Der Brief des Propheten an den Kaiser von Byzanz (teil 1 von 3): Eine Einführung
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Beschreibung: Der Hintergrund und der Zusammenhang in dem der Brief geschrieben wurde, die Botschaft, die er enthielt und wie er aufgenommen wurde.
von Jeremy Boulter (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 13 Jun 2011 - Zuletzt verändert am 29 Apr 2012
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> Der Prophet Muhammad
> Beweise für sein Prophetentum
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> Beweis für die Wahrhaft-igkeit des Islam
> Beweise für Muhammads Prophetentum
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Gliederung dieses Artikels
Dieser Artikel besteht aus einem ersten
Teil, der den Hintergrund und den Zusammenhang zweier Geschichten enthält, die
im zweiten und dritten Teil des Artikels berichtet werden. Die Hauptgeschichte
ist die Überlieferung von Abu Sufyan ibn Harb an Abdullah ibn Abbas über sein
Zusammentreffen mit Heraklius in Jerusalem, wovon in der Sammlung von Sahih
al-Bukhary berichtet wird. Dieser Überlieferung beigefügt ist eine andere,
deren Quelle der Gouverneur von Jerusalem, ibn al-Natur, war. Aus den
Geschehenissen, die in jeder Geschichte berichtet werden, scheint
offensichtlich zu sein, dass die Einladung zum Islam an Heraklius und sein Volk
in Homs zu einem späteren Datum stattfand als das Treffen mit Abu Sufyan in
Jerusalem. Allerdings scheint ebenfalls klar zu sein, dass Heraklius nach Abu
Sufyan rufen haben lassen muss, nachdem er von der Nachricht von einem
Propheten in Arabien gehört hatte. Außerdem steht zweifellos fest, dass als
Abu Sufyan Heraklius traf, der letztere im Besitz des Briefes vom Propheten
war. Daher habe ich die Erzählung von ibn al-Natur in zwei Episoden geteilt,
die zufällig an zwei unterschiedlichen Orten stattfanden. Die erste Episode
fand in Jerusalem statt, vor dem Treffen dort von Abu Sufyan mit Heraklius,
während das zweite in Homs, nachdem Heraklius Jerusalem verlassen hatte. Ich
habe die geteilten Erzählungen vor und nach Abu Sufyans Geschichte zitiert.
Beide Geschichten wurden von ibn Abbas überliefert.
Abu Sufyan ibn Harb
Obwohl Abu Sufyan schließlich den
Islam angenommen hat, war er den größten Teil seiner Karriere zu Lebzeiten des
Propheten ein erbitterter Feind. Er war der Führer des Umayyiden-Klans der
Stammes der Quraisch, was ihn zu einem der mächtigsten Männer von Mekka während
des Lebens des Muhammads machte. Sein Urgroßvater war Abdul Shams ibn Abd
al-Manaf, dessen Bruder Haschim war, der Urgroßvater Muhammads, also waren sie
beide entfernte Kousins. Abu Sufyans Stellung war es, die ihn zum Feind
Muhammads machte, den er als Bedrohung seiner Macht und als Gotteslästerer
gegenüber den Götzen der Quraisch betrachtete. Die Feindschaft zwischen den
Quraisch, dessen bekannter Führer Abu Sufyan war, und den frühen Muslimen
erreichte solche Höhen, dass viele Schlachten zwischen den beiden Seiten
ausgetragen wurden, nachdem die Muslime in Medina sesshaft geworden waren; an
diesen nahm er teil, und er war es, der das Heer der Quraisch in der Schlacht
von Uhud 625 nChr angeführt hat. Nach dem Abkommen von Hudaybiyya 628nChr nahm
er eine Handelskaravane nach Syrien und wurde vom Kaiser nach Jerusalem
gerufen. In der Zwischenzeit wurde das Abkommen mit Muhammad von den
Verbündeten der Quraisch gebrochen, als Abu Sufyan auf dem Rückweg nach Mekka
war. Er wusste, dass die Muslime nun eineinhalb Jahre früher vom Vertrag
befreit waren, er reiste persönlich nach Medina um zu versuchen zu retten, was
zu retten war. Aber er kam mit leeren Händen. Die Muslime griffen 630 nChr
Mekka an. Als er die Schrift auf der Wand sah, floh er aus der Stadt, aber
später kehrte er zurück, um den Islam anzunehmen.
Der Prophet und der Kaiser
Der Prophet Muhammad und der
Kaiser Heraklius waren Zeitgenossen. Nur 5 Jahre trennten die beiden, die in
ihren Sechzigern waren. Die Herrschaft des Heraklius war in militärischer
Hinsicht von Aufs und Abs gekennzeichnet. 609 nChr erhielt Muhammad mit 40 die
ersten Offenbarungen, die den Beginn seiner prophetischen Mission kennzeichneten.
610 nChr entthronte Heraklius Prokus als Kaiser und nahm seinen Platz ein, aber
der Anfang seiner Regierungszeit war zwischen 614 und 619 nChr von den
Niederlagen seiner Armeen in Palästina und der Türkei gekennzeichnet. Diese Niederlagen und der darauffolgende Sieg der Römer wurden in
jener Zeit im Qur´an erwähnt:
“Besiegt sind die Byzantiner in dem nahegelegenen Land, doch sie werden nach ihrer
Niederlage siegen
in wenigen Jahren -
Gottes ist die Herrschaft vorher und nachher -, und an jenem Tage werden sich
die Gläubigen freuen” (Quran 30:2-4)
Die Wiedereroberung durch die
Römer der Landstriche, die sie zuvor an Kisra abgetreten hatten, begann 625 und
endete 627 nChr mit einem Triumph. Im folgenden Jahr sandte Muhammad den
folgenden Brief an Heraklius durch die Hand von Dihya al-Kalbi, über den
Gouverneur von Bostra al-Scham, in Syrien.
Der Brief
Der Brief, den Muhammad schickte,
ist Teil des Berichts Abu Sufyans und ich schreibe ihn unten Wort für Wort, so
wie Heraklius vor allen seinen Größen verlesen hat.
Im Namen
Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Dieser
Brief von Muhammad, dem Diener Gottes und Sein Gesandter, an Heraklius, den
Herrscher der Byzantiner.
Friede
sei auf dem, der der Rechtleitung folgt.
Ich lade
dich zum Islam ein. Akzeptiere den Islam und du wirst sicher sein. Gott wird
dir eine doppelte Belohnung zukommen lassen. Wenn du dich aber von der
Botschaft Gottes trennst, wirst du die Sünden aller deiner Anhänger tragen. Daher dränge ich dich, folgendes zu beachten:
“Sag:
O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort:
dass wir niemandem dienen außer Gott und Ihm nichts beigesellen und sich nicht
die einen von uns die anderen zu Herren außer Gott nehmen. Doch wenn die sich
abkehren, dann sagt: Bezeugt, dass wir (Gott) ergeben sind.”
Muhammad, der Gesandte Gottes
Im Gegensatz zu Chosrau II, der schon eher einen ähnlichen Brief
erhalten hatte, behielt der byzantiner Kaiser Heraklius den Brief und war
bemüht, eine Bestätigung bezüglich seines Inhalts zu finden. Dies ist eine
völlig andere Behandlung, die er dem Brief zuteil werden ließ, als Chosrau II
des Sassanidenreiches. Gemäß Abdullah ibn Abbas wurde der letztere mit Abdullah ibn Hudhafa al-Sahmi über den
Gouverneur von Bahrain geschickt.
“Da, als Chosrau den Brief
las, zerriss er ihn. Saied ibn al-Musaiyab sagte:
‘Der Prophet bat daraufhin Gott, Chosrau und seine Anhänger vollständig und
unerbittlich zu zerstören und zu zerstreuen.” (Sahieh Al-Bukhary)
Das Sassanidenreich löste sich fast sofort ganz und gar auf, erst durch
die Niederlage durch die Römer und dann durch den Angriff durch die junge
muslimische Nation. Das byzantiner Reich löste sich noch unter Heraklius auf
in Ägypten, Palästina und Syrien. Anders als das Reich der Sassaniden
allerdings bestand das byzantiner Reich in unterschiedlicher Form für etwa 800
Jahre weiter, bis Konstantinopel endgültig fiel und dies möglicherweise
aufgrund des Unterschieds, wie jeder auf die erhaltenen Briefe reagiert hatte.
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Der Brief des Propheten an den Kaiser von Byzanz (teil 2 von 3): Der Empfang
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Beschreibung: Die Vorzeichen und Nachrichten vom Propheten des Islam, die zu Heraklius kamen, und sein Überprüfen der Zeugnisse des Verfassers des Briefes.
von Jeremy Boulter (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 20 Jun 2011 - Zuletzt verändert am 20 Jun 2011
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Heraklius erhält Nachrichten von Muhammad
Ibn al-Natur war der Gouverneur Heraklius´
in Jerusalem, er war das Oberhaupt der Christen von Großsyrien. Ibn al-Natur berichtete
einmal, als er in Jerusalem war:
Heraklius stand eines Morgens
mit trauriger Laune auf. Einige der Priester fragten ihn warum.
Als einer, der Astrologie
praktizierte, hatte Heraklius versucht, die Zukunft zu erkunden.
Als Antwort auf ihre Frage
sagte er: “Letzte Nacht habe ich die Sterne betrachtet und ich sah, dass ein
Führer von denen, die die Beschneidung praktizieren, erschienen ist (und alles
erobern wird, was vor ihm war). Wer sind diejenigen, die die Beschneidung
praktizieren?”
Die Priester antworteten: “Außer
den Juden praktiziert keiner die Beschneidung und vor denen brauchst du dich
nicht zu fürchten; gib einfach Anweisung, jeden Juden, der sich im Land
aufhält, zu töten.”
Während sie darüber
diskutierten, wurde ein Abgesandter des Königs von Ghassan
hereingebracht, um die Nachrichten des Gesandten Gottes an Heraklius
zu überbringen.
(Diese Nachricht könnte dieser
Brief vom Propheten gewesen sein.)
Nachdem er die Nachrichten
gehörte hatte, befahl Heraklius dem Priester herauszufinden, ob der Gesandte
von Ghassan beschnitten sei. Nachdem sie ihn untersucht hatten, berichteten
sie, der Mann sei beschnitten. Da befragte Heraklius den Abgesandten über den
Brauch der Araber. Der Abgesandte antwortete: „Araber praktizieren auch die
Beschneidung.”
Als er dies hörte, sagte
Heraklius: “Die Herrschaft der Araber hat begonnen und ihr Königreich ist
dabei, sich zu bilden.”
Die folgende Geschichte wurde den
Überlieferungen der Gefährten des Propheten entnommen. Die Geschichte wurde
von Abu Sufyan an Abdullah Ibn Abbas weitergegeben, der sie anderen berichtete. Ibn Abbas war ein sehr ergebener Schüler Muhammads, Gottes Segen und
Frieden seien mit ihm, und ein hochangesehener Gelehrter des Qur´an.
Abu Sufyans Treffen mit Kaiser Heraklius
629nChr, drei Jahre vor dem Tod
des Gesandten Gottes, hat Heraklius Jerusalem zurückerobert, das, von dem
gesagt wird, es sei das Originalkreuz, das von den Christen hoch geachtet und
15 Jahre zuvor von Chosrau als Kriegsbeute genommen worden war, im Triumph
tragend. Als er dort residierte, kam ihm der Brief in die Hand, den Muhammad
vielleicht ein Jahr zuvor gesandt hatte. Daraufhin fragte er, ob jemand vom
Volke des Verfassers in dem Territorium, in dem er herrschte, anwesend sei und
ihm wurde von Abu Sufyans Handelskaravane aus Mekka berichtet, die in der Nähe
Handel trieb. Er und seine Gefährten wurden an den Gerichtshof des Imperators
nach Jerusalem gerufen, um vor Heraklius zu erscheinen, der seine Größen bei
sich hatte.
Die Fragen, die Heraklius stellte, und
ihre Antworten
Heraklius rief nach seinem
Übersetzer, um sie zu befragen. Er befahl ihm, zu fragen, wer von ihnen dem
Mann, der behauptete, ein Prophet zu sein, am nächsten sei.
Abu Sufyan antwortete: “Ich
bin sein engster Verwandter (von dieser Gruppe).”
Heraklius fragte: “Und wie
ist die Beziehung zwischen ihm und dir?”
Abu Sufyan sagte: “Er ist
mein (entfernter) Kousin väterlicherseits.”
Heraklius sagte: “Bringt ihn
näher!” und Abu Sufyans Gefährten wurden hinter ihm platziert, an seinen
Schultern. Dann befahl er seinem Übersetzer: “Sag seinen Gefährten, dass ich
ihn über den Mann befragen werde, der behauptet, ein Prophet zu sein. Wenn er
also eine Lüge spricht, so enttarnt sie sofort als Lüge.”
“Wie ist die Abstammung
dieses Mannes unter euch?” fuhr der römische Imperator fort.
“Er ist von edler Abstammung”,
antwortete Abu Sufyan.
Heraklius fragte weiter: “Hat
irgendjemand von euch zuvor dasselbe bahauptet wie er?” „Neigte er zum Lügen,
bevor er behauptete, was er behauptet?“ „War einer seiner Vorfahren ein König
gewesen?”
Auf jede Frage konnte Abu Sufyan nur
“Nein” antworten.
“Hören ihn die hochgeborenen
oder die niedrigen Leute?”
Abu Sufyan antwortete: “Die
machtlosen folgen ihm eher als die hochgeboren.”
Er sagte: “Nimmt ihre Zahl zu
oder ab?”
“Sie nimmt zu”, war die
Antwort.
Dann fragte er: “Wendet sich
irgendeiner von denen, die seine Religion angenommen haben, unzufrieden ab und
tritt nach einer Weile wieder aus?”
“Nein.”
Heraklius sagte: “Bricht er
Vereinbarungen?”
Der
Führer der Karavane antwortete: “Nein. Wir haben gerade
Waffenstillstand mit ihm, aber wir fürchten, er könnte uns betrügen. ”
Die
Befragung ging unermüdlich weiter: “Habt ihr jemals gegen
einander gekämpft?”
“Ja.”
“Wie sind die Schlachten
ausgegangen?”
“Manchmal gewinnt er die
Schlachten und manchmal gewinnen wir.”
“Was verlangt er, was ihr tun
sollt (in seinen Predigten)?“
“Er sagt uns, wir sollen nur
Gott Allein anbeten und Ihm nichts in der Anbetung beigesellen; und wir sollen
allen Götzen abschwören, die unsere Vorfahren uns geboten haben anzubeten. Er
befiehlt uns, zu beten, Almosen zu geben, den Anstand zu wahren, Versprechen
einzuhalten und die Verwandtschaftsbande zu wahren.”
Abu Sufyan gab später zu, dass er
über den Propheten gelogen hätte, wenn er nicht die Schande gefürchtet hätte, dass
seine Gefährten (die hinter ihm zuhörten) über ihn berichten würden, dass er
ein Lügner sei. Also antwortete er so ehrlich er konnte. Er erwähnte
ebenfalls an der Stelle, wo er fürchtete, Muhammad könnte ihn und diejenigen,
die er führe, betrügen, sei die einzige Gelegenheit gewesen, etwas Negatives
gegen ihn zu sagen.
Der Imperator wertet die Befragung aus
Nachdem er die Befragung Abu
Sufyans über den Propheten beendet hatte, entschied sich Heraklius, ihm
mitzuteilen, was er aus seiner Befragung geschlussfolgert hatte. Sein
Übersetzer übermittelte seine Analyse:
Er sagte: “Ich fragte dich
über seine Abstammung unter euch und du sagtest, dass er von guter Abstammung
sei. Tatsächlich sind alle Propheten Gottes von guter Abstammung aus ihrem jeweiligen
Volk.“
“Dann fragte ich dich, ob vor
ihm irgendjemand von eurem Stamm das behauptete, was er behauptet, und deine Antwort
war, dass es niemanden gegeben hatte. Wenn du gesagt hättest, andere hätten so
eine Behauptung auch schon gemacht, hätte ich angenommen, er würde folgen, was
bereits vor ihm gesagt worden war.“
“Ich fragte weiter, ob ihr
ihn bevor er das sagte, was er sagt, als Lügner bezeichnet habt, und du
sagtest, das war nicht der Fall. Ich weiss, dass eine Person, die andere
Menschen nicht belügt, nie über Gott lügen würde.“
“Und ich fragte dich, ob
irgendeiner seiner Vorfahren ein König gewesen sei. Wenn du bejaht hättest,
hätte ich gedacht, dieser Mann versuche, das Königtum seiner Vorfahren
wiederherzustellen.“
“Dann fragte ich dich, ob die
Hochgeborenen oder die Niedrigen ihm folgen, und du sagtest, seine Anhänger
seien hauptsächlich die Niedrigen. Tatsächlich, diese sind immer die Anhänger
der Gesandten.“
“Dann fragte ich dich, ob die
Zahl seiner Anhänger zu- oder abnimmt, und du sagtest, dass sie zunimmt. Und
so ist es mit dem wahren Glauben bis er vollständig ist.“
“Ich fragte weiter, ob es
irgend jemanden gab, der die Religion, die er lehrt, annahm und sich dann
unzufrieden wieder abwandte und nach einer Weile austrat. Deine Antwort war
negativ, und so ist es mit dem wahren Glauben, wenn sich sein Genuss
vollständig mit ihren Herzen mischt.“
“Und ich fragte, ob ihr gegen
einander gekämpft habt, was du bejaht hast, hinzufügend, dass das Kriegsglück
mal zu seinen Gunsten lag und manchmal zu euren. So ist es mit allen
Gesandten, aber der endgültige Sieg wird bei ihm sein.“
“Ich fragte dich, ob er
jemals betrügerisch gehandelt hat, und du sagtest, dass er das nicht tat. So
ist das mit allen Gesandten; sie handeln nie betrügerisch.“
“Dann fragte ich dich, was er
euch auferlegt in der Religion, die er predigt. Du sagtest, dass er euch
befieht, Gott Allein anzubeten und Ihm nichts beizugesellen, und nicht die
Götzen eurer Vorfahren anzubeten. Und dass er euch auferlegt, zu beten und Almosen
zu geben, den Anstand zu wahren, Versprechen einzuhalten und die
Verwandtschaftsbande zu wahren. Und dies ist die Beschreibung dessen, was ein
Prophet tut.”
Damit hat der byzantinische Kaiser
das Prophetentum des Gesandten Gottes anerkannt.
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Der Brief des Propheten an den Kaiser von Byzanz (teil 3 von 3): Heraklius lädt seine Untergebenen ein
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Beschreibung: Die Erkenntnis, dass Muhammad ein Prophet war, die Einladung Heraklius an seine Untergebenen und deren Reaktion darauf. Eine Erläuterung einiger Legenden, wie der Brief als ein Erbstück herumgereicht wurde.
von Jeremy Boulter (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 27 Jun 2011 - Zuletzt verändert am 27 Jun 2011
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Das öffentliche Verlesen des Briefes
Nachdem Heraklius bestätigt hatte, dass er
glaubte, dass Muhammad ein Prophet sei, sagte er:
“Ich wusste, dass er erscheinen
würde, aber ich wusste nicht, dass er von euch kommen würde. Wenn das, was du
sagst, wahr ist, wird seine Herrschaft sich über den Boden, auf dem ich stehe,
erstrecken; wenn ich wüsste, ich könnte ihn persönlich sehen, würde ich die
Reise auf mich nehmen, um ihn zu treffen; und wenn ich bei ihm wäre, würde ich
seine Füße waschen.”
Dies stimmt mit der Plazierung
dieser Geschichte nach dem Bericht von ibn al-Natur über Heraklius Versuch, die
Zukunft astrologisch vorauszusagen, überein. Es ist offensichtlich, dass er
´wusste´ oder zumindest vermutete, dass sich ein mächtiger Prophet vom
arabischen Volk erhoben hat. Zu dieser Zeit war es, dass er nach dem Brief
fragte, den er vom Gesandten Gottes erhalten hatte, um ihn laut vor der
Versammlung vorzulesen.
“Als Heraklius seine Rede
beendet und den Brief verlesen hatte, erhob sich im Gerichtssaal großes
Geschrei, daher wurden die Mekkaner herausgeworfen. Abu Sufyan wandte sich
laut wundernd an seine Gefährten: “Die Angelegenheiten von ibn abi-Kabsha
sind so berühmt geworden, dass sogar der König der Bani-Asfar (der
Hellhäutigen) ihn fürchtet.”
Abu Sufyan erzählte später
dem Überlieferer
: “Ich war erschöpft - bei Gott - und schweigsam, sicher, dass
die Angelegenheiten Muhammads erfolgreich sein werden, bis Gott mein Herz dazu
brachte, den Islam anzunehmen.”
Heraklius in Homs
In der Zwischenzeit hatte
Heraklius nach der Erzählung ibn al-Naturs einen Brief an einen Freund in Rom
geschrieben, über den Brief, den er erhalten hatte, von dem er dachte, sein Wissen sei dem seinen gleich. Dann verließ
er Jerusalem, um nach Homs (Emesa zu römischer Zeit) in Syrien zu gehen, wo
er die Antwort erwartete.
“Als er die Antwort seines
Freundes erhielt, sah er, dass der Mann ihm zustimmte, dass die Zeichen das
Erscheinen eines neuen Führers ankündigten, und dass dieser Führer der
erwartete Prophet war. Hierauf lud Heraklius alle seine Größen aus Byzanz in
seinen Palast nach Homs zu einer Versammlung ein.
“Als sich seine Größen
versammelt hatten, befahl er, dass alle Türen seines Palastes geschlossen
werden sollen. Dann kam er heraus und sagte: “O ihr Byzantiner! Wenn Erfolg
euer Begehren ist und wenn ihr Rechtleitung sucht und wenn ihr wollt, dass euer
Reich bestehen bleibt, dann schwört dem auftauchenden Propheten Treue!
“Als sie diese Einladung
hörten, rannten die Großen der Kirche wie eine Herde wilder Esel zu den Toren
des Palastes, aber die waren geschlossen. Als er ihren Hass gegen den Islam
bemerkte, gab Heraklius die Hoffnung auf, dass sie je den Islam annehmen würden,
und er ordnete an, dass sie wieder in den Audienzsaal zurückgebracht wurden. Nachdem
sie zurückgekehrt waren, sagte er: “Was ich gerade sagte, war nur, um die
Stärke eurer Überzeugung zu prüfen; und ich habe sie gesehen.
“Die Leute fielen vor ihm
nieder und waren zufrieden mit ihm und Heraklius wandte sich vom Glauben ab.”
Eine Legende entstand um die
Ereignisse von Homs. Es wird gesagt, dass Heraklius zuerst seinen Bischöfen
vorschlug, den Islam anzunehmen, als sie aber ablehnten, schlug er vor, dass
das Reich dem Propheten des Islam Tribut zahlen sollte. Als sie dies wiederum
ablehnten, schlug er vor, Frieden mit den Muslimen zu vereinbaren und einem
Antikriegspakt zuzustimmen. Als auch dies abgelehnt wurde, verließ er Syrien, um
nach Byzanz zu gehen, und er verlor das Interesse, das südliche Reich und den Osten
Antiochs zu bewahren – er zog nie selbst gegen das Vorrücken der Muslime zu
Felde und schickte inkompetente Generäle als Verteidiger der Ländereien im
Mittleren Osten. Was sicher ist, ist dass er den Brief und den Anspruch auf
das Prophetentum ernst genommen hat und jeden Versuch unternahm, um sein Volk
zum Schwenken zu bewegen, bevor er umkehrte.
Das Erbstück
Der Historiker al-Suhayli war die
Quelle zweier weiterer Geschichten, die im Zusammenhang mit dem Brief an
Heraklius standen, beide hat ibn Hajar in seinem Kommentar von den oben
zitierten Geschichten erwähnt. Er kommentierte, dass al-Suhayli sich daran erinnerte, von einem Brief
gehörte zu haben, der in einer mit Diamanten verzierten Schachtel aufbewahrt
wurde, die den hohen Status ihres Besitzers zeigte, und die bis zu jenem Tag
als ein Erbstück hinterlassen wurde, und in die Hände des Königs von Franja
gekommen war. Seine Nachkommen dachten, dass sie in der Zeit der Eroberung von Toledo
in seinen Besitz gekommen war und der Kommandeur des muslimischen
Heeres, Abdul Malik bin Saad, hatte davon im 12.Jahrhundert durch einen dieser
Nachkommen erfahren. Einige von Abdul Maliks Gefährten berichteten, dass der Kommandeur
des muslimischen Heeres mit dem König von Franja gesessen hatte, der den Brief aus seiner Schmuckschachtel nahm. Als Abdul Malik die sorgsam
bewahrte Schriftrolle sah, wurde ihm klar, dass sie sehr alt sein musste, und
er bat darum, die ehrwürdige Antiquität küssen zu dürfen. Allerdings wies der
König von Franja seine Bitte zurück.
Al Suhayli sagte desweiteren, dass
er von mehr als einem gehört hatte, dass der Jurist Nuraddin ibn Saygh al-Dimashqi
sagte, er habe gehört Sayfuddin Flih al-Mansuri sei mit einem Geschenk von
König al-Mansur Qalaun zum König von Marokko gesandt worden, der darauf das Geschenk an den König von Franja schickte im Austausch gegen einen unerwähnten Gefallen, den er gewährt hatte. Der
König von Franja lud den Abgesandten ein, eine Weile in seinem Königreich zu
bleiben, aber der lehnte das Angebot ab. Vor seiner Abreise fragte der König Sayfuddin
allerdings, ob er ein wertvolles Objekt sehen möchte, das für ihn (als Muslim)
möglicherweise von Interesse wäre. Dann ließ er eine Truhe bringen, die voller
kleiner Fächer war, jedes Fach war mit Schätzen gefüllt.
Aus einem der Fächer nahm er eine
lange, dünne mit Diamanten verzierte Schachtel (eher wie ein Etui für Stifte). Er
öffnete sie und nahm eine Schriftrolle heraus. Das alte Papier der Rolle war
beschädigt und die Schrift darauf irgendwie verblichen, aber das meiste davon
war mit Hilfe von zwei Seidentüchern, mit denen sie zur Aufbewahrung aufgerollt
worden war, bewahrt worden. Der König von Franja sagte: „Dies ist der Brief,
den mein Vorfahre Cäsar von eurem Propheten erhalten hatte, er wurde mir als
Erbstück überlassen. Unser Ahne hat hat in seinem letzten Willen bestimmt,
dass seine Nachkommen dies als Erbstück aufbewahren sollen, wenn sie wünschten,
dass ihr Königreich fortbestünde. Mit ihm sind wir gut beschützt, solange wir
den Brief respektieren und ihn verborgen halten. So ist das Königtum zu
uns gekommen.”
Wie korrekt der Anspruch ist, dass
das Königreich des Heraklius (der offizieller Kaiser des gesamten Römischen
Reiches gewesen war) an ihn vererbt wurde, ist fragwürdig, denn das byzantine
Reich existierte im Osten noch immer und auch noch weitere 150 Jahre. Allerdings
könnte Heraklius durchaus einen Brief nach Rom geschickt haben, wie zuvor erwähnt,
und der Brief könnte dort aufgehoben worden sein und dann in der Linie
Imperatoren der Westgoten weitergegeben worden sein, als Karl der Große 800
nChr in Rom von Papst Leo III zum Kaiser gekrönt wurde.
Wir können nicht kategorisch
sagen, dass der Brief die Jahrhunderte tatsächlich überlebte, obwohl diese
Geschichten auf die Möglichkeit hinweisen. Einer der Briefe des Propheten existiert
noch immer auf seinem ursprünglichen Pergament im Topkapi Museum.
Schlussfolgerung
Viele könnte denken, dass Heraklius
insgeheim Muslim geworden sei, denn er bemühte sich, herauszufinden, ob
Muhammads Anspruch auf das Prophetentum wahr war, indem er seinen Hintergrund,
seine Motivationen und seine Wirkung auf Menschen in Betracht zog; ebenso
seinen Charakter, seine Leistung und seine Botschaft. Seiner Antwort auf Abu
Sufyan nach zu urteilen und der Einladung an die Säulen seiner Gesellschaft in
Homs scheint er davon überzeugt gewesen zu sein, dass Muhammad wahrhaftig war.
Vielleicht war sein Herz dem Monotheismus, den Muhammad in seinem Brief zum
Ausdruck brachte, zugeneigt, und er versuchte sicherlich, seinem Rat
nachzukommen, die Sünde zu umgehen, diejenigen irrezuführen, über die er
herrschte. Seine Untergebenen allerdings bewiesen sich als zu stark in ihrer
Ablehnung, und er kapitulierte auf ihrem Druck hin, unfähig, sich diesem
Glauben zu unterwerfen, denn er fürchtete den Aufstand der Menschen. Aus
diesem Grund starb Heraklius als nicht Gläubiger an den Islam und den Propheten
Gottes, genau wie der Onkel des Propheten, Abu Talib, der glaubte, dass
Muhammad ein Prophet war und ihn den Rest seines Lebens bis zu seinem Tod
behütete, aber er ergab sich wegen der Schande vor seinen Angehörigen nicht dem
Islam.
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