliche Wesen. Sie können nicht
dabei helfen, über die nicht-wissenschaftliche, also lebendige Tragweite ihrer
Wissenschaften nachzudenken. Sie können nicht einmal dabei helfen, Gefühle für
diese Tragweiten zu haben.
Jasrow sagt über Einstein:
Die Vorstellung von einem Universum, das sich vergrößert, beunruhigte
ihn, denn die verweist darauf, dass die Welt einen Anfang hatte. In einem
Brief an De Sitter schrieb Einstein: "Die Umstände eines expandierenden
Universums irritieren mich." … Dies ist eine seltsam emotionale Sprache
für ein paar mathematische Formeln. Ich vermute, dass die Vorstellung von
einem Beginn der Zeit Einstein wegen seiner theologischen Folgerungen störte. (Jasrow,
29.)
Gastro zitiert ähnliche Reaktionen anderer
Wissenschaftler, wie Eddington, der sagte: "die Vorstellung von einem
Anfang ist unvereinbar" für ihn (122), und schreibt seine emotionale
Reaktion der Tatsache zu, "dass sie es nicht ertragen; dass sie den
Gedanken an ein natürliches Phänomen, das nicht erklärt werden kann, nicht
ertragen" und kommentiert diese Reaktionen vom Wissenschaftlern, dass sie...
... eine interessante Zurschaustellung der Antwort der wissenschaftlichen
Auffassung – angeblich eine sehr objektive Auffassung – wenn Beweise, die von
der Wissenschaft selbst enthüllt werden, in Konflikt mit dem Glaubensbekenntnis
unseres Berufs treten. Es stellt sich heraus, dass der Wissenschaftler sich so
verhält, wie die anderen von uns, wenn unser Glauben mit den Beweisen im
Widerstreit steht. Wir sind irritiert, wir geben vor, der Konflikt würde nicht
existieren oder wir vertuschen ihn mit bedeutungslosem Gerede. (Jasrow,
15-16.)
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