Ist der Qur´an antisemitisch? (teil 1 von 2): Die Semiten, ein auserwähltes Volk
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Beschreibung: Ein Blick auf die Behauptung, das der Qur´an, der Islam und daher auch die Muslime antisemitisch seien. Teil 1: Die Bezeichnung der semitischen Rasse und die Vorrangstellung der Juden bei Gott.
von M. Abdulsalam (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 22 Nov 2010 - Zuletzt verändert am 22 Nov 2010
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Es gibt heutzutage einen großen Aufschrei
bei bestimmten Gruppen, die behaupten, der Qur´an sei antisemitisch, der sogar
dazu geführt hat, dass einige seiner Übersetzungen von verschiedenen
Schuldistrikten in den Vereinigten Staaten von Amerika verbannt wurden.
Wir lesen in der Jüdischen Enzyklopädie über die Definition von
Antisemitismus:
“Der Begriff ´Antisemitismus´ hat seinen
Ursprung in der ethnologischen Theorie, dass Juden, als Semiten, sich absolut
von den arischen oder indo-europäischen Völkern unterscheiden und dass sie
niemals mit jenen verschmelzen können. Das Wort deutet an, dass Juden nicht
aufgrund ihrer Religion bekämpft werden, sondern aufgrund ihrer
Rasseeigenschaften.”
Man wird sich nach dieser Stellungnahme
sofort darüber klar, dass der Qur´an überhaupt nicht anti-semitisch ist, und
dass die Verse, die die Juden zurechtweisen, sich auf bestimmte Übertretungen
beziehen, die sie in bezug auf ihre Religion gemacht haben und nicht auf den
Ursprung ihrer Rasse.
Wer sind die Semiten?
In der Bibel ist die allgemeinste
Bezeichnung für die Semiten, dass sie alle Nachkommen Sems sind, eines der drei
Söhne Noahs, entweder die erste oder die letzte bei Meinungsverschiedenheiten
von Bibelgelehrten, aber immer die zuerst genannte.
Es war im Hause Sems, wo die Shekinah
wohnte und er wurde noch mit so viel weiteren Lob und Preis in
der Bibel hervorgehoben. “…es ist klar, dass nach der Klassifizierung in der
Bibel, Araber, Babylonier, Assyrer, Aramäer und Hebräer, oder die Nachkommen
Sems, als Semiten angesehen werden.”
Moderne Gelehrte legen mehr Nachdruck auf sprachliche
Abstammung, schließen Abessinier, Phönizier, Kanaaniter, Hebräer, Moabiter und
Edomiter zu den zuvor genannten mit ein.
In welchem Zusammenhang auch immer wir
dies besprechen, die Araber sind ebenso wie die Hebräer (und damit die Juden) eindeutig
Semiten. Wenn man daher sagen würde, der Qur´an sei anti-semitisch,
gleichbedeutend damit, dass der Qur´an die gesamte semitische Rasse
herabwürdige, dann würde dies die Araber mit einschließen, etwas
Unwahrscheinliches, denn Allah hat diese beiden durch Seine Propheten bevorzugt.
In rabbinischen Texten der Juden ging die
Priesterschaft Sems auf Abraham über und von diesem Übergang der Priesterschaft
kommt es, dass die Juden annehmen, sie seien das auserwählte Volk und sie
behaupten, die Eigentümer der Länder Kanaans zu sein, worin sich das heutige
Palästina befindet. Genau wie sie behaupten, die Shekinah sei auf Abraham
und seine Nachkommen insbesondere auf Isaak übergegangen, und daher gelte der
Vorzug, den Gott den Semiten gegeben habe, insbesondere ihnen, genauer gesagt,
den Israeliten, den Nachkommen Israels, auch als Isaak, Sohn Abrahams bekannt.
Die Semiten, ein “Auserwähltes Volk”
Anstatt die Israeliten als eine
untergebene Rasse zu bezeichnen, bestätigt der Qur´an ihre begünstigte Stellung
unter der Menschheit. Und dies aufgrund des gewaltigen Opfers, das Abraham
bereit war, zu bringen und seiner Bittgebete zu Gott, dass Er Propheten unter
seinen Nachkommen berufen werde, hat Gott seine Kinder für die Prophezeiung
auserwählt. Abraham rief seinen Herrn an:
“Und Wir schenkten ihm (Abraham) Isaak und
Jakob; und jeden leiteten Wir recht, wie Wir vordem Noah rechtgeleitet hatten
und von seinen Nachkommen David, Salamo, Hiob, Joseph, Moses und Aaron. So
belohnen Wir diejenigen, die Gutes tun. Und (Wir leiteten) Zacharias,
Johannes, Jesus und Elias; sie alle gehörten zu den Rechtschaffenen. Und (Wir
leiteten) Ismael, Elisa, Jonas und Lot; und jeden (von ihnen) zeichneten Wir
unter den Völkern aus; und ebenso manche ihrer Vätern und ihren Nachkommen und
ihren Brüdern: Wir erwählten sie und leiteten sie auf den geraden Weg. Das ist
die Rechtleitung Gottes; damit leitet Er von Seinen Dienern, wen Er will. Hätten
sie aber (etwas) anders angebetet, wahrlich, all ihr Tun wäre für sie fruchtlos
geblieben. Diese sind es, denen Wir die Schrift gaben und die Weisheit und das
Prophetentum...” (Quran 6:83-87)
Die Israeliten sind ein ausgewähltes Volk,
denn Gott hat von ihnen Propheten berufen. Der Qur´an erwähnt an zahlreichen
Stellen diese Gunst und erinnert die Israeliten daran.
“O ihr Kinder Israels! Gedenkt Meiner Gnade,
mit der ich euch begnadete und (denkt daran) dass Ich euch allen Welten
vorgezogen habe.” (Quran 2:47, 2:122)
“Und wahrlich, Wir gaben den Kindern Israels die
Schrift und die Herrschaft und das Prophetentum, und Wir versorgten sie mit
guten Dingen und bevorzugten sie vor den Völkern.” (Quran 45:16)
Gott begünstigte sie mit zahlreichen
Segnungen abgesehen von den Propheten, wie dass Er sie mit himmlischer Nahrung –
Manna und Salwa - versorgt hat.
“O ihr Kinder Israels, Wir erretteten euch vor
eurem Feinde, und schlossen einen Bund an der rechten Seite des Berges mit euch
und sandten Manna und Wachteln (Salwa) auf euch herab.” (Quran 20:80)
Gott rettete sie von der Versklavung durch
den Pharao, indem Er ihnen Moses schickte, der sie durch das Rote Meer führte,
um im “Gesegneten Land” Kanaan zu leben.
“Und Wir gaben dem Volk, das als schwach galt,
die östlichen Teile des Landes zum Erbe und dazu die westlichen Teile, die Wir
gesegnet hatten. Und das gnadenvolle Wort deines Herrn wurde damit an den
Kindern Israels erfüllt, weil sie geduldig waren; und Wir zerstörten alles, was
Pharao und sein Volk geschaffen und was sie an hohen Bauten erbaut hatten.” (Quran
7:137)
Diese Bevorzugung, die den Israeliten
zuteil wurde, geschah nicht aufgrund der Überlegenheit ihrer Rasse, wie bereits
erwähnt, sondern eher wegen der großen Opfer Abrahams und wegen seiner
Bittgebete, die Gott erhört hat, und dieser Vorzug wurde an die Israeliten
weiter gegeben, solange sie an dem Bund, den sie mit Gott geschlossen hatten,
festhielten.
“Wahrlich, Gott hatte einen Bund mit den Kindern
Israels geschlossen; und Wir erweckten aus ihnen zwölf Führer. Und Gott
sprach: „Seht, Ich bin mit euch, wenn ihr das Gebet verrichtet und die Zakat
entrichtet und an Meine Gesandten glaubt und sie unterstützt und Gott ein gutes
Darlehen gebt, dann werde Ich eure Missetaten tilgen und euch in Gärten führen,
in denen Bäche fließen. Wer aber hierauf in den Unglauben zurückfällt, der ist
vom rechten Weg abgeirrt.” (Quran 5:12)
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Ist der Qur´an antisemitisch? (teil 2 von 2): Festhalten am Bund
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Beschreibung: Ein Blick auf die Behauptung, dass der Qur´an, der Islam und daher auch die Muslime antisemitisch seien. Teil 2: Welches ist tatsächlich das auserwählte Volk?
von M. Abdulsalam (© 2010 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 29 Nov 2010 - Zuletzt verändert am 29 Nov 2010
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Die Gunst Gottes steht im Zusammenhang mit dem
Halten der Gebote
Wie zuvor erwähnt, war die Gunst Gottes
mit den Israeliten, solange sie sich an den Bund hielten, den Gott mit ihnen
geschlossen hatte. Diese Tatsache bestätigen auch die Juden selbst: „Aufgrund
der Annahme der Torah haben Juden in den Augen Gottes einen besonderen Status;
aber wir verlieren diesen Status, wenn wir die Torah aufgeben.”
Anhand dessen verstehen wir, dass die
Gunst Gottes weder ein Aspekt der Rasse ist, noch bis in alle Ewigkeit verbindlich
ist. Seine Gunst gehört wohl eher denen, die Seine Befehle einhalten. Ein
Israelit, der sich nicht an die Gebote hält, ist in dieser Gunst nicht
enthalten.
Die Juden brachen den Bund mit Gott
Gott erwähnt an zahlreichen Stellen im
Qur´an, dass die Juden den Bund, den Gott mit ihnen geschlossen hatte, mit
vielen Vergehen, die sie in ihrer Religion begangen haben, gebrochen haben. Diese
Vergehen vom Irregehen und andere neben Gott anbeten, eine Tat, die das erste
der zehn Gebote brach, bis hin zum Verändern und Verfälschen der Torah nach ihrem
Gutdünken. Aus Gottes Gnade heraus, hat Er ihnen weiter Propheten gesandt, um
sie rechtzuleiten. Anstatt den Propheten zu folgen, die Gott ihnen sandte,
haben sie ihn, wenn er etwas brachte, das den Rabbis missfiel, zurückgewiesen
und sogar getötet. Dies steigerte sich sicherlich zum Unglauben an Gott, und
aufgrund dieser Tatsache wurde die Gunst, die Gott für die Juden besaß, aufgehoben.
Gott sagt im Qur´an:
„Erniedrigung ist für sie vorgeschrieben, wo
immer sie getroffen werden, außer sie waren in Sicherheit (auf Grund) ihrer
Verbindung mit Gott oder mit den Menschen. Und sie ziehen sich den Zorn Gottes
zu, und für sie ist die Armut vorgeschrieben, weil sie Gottes Zeichen verleugneten
und die Propheten ungerechterweise ermordeten. Solches (geschieht), da sie widerspenstig
und Übertreter waren.” (Quran 3:112)
Auch die Bibel spricht von der Tatsache,
dass die Juden die Propheten Gottes getötet haben; in 1 Thessalonicher 2:15 und
wieder in Apostelgeschichte 7:52. Wir lesen ebenfalls in Römer 11:3, dass der
Prophet Elia gegen die Israeliten ausrief.
“Herr, sie haben deine Propheten
getötet und haben deine Altäre zerbrochen, und ich bin allein übriggeblieben,
und sie stehen mir nach dem Leben.“
Eine der größten Offensiven war das
Zurückweisen Jesus´, eines deutlichen Zeichen und Wunders, das den Juden
gesandt wurde. Durch diesen Propheten geschah es, dass die Gunst Gottes
gegenüber den Juden als Volk durch Seinen Ärger und Seine Verfluchung ersetzt
wurde. Die einzigen Juden, die „auserwählt“ blieben, waren jene, die Jesus
folgten: die nazarener Christen.
Sind die Christen das auserwählte Volk Gottes?
Tatsache ist, dass sich Christen und
Muslime, im Gegensatz zu den Juden, darin einig sind, dass die Liebe Gottes
nicht auf eine bestimmter auserwählte Rasse beschränkt ist, sondern auf die,
die sich an Seinen Bund halten. Obwohl Jesus zu den Juden gesandt worden war, hat sich das Christentum schon immer als Religion für alle Völker
gesehen. Daher verdient jeder, der die Lehren Jesus´ akzeptiert, die Liebe
Gottes und Seine Gnade und Seine Gunst, und jeder, der sie ablehnt, wird ins
Höllenfeuer verbannt.
Dies ist ein Punkt, mit dem die Muslime
einverstanden sind, aber das Problem ist, dass Christen den Lehren Jesus´ nicht
wirklich folgen, so wie er seine Jünger angewiesen hat, die Gebote der Juden
einzuhalten, wovon das wichtigste ist, dass nur Gott allein anbetungswürdig
ist. Die Anbetung Jesu´ und die Göttlichkeit, die sie ihm zuschreiben, ist
einer der Gründe, weshalb auch sie den Zorn Gottes und nicht Seine Gunst
verdient haben.
Tadeln anderer Völker
Wenn wir die Verse analysieren, in denen
die Juden im Qur´an getadelt werden, sehen wir, wie bereits erwähnt, dass sie
von bestimmten Befehlen handeln, die sie gebrochen haben, und von bestimmten
Strafen, die über sie verhängt wurden. Diese Kritik ist nicht nur auf die
Juden begrenzt, sonden wird in Qur´an und Sunna deutlich auf all jene
ausgeweitet, die im Verlauf der Geschichte bis heute den Befehlen Gottes keinen
Gehorsam geleistet haben, auch auf die Muslime. Gott sagt über einen Muslim,
der einen anderen Muslim vorsätzlich tötet:
“Und wer einen Gläubigen vorsätzlich tötet,
dessen Lohn ist die Hölle, worin er auf ewig bleibt. Gott wird ihm zürnen und
ihn von sich weisen und ihm eine schwere Strafe bereiten.” (Quran 4:93)
Daran erkennen wir, dass diese strengen
Verse aus dem Qur´an sich an alle jene wenden, die die Befehle Gottes
missachten und nicht an bestimmter Rassen oder Völker. Dementsprechend ist das
einzige Volk, das von Gott auserwählt und begünstigt wurde, das der Frommen
einer jeden Nation, und keine bestimmte Rasse oder ein bestimmtes Volk. Juden,
Christen und alle anderen, die aufrichtig in ihrer Religion und deren
ursprünglichen Lehren waren, werden das Paradies betreten, wie Gott Selbst
sagt:
“Wahrlich, diejenigen, die glauben, und die
Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und
Gutes tut – diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst
haben noch werden sie traurig sein.” (Quran 2:62)
Diejenigen aber, die den Befehlen Gottes
in ihrer Religion nicht Folge geleistet haben, und die nicht an den Islam glauben,
deren Schicksal ist die Hölle. Dies ist so, weil der Islam die einzige
Religion ist, die Gott nach der letzten Offenbarung an den Propheten Muhammad,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, akzeptieren wird.
“Wahrlich, jene, die ungläubig sind unter dem
Volk der Schrift und die Götzendiener werden im Feuer der Hölle sein; ewig
werden sie darin bleiben; diese sind die schlechtesten der Geschöpfe. ” (Quran
98:6)
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