Elternschaft
Einer der Gründe, warum die islamische
Familie funktioniert, ist ihre klar definierte Struktur, in der jedes
Haushaltsmitglied seine oder ihre Rolle kennt. Der Prophet Muhammad
sagte:
“Jeder von euch ist ein Hirte, und
alle von euch sind für ihre Herden verantwortlich.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh
Muslim)
Der Vater ist der Hirte für seine Familie,
beschützt sie, sorgt für sie und ist bestrebt, eine Vorbildfunktion für sie
auszuüben und seine Funktion als Haushaltsvorstand zu erfüllen. Die Mutter ist
die Hirtin über das Haus, sie beaufsichtigt es und bereitet darin eine
wohltuende, liebende Umgebung, die für ein glückliches und gesundes
Familienleben notwendig ist. Sie ist auch diejenige, die in erster Linie für
die Anleitung der Kinder und deren Erziehung zuständig ist. Wäre es nicht so,
dass ein Elternteil die Führerrolle annimmt, dann wäre regelmäßiges Diskutieren
und Streiten nicht zu vermeiden, das die Familie auf die Dauer zum
Auseinanderbrechen bringen würde – genau wie in jeder Organisation, der es an
einer hierarchischen Authorität mangelt.
“Gott prägt ein Gleichnis
von einem Mann, der mehreren Herren gehört, die unter sich im Zwiespalt sind,
und (von) einem Mann, der einem einzigen Herrn gehört. Sind sie beide einander gleich?
Alles Lob gebührt Gott. Jedoch die
meisten von ihnen wissen es nicht.” (Quran 39:29)
Es ist nur logisch, dass derjenige von den
beiden Elternteilen, der körperlich und emotional stärker ist, zum
Haushaltvorstand bestimmt wird: der Mann.
“…Und den (Frauen) stehen
die gleichen Rechte zu, wie sie (die Männer) zur gütigen Ausübung über sie
haben. Doch die Männer stehen eine Stufe (Verantwortung, usw.) über ihnen…” (Quran 2:228)
Was die Kinder angeht, die Früchte der
elterlichen Liebe, legt der Islam verständliche Sitten bezüglich der
elterlichen Verantwortlichkeit fest, und dem gegenüber die Pflichterfüllung des
Kindes an seinen Eltern.
“Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein
hohes Alter erreichen, so sage dann nicht «Pfui!» zu ihnen und fahre sie nicht
an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise. Und senke für sie in
Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sprich: «Mein Herr, erbarme Dich ihrer
(ebenso mitleidig), wie sie mich als Kleines aufgezogen haben.»” (Quran
17:23-4)
Wenn es den Eltern offensichtlich misslingt,
ihren Kindern bereits in einem frühen Alter die Furcht vor Gott einzuprägen,
weil sie selbst zu sorglos sind, dann können sie nicht erwarten, dass ihnen
rechtschaffene Dankbarkeit zurück-erwiesen wird. Deshalb warnt Gott uns streng
in Seinem Buch: .
“O ihr, die ihr glaubt, rettet euch und die
Euren vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind.” (Quran
66:6)
Wenn die Eltern wirklich bestrebt sind,
ihre Kinder zur Rechtschaffenheit zu erziehen, dann, wie der Prophet sagte:.
“Wenn der Sohn Adams stirbt, hören alle seine Taten auf, bis
auf [drei, ein fortbestehendes Almosen, nützliches Wissen und] ein
rechtschaffener Sohn (und / oder Tochter) der für seine Eltern betet.” (Sahieh
Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Ungeachtet dessen, wie die Eltern ihre
Kinder aufziehen, und unabhängig von ihrer eigenen Religion (oder dem Fehlen
derselben), kommt der Gehorsam und die Verehrung, die ein muslimisches Kind
ihnen gegenüber an den Tag legen soll, gleich an zweiter Stelle nach dem
Gehorsam gegenüber dem Schöpfer Selbst. Und so erinnert Er uns:.
“Und (erinnere dich) als Wir mit den Kindern
Israels einen Bund schlossen: "Ihr sollt niemanden außer Gott anbeten,
euch den Eltern, Verwandten, Waisen und Armen gegenüber wohltätig erweisen,
freundlich zu den Menschen sprechen, das Gebet verrichten und die Abgabe
entrichten.’” (Quran 2:83)
Tatsächlich hört man häufig von älteren
Nicht-Muslimen, die zum Islam konvertieren, weil ihre Kinder, nachdem diese
selber zum Islam konvertiert waren, ihnen mehr Fürsorge und Ehrerbietung
angedeihen ließen.
“Sprich (o Muhammad): ´Kommt her, ich will
verlesen, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts zur Seite
stellen und den Eltern Güte erweisen; und ihr sollt eure Kinder nicht aus Armut
töten, Wir sorgen ja für euch und für sie…’” (Quran 6:151)
Während das Kind verpflichtet ist, beiden
Eltern Gehorsam zu erweisen, betont der Islam, dass der Mutter jedoch der
Löwenanteil an liebender Dankbarkeit und Freundlichkeit gebührt. Als der
Prophet Muhammad gefragt wurde: "O Gesandter Gottes! Wem von den Menschen
gebührt meine gütige Geselligkeit?" antwortete er: "Deiner Mutter."
Der Mann fragte weiter: "Wem dann?" Der Prophet sagte: "Deiner
Mutter." Wieder fragte der Mann: "Wem dann?" Der Prophet
wiederholte: "Deiner Mutter." Und wieder fragte der Mann:
"Wem dann?" Da sagte der Prophet schließlich: "(Dann) deinem
Vater."
“Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, gegen
seine Eltern gütig zu sein. Seine Mutter trug ihn mit Widerwillen, und mit
Widerwillen brachte sie ihn zur Welt. Und ihn zu tragen und zu entwöhnen erfordert
dreißig Monate, bis er dann, wenn er seine Vollkraft erlangt und vierzig Jahre
erreicht hat, sagt: "Mein Herr, sporne mich an, dankbar zu sein für Deine
Gnade, die Du mir erwiesen hast, und (sporne mich an), Rechtes zu wirken, das
Dir wohlgefallen mag. Und lass mir meine Nachkommenschaft rechtschaffen sein.
Siehe ich wende mich zu Dir, und ich bin einer der Gottergebenen.’” (Quran
46:15)
Schlussfolgerung
Im Islam gibt es ein allgemeines Prinzip,
das feststellt, was gut für den einen ist, ist auch gut für den anderen. Oder mit den Worten des Propheten:.
“Keiner von euch ist wirklich
gläubig, bis er für seinen (gläubigen) Bruder liebt, was er für sich selber (auch)
liebt.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Wie man sich vorstellen kann, findet
dieses Prinzip seinen größten Ausdruck in einer muslimischen Familie, dem Kern
der islamischen Gesellschaft. Nichtsdestotrotz weitet sich die Ehrerbietung
des Kindes gegenüber seinen Eltern in Wahrheit auf alle Älteren der
Gemeinschaft aus. Die Gnade und Fürsorge, die die Eltern ihren Kindern
erweisen, erstreckt sich ebenfalls auf alle Kleinen. In der Tat ist es nicht
so, dass dem Muslim in solchen Angelegenheiten eine Wahl bliebe. Denn
schließlich sagte der Prophet:.
“Wer unseren Kleinen nicht gnädig ist,
noch unsere Älteren ehrt, ist nicht von uns.” (Abu Dawud, Al-Tirmidhi)
Ist es dann also ein Wunder, dass so viele
Menschen, die als Nicht-Muslime aufgewachsen sind, in der Religion des Islam
das finden, was sie immer vermisst haben, von dem sie immer geglaubt haben, es
sei gut und wahr? Eine Religion, in der sie direkt und warm als Mitglieder
einer sich liebenden Familie empfangen werden.
“Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter
in Richtung Osten oder Westen wendet; Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an
Gott glaubt, den letzten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten und vom
Besitz – obwohl man ihn liebt – den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen, dem
Sohn des Weges, den Bettlern und (für den Freikauf von) Sklaven, dass man das
Gebet verrichtet und die Zakah entrichtet. Es sind diejenigen, die ihr
Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben, und diejenigen, die in Elend,
Not und in Kriegszeiten geduldig sind; sie sind es, die wahrhaftig
gottesfürchtig sind.” (Quran 2:177)
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