1. Vorgeschriebene Strafen
Verbrechen, die unter diese Kategorie
fallen, können als gesetzlich verbotene Taten definiert werden, die Gott
zwangsläufig mit dem Mittel festgelegter, vorbestimmter Strafen verhindern
will, deren Durchführung als das Recht Gottes betrachtet wird.
Diese Strafen haben bestimmter Besonderheiten,
die sie von anderen unterscheiden. Folgende gehören dazu:
1. Diese Strafen können weder
verstärkt noch gemindert werden.
2. Diese Strafen können weder von
einem Richter, von der politischen Obrigkeit noch von dem Opfer fallengelassen
werden, nachdem die damit verbundenen Verbrechen vor die Regierungsstelle
gebracht wurden. Bevor diese Verbrechen vor den Staat gebracht werden, könnte
es dem Opfer möglich sein, dem Verbrecher zu verzeihen, wenn der entstandene
Schaden nur persönlich war.
3. Diese Strafen sind das ´Recht
Gottes´, das bedeutet, das gesetzliche Recht, das hier beteiligt ist, ist
allgemeiner Natur, wobei das breite Wohl der Gesellschaft im Vordergrund steht.
Folgende Verbrechen fallen unter die
Gerichtsbarkeit der feststehenden Strafen:
1. Diebstahl
Diebstahl wird definiert als heimliches
entwenden des Eigentums einer anderen Person von einem sicheren Ort in der
Absicht, es in Besitz zu nehmen.
2. Straßenraub
Straßenraub wird als Tätigkeit einer
Einzelperson oder einer Gruppe von Individuen definiert, die mit ihrer Stärke
auf einem öffentlichen Durchfahrtsweg andere an der Passage hindern, in der
Absicht, den Besitz der Durchreisenden an sich zu nehmen oder ihnen
anderenfalls körperlichen Schaden zuzufügen.
3. Hurerei und Ehebruch
Dies ist definiert für jeden Fall, in dem
ein Mann Geschlechtsverkehr mit einer Frau hat, die ihm nicht erlaubt ist. Jede
Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die keinen Geschlechtsverkehr beinhaltet,
fällt nicht unter diese Kategorie und diese festgelegte Strafe.
4. Falsche Beschuldigung
Dies ist definiert für die fälschliche
Beschuldigung einer anständigen, unschuldigen Person, sie habe Hurerei oder
Ehebruch begangen. Es beinhaltet ebenfalls das Verleugnen der Abstammung einer
Person von seinem Vater (was den Anschein erweckt, dass seine Eltern Hurerei
oder Ehebruch begangen hätten). Fälschliche Beschuldigung beinhaltet jegliche
Behauptung der Hurerei oder des Ehebruchs, die nicht von Beweisen, die das
islamische Gesetz akzeptiert, unterstützt wird.
5. Trinken
Eines der wichtigsten Ziele des Islam ist
das Wohlergehen des Menschen und das Vermeiden dessen, was ihm schadet. Aus
diesem Grunde „gebietet er gute Dinge und verbietet Schädliche“. So schützt
der Islam das Leben der Menschen genauso wie die Fähigkeiten ihres Verstandes,
ihren Besitz und ihren Ruf. Das Verbot von Wein und die Strafe für das Trinken
gehören zu den Gesetzen, die Fürsorge des Islam in diesen Angelegenheiten
deutlich zeigen, denn Wein kann alle diese Grundbedürfnisse zerstören, er
besitzt das Potential, Leben, Reichtum, Verstand, Ruf und Religion zu zerstören.
Gott sagt:
“O ihr, die ihr glaubt! Berauschendes,
Glückspiel, Opfersteine und Lospfeile sind ein Greuel, das Werk des Satans. O
meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid. Satan will durch das Berauschende
und das Losspiel nur Feindschaft und Hass zwischen euch auslösen, um euch vom
Gedenken Gottes und vom Gebet abzuhalten. Werdet ihr euch denn abhalten lassen?”
(Quran 5:90-91)
6. Apostasie
Apostasie ist dadurch definiert, dass ein
Muslim eine Aussage macht oder eine Tat begeht, die ihn aus dem Islam
hinausbringt. Die Strafe, die in der Sunna dafür vorgeschrieben ist, ist
Hinrichtung und sie kam als Heilmittel für ein Problem, das in der Zeit des
Propheten existiert hatte. Dieses Problem bestand darin, dass eine Gruppe von
Menschen öffentlich zusammen den Islam angenommen hatte und ihn dann zusammen
wieder verließ, um Zweifel und Unsicherheit in den Herzen der Gläubigen
hervorzurufen. Der Qur´an berichtet uns folgendermaßen von diesem Ereignis:
“Und da sagte eine Gruppe von den Leuten der
Schrift: ´Glaubt bei Tagesanbruch an das, was zu den Gläubigen herabgesandt
wurde, und leugnet es ab bei seinem Ende; vielleicht werden sie umkehren.” (Quran
3:72)
Daher wurde die vorgeschriebene Strafe für
Apostasie eingeführt, damit die Apostasie nicht weiter als Mittel verwendet
werden konnte, um Zweifel am Islam zu schüren.
Zur gleichen Zeit wird dem Abtrünnigen
Zeit gelassen, zum Bereuen, damit, wenn er nur ein Mißverständnis oder Zweifel
an einer bestimmten Sache hat, dieser Zweifel aus dem Weg geräumt und ihm die
Wahrheit erklärt werden kann. Er wird drei Tage lang aufgefordert zu bereuen.
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