Muhammad und der Wiederaufbau der Kaaba
Die Moral des Propheten Muhammads, Gottes Segen und Frieden seien auf
ihm, war der bekannteste Charakterzug seiner Persönlichkeit. Selbst als er
noch sehr jung war, war sein Sinn für Schamhaftigkeit in der offenen
Gesellschaft der Araber vor dem Islam bemerkenswert. Einmal nachdem die
Schätze aus dem Inneren gestohlen worden waren, bauten die Leute die Kaaba mit
einem Dach wieder auf, um Diebe am nochmaligen Eindringen zu hindern.
Muhammad, der noch ein junger Mann war, beteiligte sich daran. Er ging mit
seinem Onkel, al-Abbas, um Steinblöcke zu tragen. Sein Onkel sagte ihm, er
solle seinen Sarong
um seinen Nacken legen, um sich vor den scharfen Kanten der
schweren Felsen zu schätzen.
Als er dabei war, diesen empfindlichen Rat
auszuführen, wurde ihm schwindelig und er wurde ohnmächtig. Seine Augen
blickten starr zum Himmel, während er mit dem Rücken auf dem Boden lag, sein
Sarong war gelockert, bedeckte aber noch immer sein Geschlecht. Wenige
Augenblicke später kam er zu sich und rief: “Meine Kleidung meine Kleidung!”
Hastig band er seinen Sarong wieder sicher
um sich. Niemals wieder in seinem Leben würde irgendjemand außerhalb seiner
Familie auch nur einen flüchtigen Blick auf seine Lenden werfen.
Die obrige Geschichte wurde von einem der
Gefährten des Propheten, Jabir bin Abdullah, berichtet und zeigt Muhammads
stärksten Sinn für Schamhaftigkeit und Schicklichkeit über seinen Körper
eingegeben war, auch schon vor dem Prophetentum. Er war bekannt dafür, dass er
schamhafter war als die abgeschirmteste Jungfrau bevor und nachdem er die
Offenbarung von Gott empfangen hatte.
Moses und die Spötter
Eine andere Geschichte über Moses, Friede
sei mit ihm, zeigt, dass er ähnlich scheu und schüchtern war, wenn es um seinen
eigenen Körper ging, wie der junge Muhammad. Er erschien niemals vor jemandem,
ohne sich vollständig zu bedecken, was einige aus seinem Volk (den Kindern
Israels) dazu führte, ihn verletzend herabzuwürdigen. Sie sagten: „Er bedeckt
seinen Körper nur auf diese Weise, weil er einige Hautschäden hat, entweder
Lepra einen Bruch, oder er hat irgendeine andere Behinderung.”
Gott wollte Moses über das, was sie
sagten, aufklären. Eines Tages, als Moses in der Abgeschiedenheit seine Sachen
abgelegt und auf einen Stein gelegt hatte, begann er, ein Bad zu nehmen. Als
er das Bad beendet hatte, ging er zu seinen Sachen hinüber, um sie zu nehmen und
wieder anzulegen, aber der Stein bewegte sich mit den Kleidern und floh. Trotz
seiner Nacktheit ergriff Moses seinen Stock und rannte hinter dem Stein her und
rief: „O Stein, gib´ mir meine Kleider!“
Aber der Stein floh weiter, bis er eine
Gruppe der Israeliten erreichte, wo er anhielt. Auf diese Weise waren sie in
der Lage, ihn nackt zu sehen und herauszufinden, dass seine Gestalt eine der
besten war, die Gott geschaffen hatte.
So zeigte Gott ihnen, wofür sie ihn
beschuldigt hatten. Moses aber war aufgebracht. Er nahm seine Kleider und
legte sie hastig an, und dann fing er an, den Stein mit seinem Stock zu
schlagen. Der Prophet des Islam, derjenige, der die Geschichte erzählt hat,
schwor, dass der Stein immer noch Spuren von den Schlägen hatte, sogar noch
heute; drei, vier oder fünf Narben. Dies ist es, worauf sich Gott in Seiner
Aussage bezog:
“O ihr, die ihr glaubt! Seid nicht wie jene,
die Moses kränkten; Gott jedoch bewies seine Unschuld in der Sache, die sie
(gegen ihn) vorbrachten. Und er war ehrenwert vor Gott.” (Quran 33:69)
Diese Geschichte zeigt, wie sich Moses
schämte, seinen Körper in der Öffentlichkeit zu zeigen. In der Tat war es nur
seine Wut darüber, der Barriere zwischen seinem Körper und der Welt beraubt zu
sein, die ihn dazu führte, zu gestatten, dass sein ganzer Körper gesehen wurde;
ein Zeigen, das dem Willen Gottes entsprang, damit die Verleumdungen durch
seine Widersacher aufgeklärt wurden. Natürlich machte er nicht Gott dafür
verantwortlich, sondern ließ seine Wut an dem Stein aus – das Mittel, durch das
diese Zurschaustellung angetrieben wurde, und so wurde seine Unschuld von dem,
was die Verleumder behaupteten, bewiesen.
Muhammad und die Quelle im Garten
Die Ansichten der Menschen über das, was
respektabel ist, variieren. Wie viel eine Frau von ihrem Körper vor ihren
Ehemann zeigt, unterscheidet sich von dem, was sie ihrem Bruder zeigt, was sich
wiederum von dem unterscheidet, was sie einem absolut Fremden zeigt und
umgekehrt. Es ist auch wahr, bezüglich dessen, was gestattet ist, von Menschen
desselben Geschlechts zu sehen. Was ein Vater, Bruder oder Sohn von einander
sehen können, unterscheidet sich von dem, was einem Mann außerhalb des
Familienkreises gestattet ist zu sehen; ebenso was eine Mutter, Tochter oder Schwester
von einander sehen im Gegensatz zu einer fremden Frau.
Der Prophet ging einmal in einen Garten,
er bat seinen Gefährten Abu Musa al-Asharie, das Tor zu bewachen. In dem
Garten gab es eine Quelle, und er setzte sich gegen seine Mauer und ließ die
Beine darin baumeln. Nach einer Weile kam Abu Bakr vorbei und wollte den
Garten betreten. Abu Musa ging zum Propheten, um ihm zu sagen, dass sein
Schwiegervater den Garten mit ihm teilen wolle, da sagte der Prophet: „Verkünde
ihm die gute Nachricht, dass ihn die Gärten des Paradieses erwarten und lass
ihn herein.“
Also betrat Abu Bakr, Aischas Vater, den
Garten und saß neben dem Propheten, dessen Sarong bis über seine Knie
hochgezogen war und ließ seine Beine mit ihm in der Quelle baumeln. Kurz
darauf tauchte Umar al-Khattab auf. Er wollte sich ebenfalls in dem Garten
entspannen. Wieder ersuchte Abu Musa den Propheten um Erlaubnis für ihn, indem
er sagte, ein weiterer seiner Schwiegerväter sei am Tor. Er sagte: „Verkünde
ihm die gute Nachricht, dass ihn die Gärten des Paradieses erwarten und lass
ihn herein.“
Umar, Hafsas Vater nahm an der freien
Seite des Propheten Platz und ließ seine Beine neben ihm im Wasser baumeln.
Diese beiden Männer hatten die
Empfindlichkeit neben dem Propheten zu sitzen und so war der Prophet in der
Lage, Anstand zu bewahren, ohne seine untere Bekleidung über seine Knie ziehen
zu müssen.
Einige Zeit darauf ersuchte sein
Schwiegersohn Uthman al-Affan, den seine Tochter Ruqayyah geheiratet hatte,
ebenfalls um Eintritt in den Garten. Als Abu Musa die Botschaft überbrachte,
indem er sagte: „Die Gärten des Paradieses erwarten dich nach einigen
Prüfungen“ und ließ ihn herein. Uthman sah, dass der einzige freie Platz an einer
Mauer die war, an welcher der Prophet und seine Schwiegerväter nicht saßen, was
aber bedeutete, dass er mehr von den Beinen des Propheten zu sehen bekäme als
sie. Da er zögerte, zog der Prophet seinen Sarong über seine Knie und Uthman
nahm ihm gegenüber Platz.
Der Islam lehrt, dass es einige
Körperstellen gibt, die in der Öffentlichkeit nicht entblößt werden sollten und
je näher diese Stellen dem Geschlecht sind, desto mehr ist es verboten, sie zu
zeigen. Obwohl alle drei Männer, die mit ihm saßen, durch enge Familienbande
mit ihm verbunden waren, was der Grund dafür war, dass er sie seine Knie sehen
lassen hat. Als aber die Oberschenkel des Propheten hätten gesehen werden
können, hat er etwas unternommen, um sie zu verstecken.
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