3. Bewahrung der Sunna
Die ´Mütter der Gläubigen´ spielten eine
wichtige Rolle dabei, die Sunna des Propheten – die zweite Quelle des
islamischen Gesetzes nach dem Qur´an - zu vermitteln. Nichts vom Leben des
Propheten war ihnen verborgen, und sie waren befugt, alles zu überliefern, was
sie von seinem persönlichen Leben wussten. Sie haben gemeinsam über
dreitausend Hadithe vom Propheten berichtet. Aisha überlieferte 2 210 Hadithe, während
Umm Salama 380 überlieferte. Die übrigen Frauen berichteten zwischen fünf und
sechzig Hadithe. Umm Habieba und Hafsah überlieferten jede sechzig, Maimunah überlieferte
46 und Zainab berichtete elf.
4. Der Bruch mit den Traditionen der
Götzendiener & das Umsetzen des Gesetzes in die Praxis
Eine der Ehen des Propheten wurde
geschlossen, um die Handlungsweise der Götzendiener bei der Adoption von
Kindern, diese zur Abstammung der Adoptiveltern hinzuzurechen und ihnen deren
Namen zu erteilen und ihnen alle Rechte zuzugestehen, die auch deren
biologischen Kinder hatten, zu untersagen. Der Qur´an sagt:
“Gott
hat nicht eure adoptierten Söhne zu euren (wirklichen) Söhnen gemacht. Das ist
(nur) Gerede aus euren Mündern; Gott aber spricht die Wahrheit, und Er zeigt
(euch) den Weg.”(Quran 33:4)
Diese Tradition war so tief verwurzelt,
dass der Prophet zögerte, Zainab zu heiraten, die Frau seines Adoptivsohnes
Zaid, bis Gott offenbarte:
“Und
du verbargst das, was du in dir hegtest, das, was Allah ans Licht bringen
wollte, und du fürchtetest die Menschen, während Allah es ist, Den du in
Wirklichkeit fürchten sollst.” (Quran 33:37)
Da heiratete der Prophet Muhammad Zainab,
um mit diesem heidnischen Brauch zu brechen. Diesbezüglich sagt Gott:
“ Dann
aber, als Zaid seine eheliche Beziehung mit ihr beendet hatte, verbanden Wir
sie ehelich mit dir, damit die Gläubigen in Bezug auf die Frauen ihrer
angenommenen Söhne nicht in Verlegenheit gebracht würden.” (Quran
33:37)
5. Verbinden der Stämme durch Heirat, um
Gewalt & Blutvergießen zu verhindern
Seine Eheschließungen mit Juwairiyah und
Safiyah kamen zustande, um kriegerische Stämme zu verbinden und um zukünftig
Gewalt und Blutvergießen zu verhindern. Die Arabische Halbinsel war von Jahrzehnten
des Krieges gezeichnet. Jahrelang kämpften die Stämme und übten Rache für
unbedeutende Angelegenheiten, und es war äußerst schwierig, zwischen ihnen einen
Waffenstillstand herbeizuführen. Durch die Annahme und die Verbreitung des
Islam wurde zwischen verfeindeten Stämmen Frieden geschlossen, aber viele
hegten noch immer feindliche, kranke Gefühle, besonders diejenigen, die den Islam
noch nicht angenommen hatten. Durch die Heirat hatten die Stämme ihren
Waffenstillstand zu akzeptieren, und viele dieser kranken Gefühle wurden durch
den Stolz über die Heirat eines Stammesmitgliedes mit dem Propheten gelöst. Indem
er von den Familien wichtiger Verbündeter und unterworfener Feinde heiratete,
legte er einen Grundstein für die Kooperation zwischen verschiedenen Stämmen.
6. Schutz von Witwen und Waisen
Wie zuvor erwähnt, waren die meisten
Ehefrauen des Propheten Witwen gewesen, die er zu Kriegszeiten geheiratet
hatte, um sie zu beschützen. Die letzten Lebensjahre des Propheten bestanden
für die werdende muslimischen Nation aus Jahren des Krieges, wo die Muslime
ihre Leben und ihre Religion zu beschützen hatten. Dadurch wurden hunderte
Gefährten getötet und hinterließen Witwen und Waisen ohne jemanden, der für sie
sorgte. Der Prophet Muhammad gab den überlebenden Gefährten das Beispiel, die
Witwen zu heiraten, um sie zu unterstützen, daher waren die meisten seiner
Ehefrauen Witwen.
Schlussfolgerung
Sitten und Moral sollten niemals auf den
Vorsätzen beschränkter gesellschaftlicher Normen bewertet werden; sie sollten
eher anhand deutlicher unbestreitbarer vorausgegangener Standards bewertet
werden. In der gesamten Geschichte der Menschheit war die Polygamie die Norm
in der Gesellschaft gewesen. Selbst heutzutage gibt es viele Kulturen außer
dem Islam, in denen dazu ermutigt wird. Aber auch wenn man das Wesen der
Polygamie aufgrund verschiedener umweltbedingter und kultureller Einflüsse
nicht versteht, sollte man sich trotzdem um eine bedachtsame, objektive
Sichtweise bemühen. Wenn jemand das Leben des Propheten unvoreingenommen
untersucht, wird der ehrliche Forscher sicherlich feststellen, dass seine
Gründe für die Eheschließungen solche waren, die die muslimischen Gemeinschaft
deutlich stärken sollten, entweder durch die Verbreitung von Wissen, die
Fürsorge für Witwen oder die Festigung der Verbindungen unter den verschiedenen
Stämmen Arabiens.
|