Craig Robertson, ExKatholik, Kanada (teil 1 von 2): vom Schlechten zum Schlimmeren
|
   
Beschreibung: Nachdem er in einem katholischen Haushalt aufgewachsen war und viel Zeit seiner frühen Kindheit in der Kirche verbracht hatte, verleugnet Craig den Glauben und geht auf die Straße.
von Craig Robertson
Veröffentlicht am 15 Sep 2008 - Zuletzt verändert am 15 Sep 2008
Gesehen: 2218 (Tagesmittelwerte: 5) - Bewertung: 4.3 von 5 - Bewertet von: 8 Gedruckt: 149 - Emailed: 4 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Geschichten von neuen Muslimen
> Männer
|
|
Mein Name ist Abdullah Al-Kanadi. Ich bin
in Vancouver, Kanada, geboren. Meine Familie, römisch-katholisch, erzogen mich
als Katholiken, bis ich 12 Jahre alt war. Ich bin seit etwa sechs Jahren
Muslim und ich würde euch gern die Geschichte von meiner Reise zum Islam
mitteilen.
Ich denke, es ist bei jeder Geschichte das
beste, mit dem Anfang zu beginnen. Während meiner Kindheit ging ich zu einer
religiösen katholischen Schule, wo ich neben anderen Dingen vieles über den
katholischen Glauben lernte. Religion war immer mein Lieblingsfach gewesen;
ich war in den akademischen Lehren der Kirche ausgezeichnet. Ich war schon
sehr jung durch meine Eltern gezwungen, den Dienst als ´Altarjunge´ auszuüben,
was meinen Großeltern unglaublich gefiel, aber je mehr ich über meine Religion
lernte, desto mehr hinterfragte ich sie! Ich kann mich noch genau an meine
Kindheit erinnern, ich fragte meine Mutter sehr oft: "Ist unsere Religion
die Richtige?" Die Antwort meiner Mutter klingt mir noch heute in den
Ohren: "Craig, sie sind alle gleich, sie sind alle gut!" Nun, mir
schien das nicht richtig zu sein. Warum lernte ich meine Religion, wenn sie
alle gleich gut waren!?
Als ich zwölf war, wurde bei meiner
Großmutter mütterlicherseits Darmkrebs diagnostiziert und wenige Monate darauf
starb sie nach einem schmerzvollen Kampf mit der Krankheit. Ich bemerkte nie
wirklich, wie mich ihr Tod noch lange Zeit später in meinem Leben
beeinflusste. In dem zarten Alter von zwölf entschied ich mich, Atheist zu
sein, um Gott zu bestrafen (wenn du so etwas auch nur ermessen kannst!). Ich
war ein wütender kleiner Junge; ich war wütend auf diese Welt, auf mich und das
Schlimmste von allem, auf Gott. Ich stolperte durch meine frühen Teenagerjahre
und versuchte, alles zu tun, um meine neuen "Freunde" an der
öffentlichen High School zu beeindrucken. Mir wurde schnell gewahr, dass ich
noch eine Menge zu lernen hatte, denn unter dem Schutz einer religiösen Schule
lernt man nicht, was man auf einer öffentlichen Schule lernt. Ich zwang alle
meine Freunde mir all die Dinge beizubringen, die ich noch nicht kannte, und
bald nahm ich die Verhaltensweisen an, zu schwören und mich über die Schwachen
lustig zu machen. Obwohl ich mein Bestes tat, mich anzupassen, gelang es mir
nie wirklich. Ich wurde eingeschüchtert, die Mädchen hielten mich zum Narren
und so weiter. Für einen Jungen in meinem Alter war das zerstörend. Ich zog
mich in mein "emotionales Schneckenhaus" zurück.
Meine Teenagerjahre waren von Elend und
Einsamkeit erfüllt. Meine armen Eltern versuchten, mit mir zu reden, aber ich
war zu ihnen kampfbereit und sehr respektlos. Ich schloss im Sommer 1996 die
Highschool ab und fühlte, dass sich die Dinge zum Besseren kehren mussten, denn
ich glaubte, dass es nicht noch schlimmer werden konnte! Ich wurde an der
örtlichen Technikerschule angenommen und ich entschied mich dafür, eine
Ausbildung zu machen und eventuell gutes Geld zu verdienen, damit ich glücklich
werden würde. Ich nahm einem Job in einem Fastfood Restaurant in der Nähe an, um
für die Schule zu bezahlen.
Ein paar Wochen bevor die Schule anfangen
sollte, luden mich ein paar Freunde von der Arbeit ein, mit ihnen
zusammenzuziehen. Dies schien mir die Lösung für meine Probleme zu sein! Ich
würde meine Familie vergessen und die ganze Zeit mit meinen Freunden
verbringen. Eines Abends erzählte ich meinen Eltern, dass ich ausziehen
werde. Sie sagten mir, ich könne das nicht, und ich wäre noch nicht bereit
dafür und sie würden es nicht erlauben! Ich war zu dieser Zeit 17 Jahre alt. Ich
fühlte mich durch meine neue Freiheit ermutigt, ich fühlte mich erleichtert,
und ich konnte meinen Wünschen folgen, wie ich es mir passte. Ich zog mit
meinen Freunden zusammen und sprach lange Zeit darauf nicht mehr mit meinen
Eltern.
Ich arbeitete und ging zur Schule, als
meine Mitbewohner mir Marijuana anboten. Ich liebte es vom ersten Zug an! Ich
rauchte ein bisschen, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, um mich zu
entspannen und wieder in Ordnung zu kommen. Bald aber begann ich, mehr und
mehr zu rauchen, bis ich an einem Wochenende so viel geraucht hatte, dass es
Montagmorgen war und bevor ich es bemerkte, war es Zeit für die Schule. Ich
dachte, nun, ich werde einen Tag frei nehmen und gehe am nächsten Tag wieder,
vielleicht werden sie mich nicht vermissen. Ich ging darauf nie wieder zur
Schule. Schließlich wurde mir klar, wie gut ich es hatte. All das Fastfood,
das ich stehlen konnte und all die Drogen, die ich rauchen konnte, wer brauchte
da noch Schule?
Ich lebte ein großartiges Leben, so dachte
ich, ich wurde der typische "böse Junge" bei der Arbeit und dem
entsprechend begannen die Mädchen, mir mehr als jemals in der Highschool zuvor
Aufmerksamkeit zu schenken. Ich probierte härtere Drogen, aber alhamdulillah,
ich wurde vor den furchtbar starken Stoffen bewahrt. Das Seltsame war, wenn
ich nicht high oder betrunken war, fühlte ich mich jämmerlich. Ich fühlte mich
wertlos und aller sittlichen Werte völlig beraubt. Ich stahl von der Arbeit
und von Freunden, um den "chemischen Rausch" aufrechtzuerhalten. Ich
bekam Verfolgungswahn vor den Menschen, die mich umgaben und bildete mir ein,
Polizeibeamte beobachteten mich hinter jeder Ecke. Ich begann zu zweifeln und
brauchte eine Lösung, und ich stellte mir vor, dass die Religion mir helfen
wuerde.
Ich kann mich daran erinnern, einen Film
über Hexerei gesehen zu haben und ich dachte, das wäre etwas für mich. Ich
kaufte ein paar Bücher über Wicca und Naturanbetung und fand heraus, dass sie
zur Verwendung natürlicher Drogen ermunterten, also machte ich weiter. Leute
fragten mich, ob ich an Gott glaube, und hatten die seltsamsten Unterhaltungen
mit mir unter dem "Einfluss", aber ich erinnere mich ganz deutlich,
"nein" gesagt zu haben, ich würde wirklich nicht an Gott glauben, ich
glaubte an viele Götter, genauso unvollkommen, wie ich es bin.
In dieser Zeit gab es einen Freund, der
wirklich zu mir hielt. Er war ein "wiedergeborener" Christ und
predigte mir, auch wenn ich mich bei jeder Gelegenheit über seinen Glauben
lustig machte. Er war der einzige Freund, den ich hatte, der mich nicht
verurteilte, als er mich daher einlud, mit ihm zu einem Jugend Wochenendcamp zu
kommen, entschloss ich mich, mitzukommen. Ich hatte keine Erwartungen. Ich
dachte, ich würde eine Menge Spaß daran haben, mich über all die "Bibelkerle"
lustig zu machen. Am zweiten Abend hatten sie einen großen Gottesdienst in
einem Hörsaal. Sie spielten alle Arten von Musik, um Gott zu preisen. Ich
beobachtete, wie jung und alt, Mann und Frau um Vergebung baten und wegen jeder
Sache Tränen vergossen. Ich war wirklich bewegt, und ich sprach ein stilles
Gebet so in etwa: "Gott, ich weiß, ich war ein schrecklicher Mensch, bitte
hilf mir und vergib mir und lass mich noch einmal neu anfangen. Ich fühlte,
wie mich eine Welle der Gefühle überkam, und ich fühlte Tränen auf meinen
Wangen. Ich entschloss mich in jenem Augenblick, Jesus Christus als meinen
persönlichen Herrn und Erlöser anzuerkennen. Ich erhob meine Hände in die Luft
und begann herumzutanzen (ja, richtig zu tanzen!). Alle Christen um mich herum
starrten mich erstaunt an; der Junge, der sich über sie lustig gemacht und
ihnen vorgehalten hat, wie dumm sie doch seien, an Gott zu glauben, tanzte und
pries Gott!
Ich kehrte in meine Wohngemeinschaft
zurück und enthielt mich aller Drogen, Alkoholika und Mädchen. Ich erzählte
gleich meinen Freunden, dass sie Christen sein müssten, um gerettet zu sein. Ich
war schockiert, als sie mich zurückwiesen, denn sie hatten mit vorher immer
Aufmerksamkeit geschenkt. Es endete damit, dass ich nach langer Abwesenheit
wieder zu meinen Eltern zog und pflegte, sie mit Gründen, warum sie Christen
werden sollten, zu quälen. Dadurch dass sie Katholiken waren, fühlten sie sich
bereits als Christen, aber ich fühlte, dass sie das nicht waren, denn sie
beteten Heilige an. Ich entschied mich, wieder auszuziehen, aber dieses Mal
mit einem besseren Verhältnis und mein Großvater gab mir einem Job, um mich bei
meiner "Wiedereingliederung" zu helfen.
Ich begann, in einem Christlichen
Jugendhaus zu wohnen, das Teenager aufnahm, die dem Familienstress entfliehen
und über das Christentum diskutieren wollten. Ich war älter als die meisten
Jungen, und so war ich einer von denen, die am meisten sprachen und versuchten,
den anderen Jungen das Gefühl zu vermitteln, willkommen zu sein. Abgesehen
davon fühlte ich mich wie ein Betrüger, denn ich begann wieder, zu trinken und
Verabredungen zu haben. Ich erzählte den Kindern von Jesus Liebe für sie und
nachts trank ich. Und in der ganzen Zeit versuchte mein christlicher Freund,
mich zu beraten und auf dem rechten Weg zu halten.
|
Craig Robertson, Ex-Katholik, Kanada (teil 2 von 2): Lernen zu akzeptieren
|
   
Beschreibung: Nachdem er seinen Weg zum Christentum zurückgefunden hat, wird Craig von seinen Freunden betrogen und ist wieder verloren, bis er bei seiner Arbeit mit einem Muslim zusammentrifft.
von Craig Robertson
Veröffentlicht am 15 Sep 2008 - Zuletzt verändert am 15 Sep 2008
Gesehen: 1630 (Tagesmittelwerte: 4) - Bewertung: 3.8 von 5 - Bewertet von: 4 Gedruckt: 128 - Emailed: 1 - Kommentiert am: 0
Kategorie: Artikel
> Geschichten von neuen Muslimen
> Männer
|
|
Ich erinnere mich immer noch an den Tag,
als ich zum ersten Mal einen Muslim traf. Einer der Jungs brachte brachte seinen
Freund mit zum Jugendhaus. Es war ein muslimischer Junge, dessen Namen ich
vergessen habe. Woran ich mich erinnere, ist, dass der Junge sagte: "Ich
habe meinen Freund so-wie-so mitgebracht, er ist Muslim und ich möchte ihm
helfen, Christ zu werden." Ich war absolut erstaunt über dieses 14
jährige Kind, es war so ruhig und freundlich! Glaubt es oder nicht, er
verteidigte sich UND den Islam gegen ein dutzend Christen, die über ihn
herfielen und ihn und den Islam beleidigten! Als wir dort erfolglos saßen, in
unseren Bibeln blätterten und immer wütender wurden, saß er einfach nur da,
lächelte ruhig und klärte uns über das Anbeten anderer neben Gott auf und wie;
ja, es gibt Liebe im Islam. Er wirkte wie eine Gazelle umkreist von einem
Dutzend Hyänen, aber die ganze Zeit blieb er ruhig, freundlich und
respektvoll. Das machte mich fast verrückt!
Der muslimische Junge ließ eine Kopie des
Quran auf dem Regal zurück, ob er ihn vergessen hat oder absichtlich liegen
ließ, weiß ich nicht, aber ich begann, darin zu lesen. Ich wurde bald wütend
auf dieses Buch, denn ich sah, dass es viel mehr Sinn machte als die Bibel. Ich
warf es gegen die Couch und ging fort, schäumend vor Wut; denn, nachdem ich es
gelesen hatte, hatte ich nagende Zweifel in meinem Inneren. Ich versuchte mein
Bestes, den muslimischen Jungen zu vergessen und einfach nur meine Zeit mit
meinen Freunden in dem Jugendhaus zu genießen. Die Jugendgruppe pflegte am
Wochenende zu verschiedenen Kirchen zu Gebetsveranstaltungen zu gehen, und die
Samstagnächte wurden in einer riesigen Kirche anstatt in einer Bar verbracht. Ich
kann mich an eine Veranstaltung mit dem Namen ´die Quelle´ erinnern, ich fühlte
mich Gott so nahe und wollte mich vor ihn als demütig erweisen und meinem
Schöpfer meine Liebe für ihn zeigen. Ich tat, was meinem Gefühl entsprach: ich
warf mich nieder. Ich warf mich wie die Muslime bei ihren täglichen Gebeten
nieder, das wusste ich allerdings nicht, alles, was ich wusste, war, dass ich
mich dabei richtig gut fühlte... es fühlte sich richtig an, richtiger als
alles, was ich je getan hatte. Ich fühlte mich sehr fromm und religiös und
versuchte, meinen Weg wie gewöhnlich weiterzugehen, aber wie immer begann ich
zu fühlen, wie mir die Dinge entglitten.
Der Pastor lehrte uns immer, wir sollten
uns dem Willen Gottes unterwerfen und ich wollte nichts lieber als das, aber
ich wußte nicht, wie! Ich betete immer: "Bitte Gott, mach, dass mein
Wille der Deine sei, lass mich Deinem Willen folgen" und so weiter, aber
nichts geschah. Ich fühlte langsam, wie ich mich von der Kirche entfernte,
als mein Glaube verebbte. Es war zu jener Zeit, als mein bester Freund, der
Christ, der mir geholfen hatte, zum Christentum zu finden, zusammen mit einem
anderen engen Freund, meine Freundin vergewaltigte, mit der ich seit zwei
Jahren zusammen gewesen war. Ich war in dem anderen Zimmer und zu betrunken,
um zu wissen, was vorging und unfähig, um etwas zu unternehmen. Ein paar
Wochen später stellte sich heraus, dass der Mann, der das Jugendhaus führte, einen
der Jungen, mit dem ich befreundet war, belästigt hatte.
Meine Welt erbebte! Ich war von so vielen
meiner Freunde betrogen worden, Menschen, von denen ich gedacht hatte, sie
seien Gott nahe und arbeiteten sich auf das Paradies zu. Ich hatte nichts mehr
zu geben, ich war jetzt leer. Ich lief herum wie zuvor, blind und ohne
Richtung, nur arbeiten und schlafen und feiern. Meine Freundin und ich machten
bald darauf Schluss. Meine Schuld, meine Wut und meine Trauer erfüllte mein
ganzes Wesen. Wie konnte mein Schöpfer erlauben, dass mir so etwas widerfuhr?
Wie selbstsüchtig ich doch war?!
Kurze Zeit darauf erzählte mein Manager
bei der Arbeit, dass ein "Muslim" mit uns arbeiten würde, er sei
wirklich religiös und wir sollten versuchen, freundlich zu ihm zu sein. Von
der ersten Minute an, als dieser "Muslim" kam, begann er, Da´wah zu
machen. Er ließ keine Zeit verstreichen, ohne uns alles vom Islam zu erzählen,
und jeder sagte ihm, er wolle nichts vom Islam hören, nicht so ich! Meine
Seele schrie laut und sogar meine Dickköpfigkeit konnte die Schreie nicht
unterdrücken! Wir begannen, zusammen zu arbeiten und über unsere
unterschiedliche Glauben zu diskutieren. Ich hatte das Christentum vollkommen
aufgegeben, aber als er mit Fragen stellte, loderte mein Glaube wieder auf und
ich fühlte mich wie ein "Kreuzritter", der seinen Glauben gegen diesen
bösen "Muslim" verteidigte.
Tatsache war, dass eben dieser
"Muslim" nicht so böse war, wie mir erzählt worden war. Eigentlich
war er besser als ich. Er schwor nicht, er wurde nie wütend und war immer
ruhig, freundlich und respektvoll. Ich war wirklich beeindruckt und entschloss
mich, dass er ein exzellenter Christ sein würde. Wir fragten uns gegenseitig
über unsere Religionen aus, aber nach einer Zeit bemerkte ich, wie ich mehr und
mehr defensiv wurde. An einem Punkt wurde ich sehr wütend… ich versuchte ihn,
von der Wahrhaftigkeit des Christentums zu überzeugen, und ich fühlte, dass er
es war, der auf dem wahren Weg war. Ich fing an, mehr und mehr verwirrt zu
werden und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Alles, was ich wusste, war,
dass ich meinen Glauben stärken musste, also sprang ich in mein Auto und
brauste zur "Quelle". Ich war davon überzeugt, dass wenn ich dort
wieder beten könnte, würde ich das Gefühl und den starken Glauben wieder
bekommen, und dann würde ich den Muslim vom Christentum überzeugen können. Als
ich endlich dort ankam, nach der langen Fahrt, sah ich, dass sie geschlossen
war! Niemand war zu sehen, ich blickte mich krampfhaft nach anderen ähnlichen
Veranstaltungen um, damit ich wieder "auftanken" konnte – aber ich
fand nichts. Niedergeschlagen kehrte ich nach Hause zurück.
Ich begann, zu realisieren, dass ich in
eine bestimmte Richtung gedrängt wurde, so betete ich wieder und wieder zu
meinem Schöpfer, damit Er meinen Willen Seinem unterstellt. Ich fühlte, dass
mein Gebet beantwortet wurde; ich ging nach Hause und legte mich in mein Bett
und genau in jenem Augenblick wurde mir klar, dass ich beten musste, wie
niemals zuvor. Ich setzte mich in meinem Bett auf und schrie: ´Jesus, Gott,
Buddha, wer auch immer Du bist, bitte, bitte leite mich, ich brauche Dich! Ich
habe in meinem Leben so viel Schlimmes getan, und ich brauche Deine Hilfe. Wenn
das Christentum der richtige Weg ist, dann bestärke mich und wenn es der Islam
ist, dann bring mich zu ihm!´ Ich hörte auf, zu beten, die Tränen versiegten
und tief in meiner Seele fühlte ich Ruhe, nun wusste ich die Antwort. Am
nächsten Tag ging ich zur Arbeit und sagte zu dem muslimischen Bruder:
"Wie sage ich ´hi´ zu dir?" Er fragte mich, was ich meinte, und ich
sagte: "Ich möchte Muslim werden." Er sah mich an und sagte:
"Allahu Akbar!" Wir umarmten uns eine gute Minute oder so und ich
dankte ihm für alles und begann meine Reise zum Islam.
Ich blicke auf alle Ereignisse, die mir in
meinem ganzen Leben geschehen waren, zurück und mir wird bewusst, dass ich die
ganze Zeit darauf vorbereitet wurde, Muslim zu werden. Mir wurde so viel Gnade
von Gott zuteil! In allem, was in meinem Leben passierte, war etwas zu
lernen. Ich lernte die Schönheit des Islamischen Verbots für Alkohol, des
Verbots für illegalen Sex und den Bedarf für den Hijab kennen. Endlich
schwanke ich nicht mehr, ich tendiere nicht mehr zu sehr in eine Richtung; ich
lebe ein ausgeglichenes Leben und tue mein Bestes, um ein anständiger Muslim zu
sein.
Es gibt immer Herausforderungen, ich bin
sicher, viele von euch fühlen das auch, genau wie ich. Aber durch diese
Herausforderungen, durch diese emotionalen Schmerzen, werden wir stärker, wir
lernen und, so hoffe ich, wenden uns Gott zu. Jene von uns, die den Islam an
irgendeinem Punkt ihres Lebens angenommen haben, sind wirklich gesegnet und
glücklich. Uns wurde eine Chance gegeben, eine Chance auf die allergrößte
Gnade! Eine Gnade, auf die wir keinen Anspruch haben, sondern die uns Gott,
wenn Er will, am Tag der Wiedererweckung zukommen lässt. Ich habe mich mit
meiner Familie wieder versöhnt und einen neuen Anfang gemacht, so Gott will. Der
Islam ist tatsächlich eine Lebensweise, und auch wenn wir unter der schlechten
Behandlung seitens unserer Mit-Muslime oder der Nicht-Muslime leiden, müssen
wir uns immer daran erinnern, geduldig zu sein und uns nur Gott zuwenden.
Wenn ich etwas gesagt haben sollte, das
nicht richtig ist, so ist es von mir, und wenn ich etwas Richtiges gesagt habe,
ist es von Gott; aller Lob und Preis gebührt Gott und mögen Gottes Gnade und
Segen mit unserem edlen Propheten Muhammad sein, Amin.
Möge Gott unseren Glauben vermehren und
ihn mit dem, was Ihm gefällt, übereinstimmen lassen und uns Sein Paradies
gewähren, Amin!
|
|