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Ich erinnere mich immer noch an den Tag,
als ich zum ersten Mal einen Muslim traf. Einer der Jungs brachte brachte seinen
Freund mit zum Jugendhaus. Es war ein muslimischer Junge, dessen Namen ich
vergessen habe. Woran ich mich erinnere, ist, dass der Junge sagte: "Ich
habe meinen Freund so-wie-so mitgebracht, er ist Muslim und ich möchte ihm
helfen, Christ zu werden." Ich war absolut erstaunt über dieses 14
jährige Kind, es war so ruhig und freundlich! Glaubt es oder nicht, er
verteidigte sich UND den Islam gegen ein dutzend Christen, die über ihn
herfielen und ihn und den Islam beleidigten! Als wir dort erfolglos saßen, in
unseren Bibeln blätterten und immer wütender wurden, saß er einfach nur da,
lächelte ruhig und klärte uns über das Anbeten anderer neben Gott auf und wie;
ja, es gibt Liebe im Islam. Er wirkte wie eine Gazelle umkreist von einem
Dutzend Hyänen, aber die ganze Zeit blieb er ruhig, freundlich und
respektvoll. Das machte mich fast verrückt!
Der muslimische Junge ließ eine Kopie des
Quran auf dem Regal zurück, ob er ihn vergessen hat oder absichtlich liegen
ließ, weiß ich nicht, aber ich begann, darin zu lesen. Ich wurde bald wütend
auf dieses Buch, denn ich sah, dass es viel mehr Sinn machte als die Bibel. Ich
warf es gegen die Couch und ging fort, schäumend vor Wut; denn, nachdem ich es
gelesen hatte, hatte ich nagende Zweifel in meinem Inneren. Ich versuchte mein
Bestes, den muslimischen Jungen zu vergessen und einfach nur meine Zeit mit
meinen Freunden in dem Jugendhaus zu genießen. Die Jugendgruppe pflegte am
Wochenende zu verschiedenen Kirchen zu Gebetsveranstaltungen zu gehen, und die
Samstagnächte wurden in einer riesigen Kirche anstatt in einer Bar verbracht. Ich
kann mich an eine Veranstaltung mit dem Namen ´die Quelle´ erinnern, ich fühlte
mich Gott so nahe und wollte mich vor ihn als demütig erweisen und meinem
Schöpfer meine Liebe für ihn zeigen. Ich tat, was meinem Gefühl entsprach: ich
warf mich nieder. Ich warf mich wie die Muslime bei ihren täglichen Gebeten
nieder, das wusste ich allerdings nicht, alles, was ich wusste, war, dass ich
mich dabei richtig gut fühlte... es fühlte sich richtig an, richtiger als
alles, was ich je getan hatte. Ich fühlte mich sehr fromm und religiös und
versuchte, meinen Weg wie gewöhnlich weiterzugehen, aber wie immer begann ich
zu fühlen, wie mir die Dinge entglitten.
Der Pastor lehrte uns immer, wir sollten
uns dem Willen Gottes unterwerfen und ich wollte nichts lieber als das, aber
ich wußte nicht, wie! Ich betete immer: "Bitte Gott, mach, dass mein
Wille der Deine sei, lass mich Deinem Willen folgen" und so weiter, aber
nichts geschah. Ich fühlte langsam, wie ich mich von der Kirche entfernte,
als mein Glaube verebbte. Es war zu jener Zeit, als mein bester Freund, der
Christ, der mir geholfen hatte, zum Christentum zu finden, zusammen mit einem
anderen engen Freund, meine Freundin vergewaltigte, mit der ich seit zwei
Jahren zusammen gewesen war. Ich war in dem anderen Zimmer und zu betrunken,
um zu wissen, was vorging und unfähig, um etwas zu unternehmen. Ein paar
Wochen später stellte sich heraus, dass der Mann, der das Jugendhaus führte, einen
der Jungen, mit dem ich befreundet war, belästigt hatte.
Meine Welt erbebte! Ich war von so vielen
meiner Freunde betrogen worden, Menschen, von denen ich gedacht hatte, sie
seien Gott nahe und arbeiteten sich auf das Paradies zu. Ich hatte nichts mehr
zu geben, ich war jetzt leer. Ich lief herum wie zuvor, blind und ohne
Richtung, nur arbeiten und schlafen und feiern. Meine Freundin und ich machten
bald darauf Schluss. Meine Schuld, meine Wut und meine Trauer erfüllte mein
ganzes Wesen. Wie konnte mein Schöpfer erlauben, dass mir so etwas widerfuhr?
Wie selbstsüchtig ich doch war?!
Kurze Zeit darauf erzählte mein Manager
bei der Arbeit, dass ein "Muslim" mit uns arbeiten würde, er sei
wirklich religiös und wir sollten versuchen, freundlich zu ihm zu sein. Von
der ersten Minute an, als dieser "Muslim" kam, begann er, Da´wah zu
machen. Er ließ keine Zeit verstreichen, ohne uns alles vom Islam zu erzählen,
und jeder sagte ihm, er wolle nichts vom Islam hören, nicht so ich! Meine
Seele schrie laut und sogar meine Dickköpfigkeit konnte die Schreie nicht
unterdrücken! Wir begannen, zusammen zu arbeiten und über unsere
unterschiedliche Glauben zu diskutieren. Ich hatte das Christentum vollkommen
aufgegeben, aber als er mit Fragen stellte, loderte mein Glaube wieder auf und
ich fühlte mich wie ein "Kreuzritter", der seinen Glauben gegen diesen
bösen "Muslim" verteidigte.
Tatsache war, dass eben dieser
"Muslim" nicht so böse war, wie mir erzählt worden war. Eigentlich
war er besser als ich. Er schwor nicht, er wurde nie wütend und war immer
ruhig, freundlich und respektvoll. Ich war wirklich beeindruckt und entschloss
mich, dass er ein exzellenter Christ sein würde. Wir fragten uns gegenseitig
über unsere Religionen aus, aber nach einer Zeit bemerkte ich, wie ich mehr und
mehr defensiv wurde. An einem Punkt wurde ich sehr wütend… ich versuchte ihn,
von der Wahrhaftigkeit des Christentums zu überzeugen, und ich fühlte, dass er
es war, der auf dem wahren Weg war. Ich fing an, mehr und mehr verwirrt zu
werden und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Alles, was ich wusste, war,
dass ich meinen Glauben stärken musste, also sprang ich in mein Auto und
brauste zur "Quelle". Ich war davon überzeugt, dass wenn ich dort
wieder beten könnte, würde ich das Gefühl und den starken Glauben wieder
bekommen, und dann würde ich den Muslim vom Christentum überzeugen können. Als
ich endlich dort ankam, nach der langen Fahrt, sah ich, dass sie geschlossen
war! Niemand war zu sehen, ich blickte mich krampfhaft nach anderen ähnlichen
Veranstaltungen um, damit ich wieder "auftanken" konnte – aber ich
fand nichts. Niedergeschlagen kehrte ich nach Hause zurück.
Ich begann, zu realisieren, dass ich in
eine bestimmte Richtung gedrängt wurde, so betete ich wieder und wieder zu
meinem Schöpfer, damit Er meinen Willen Seinem unterstellt. Ich fühlte, dass
mein Gebet beantwortet wurde; ich ging nach Hause und legte mich in mein Bett
und genau in jenem Augenblick wurde mir klar, dass ich beten musste, wie
niemals zuvor. Ich setzte mich in meinem Bett auf und schrie: ´Jesus, Gott,
Buddha, wer auch immer Du bist, bitte, bitte leite mich, ich brauche Dich! Ich
habe in meinem Leben so viel Schlimmes getan, und ich brauche Deine Hilfe. Wenn
das Christentum der richtige Weg ist, dann bestärke mich und wenn es der Islam
ist, dann bring mich zu ihm!´ Ich hörte auf, zu beten, die Tränen versiegten
und tief in meiner Seele fühlte ich Ruhe, nun wusste ich die Antwort. Am
nächsten Tag ging ich zur Arbeit und sagte zu dem muslimischen Bruder:
"Wie sage ich ´hi´ zu dir?" Er fragte mich, was ich meinte, und ich
sagte: "Ich möchte Muslim werden." Er sah mich an und sagte:
"Allahu Akbar!" Wir umarmten uns eine gute Minute oder so und ich
dankte ihm für alles und begann meine Reise zum Islam.
Ich blicke auf alle Ereignisse, die mir in
meinem ganzen Leben geschehen waren, zurück und mir wird bewusst, dass ich die
ganze Zeit darauf vorbereitet wurde, Muslim zu werden. Mir wurde so viel Gnade
von Gott zuteil! In allem, was in meinem Leben passierte, war etwas zu
lernen. Ich lernte die Schönheit des Islamischen Verbots für Alkohol, des
Verbots für illegalen Sex und den Bedarf für den Hijab kennen. Endlich
schwanke ich nicht mehr, ich tendiere nicht mehr zu sehr in eine Richtung; ich
lebe ein ausgeglichenes Leben und tue mein Bestes, um ein anständiger Muslim zu
sein.
Es gibt immer Herausforderungen, ich bin
sicher, viele von euch fühlen das auch, genau wie ich. Aber durch diese
Herausforderungen, durch diese emotionalen Schmerzen, werden wir stärker, wir
lernen und, so hoffe ich, wenden uns Gott zu. Jene von uns, die den Islam an
irgendeinem Punkt ihres Lebens angenommen haben, sind wirklich gesegnet und
glücklich. Uns wurde eine Chance gegeben, eine Chance auf die allergrößte
Gnade! Eine Gnade, auf die wir keinen Anspruch haben, sondern die uns Gott,
wenn Er will, am Tag der Wiedererweckung zukommen lässt. Ich habe mich mit
meiner Familie wieder versöhnt und einen neuen Anfang gemacht, so Gott will. Der
Islam ist tatsächlich eine Lebensweise, und auch wenn wir unter der schlechten
Behandlung seitens unserer Mit-Muslime oder der Nicht-Muslime leiden, müssen
wir uns immer daran erinnern, geduldig zu sein und uns nur Gott zuwenden.
Wenn ich etwas gesagt haben sollte, das
nicht richtig ist, so ist es von mir, und wenn ich etwas Richtiges gesagt habe,
ist es von Gott; aller Lob und Preis gebührt Gott und mögen Gottes Gnade und
Segen mit unserem edlen Propheten Muhammad sein, Amin.
Möge Gott unseren Glauben vermehren und
ihn mit dem, was Ihm gefällt, übereinstimmen lassen und uns Sein Paradies
gewähren, Amin!
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